Dienstag, 17. September 2013

Traubensaft

Während ich in der Küche stand und die Zwetschkenmarmelade kochte, streifte meine Freundin auf Beutezug durch den mütterlichen Garten. Objekte der Begierde waren rote und weiße Weintrauben.
Sie rief mich an und fragte, ob ich denn gerne Weintrauben hätte, sie würde mir welche bringen. Da ich mich ja so gerne beschenken lasse mit Obst und Gemüse aus den eigenen Gärten, habe ich selbstverständlich ja gesagt - OHNE dabei zu überlegen was ich denn hinterher damit anstellen würde.
Nicht, dass mich jetzt irgendwer missversteht, ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut. Aber Weintrauben esse ich in der Regel pur oder im Müsli und Backrezepte mit Weintrauben kenne ich nicht. Offen gestanden, ich war auch zu faul danach zu suchen.

Mit einem saftlosen Kühlschrank, aber Lust darauf (ab und an darf man ja mal), kamen mir die kugelrunden (ich schwöre euch, so perfekt runde Weintrauben habe ich bisher selten gesehen) Weinbeeren sehr gelegen. (Kleiner Exkurs in die Biologie: Weintrauben sind Fruchstände von Weinreben, die einzelnen Früchte eines Fruchtstandes heißen Weinbeeren. Ganz korrekt ist die Bezeichnung nicht, da die Blütenstände in Rispen wachsen und nicht in Trauben. Wurscht, schmecken trotzdem... So, Lehrstunde beendet!)

Nun gibt es grundsätzlich ja verschiedene Möglichkeiten Saft zuzubereiten. Wer in der Küche ausreichend Platz hat (oder auch nicht) und einen Entsafter zu Hause hat, kann damit arbeiten.

Ich gehöre allerdings zu der Gruppe, die keinen Entsafter beseitzt und ganz ehrlich: ich will auch keinen haben. Sinn würde es nur dann machen, wenn dieses Gerät zur Hochsaison im Dauerbetrieb wäre, aber nachdem das bei mir nicht der Fall ist, sehe ich auch keinen Zweck in so einem Gerät. Ob man nun einen Entsafter sein Eigentum nennen möchte oder nicht, sei dahingestellt. Für alle, die ein solches Gerät nicht besitzen, bleibt fast (aber nur fast!) nur noch die Möglichkeit Saft zu kochen.
Das geht schnell und macht auch genauso viel Dreck wie ein Entsafter, Ehrenwort!

traubensaft (1)

traubensaft (6)

Für den Saft:

- 1 kg Weintrauben, rot oder weiß
- 1000 ml Wasser
- etwa 70 g bis max. 100 g Zucker

Die Flaschen, in die der Saft später eingefüllt werden soll, sterilisieren. Dafür die Flaschen in einen großen Topf geben und mit Wasser befüllen, sodass alles bedeckt ist. Auf den Herd stellen, das Wasser zum Kochen bringen und 10 Minuten auskochen. Die Flaschen herausnehmen und abkühlen lassen.

Für den Saft die Weintrauben von den Stielen lösen und nur leicht zerdrücken. Keinesfalls mit dem Stabmixer pürieren, da die Kerne dabei sonst zerstört werden und Bitterstoffe abgeben! 

Die Trauben mit dem Wasser in einen Topf geben, auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Alles für gut 8-10 Minuten kochen lassen und dann den Zucker nur portionsweise einrühren und immer wieder abschmecken. Weintrauben haben einen hohen Fruchtzuckergehalt. Wenn es ganz süße Trauben sind, ist vielleicht gar kein Zucker nötig. 

Ein Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und den Saft durchsieben. Gut abtropfen lassen und den Rest noch ausdrücken.

Mit einem Trichter den Saft in die Flaschen füllen und gut verschließen. 

Der Saft schmeckt wunderbar gemischt mit Mineralwasser.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen