Sonntag, 7. August 2016

Basilikum - Zitronen Sirup

Ich habe in diesem Jahr das urbane Garteln für mich entdeckt. Im sehr frühen (und teilweise noch etwas kalten) Frühjahr habe ich mich auf die Socken gemacht und alles eingekauft was das Gärtnerherz so braucht und begehrt... Erde, Erde, Erde, Blumenkisterl, Schaufel, Blähton, Kräuter, Blühpflanzen, Erde, Erde und noch mehr Erde. Ich habe meine Freundin gebeten mit mir den nächstgelegenen Baumarkt zu plündern. Zusammen haben wir ihr kleines Auto gefüllt mit meinem Zeug und glaubt mir, das Auto war wirklich randvoll!

Zuvor studierte ich natürlich ausgiebig und wochenlang welche Kräuter sich mit welchen gut vertragen, welche man so überhaupt rein gar nicht miteinander oder nebeneinander setzen darf. Bisher war ich ja der Ansicht, dass es vollkommen egal wäre, sie werden wohl alle schon irgendwie irgendwo anwurzeln. Aber! So einfach ist das nicht, meine lieben Kräuterfreunde! Denn nicht nur unter Menschen gibt es Einzelgänger, (Nährstoff-)Diebe, gesellige Typen oder anpassungsfähige. Nein, nein, auch Kräuter haben da so ihre Ansprüche, können Egoisten sein oder auch Diven... (diese bittere Erfahrung sollte ich ein paar Wochen später machen, aber dazu nachher mehr.)

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Binnen weniger Stunden verwandelte ich meinen Betonklotz, also known as Balkon in (m)eine kleine grüne Oase. Hach, wie mir das gefiel. Alles was im Kräuterreich Rang und Namen hatte, fand sich bei mir in einer illustren Runde ein: Unmengen Basilikum, Oregano und Thymian, auch Rosmain und Salbei, jede Menge Minze und Zitronenmelisse. Ja sogar Lavendel, Cola Kraut und Zitronenverbene bekamen ihr Plätzchen. Glücklich und zufrieden bewunderte ich mein Tagwerk und freute mich schon auf die erste Verwendung.

Mein Plan war alle eine essbaren Schätze zu hegen und pflegen, damit es ihnen an nichts fehlt bei mir. Als Pflanzenmami sorgt man sich ja schließlich. Eines sehr stürmischen und regnerischen Abends war ich sogar so eine besorgte Pflanzenmami, dass ich all meine grünen Babies vom Balkon in die Wohnung holte. Draußen war es so derartig nass und kalt und ungemütlich und einfach nur bäääh, dass ich wirklich große Sorge hatte, ihnen könnte etwas passieren. Also habe ich mich so gegen Mitternacht auf den Balkon getraut und meine mittlerweile völlig durchnässten Pflänzchen ins Warme (und vor allem Trockene) geholt. Irre, oder?

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Tja, leider habe ich nicht von allen die Gunst erhalten. Der Basilikum schoss zunächst ordentlich in die Höhe und ich freute mich wie ein kleines Schnitzerl... nur leider ein bisschen zu früh. Denn so schnell wie er wuchs, ging er auch in die Knie. Ich konnte regelrecht zusehen wie er von Tag zu Tag schwächer und mickriger wurde. Na toll, dachte ich.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mein Balkon eine eigene Klimazone hat. Dort herrschen Sonne und Wind, vor allem aber Wind... sehr viel Wind. Im Sommer ist es wie in der Wüste, der Winter beschert mir arktische Verhältnisse. Und wenn es regnet... haaa, dann hab ich den schwarzen Peter. Denn wenn es regnet, dann bekomme ich alles, und damit meine ich wirklich, wirklich alles knallhart ab. Also ihr merkt... sehr heftiges Klima auf meinen 5 betonierten Quadratmetern Außenfläche. Tja, und noch bevor der Sommer so richtig begonnen hat, war mein Basilikum auch schon wieder tot... R.I.P.

Nun, vielleicht ist Basilikum einfach nicht mein Kraut und ich sollte mich eher darauf konzentrieren was bei mir wirklich wuchert... so wie Oregano oder Salbei. Davon hab ich nämlich so derartig viel, dass ich regelmäßig alles roden muss, weil sonst alles überwuchert wäre damit.

