Sonntag, 29. September 2013

Apfel- Heidelbeer Tarte mit Guss

Wie es der Herbst so will, dreht in den Backstuben viel um Äpfel - und ich stecke mittendrin. Mein Lieblingsstand für Obst&Gemüse am Markt hatte GANZ tolle Äpfel. Als ob ich da wirklich nein sagen könnte.. ha ha ha!
Sogar Heidelbeeren konnte ich noch finden! Wahrscheinlich waren es die letzten in diesem Jahr, aber immerhin - der reinste Glücksmoment!

Diese Tarte findet man wahrscheinlich nicht standardmäßig auf den Karten in den Kaffeehäusern der Innenstadt, wo betuchte Damen mit ihren weißen Spitenhandschuhen sitzen und Tee oder Kaffee trinken und sich darüber beklagen, dass früher prinzipiell und generell alles besser war. Diese Tarte fällt wohl eher in die Kategorie "Oma hat das mal eben aus dem Boden gestampft" und die ganze Familie leckt sich sonntags beim Kaffeeklatsch die Finger danach, wenn Oma damit ganz bescheiden um die Ecke kommt. Bodenständig, klassisch, einfach - Mürbteigboden, mit Apfelspalten und Heidelbeern gefüllt und eine Decke aus Topfencreme.

(Dass dieses Teil am Rand nicht die typische geriffelte Form hat, rührt daher, dass ich eine 18cm- Springform verwendet habe statt einer Tarteform. Ich brauchte keine große Form und habe eine kleine Tarteform leider nicht in meinem Sortiment. Wer eine richtige [und vor allem auch große] Tarteform verwenden will, verdoppelt einfach die Mengen der Zutaten und nimmt ein ganzes Ei, nicht bloß das Eigelb. Man möge es mir bitte verzeihen.)

apfel-heidelbeer (8)

apfel-heidelbeer (3)

apfel-heidelbeer (1)

Für den Mürbteig:
(18 cm Springform)

- 100 g Mehl
- 70 g Butter
- 35g Zucker
- 1 Eigelb
- 1/2 TL Backpulver
- etwas Zimt
- 1 Prise Muskatnuss

Für den Belag:

- 100 g Heidelbeeren
- 1 großer Apfel 
(ich habe einen eher säuerlichen genommen)

Für den Guss:

- 200 g Topfen
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 2 EL Stärke
- etwas Zimt


Die Zutaten für den Mürbteig rasch zu einem Teig verkneten, in Folie wickeln und etwa eine Stunde im Kühlschrank lagern.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Form buttern und bemehlen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die Form damit auskleiden. Dabei speziell am Rand gut andrücken. 

Für den Guss den Topfen mit dem Zucker und Zimt cremig schlagen. Ei und Stärke zugeben und alles gut verrühren. (Weil ich das Eiweiß vom Mürbteig noch übrig hatte und es mich überhaupt nicht gefreut hat Baiser oder sonst was damit noch extra zu machen, hab ich das übrige Eiklar ebenfalls reingemischt...).
Die Heidelbeeren waschen. 

Den Apfel waschen und nach Belieben schälen. Viertel, das Gehäuse entfernen und in dünne Spalten schneiden. Den Tartenboden mit den Apfelspalten dachziegelartig beliegen und die Heidelbeeren darauf verteilen.

Den Guss darüber verteilen und verstreichen.

Auf mittlerer Schiene etwa 45 bis 50 Minuten backen.

Nach der Backzeit in der Form auskühlen lassen. Nach Belieben mit Zucker bestreuen.

Dienstag, 24. September 2013

Apfeltiramisu

Gerade bin ich dabei mich auf den Herbst einzustimmen. Als Sommerkind fällt mir das - ganz ehrlich - nicht so leicht. Vom Wetter gebeutelte Menschen, die jedes Lüftchen in der Stirngegend spüren, als würde ein Orkan durch ihren Kopf blasen, haben es an solchen Tagen nicht leicht - und leider gehöre ich zu dieser Sorte.

