Erinnert ihr euch noch an den Kirschkuchen? Einer der ersten Einträge auf diesem Blog...
Heute gibt es das im Grunde genommen wirder, nur mit Marillen. Denn eigentlich kann man diesen Kuchen ja füllen mit welchen Früchten man will.

Ich schätze saisonales und regionales Obst sehr. Daher gehe ich im Sommer gerne mal am Vormittag (Gott sei Dank erlaubt das mein Job) zum Markt und bekomme einen Kaufrausch. Marillen hier, Erdbeeren da, Himbeeren hier, Heidelbeeren dort, und das alles aus Wien oder Niederösterreich! Purer Luxus für alle, die keine Obstbäume im heimischen Garten haben! Wer kann da schon nein sagen? Ich jedenfalls nicht! Um einige Euros leichter, dafür aber glücklich und zufrieden bepackt mit einer knallvollen Einkaufstasche voller Obst wandere ich dann wieder nach Hause, um die Vitaminbomben gleich weiterzuverarbeiten.

Und so kam es, dass ich Unmengen an Waldheidelbeeren und Marillen gekauft habe, wovon ein Teil daheim gleich in meinen Mund gewandert ist und einen Teil habe ich vor mir selbst versteckt (haha), damit ich noch was für den gedeckten Marillenkuchen mit Kompott übrig habe.

Für diesen Kuchen habe ich den üblich verdächtigen 3-2-1 Mürbteig gemacht. Aber weil es grade so schön sommerlich ist, habe ich den Abrieb einer Zitrone in den Teig gegeben. Zimt geht bei mir zwar immer, - jaaaaa, auch im Sommer - passt aber nicht unbedingt zu diesem Rezept. Denn der Clou am Mürbteig ist ja, dass man ihn würzen, verfeinern, aromatisieren kann wie man ihn grade braucht.... so wird aus einem winterlichen Zimtteig schnell ein sommerlicher Teig mit Zitronenaroma!

Außerdem habe ich diesmal darauf verzichtet die Marillen etwas zu kochen und mit Stärke anzudicken, stattdessen habe ich sie einfach nur so in der Form verteilt.


marillen (7)

Für den 3-2-1 Mürbteig:
(geeignet für eine 24 cm Tarteform)

- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- Abrieb einer Zitrone
- etwas Backpulver
Für den Belag:
- 1 kg Marillen, entsteint
(- Zucker nach Bedarf)

Für das Kompott:

- Saft einer Zitrone
- 1 EL Stärke
- 500 g Waldheidelbeeren
- 50 g Zucker
(- nach Bedarf noch etwas Wasser)

Aus den Zutaten für den Mürbteig rasch einen geschmeidigen Teig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit eine Tarteform einfetten und bemehlen. Die entsteinten Marillen in Stücke schneiden.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und 2/3 des Teiges auf einer bemehlten Arbeitsfläche nicht allzu dünn ausrollen! [Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Marillen noch viel Flüssigkeit abgeben und den Teig sonst komplett durchweichen!] Die Tarteform damit auskleiden und gut festdrücken. (Wer keine Tarteform hat --> eine stinknormale Springform tuts auch!)

Die Marillenstücke in der Form verteilen. (Wer die Marillen noch zuckern will, tut dies bitte bevor die Stückchen in die Form wandern.) Das übrige Teigdrittel nun ebenfalls ausrollen und in Streifen schneiden oder Formen ausstechen oder zerkrümeln oder was auch immer und den Kuchen damit bedecken.
Auf mittlerer Schiene etwa 35 bis 40 Minuten goldbraun backen.

Für das Kompott die Heidelbeeren verlesen und waschen. In einen Topf geben und mit dem Zucker aufkochen lassen. Die Stärke mit dem Zitronensaft anrühren und zu den Heidelbeeren geben. Alles gut verrühren und noch etwa 2-3 Minuten weiterköcheln lassen. (Wer es gern flüssiger hat, gibt noch etwas Wasser dazu.)

Das Kompott warm oder kalt zu dem gedeckten Marillenkuchen servieren. Ebenfalls gut dazu schmeckt noch eine Kugel Vanilleeis. Und wer kein Heidelbeerkompott dazu will, isst eben eine Kugel Heidelbeereis dazu. :)

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Den Kuchen solltet ihr unbedingt am Tag des Verzehrs zubereiten und nicht einen Tag vorher! Denn je länger der Kuchen stehen und durchziehen kann, umso matschiger wird der Teig!