Dass der Basilkum bei mir nicht wächst, ist aber halb so wild. Bei ihr wächst er im Garten fast schon ein bisschen wie Unkraut. Soll heißen, dass der Basilikum bei ihr wuchert nach links und rechts, nach oben und ein Blatt ist größer als das andere. So viel Pesto kann sie gar nicht essen wie man damit produzieren könnte.

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Aber sie hat ja immer noch mich.... die Frau, die das divenhafte Verhalten von Basilikum noch nicht so ganz verstanden hat. Und langsam beschleicht mich so ein bisschen das Gefühl, dass der Name Königskraut (eine andere Bezeichnung für Basilikum) nicht von ungefähr kommt...
Und ich bin ja wirklich eine sehr dankbare Abnehmerin. Wenn ich meiner Freundin nämlich sage, sie soll abschneiden so viel sie eben hergeben möchte, dann bekomme ich gleich mal die Hälfte von ihren Bestand überreicht mit den Worten "Nimm! Ich hab eh noch so viel!"

Und so haben wir beide was davon... denn sie weiß nicht wohin mit all dem Grünzeug und freut sich, wenn sie alles selbst verarbeiten muss, dafür aber vielleicht das eine oder andere Endprodukt dennoch für sie abfällt und ich freue mich, dass ich mich um die eigene Aufzucht nicht weiter kümmern muss.

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Für den Sirup:

- 1 Liter Wasser
- 1 kg Zucker
- 10 - 12 unbehandelte Zitronen
- 2 Bund Basilikum

Die Zitronen heiß waschen und etwa von der Hälfte die Schale abreiben. (Aber nicht das Weiße, sonst wird's bitter!). Alle Zitronen auspressen.
Schale, Saft, Wasser und Zucker in einen großen Topf geben und aufkochen lassen. Basilikum ebenfalls abwaschen und zu dem Sirup dazu geben.

Alles etwa 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln und danach vollständig auskühlen lassen.
Den Sirup durch ein Sieb filtern, um Schale und Basilikum zu entfernen und im Topf nochmal aufkochen. 5 Minuten köcheln lassen.

Danach sofort heiß in sterilisierte Flaschen füllen und verschließen.
Ungeöffnet ist der Sirup etwa eine halbes Jahr haltbar.
Freitag, 22. Juli 2016

Kirsch - Bananen - Cheesecake im Glas (no Bake!)

Wer von euch kennt KiBa?
Nein, das muss ich anders formulieren.... Wer von meiner österreichischen Mitleserschaft kennt KiBa? Was in Deutschland von Kiel bis Passau bekannt und so quasi kulinarisches Kulturgut ist, kennt in Österreich kein Mensch... naja, fast keiner. Leute, ich schwöre euch... KiBa ist in Österreich alles andere als verbreitet und das ist mir ein riesengroßes Rätsel.

So, und jetzt mal für die Österreicher unter euch: KiBa (=Kirsche Banane) ist irgendwie so DAS Getränk für deutsche Kinder schlechthin. Wer es noch nie getrunken hat, geht bitte sofort zum nächsten Supermarkt seines Vertrauens und organisiert sich je eine Packung Bananensaft und Kirschsaft. Das Mixen dieses wunderbaren Getränks erfolgt in zwei kinderleichten Schritten: ein Glas wird zur Hälfte mit Bananensaft gefüllt. Um den Kirschsaft mit möglichst viel Effekt einzufüllen, den Saft einfach vorsichtig über  einen Löffel, den man über das Glas hält gießen und sich am wunderbaren Marmormuster erfreuen. Fertig!
So einfach und dabei so lecker!

Als Kind war mir diese gelb-rote Köstlichkeit nicht bekannt und so musste ich 22 Jahre alt werden und im Jahr 2008 in die Schweiz fahren, um in die kulinarischen Geheimnisse deutscher Kinderschleckermäuler eingeweiht zu werden. Denn dort war ich viel mit deutschen Austauschstudenten unterwegs, die KiBa gesoffen haben in rauen Mengen.

KiBa-Cheesecake (9)

Über  die genaue Zubereitung kann man streiten. Heißt es Banane auf Kirsche? Oder ist es doch Kirsche auf Banane? Das ist wohl Haarspalterei und letztlich auch vollkommen egal. Egal, ob BaKi oder KiBa.... es schmeckt so oder so! 

Und natürlich kann man KiBa nicht nur trinken, sondern diese Köstlichkeit auch in einen Cheesecake verwandeln. Hier kommt der Cheesecake als no-bake Version daher. Die Banane versteckt sich in der Creme, die Kirschen gibt es als Sauce oben drauf. Yummy, yummy, yummy.

KiBa-Cheesecake (6)

Natürlich ist das jetzt nicht die neueste Idee und schon gar nicht hier auf meinem Blog. Schießlich hab es die Kirsch-Bananen-Kombi schon einmal. 
Und wer als Kind KiBa gerne getrunken hat, wird den Cheesecake im Glas lieben! 

KiBa-Cheesecake (3)

Als bekennende Liebhaberin von irgendwelchen süßen Sachen im Glas, hat dieses leckere Schmuckstück wirklich das Potential zum Klassiker. Ich wiederhole mich an dieser Stelle zum keine Ahnung wie vielten Mal. Aber! Die Vorbereitung von Süßspeisen im Glas ist einfach so dermaßen praktisch, weil sie fertig... oder zumindest nahezu... sind, wenn man sie aus dem Kühlschrank holt. 

Ich gebe zu, KiBa Cheesecake ist vermutlich nichts, was ich Gästen als krönenden Abschluss eines mehrgängigen Menüs auftischen würde. Aber definitiv würde ich mich nach einem langen Arbeitstag damit auf die Couch verkrümeln und genüsslich daran naschen... oder sonntags am Nachmittag, wenn Freundinnen zum Kaffeeklatsch bei mir einfallen. 
So oder so... auch wenn KiBa- Cheesecake vielleicht nicht das festlichste aller Desserts ist, sondern eher bodenständig, ist es ein wunderbarer Begleiter zum sonntäglichen Kaffeeklatsch und weckt vielleicht bei einigen von euch sogar Kindheitserinnerungen...  

KiBa-Cheesecake (2)

Für den Cheesecake im Glas:
(5 bis 6 Dessertgläser)

- 1 sehr reife, große Banane
- 2 bis 3 TL Zitronensaft
- 150 g Topfen
- 250 g Frischkäse
- 125 ml Obers
- 60 g Zucker
- etwas Vanille
- 300 g Kirschen, bereits entsteint, plus noch ein paar für die Deko
- 30 g brauner Zucker
- 12 Oreo Kekse oder andere Schokokekse
- 50 g Butter

Zunächst den Boden vorbereiten. Dafür die Kekse zerbröseln und mit der Butter vermischen, bis eine homogene, aber krümelige Masse entsteht. 
Die Bröselmasse gleichmäßig auf die Gläser verteilen und leicht andrücken. 

Für den Cheesecake die Banane pürieren und mit dem Zitronensaft vermischen. 
Obers steif schlagen. Topfen mit Zucker (und Vanille) mixen, danach den Frischkäse und die Banane unterheben. Aber nicht zu lange rühren, da der Frischkäse sonst gerinnt! Am Schluss das steif geschlagene Obers unterheben und die Masse wieder gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Glatt streichen und für mehrere Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen. 

Für die Kirschsauce die Kirschen pürieren und ggf. durch ein Sieb streichen und zusammen mit dem braunen Zucker in einen kleinen Topf geben. Aufkochen lassen und so lange köcheln lassen, bis die Sauce merklich eindickt. 

Die Sauce abkühlen lassen und danach auf die Bananencreme verteilen. Bis zum Servieren im Kühlschrank lassen. 

Für die Deko ein paar Kirschen waschen und auf die Cheesecakes setzen. 
Donnerstag, 7. Juli 2016

Marillen - Kirsch - Streuselkuchen

Sich mit Freundinnen über mehrere Themen im Gruppenchat gleichzeitig zu unterhalten, ist keine gute Idee... glaubt mir das. Der Schuss geht - zumindest bei mir - im wahrsten Sinn des Wortes in den Ofen.

Aber der Reihe nach... Angefangen hat alles damit, dass meine Freundin meinte, sie hätte so Lust auf Marillenkuchen. Ihre Aussage hat mich ein wenig überrascht, weil sie sonst keine besonders große Naschkatze ist... seit sie mich kennt, verhält es sich allerdings ein wenig anders (haha, ich bekehre sie noch alle!). Selbstverständlich hatte ich sofort zig Ideen im Kopf wie denn so ein Marillenkuchen am besten zu Geltung kommen würde. Mit Germteig und Topfenfüllung? Als Cheesecake? Gemischt mit Nüssen oder anderen Früchten? Hach, die Möglichkeiten schienen mir zunächst zahllos...
Aber ab und zu muss man auch bodenständig bleiben. Denn während bei ihr die ganz große Marillenliebe herrscht und ein ganz einfacher, gewöhnlicher Kuchen alles ist was für das kleine Kuchenglück reicht, herrscht bei mir ja die ganz große Streuselliebe... Klingt nach einer perfekten Ergänzung - ist es auch! Schließlich ist es mit ja manchmal fast (aber wirklich nur fast) egal was unter drunter liegt, ich will einfach nur die Streusel oben drauf haben, und davon auch noch möglichst viele.

