Sonntag, 25. August 2013

Marillen-Brombeer Charlotte

Einer weiterer Geburtstag steht ins Haus. Diesmal ist meine Freundin an der Reihe.
Eigentlich wollte sie ja die Erdbeer-Raffaello Torte haben. Nur leider ist die Erdbeersaison im August schon wieder vorbei und auf belgische oder italienische Gewächshauserdbeeren mit Papieraroma habe ich nun wirklich keine Lust.

Mit dem Versprechen, dass ich ihr nächstes Jahr gleich zu Beginn der (wohlgemerkt: heimischen!) Erdbeersaison diese Torte mache, hat sie mir mit verschränkten Armen und perfekt einstudiertem Kinderschmollmund das Ok gegeben eine andere Torte zu machen. (Aber ich schwöre euch, der "Ich will aber eine Erdbeer-Raffaello Torte"- Schmollmund- Blick verwandelte sich in weniger als einer Sekunde in einen "Huiiiiiii- sieht das aber toll aus"- Blick. Belohnt wurde ich am Ende auch noch mit einem "Mmmmmmmmh, ist das lecker!")

Wenn ich frage "Was hättest du denn gerne?", dann höre ich am liebsten "Ach, ich lass mich einfach überraschen!" Ist doch toll, wenn man freie Hand hat, oder? Wenn sich Freunde blind darauf verlassen, dass man irgendwas ganz tolles zaubert und ihnen auf den Tisch stellt. Gut, das Feld kann man ja vorher schon etwas abstecken - was mag man, was mag man nicht und was! geht! überhaupt! gar! nicht! Und am allerliebsten höre ich "Ich hätte gern irgendwas mit Beeren!" (So auch von meiner Freundin.) Yessss, Jackpot! Nun gibt es ja nicht nur Erdbeeren und Himbeeren (auch wenn man das bei mir mittlerweile vermuten könnte), sondern auch noch Brombeeren. Aus irgendeinem Grund habe ich schon sehr, sehr, seeeeehr lange keine Brombeeren mehr gegessen und ich kann mir auch grade nicht erklären warum.

Ich spazierte mal wieder zum Markt und schlenderte so durch. Diesmal bin ich bei den Brombeeren hängen geblieben und musste sie nehmen. Zur Sicherheit nahm ich gleich das eine oder andere Gramm mehr mit, denn ich wusste, beginne ich zu naschen, dann bleibt es nicht bei einer Beere. Wie ich dort so bei meinem Lieblingsobststand Brombeeren aussuchte, gustierte und die Farbenpracht bewunderte, habe ich noch eine halbe Kopfdrehung nach links gemacht und da lagen sie.... spätreife Marillen! So schön orange und so reif und so weich! Natürlich habe ich auch da zugeschlagen und natürlich habe ich auch davon zur Sicherheit mehr genommen - falls mich die FleischesMarillenlust überkommt.

Letztlich wurde es eine Charlotte - mit Bisquit, Marillen-Topfen Crème und frischen Brombeeren, garniert mit einer Biskottenmauer und einem Berg aus Brombeeren, der in einer Marille gipfelt. Nur zu schade, dass die Torte wander- und kletterfreie Zone ist...

Ein Foto vom Anschnitt gibt es auch diesmal leider nicht, da es beim Anschneiden wieder sehr dunkel war. Das ist wohl mein Schicksal... 

brombeer-marille (6)

brombeer-marille (4)

brombeer-marille (7)

Für den Bisquit:
(18 cm Springform)

- 2 Eier
- 2 EL Milch
- 1 TL Vanilleextrakt
- 50 g Zucker
- 30 g Butter
- 50 g Mehl
- 1 TL Backpulver

Für die Füllung:

- 165 g Topfen
- 200 g Marillen
- 140 ml Obers
- 2 Bl. Gelatine
- eine Handvoll Brombeeren
(- 3 EL Marillenmarmelade, nach Belieben)

Für die Deko:

- 150 bis 200 g Brombeeren
- 1 Marille
- so viele Biskotten wie nötig

Für die Bisquitmasse eine 18cm Springform einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auskleiden. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. 

Die Eier mit der Milch, dem Zucker und dem Vanilleextrakt hellschaumig schlagen. 
Das Mehl mit dem Backpulver und am Schluss die Butter unterheben. 

In die Form füllen und 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen. Danach einmal durchschneiden.

Für die Füllung die Marillen waschen, entsteinen und pürieren. Am Ende sollten 165 g Marillenpüree übrig bleiben.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Das Obers steif schlagen.

Topfen, Marillenpüree und Zucker gut verrühren. Die Gelatine bei schwacher Hitze unter Rühren auflösen. 2 bis 3 EL von der Marillencrème in die Gelatine rühren, danach zur restlichen Crème mischen. Das Obers unterheben. 

Den ersten Boden nach Belieben mit Marillenmarmelade bestreichen und einen Tortenring darum legen. Die Crème bis auf 4 EL auf dem Boden verstreichen, die Brombeeren darüber verteilen und den zweiten Boden darauf legen. Die übrigen 4 EL von der Crème verstreichen und für mind. 4 Stunden abgedeckt in den Kühlschrank stellen. 

Nach der Kühlzeit vorsichtig den Tortenring abnehmen und um die Torte die Biskotten reihen. Theoretisch sollten sie ohne "Kleber" halten. Wer auf Nummer sicher gehen will, Rührt etwas von dem übrigen Topfen glatt (ich wette, ihr habt noch welchen übrig) oder schlägt noch etwas Schlagobers auf (ich wette, dass auch davon noch was übrig ist) und bestreicht den Rand, damit die Biskotten halten.

Oben die Brombeeren verteilen bis alles bedeckt ist und in die Mitte eine Marille setzen.
Mit einem Band noch schmücken, einfach, damit es ein wenig hübscher aussieht - fertig! 

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