Aber! Ich bin ja eine Frohnatur und trage den Sonnenschein im Herzen und mache natürlich das beste aus der Situation und beobachte das perfekt einstudierte Schauspiel der Natur, das wie ein Wanderzirkus alle Jahre wieder zu uns kommt, das alle Sinne anspricht und dem sich keiner entziehen kann, weil es so fesselnd ist. Die Natur ist die Bühne und jeder ist Zuseher. Was ich damit meine? Blätter, die sich zusehends von grün in rotbraun und gelb färben und in fehlerfreier Kür gen Boden tänzeln, um sich dort als Laub zusammenzufinden. Laub, durch das man stampft und so weich ist, als würde man auf Federn gehen. Das Geräusch, wenn man das Laub mit den Füßen durchwühlt, das an manchen Tagen besser und melodischer klingt als jeder Ohrwurm. Die kühle Luft, die uns langsam (dafür aber mit Sicherheit) dazu zwingt uns wieder in Jacken zu hüllen. Die letzten Sonnenstrahlen, die wir noch einfangen wollen, damit sie unsere Näschen kitzeln. Die letzten Früchte, die uns die Natur noch schenkt. Und die Welt, die das Leben langsam in den Winterschlaf schickt (die weiße Decke kommt dann später), um es im nächsten Jahr wieder sanft zu wecken mittels Sonnenkitzeln, Vogelzwitschern und steigenden Temperaturen....
Diese Liste könnte ich noch weiter fortführen, aber ich denke, ihr wisst was ich meine...

Letztes Jahr zum Herbstbeginn ist mir ein Rezept für ein Apfeltiramisu in die Hände gefallen. Laut Rezept wird dafür QimiQ Classic verwendet, zusammen mit Obers und Apfelmus. Weil ich es nicht kannte, hab ich es mal damit versucht. Der Geschmack war völlig in Ordnung und auch über die Konsistenz konnte ich nicht meckern. Aber dennoch wurde ich bis heute mit QimiQ nie so richtig warm. Also habe ich da ein bisschen gegoogelt und dort ein bisschen am Rezept gebastelt, bis ich ein geeignetes Rezept für ein Apfeltiramisu hatte - ohne QimiQ, dafür mit gegarten Apfelstücken.

Für alle Schichtdessertliebhaber kommt hier die österreichische Antwort auf den kulinarischen Exportschlager der italienischen Dolci.

apfeltiramisu (6)

apfeltiramisu (3)

apfeltiramisu (9)

Für eine Form - ausreichend für 6 - 8 Personen:

Für das Kompott:

- 3 mittelgroße Äpfel
- etwas Wasser
- 2 bis 3 EL Zucker
- 1 TL Zimt

Für die Creme:

- 100 ml Obers
- 250 g Topfen
- 200 g Mascarpone
- 100 g Zucker
- 250 g Apfelmus
- 1 TL Zimt
- 250 g Biskotten
- 125 ml Milch
- 125 ml Saft vom Kompott

Zum Bestreuen:

- 2 EL Zimt
- 1 EL Zucker

Für das Kompott die Äpfel schälen, das Gehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. Die Stücke in einen Topf geben und mit so viel Wasser befüllen, dass alles bedeckt ist. Mit dem Zucker und dem Zimt aufkochen und die Stücke weich garen. Die Apfelstücke durch ein Sieb gießen und den Saft dabei auffangen. Auskühlen lassen.

Obers steif schlagen. 
Für die Creme den Topfen mit dem Zucker, Zimt und Apfelmus verrühren, bis alles zusammengekommen ist. 
Die Apfelstücke hinzufügen, am Schluß das Obers unterheben. 

Die Milch mit dem Saft vom Kompott mischen und die Biskotten darin eintauchen, bzw. tränken. 

Den Boden einer Form mit den Biskotten belegen und die Hälfte der Creme darauf verteilen. Biskotten wieder in die Flüssigkeit eintauchen und in der Form schichten, restliche Creme darauf verstreichen.

Im Kühlschrank gut 6 Stunden kühlen. Etwa eine Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen und etwas Temperatur annehmen lassen. Zimt mit Zucker mischen und großzügig über das Tiramisu streuen.

Lasst es euch schmecken und genießt den Herbst!
Freitag, 20. September 2013

Zwetschkenstreuselkuchen vom Blech

Meinen Zwetschkenkuchen habe ich ja schon abgeschrieben, nachdem alle Zwetschken für die Marmelade drauf gegangen sind. Aber meine Freundin denkt ja an mich und hat mir nicht nur Weintrauben gebracht, sondern auch noch ein paar Zwetschken! Selbst gepflückt statt selbst gekauft!