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Dummerweise habe ich mit dem Kuchenthema gleichzeitig auch noch ein anderes Thema in die Gesprächsrunde geworfen... nämlich, dass Stephen King's Es neu verfilmt wird. Durch Zufall bin ich auf einen Bericht und die ersten Bilder des neuen Pennywise gestoßen. Igitt!!
Wer von euch hat den Film als Kind gesehen? Hand auf's Herz, war schon eine dumme Aktion damals, hm? Echt, ich habe mir als Kind so dermaßen in die Hosen geschissen. Ich  weiß bis heute nicht warum ich damals auf diese blödsinnige aller blödsinnigsten Ideen gekommen bin mir in der Nacht! alleine! diesen Film einzuziehen! Meine Mama hat es mir zwar nicht ausdrücklich verboten, mir aber dennoch davon abgeraten... sie wusste natürlich schon warum, und wollte ich hören? Nein... wie immer! (Aber welches Kind hört immer auf die manchmal doch sehr wahren Worte der Eltern?) Dummheit gehört allerdings bestraft und darauf musste ich auch nicht besonders lange warten. Nächtelang konnte ich nur noch mit Licht einschlafen, weil ich so Panik hatte, dass Es plötzlich unter meinem Bett hervor kriechen würde. Selbst vor dem Mc Donald's Maskottchen, dem Ronald Mc Donald hatte ich plötzlich Furcht, sodass ich selbst einen der ganz seltenen Besuche im Schnellrestaurant strikt abgelehnt habe... Die Verwunderung meiner Mama über all dies muss ich wohl nicht näher erläutern.

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Und plötzlich... wie aus dem Nichts... war Pennywise wieder da und lachte mich quer über  den Bildschirm an mit seinem breiten Grinsen und hässlich spitzen Zähnen. Ekliger und furchteinflößender denn je und ich hatte natürlich wieder die Hosen megamäßig voll. Warum sollte ich mit meiner Angst alleine bleiben, wenn ich sie mit Freundinnen teilen und es ihnen brühwarm konnte? Geteilte Angst ist schließlich halbe Angst, oder nicht?

Dumm nur, wenn man eine Sekunde zuvor noch über Kuchen gesprochen hat und wie er sein soll. Das Gesprächschaos war somit perfekt. Das Wirrwarr folgt nun in einer gekürzten Fassung:
- Iiiiiih, der ist ja grausig!
- Der Kuchen?
- Pennywise!
- Du musst ihn dir ja nicht ansehen!
- Den Kuchen?
- Pennywise!
- Eh nicht, den ess ich lieber! 
- Den kann man nicht essen!
- Den Kuchen? Sicher!
- NAAA!! PENNYWISE!! (Geduldsfaden an dieser Stelle gerissen)

Das war zwar nicht 1:1 der Wortlaut, aber es ist darauf hinausgelaufen. Bescheuert, oder?
Den Rest dazwischen erspare ich euch. Das Ende vom Lied war, dass wir uns darauf geeinigt haben den Film im Kollektiv NICHT zu sehen und Kuchen sollte es am darauffolgenden Tag geben.

Dass es mal wieder Streuselkuchen geben sollte, hat mir freilich sehr in den Kram gepasst. Kommt eh viel zu selten auf den Tisch. Der Weg dort hin war aber - abgesehen von der völlig sinnbefreiten Pennywise-Kuchen-Diskussion - auch nicht so einfach. Das Marillen-Streusel-Duo war zwar schon so fix wie das Amen im Gebet, aber mir war das irgendwie noch nicht genug. Denn ich muss ja immer noch eines drauf setzen...

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Nach einer zweiten, etwas sinnbefreiten Kuchendiskussion fiel die Entscheidung erst auf Pistazien und dann auf Kirschen. Kirschen warf ich deswegen ein, weil's einfach so eine tolle Kombination ist. Darf ich an dieser Stelle an diese herrliche Marmelade erinnern? Natürlich darf ich, hihi...

