Dienstag, 8. Oktober 2013

Bananenschnitten

Wer erinnert sich noch an die (Abschluss)Feste im Kindergarten oder in der Schule, die meist kurz vor Beginn der Sommerferien stattfanden? Feste, die akribisch geplant wurden und letztlich doch in einem mittelschweren Chaos endeten. Feste, bei denen sämtliche Helfer herumwuselten und immer noch "schnell was organisieren" mussten. Feste, die ein straffes Programm hatten, der irgendwann immer über Bord geworfen wurde, weil der Zeitplan zu straff war. Und Kinder, die artig in ihren kleinen Kostümchen auf ihren Auftritt warteten, weil die Kindergartentante (ja, ich weiß, das ist nicht die korrekte Bezeichnung) oder die Klassenlehrerin es so wollte. Aufgereiht wie Zinnsoldaten, geordnet nach Alter oder Größe ratterten die Kinder ihre Lieder oder Gedichte runter, nur um bloß rasch wieder von der Bühne verschwinden zu können. Währenddessen filmten die stolzen Väter das Schauspiel ihrer Sprösslinge und die gerührten Mütter klatschen mit einem lauten "Bravo!" so fest in die Hände, dass es nur so schellte und feierten ihre kostümierten Kinder wie kleine Stars.

Abseits der Unterhaltung für Aug und Ohr, wurde natürlich immer für das leibliche Wohl gesorgt - allerdings mit einer klaren Rollenverteilung. Männliche Helfer (meist die Väter von irgendwelchen Kindern) wendeten liebevoll Bratwürste und anderes Grillgut, das vor sich hin bruzelte und engagierte weibliche Helferinnen (meist die Mütter von irgendwelchen Kindern), die das Kuchenbuffet und die Kaffeeausschank regierten wie ein Königreich.

Die heimlichen Stars solcher Veranstaltungen waren ja immer jene Mütter, die sich bereit erklärten irgendwelche Torten oder Kuchen zu zaubern, damit diese am Tag der Veranstaltung gegen einen kleinen Preis oder gegen eine kleine Spende verkauft werden können.

Das Allerbeste an der Sache war, dass man immer darauf wetten konnte, dass auf jeden Fall eine Mutter eine Kardinalschnitte backen würde. Eine weitere Wette konnte man darauf abschließen, dass auf jeden Fall eine Mutter eine Bananenschnitte backen würde und eine letzte Wette konnte man eingehen, dass sich genau auf diese beiden Backwerke alle stürzen und nach zwei Minuten davon höchstens nur noch ein paar mickrige Brösel übrig sind.

Als Kind hab ich Bananenschnitten vertilgt, sobald sie in meiner Reichweite waren, aber da habe ich mir auch noch keine Gedanken gemacht wie sowas eigentlich gemacht wird. Ein Bisquitboden, etwas Marmelade und Bananenscheiben drauf, Vanillebuttercreme darüber verstreichen, Schokoglasur, fertig. Und wie ihr ja bereits wisst, stehe ich einfach überhaupt nicht auf Buttercreme. Aber wisst ihr auch was echt toll schmeckt und eine wunderbarte Alternative zur Puddingbuttercreme ist? Pudding mit Topfen! Liegt nicht so schwer im Magen und wird im Mund auch nicht immer mehr!

bananenschnitte (4)

Für den Bisquitboden:
(rechteckige Backform, 20 x 24 cm)

- 2 Eier
- 2 EL Milch
- 50 g Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 20 g Butter
- 50 g Mehl
- 1/2 TL Backpulver

Für die Creme und den Belag:

- 500 ml Milch
- 1 Vanilleschote
- 75 g Zucker
- 3 Eigelb
- 30 g Stärke

- 3 Blätter Gelatine
- 250 g Topfen
- 50 g Zucker
- 2 bis 3 Bananen
- 4 bis 5 EL Marmelade 
(ich habe Himbeer genommen, klassisch wird Marille verwendet)

Für die Schokoglasur:

- 200 g Schokolade
- 120 g Butter

Zunächst den Puddig für die Creme zubereiten. Dafür die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Von der Milch 400 ml abmessen und in einen Topf geben, Vanilleschote, -mark und Zucker dazu geben und alles aufkochen lassen. 

Die übrigen 100 ml Milch mit der Stärke und den Eigelben glatt rühren. Die Schote aus der Milch nehmen und die angerührte Stärke einrühren und dabei kräftig weiterrühren. Unter ständigem Rühren nochmal aufkochen, bis die Masse eindickt. Alles in eine Schüssel füllen und eine Frischhaltefolie direkt auf den Puddig geben, damit sich keine Haut bildet. Den Puddind abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Es empfiehlt sich den Puddig schon am Vortag zu kochen, damit er im Kühlschrank gut durchkühlen und fest werden kann.

Für den Bisquit eine Backform einfetten und bemehlen. Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Butter schmelzen.

Die Eier mit der Milch, dem Zucker und dem Vanilleextrakt hellschaumig schlagen.
Mehl und Backpulver unterheben, danach die Butter vorsichtig einrühren.

Die Masse in die Form füllen und auf mittlerer Schiene 15 bis 20 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Boden vollständig auskühlen lassen!

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 
Topfen mit Zucker cremig rühren. Den Puddig ebenfalls kurz cremig aufschlagen. Topfen und Puddig miteinander verrühren, aber nur solange es nötig ist. 

Die eingeweichte Gelatine unter Rühren erwärmen bis sie sich aufgelöst hat. 2 bis 3 EL von der Creme in die Gelatine rühren, danach alles unter die übrige Creme rühren.

Den Bisquitboden mit Marmelade bestreichen, die Bananen in Scheiben schneiden und den gesamten Boden damit belegen. Die Creme darauf verstreichen und in den Kühlschrank stellen, bis die Masse fest geworden ist. 

Für die Schokoladeglasur die Schokolade mit der Butter schmelzen und über der Vanillecreme verstreichen. 
Die Bananenschnitten wieder in den Kühlschrank stellen, bis die Glasur fest geworden ist. 

Den Rahmen oder den Rand der Form lösen und in Stücke schneiden. Dekoriert habe ich solche Bananenschnitten noch nie gesehen, ist wohl auch überflüssig. :D

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