Unlängst habe ich ja erwähnt, dass es manchmal die einfachen Kuchen sind, die einen vollends zufrieden machen. So geht es mir auch mit Blechkuchen. Denn diese fallen genauso in die Kategorie "einfach, aber wirkungsvoll" und bringen mich dazu leise schmatzend, fingerleckend und gemütlich in einem Zustand völliger seelischer Zufriedenheit auf der Couch zu sitzen (oder eher zu lümmeln) und mit einem Tee oder Kaffee das Herbstwetter durchzustehen. Ein Stückchen Blechkuchen mit Obst und Streuseln oben drauf und der Tag - so trist er auch sein mag - ist wieder in Ordnung. Das ist das reinste Seelenfutter, ganz nach dem Motto "Kuchengenuss statt Herbstverdruss!".

Weil der Sommer jetzt endgültig vorbei ist (und das machte sich schon vor Wochen bemerkbar in den Läden, die schon im August anfingen Herbstdeko zu verkaufen) und nun die Obstsorten zum Zug kommen, an die wir im Sommer nichtmal im Ansatz denken, gibt es heute meinen Gruß an den Herbst (aber ohne winken mit der Hand, so gern hab ich ihn dann auch wieder nicht!).

Zu finden ist dieses Rezept handgeschrieben in meiner Sammelmappe, das ich irgendwann lange Zeit und viele Monde vor meiner beschaulichen Karriere als Bloggerin abgekupfert habe von Chefkoch, ist herrlich wandelbar und bereits erfolgreich erprobt (mit und ohne Mandeln) mit Kirschen und Äpfeln. 

zwetschkenkuchen (2)

zwetschkenkuchen (4)

zwetschkenkuchen (5)

Für ein mittelgroßes Blech:

Teig:

- 3 Eier
- 150 g Butter
- 150 g Zucker
- 1 TL Zimt
- 140 g Mehl
- 70 g geriebene Mandeln
- 2 TL Backpulver
 - 800 g Zwetschken, bereits entsteint

Streusel:

- 100 g kalte Butter
- 70 g Zucker
- 140 g Mehl
- 1/2 TL Zimt

Ein Backblech einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Zwetschken vierteln.

Für die Streusel alle Zutaten in eine Schüssel geben und so lange kneten, bis Streusel entstehen. 

Für den Kuchenteig Mehl, Zimt und Backpulver in einer Schüssel mischen.

Butter und Zucker schaumig schlagen. Die Eier einrühren und die Mandeln hinzufügen. Am Schluss das Mehl unterheben. 
Den Teig auf dem Backblech verstreichen und mit den Zwetschken belegen. Die Streusel großzügig über den Zwetschken verteilen und auf mittlerer Schiene etwa 35 - 40 Minuten backen.

Nach der Backzeit das Blech aus dem Ofen nehmen und den Kuchen in der Form auskühlen lassen. 

Dienstag, 17. September 2013

Traubensaft

Während ich in der Küche stand und die Zwetschkenmarmelade kochte, streifte meine Freundin auf Beutezug durch den mütterlichen Garten. Objekte der Begierde waren rote und weiße Weintrauben.
Sie rief mich an und fragte, ob ich denn gerne Weintrauben hätte, sie würde mir welche bringen. Da ich mich ja so gerne beschenken lasse mit Obst und Gemüse aus den eigenen Gärten, habe ich selbstverständlich ja gesagt - OHNE dabei zu überlegen was ich denn hinterher damit anstellen würde.
Nicht, dass mich jetzt irgendwer missversteht, ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut. Aber Weintrauben esse ich in der Regel pur oder im Müsli und Backrezepte mit Weintrauben kenne ich nicht. Offen gestanden, ich war auch zu faul danach zu suchen.

Mit einem saftlosen Kühlschrank, aber Lust darauf (ab und an darf man ja mal), kamen mir die kugelrunden (ich schwöre euch, so perfekt runde Weintrauben habe ich bisher selten gesehen) Weinbeeren sehr gelegen. (Kleiner Exkurs in die Biologie: Weintrauben sind Fruchstände von Weinreben, die einzelnen Früchte eines Fruchtstandes heißen Weinbeeren. Ganz korrekt ist die Bezeichnung nicht, da die Blütenstände in Rispen wachsen und nicht in Trauben. Wurscht, schmecken trotzdem... So, Lehrstunde beendet!)

Nun gibt es grundsätzlich ja verschiedene Möglichkeiten Saft zuzubereiten. Wer in der Küche ausreichend Platz hat (oder auch nicht) und einen Entsafter zu Hause hat, kann damit arbeiten.