Also... wer Lust hat, schmeisst zu den Marillen einfach ein paar gehackte Pistazien dazu und etwas Vanille... oder eben ein paar Kirschen. Schmeckt beides wirklich wunderbar.

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Für den Kuchen:
(ca. 20x30cm Blech)

– 150 g Mehl
– 100 g zimmerwarme Butter
– 100 g Zucker
– etwas Vanille
– 3 Eier
– 1 TL Backpulver, eine Prise Salz
– etwa 300 g Marillen, bereits entsteint
– etwa 200 g Kirschen, bereits entsteint

Für die Streusel:

– 90 g Mehl
– 50 g Butter
– 50 g Zucker
– etwas Vanille oder Zimt (optional)

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier
auslegen oder einfetten und bemehlen. Das Obst ggf. noch klein schneiden.
Die Zutaten für die Streusel verkneten, bis Streusel entstehen. Bei Bedarf noch Butter
hinzufügen, wenn die Streusel zu fest und bröselig sind, oder Mehl, wenn die Streusel zu
weich sind.

Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker, Vanille und Salz hellschaumig schlagen,
danach die Eier einzeln unterrühren. So lange rühren, bis alles homogen ist.
Mehl mit Backpulver mischen und unter den Teig heben, auf dem Backblech verteilen und
glatt streichen. Danach das Obst darüber verteilen, am Schluss die Streusel darüber
streuen.

Auf mittlerer Schiene etwa eine halbe Stunde backen.
Freitag, 24. Juni 2016

Basilikum- Schokomousse mit Erdbeersauce - und das doppelte Buch

Also... eigentlich wollte ich ja schon letztes Jahr im Sommer mehr mit Kräutern machen. Aber ja... mit dem Bloggen hatte ich es ja dann nicht so. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und so setze ich meinen Plan eben ein Jahr später in die Tat um...

Und das alles kam so:
Vor ewigen Zeiten - es war September (ganz wichtig!) - saß ich in meiner Lieblingsbuchhandlung in einem der obergemütlichen Sessel, vergaß die Zeit (es waren zu diesem Zeitpunkt schon fast 2 Stunden rum) und blätterte fröhlich durch diverse Backbücher, die mir ins Auge sprangen. Dabei gefiel mir ein Buch ganz besonders gut, nämlich Süßes aus der Kräuterküche von Florian Löwer. Ich war sofort so angetan von diesem Buch. Mir war klar, dass ich dieses Buch mal mein Eigen nennen werde. Aber damit war das Thema ja nicht vom Tisch, nein, nein...
Weil ich davon SO begeistert war, fotografierte ich das Cover, schickte es meiner Freundin und erzählte ihr lang und breit wie toll ich dieses Buch finde (nochmal zur Erinnerung: es war September! Also genau zwischen meinem Geburtstag und Weihnachten).

Sie nahm es schmunzelnd zur Kenntnis (jaja, meine Koch/Backbücher und ich...) und meinte nur lapidar sowas wie, dass es ja typisch für mich wäre, ob ich denn nicht schon genug Bücher hätte (NEIN! Man kann nie genug Bücher haben!), und ob ich das denn wirklich brauche (JA! Ich brauche es wiiiirklich!)

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Die Wochen verstrichen und eines Nachmittags im späten Herbst/frühen Winter hielt ich es stolz in meinen Händen. Ich war so glücklich mit diesem Buch, blätterte es von vorne bis hinten und von hinten nach vorne durch. Glücklich und zufrieden stellte ich es zu meiner Sammlung mit dem Versprechen an mich selbst, dass es im Sommer ganz viel mit Kräutern geben wird (jahreszeitenbedingt konnte ich damit nämlich nicht gleich starten).

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Tja, für mich war die Geschichte hiermit eigentlich zu Ende. Allerdings nicht so für meine Freundin.
Plötzlich war Weihnachten da (ja, es ist doch jedes Jahr eine Überraschung, dass mal wieder Weihnachten ist, haha) und sie rief mich an, dass sie ein Geschenk für mich hätte, und ob sie es bei meiner Mama hinterlegen könnte, denn ihr Zeitplan ist recht vollgesteckt mit Familie, Essen und allen anderen Dingen, die man an Weihnachten halt so macht... und sie versprach mir, dass ich Augen machen würde.

