Dienstag, 24. September 2013

Apfeltiramisu

Gerade bin ich dabei mich auf den Herbst einzustimmen. Als Sommerkind fällt mir das - ganz ehrlich - nicht so leicht. Vom Wetter gebeutelte Menschen, die jedes Lüftchen in der Stirngegend spüren, als würde ein Orkan durch ihren Kopf blasen, haben es an solchen Tagen nicht leicht - und leider gehöre ich zu dieser Sorte.

Aber! Ich bin ja eine Frohnatur und trage den Sonnenschein im Herzen und mache natürlich das beste aus der Situation und beobachte das perfekt einstudierte Schauspiel der Natur, das wie ein Wanderzirkus alle Jahre wieder zu uns kommt, das alle Sinne anspricht und dem sich keiner entziehen kann, weil es so fesselnd ist. Die Natur ist die Bühne und jeder ist Zuseher. Was ich damit meine? Blätter, die sich zusehends von grün in rotbraun und gelb färben und in fehlerfreier Kür gen Boden tänzeln, um sich dort als Laub zusammenzufinden. Laub, durch das man stampft und so weich ist, als würde man auf Federn gehen. Das Geräusch, wenn man das Laub mit den Füßen durchwühlt, das an manchen Tagen besser und melodischer klingt als jeder Ohrwurm. Die kühle Luft, die uns langsam (dafür aber mit Sicherheit) dazu zwingt uns wieder in Jacken zu hüllen. Die letzten Sonnenstrahlen, die wir noch einfangen wollen, damit sie unsere Näschen kitzeln. Die letzten Früchte, die uns die Natur noch schenkt. Und die Welt, die das Leben langsam in den Winterschlaf schickt (die weiße Decke kommt dann später), um es im nächsten Jahr wieder sanft zu wecken mittels Sonnenkitzeln, Vogelzwitschern und steigenden Temperaturen....
Diese Liste könnte ich noch weiter fortführen, aber ich denke, ihr wisst was ich meine...

Letztes Jahr zum Herbstbeginn ist mir ein Rezept für ein Apfeltiramisu in die Hände gefallen. Laut Rezept wird dafür QimiQ Classic verwendet, zusammen mit Obers und Apfelmus. Weil ich es nicht kannte, hab ich es mal damit versucht. Der Geschmack war völlig in Ordnung und auch über die Konsistenz konnte ich nicht meckern. Aber dennoch wurde ich bis heute mit QimiQ nie so richtig warm. Also habe ich da ein bisschen gegoogelt und dort ein bisschen am Rezept gebastelt, bis ich ein geeignetes Rezept für ein Apfeltiramisu hatte - ohne QimiQ, dafür mit gegarten Apfelstücken.

Für alle Schichtdessertliebhaber kommt hier die österreichische Antwort auf den kulinarischen Exportschlager der italienischen Dolci.

apfeltiramisu (6)

apfeltiramisu (3)

apfeltiramisu (9)

Für eine Form - ausreichend für 6 - 8 Personen:

Für das Kompott:

- 3 mittelgroße Äpfel
- etwas Wasser
- 2 bis 3 EL Zucker
- 1 TL Zimt

Für die Creme:

- 100 ml Obers
- 250 g Topfen
- 200 g Mascarpone
- 100 g Zucker
- 250 g Apfelmus
- 1 TL Zimt
- 250 g Biskotten
- 125 ml Milch
- 125 ml Saft vom Kompott

Zum Bestreuen:

- 2 EL Zimt
- 1 EL Zucker

Für das Kompott die Äpfel schälen, das Gehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. Die Stücke in einen Topf geben und mit so viel Wasser befüllen, dass alles bedeckt ist. Mit dem Zucker und dem Zimt aufkochen und die Stücke weich garen. Die Apfelstücke durch ein Sieb gießen und den Saft dabei auffangen. Auskühlen lassen.

Obers steif schlagen. 
Für die Creme den Topfen mit dem Zucker, Zimt und Apfelmus verrühren, bis alles zusammengekommen ist. 
Die Apfelstücke hinzufügen, am Schluß das Obers unterheben. 

Die Milch mit dem Saft vom Kompott mischen und die Biskotten darin eintauchen, bzw. tränken. 

Den Boden einer Form mit den Biskotten belegen und die Hälfte der Creme darauf verteilen. Biskotten wieder in die Flüssigkeit eintauchen und in der Form schichten, restliche Creme darauf verstreichen.

Im Kühlschrank gut 6 Stunden kühlen. Etwa eine Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen und etwas Temperatur annehmen lassen. Zimt mit Zucker mischen und großzügig über das Tiramisu streuen.

Lasst es euch schmecken und genießt den Herbst!

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