Ich gehöre allerdings zu der Gruppe, die keinen Entsafter beseitzt und ganz ehrlich: ich will auch keinen haben. Sinn würde es nur dann machen, wenn dieses Gerät zur Hochsaison im Dauerbetrieb wäre, aber nachdem das bei mir nicht der Fall ist, sehe ich auch keinen Zweck in so einem Gerät. Ob man nun einen Entsafter sein Eigentum nennen möchte oder nicht, sei dahingestellt. Für alle, die ein solches Gerät nicht besitzen, bleibt fast (aber nur fast!) nur noch die Möglichkeit Saft zu kochen.
Das geht schnell und macht auch genauso viel Dreck wie ein Entsafter, Ehrenwort!

traubensaft (1)

traubensaft (6)

Für den Saft:

- 1 kg Weintrauben, rot oder weiß
- 1000 ml Wasser
- etwa 70 g bis max. 100 g Zucker

Die Flaschen, in die der Saft später eingefüllt werden soll, sterilisieren. Dafür die Flaschen in einen großen Topf geben und mit Wasser befüllen, sodass alles bedeckt ist. Auf den Herd stellen, das Wasser zum Kochen bringen und 10 Minuten auskochen. Die Flaschen herausnehmen und abkühlen lassen.

Für den Saft die Weintrauben von den Stielen lösen und nur leicht zerdrücken. Keinesfalls mit dem Stabmixer pürieren, da die Kerne dabei sonst zerstört werden und Bitterstoffe abgeben! 

Die Trauben mit dem Wasser in einen Topf geben, auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Alles für gut 8-10 Minuten kochen lassen und dann den Zucker nur portionsweise einrühren und immer wieder abschmecken. Weintrauben haben einen hohen Fruchtzuckergehalt. Wenn es ganz süße Trauben sind, ist vielleicht gar kein Zucker nötig. 

Ein Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und den Saft durchsieben. Gut abtropfen lassen und den Rest noch ausdrücken.

Mit einem Trichter den Saft in die Flaschen füllen und gut verschließen. 

Der Saft schmeckt wunderbar gemischt mit Mineralwasser.
Freitag, 13. September 2013

Zwetschken-Apfel-Zimt Marmelade

Ganz unverschämt fragte ich meine Arbeitskollegin, ob ihr Zwetschkenbaum noch ein paar Früchte trägt, die sie mir abtreten kann. "Klar" war ihre Antwort - kurz und knackig - enthielt jedoch die nötige Info, die ich brauchte und erhoffte.

Zu Hause rüttelte sie an ihren Baum, damit dieser noch seine letzten reifen Früchte abwirft (bitte nicht verwechseln mit dem Watschenbaum - die Frucht ist reif, man merkt es kaum! Oder irgendwie so im Volksmund....) und ich freute mich mal wieder wie eine Schneekönigin über einen großen Haufen saftiger, süßer und weicher Zwetschken. Wenn ich schon mal die Gelegenheit habe an total unbehandeltes (das heißt ungespritztes, nicht mit Chemiebomben beworfenes, vollkommen natürlich gewachsenes) Obst zu kommen, dann packe ich jede Gelegenheit beim Schopf.

Eigentlich wollte ich mit den Superbiozwetschken einen Zwetschkenkuchen machen, aber jede einzelne davon war schon sehr überreif (und ich bin erst am nächsten Tag zur Weiterverarbeitung gekommen), dass die Entscheidung Marmelade zu machen wohl die vernünftigere war.

Und dann schoss es mir wie ein Geistesblitz durch den Kopf (und jetzt bitte nicht die Augen verdrehen): verfeinert mit Äpfeln und Zimt ist das doch eine geniale Kleinigkeit für Weihnachten und bringt einem den Advent direkt auf die Zunge. Warum ich jetzt schon an Weihnachten denke, fragt ihr euch?! Naja, Einkochzeit ist jetzt und die Zwetschken werden sich bis Dezember wohl kaum erbarmen und durchhalten, damit ich sie erst dann zu Marmelade verarbeite.

Das heutige Rezept ist also für alle, die gerne selbstgemachte Köstlichkeiten verschenken und mit ein bisschen Weitblick ganz langsam, aber sicher anfangen zu planen und für alle, die immer auf der Suche nach Geschenken aus der Küche sind und auch für alle, die noch gar keinen Plan haben.... 

zwetschkenmarmelade (8)

zwetschkenmarmelade (1)

zwetschkenmarmelade (10)

[Das Glas habe ich zweimal beklebt. Aufgefallen ist mir der Fehler allerdings erst, als ich die Bilder am PC gesehen habe... Hier also ein Fehlersuchbild für alle Rätselfreunde und Rechtschreibfanatiker. Wer den Fehler findet, darf ihn behalten:
(Ich selbst nehme es mit Humor und habe daher keinerlei Hemmungen euch meine schusselige Art zu präsentieren :P)]

zwetschkenmarmelade (6)