Ich sagte zu, freute mich schon auf die Überraschung und am Weihnachtsabend war es dann soweit. Meine Mama überreichte mir das Geschenk von meiner Freundin, das sie liebevoll in Geschenkpapier eingewickelt und mit einer Schleife geschmückt hat. Während meine Freundin wohl schon mit einem großen Yaaaaaay im Kopf auf meinen Anruf wartete, sah ich das Geschenk und hatte ein großes Naaaaaay im Kopf.

Ich musste es gar nicht auspacken, um zu wissen was darin eingewickelt war. An der Form erkannte ich das Buch sofort und dachte nur noch Oh, no... Ihr ahnt es wohl auch schon... Sie hat mir dieses Buch gekauft. Ich war total gerührt und auch ziemlich platt, dass sie über 3 Monate an dieses Buch gedacht hat. Wisst ihr... ich rede so oft von so vielen Büchern, dass man da schnell mal den Überblick verliert. Aber sie hat es nicht vergessen. Tja, aber was nun...?

Erstmal tief durchatmen. Ich musste es ihr sagen, denn ich brauchte die Rechnung.
Alles halb so wild... es ist ein Buch, kann man umtauschen. Und ist ja nicht so, als ob sonst keine auf meiner Liste stehen.

Also rief ich sie an und sie trötete schon voller Freude ins Telefon "Naaaaa du, hast du es schon ausgepackt?" Hach, ich traute mich kaum die Wahrheit zu sagen... "Naja..." stammelte ich "...ja... hab ich... Tausend Dank, ich hätte nie gedacht, dass du noch an dieses Buch denkst! Ich freue mich wirklich sehr.... Aber..."
Weiter kam ich nicht mehr. Und da hörte ich übers Telefon regelrecht wie ihre Mimik in der Sekunde auf den Boden knallte "SAG MIR JETZT NICHT, DU HAST DAS SCHON?!?!" - 
"Ähm... doch... sorry..." stammelte ich weiter.

Tja, um die Geschichte jetzt ein wenig abzukürzen: Sie kauft mir nie wieder ein Buch, ohne mich vorher zu fragen, ob ich es schon habe und ich konnte es umtauschen gegen eines, das ich mindestens genauso toll finde.

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Letztlich ist es mir aber nur wichtig, dass sie sich dabei echt was gedacht und nicht vergessen hat wie sehr ich davon geschwärmt habe. Und auch, wenn sie davon leider keinen Bissen bekommt (oh, ich bin ja so gierig), widme ich ihr zumindest den heutigen Beitrag. Denn so viel Herz verdient auch mal Dank.

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Für den Boden:
(4 Gläser)

- 16 Butterkekse
- 2 bis 3 EL flüssige Butter
- 1 EL Zucker

Für das Mousse: 

- 1Bl. Gelatine
- 2 Eigelb
- 50 ml Milch
- 1 Vanillezucker
- 150 g weiße Kuvertüre
- 100 g Schlagobers 
- 1/2 Bund Basilikum (frisch)

Für die Erdbeersauce:

- 100 bis 150 g Erdbeeren
- 2 bis 3 EL Zucker
- 1 EL Orangenlikör

Die Kekse zerbröseln und mit Zucker und Butter mischen, bis alles homogen ist. Gleichmäßig auf die Gläser verteilen und etwas andrücken.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und beiseite stellen.Schlagobers steif schlagen und ebenfalls beiseite stellen. Basilikum abzupfen und waschen.

Eigelb mit Milch und Vanillezucker über dem Wasserbad dickschaumig aufschlagen. darauf achten, dass das Wasser nicht zu heiß ist, sonst gerinnt das Eigelb! Gelatine ausdrücken und im Eischaum auflösen.

Eischaum in ein hohes Gefäß füllen und zusammen mit dem Basilikum fein pürieren - geht am besten mit einem Pürierstab. Die Masse zur Kuvertüre geben und verrühren, bis alles homogen ist. Schlagobers unterheben und gleichmäßig auf die Gläser verteilen.

Für mindestens 3 bis 4 Stunden kalt stellen.

Die Erdbeeren pürieren und nach Bedarf durch ein Sieb streichen. Zusammen mit dem Orangenlikör und dem Zucker aufkochen und etwas einkochen lassen.
Abkühlen lassen und danach über den Mousse verteilen.

Vor dem Servieren nach Belieben mit Basilikum und Erdbeeren garnieren.