Für die Marmelade:
(ergibt etwa 6 - 7 Gläser à 210 ml Inhalt)

- 700 g Zwetschken, entsteint
- 3 bis 4 mittelgroße Äpfel
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 1 TL Zimt, gemahlen
- 1/4 TL Nelken, gemahlen
- 1 Prise Muskatnuss

Die Gläser gründlich reinigen und ausspülen. Dennoch sollten die Gläser vorher unbedingt sterilisiert werden. Dafür die Gläser und heruntergeschraubten Deckel in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen, sodass alles bedeckt ist. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Etwa 10 Minuten kochen und mit einer Zange die Gläser und Deckel aus dem Wasser holen. Zum Trocknen und Abkühlen auf ein Tuch legen.

Die Äpfel schälen und reiben - am Ende sollten 300 g Apfelmus übrig bleiben. (Bequeme nehmen fertiges Apfelmus). 

Die entsteinten Zwetschken mit dem Stabmixer pürieren.

Zwetschkenmus, Apfelmus, Zimt, Zucker, Nelken und Muskatnuss in einen großen Topf geben, auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Für etwa 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. 

Gelierprobe machen: ein paar Tropfen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird die Marmelade dicklich oder fest beim Erkalten, ist sie fertig. Falls nicht, nochmal 1 bis 2 Minuten weiterkochen. 

Die fertige Marmelade in die sterilisierten Gläser abfüllen (geht leichter, wenn man die Marmelade durch einen Trichter in die Gläser gießt) und sofort fest verschließen.

Und ab jetzt scheiden sich die Geister: es gibt Menschen, die stellen die Gläser für 10 Minuten auf den Kopf. Ich gehöre nicht zu dieser Sorte. Aber das kann man ja handhaben wie man möchte... 

Dienstag, 10. September 2013

Brombeer-Himbeer Muffins

Unlängst ist mir der Grund eingefallen warum ich so lange einen ganz, ganz weiten Bogen um Brombeeren gemacht habe. Vor ewigen Zeiten (lang, lang ist's her...) machten wir, also die Familie meiner Freundin und meine Familie Urlaub in der Steiermark. In einem riiiiieeeesigen alten Bauernhaus (zumindest kam es mir riesig vor...) mit angrenzender Brotbackstube und einem noch viel größeren Garten verbrachten wir 2 Wochen unserer kostbaren Sommerferien. Eigentlich habe ich diesen Urlaub in sehr positiver Erinnerung.... den ganzen Tag spielen, planschen im See, am Abend essen beim Heurigen - hauptsächlich Liptauer mit Soletti und dazu Himbeerkracherl, damit alles gut runterrutscht mit anschließenden Bauchschmerzen, bestes Sommerwetter, quer durch das Gemüsebeet streifen, Meisterschaft ausfechten im Fliegen erschlagen, Nacktschneckenwetteinsammeln, Brennholztürmeklettern im Schuppen (wenn das die Mama gesehen hätte!!)... als Kind braucht man da nicht viel mehr.

Nun gab es in diesem schier unergründlichen (weil so riesigen) Garten nicht nur ein Gemüsebeet, sondern es gab auch noch ein paar Sträucher. Einer davon war knallvoll mit Brombeeren. Dieser Strauch trug Früchte, die eher irgendeiner Mutation davon glichen. Riesengroß, pechschwarz und unglaublich sauer. Essen konnte ich diese fast schon golfballgroßen Mutantenbrombeeren nur, wenn ich sie komplett in Zucker eintauchte, und selbst dann kniff ich meine Augen so fest ich konnte zusammen und verzog jeden Gesichtsmuskel, den ich nur verziehen konnte zu dem klassischen "Uiiiii, ist das aber saaauuuer"-Gesicht. Jede Zitrone hätte mir in diesem Moment wahrscheinlich besser geschmeckt.

Tja, so kam es, dass ich - schwer traumatisiert - seither nicht mehr zu Brombeeren griff. Bis zu dem Tag, als meine Freundin meinte, dass sie gerne Brombeeren auf ihrer Geburtstagstorte hätte (ihr wisst: die Marillen-Brombeer Charlotte). Komm, gib dir einen Ruck und spring über deinen Schatten, dachte ich mir, ist ja für eine Geburtstagstorte! In Wahrheit muss ich ihr danken, denn sie hat mich - ohne es zu wissen - von meinem Brombeertrauma befreit und deshalb gibt es heute Muffins mit Brombeeren und Himbeeren.

brombeer-himbeer (3)

brombeer-himbeer (4)

Für 12 Muffins:

- 250 g Mehl
- 180 g Zucker
- 70 g Brombeeren
- 70 g Himbeeren
- 125 g Butter, Zimmertemperatur
- 2 Eier
- 200 ml Milch
- 2 TL Backpulver
- 1 TL Vanilleextrakt

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen. 

Zucker und Butter in einer Schüssel schaumig schlagen. Die Eier und den Vanilleextrakt hinzufügen. Das Mehl in zwei Portionen untermischen, danach die Milch einrühren. 

Mit einer Spachtel vorsichtig die Brombeeren und Himbeeren unterheben und den Teig in die Förmchen füllen. 

Etwa 20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. 

Auskühlen lassen und danach nach Belieben mit Zucker bestreuen. 

Samstag, 7. September 2013

Zitronen- Heidelbeer Kuchen

Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, die einen glücklich machen.
Ein Butterbrot mit Schnittlauch gegen den kleinen Hunger.
Eine heiße Tasse Tee an einem kalten Wintertag.
Ein einfach geschnittener Pullover ohne Schnickschnack, in dem man sich am wohlsten fühlt.
Oder aber auch nur ein ganz gewöhnlicher Kuchen, um am Sonntag mal faul auf der Couch zu lümmeln und beim Lieblingsschnulzenfilm am Nachmittag ein Stück (oder zwei) davon zu mampfen. Ein ganz ordinärer, in Rekordzeit gemachter Kuchen, den selbst ein Backlegastheniker nicht verhauen kann. Mit der Optik wird dieser Kuchen zwar nicht den Award für den "Best looking cake" gewinnen, aber die Couch interessiert sich dafür sowieso nicht und es zählt der Geschmack - zitronig, nicht zu süß, fruchtig, saftig und weich!

Und für alle Picknickfreunde unter euch (auch wenn die Zeit fast um ist - aber der nächste Sommer kommt! Versprochen!) dieser Kuchen hat den großen Vorteil, dass er transportsicher eingepackt werden kann in den Picknickkorb und wieder heil und ohne Dellen wieder ausgepackt werden kann.

Gefunden habe ich das Rezept in dem Buch Süße Sünden, eines meiner Lieblingsbackbücher. Die Zitrone ist laut Buch zwar nicht Bestandteil der Zutaten, aber die hat sich bei mir einfach so dazu geschummelt... plötzlich war sie da. Und was sich so auf den Präsentierteller legt, wird knallhart verwendet!

zitrone-heidelbeer (2)

zitrone-heidelbeer (4)

Für den Kuchen:
(Kastenform - 30cm)

- 250 g Butter, Zimmertemperatur
- 190 g Zucker
- 250 g Mehl
- 4 Eier
- 150 g Heidelbeeren
- Saft und Abrieb einer Zitrone
- 2 TL Backpulver
- 35 g Sauerrahm

Die Kastenform einfetten und bemehlen. Das Backrohr auf 180 Grad vorheizen.

Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen.

Die Heidelbeeren und die Zitrone waschen, die Schale der Zitrone abreiben und den Saft auspressen.

Butter und Zucker in einer Schüssel schaumig schlagen. Die Eier einzeln bei mittlerer Geschwindigkeit, danach den Abrieb und den Saft der Zitrone unterrühren. 

Das Mehl mit dem Backpulver in zwei Portionen unterheben.

Den Sauerrahm hinzufügen und am Schluss die Heidelbeeren vorsichtig unterheben. 

Den Teig in die Form füllen und auf mittlerer Schiene etwa eine Stunde backen. Stäbchenprobe machen!

Nach dem Backen den Kuchen einige Minuten in der Form auskühlen lassen, dann aus der Form stürzen und vollständig auskühlen lassen. 

Mit Zucker nach Belieben bestreuen.

Na, das war doch einfach, so wie ich es versprochen habe, oder?
Mittwoch, 4. September 2013

Apfeltorte

Habt ihr schon genug von Geburtstagen? Einen hab ich noch für euch, aber dann ist mal Schluss für eine Zeit, versprochen! Der August ist für mich immer der Hardcoregeburtstagsmonat deluxe. Denn da feiern gleich drei meiner liebsten Menschen. Obwohl meine Freundin gleich Anfang August feiert, wurde sie heute von mir als Letzte beglückt mit einem kleinen Törtchen.

Dazu kam es so:
Zu meinem Geburtstag habe ich unter anderem das Backbuch Kleine Wochenend- und Festtagstorten von ihr geschenkt bekommen, auf das ich schon länger ein Auge geworfen habe und nur ganz kurz davor war es zu kaufen. Es hat sich aber nie ergeben, dass sie mir mein Geschenk gibt, weil sie es daheim vergessen hat, wenn wir uns gesehen haben, oder weil wir andere Dinge unternommen haben und ein groooooooßes Sackerl mit Geschenken wollte dann doch keine von uns beiden rumschleppen.

Also habe ich mein Geburtstagsgeschenk verspätet auf ihrer Geburtstagsfeier Anfang August bekommen. Ich habe mich gefreut wie die Schneekönigin und wäre NIE-NIE-NIIIEMALS auf die Idee gekommen, dass sie mir ausgerechnet dieses Buch schenken würde. Noch am gleichen Abend habe ich es mehrmals von vorne bis hinten und wieder zurück durchgeblättert. Und dann habe ich mit mir selbst einen kleinen Pakt geschlossen: die erste Torte, die ich aus diesem Buch probiere, werde ich mit ihr genießen. Mit einem versteckten Schmunzeln war diese Sache für mich beschlossen und so sicher wie das Amen im Gebet.

Heute nachmittag machte ich mich also auf die Socken zu ihr, wurde unterwegs in der S-Bahn sogar zweimal auf dieses kleine Supertörtchen angesprochen (da war ich dann schon ein ganz kleines bisschen stolz auf mich) und war schon gespannt wie ein Regenschirm auf ihre Reaktion. Aber jetzt mal ehrlich, wer freut sich nicht über eine süße (im wahrsten Sinne) Überraschung? Die schönste Belohnung für mich ist und bleibt ein "Mmmmmmmhhh", ein leises Schmatzen und ein Daumen, der ganz weit nach oben wandert - und damit sollte ich auch belohnt werden.

apfeltorte (1.2)

apfeltorte (3)

 apfeltorte (8)

Für den Mandelbisquit:
(20 cm Springform)

- 35 g Butter
3 Eier
- 80 g Zucker
- 80 g Mehl
- 10 g Stärke
- 35 g gemahlene Mandeln
- 3 EL Apfelsaft
- 1 Prise Salz
(- 1/2 TL Zimt, nach Belieben)

Für das Apfelkompott:

- 450 g Äpfel
- 1 EL Zitronensaft
- 200 ml Apfelsaft
- 30 g Zucker
- 2 EL Stärke

Apfelcreme:

- 60 g Frischkäse
- 200 g Apfelmus
- 250 g Schlagobers
- 1 /2 TL Zimt
- 5 Blatt Gelatine

Für die Dekoration:

- Apfelchips
- 120 g Schlagobers
- gemahlene Mandeln

Die Springform einfetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Butter schmelzen und abkühlen lassen. Mehl , Mandeln und Stärke (und Zimt nach Belieben) in einer Schüssel mischen. 

Die Eier in einer Schüssel mit Salz und dem Zucker hellschaumig schlagen. Das Mehlgemisch vorsichtig unter die Eiermasse heben. Am Schluss die Butter untermischen.

Den Teig in die Form füllen und auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen. Wie immer: Stäbchenprobe machen!

Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen. Danach einmal in der Mitte durchschneiden und mit 3 EL Apfelsaft beträufeln. Einen Tortenring um den ersten Boden setzen.

Für das Apfelkompott die Äpfel schälen und würfeln und mit dem Zitronensaft beträufeln. Mit Zimt und Zucker in einem Topf erhitzen und 3 - 4 Minuten garen. Den Apfelsaft abmessen und bis auf 4 EL zu den Apfelstücken gießen und etwa 1 Minute mitkochen lassen. Die Stärke zum übrigen Apfelsaft geben, glatt rühren und zu den Apfelstücken gießen. Gut umrühren und auf dem ersten Boden verstreichen. 

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Frischkäse, Apfelmus und Zimt verrühren. Die Gelatine bei schwacher Hitze unter Rühren auflösen etwas von der Creme unterrühren, dann die Masse in die übrige Creme rühren. Kühl stellen, bis die Masse anfängt zu gelieren. Das Schlagobers steif schlagen und unter die Creme heben. 

Die Hälfte der Creme auf dem Apfelkompott verstreichen, den zweiten Boden drauf legen und die übrige Creme darauf verstreichen. 

Die Torte für mind. 3 Stunden kalt stellen und fest werden lassen.

Den Totenring abnehmen und für die Deko das Schlagobers steif schlagen. Den seitlichen Rand dünn damit bestreichen und mit den gemahlenen Mandeln bestreuen. (Wie viel ich gebraucht habe, weiß ich nicht.) 

Das restliche Obers in einen Dressiersack füllen und mit einer großen Lochtülle Häubchen aufspritzen, jeweils ein Stückchen von den Apfelchips draufsetzen und evt. noch mit Mandeln bestreuen.

Sonntag, 1. September 2013

Mohn- Powidl Cupcakes

Als gebürtige Wienerin ist mir Powidl als wichtiger Bestandteil der österr. (vor allem aber der Wiener) Mehlspeisenküche schon als Kind eingetrichtert worden. Wie es oft so der Fall ist, stammt vieles aus der ungarischen oder böhmischen Küche und hielt speziell während der k.&k. Monarchie Einzug in Österreich. Gott sei Dank, kann ich dazu nur sagen!

Es ist, als wäre es gestern gewesen, als ich 5 Jahre alt war, bei meiner Oma in der Küche stand und sie anbettelte Powidltascherl mit Mohn zu machen. Mit extraviel Mohn, bitteschön! Oder als meine Mama in der Küche Palatschinken schupfte und ich statt Marmelade unbedingt Powidl wollte.
Und für eine gute Powidlgolatsche fahre ich auch schon mal quer durch Wien.

So wird in Österreich (hauptsächlich im Osten) aber Powidl nicht nur gegessen, sondern auch im Sprachgebrauch verwendet. Da kommt es schon mal vor, dass einem die Oma von der Seite kommt und sagt "Des is ma Powidl!". Noch eine wegkehrende Handbewegung dazu und jeder ist davon überzeugt, dass ihr etwas schlichtweg egal ist. Die Etymologie dieser Redensart kenne ich nicht, aber vielleicht stelle ich mal in einem Anflug von nächtlicher Langeweile Nachforschungen an....

Von den Zwetschken (als Österreicherin werde ich IMMER Zwetschken mit K schreiben und niemals mit G! - auch wenn es fachsprachlich mit G richtig ist...), die ich von meiner Kollegin bekomme habe (habe ich im letzten Beitrag erwähnt), sind zwar nur 3 Stück übrig geblieben. Aber zumindest habe ich sie sinnvoll als Dekoration für die heutigen Cupcakes verwendet:

mohn-powidl (1)   mohn-powidl (4) 

  mohn-powidl (2)

Das Rezept dafür habe ich mal aus einer Zeitschrift ausgeschnitten (ich weiß bei Gott leider nicht mehr aus welcher) und in meiner Rezeptesammelmappe für lose Zettel eingeordnet...

Für die Cupcakes (12 Stück):

- 125 g Zucker
- 100 g Butter
- 200 g Joghurt
- 150 g Mehl
- 150 g geriebener Mohn
- 2 Eier
- 1 TL Zimt
- 2 TL Backpulver

Und damit ihr nicht immer das gleiche Frosting zu lesen bekommt, gibt es heute mal ein anderes..

Für das Frosting:

- 160 g Butter
- 60 g Zucker
- 350 g Frischkäse
- 200 g Powidl
- 1 TL Zimt

Für die Deko:

- 3 Zwetscken
- etwas geriebener Mohn

Für die Cupcakes ein Muffinblech einfetten und bemehlen oder mit Papierförmchen auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mohn, Mehl, Backpulver und Zimt in einer Schuüssel mischen. die Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen.

Die Eier mit dem Zucker hellschaumig schlagen, danach die Butter einrühren.

Danach das Joghurt dazu geben und am Schluss das Mehl-Mohn-Gemisch unterheben.

Den Teig zu 2/3 in die Mulden füllen und auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Nach dem Backen aus den Förmchen nehmen und vollständig auskühlen lassen. 

Für das Frosting die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Powidl und Zimt unterrühren und danach den Frischkäse. Sobald der Frischkäse dazu gegeben wird, nur noch kurz rühren, da das Frosting sonst gerinnt!

Alles in einen Dressiersack füllen und mit einer Tülle Swirls auftragen.

Die Zwetschken für die Deko viertel und jeweils ein Stück auf die Cupcakes setzen. Nach Belieben noch mit etwas geriebenem Mohn bestreuen.