Donnerstag, 3. Oktober 2013

Himbeer-Joghurt Pralinen

Vor 2 Jahren etwa habe ich begonnen Pralinen herzustellen. Damals war ich auf der Suche nach etwas, das klein und leicht zu transportieren, ein tolles Geschenk aus der Küche ist und viele "Mmmmmhhh's" auslöst. Besonders sollte es sein und leicht knacken, wenn man reinbeisst, dachte ich mir! Und so kam ich in einer schlaflosen Nacht auf die Idee, ich könnte doch mal Pralinen machen. Das Einsaugen von Infos wie ein Schwamm habe ich auf den nächsten Tag verschoben, schließlich war es ja schon spät und der Wecker sollte mich am nächsten Tag früh aus dem Bett jagen...

Ich stürze mich ja gerne mal in eine Sache hinein, aber niemals ohne vorangegangener und intensiver Recherche. Dr. Google sei Dank hatte ich recht schnell Informationen über Herstellung, Equipment, Schokolade, Füllungen, etc. zusammen. Das Internet ist ja nahezu allwissend und so fand ich auch recht schnell einen Shop in Wien, der entsprechendes Equipment und benötigte Zutaten verkauft. Super! Eine Pralinenhülle, die beliebig gefüllt, verschlossen und mit Schokolade umhüllt wird. Na das kann ja nicht so schwer sein, oder? Sollte man meinen....
Wenn man aber einen gut gemeinten Rat nicht befolgt und nicht auf die Temperatur der Schokolade achtet, mit der man die Pralinen umhüllen will, dann kann das schon ziemlich böse enden. So bin ich bei meinen ersten "Gehversuchen" gestolpert, weil die Schokolade zu warm war und mir alles weggeschmolzen ist. Nervlich aufgelöst, völlig am Ende und schwerst verzweifelt, habe ich es irgendwie geschafft das Projekt "Pralinenherstellung" zu Ende zu bringen. Aber ich wollte der Sache eine zweite Chance geben, recherchierte noch etwas, befragte einen Profi zu dem Thema und legte mir ein Buch darüber zu. Und damit waren auch sämtliche Problemchen und Anfängerfehler beseitigt!

Es gibt nur eine Sache, die ich nicht mache, und das ist die Pralinenhüllen selbst herzustellen. Fleißige Bienchen machen diese nämlich selbst. Geht angeblich ganz einfach, ist mir persönlich aber zu viel Patzerei und ich will mir ja nicht das Leben schwer machen. Pralinenhohlkörper gibt es bereits fertig zu kaufen und mir sind die Kugeln am liebsten.

Ich habe dadurch nicht das Gefühl weniger selbst gemacht zu haben, wenn ich die Hohlkörper schon fertig kaufe, denn im Endeffekt ist es ja bereits in Form gebrachte Schokolade. Nur... das hat irgendjemand oder irgendwas für mich übernommen und ich habe weniger Arbeit.

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Für gute Pralinen kaufe ich gerne mal Schokolade, bzw. Kuvertüre, die etwas teurer ist, qualitativ aber sehr ausgezeichnet ist. Ich wollte es ja lange nicht glauben, aber Schokolade ist nicht gleich Schokolade. Nicht, dass ich jetzt DIE Expertin für Schokolade wäre und Patissier (gibt es davon eine weibliche Form?) des Jahres 2013 werden kann, aber ich weiß was mir schmeckt und das ist mir jeden Cent wert!
Jetzt seid ihr bestimmt schon neugierig wo denn das Geschäft für Schokoladefeinschmecker ist, hm? Bestellen (und abholen, wer will) kann man bei Schokohuth, eigentlich eine kleine Bäckerei, nur mit dem Bonus, dass man auch allerhand Zutaten und Hilfsmittel zur Herstellung von Pralinen erwerben kann und für alle, die es sich alleine nicht zutrauen und sich lieber einem Profi anvertrauen.... Pralinenkurse werden auch angeboten! (Nein, ich wurde nicht beauftragt Werbung zu machen!)

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Gefunden habe ich das heutige Rezept in dem Buch Pralinen&Konfekt. Im Buch sind es Mango-Lassi Pralinen, ich habe jedoch die Mango durch Himbeeren ersetzt und grundsätzlich kann man ja jedes Fruchtpüree nehmen, das man möchte und einem schmeckt.

Für 30 Pralinen:

- 30 weiße Hohlkugeln
- 100 g weiße Kuvertüre
- 100 g Himbeerpüree *
- 50 g Joghurt

Außerdem:
 
- etwa 200 g weiße Kuvertüre
(zum Verschließen und Umhüllen)

Für die Füllung die Kuvertüre hacken (außer ihr kauft sie schon in Form von Drops, dann fällt das weg) und in eine Schüssel geben.

Himbeerpüree in einen kleienn Topf geben und bei mittlerer Hitze kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die Schokolade einrühren, solange bis sie sich aufgelöst hat. Das Joghurt unterziehen und die Masse etwa eine halbe Stunde auskühlen lassen.

Die Masse in eine Dosierflasche (wer hat) oder in einen Spritzbeutel füllen und die Pralinenhohlkugeln damit befüllen. Dabei einen etwa 2mm hohen Rand frei lassen. befüllten Pralinen für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht.

Von den 200g Kuvertüre etwa 20 bis 30g nehmen, schmelzen und in einen Spritzsack füllen. Mit einem Tupfer die Löcher verschließen und alles anschließend wieder in den Kühlschrank stellen, bis der "Verschluss" erhärtet ist. Wenn noch etwas übrig ist, wieder zurück zur restlichen Kuvertüre geben.

Und jetzt kommt der schwierigste Teil... das Temperieren der Schokolade. Thermometer dafür habe ich keines, also muss ich mir irgendwie anders helfen.
Daher: die Hälfte der Kuvertüre in eine hitzebeständige Schüssel geben und über dem Wasserbad schmelzen. Ist alles geschmolzen, die Schüssel vom Wasserbad nehmen und die andere Hälfte dazu geben. So lange rühren, bis alles geschmolzen ist. Wer jetzt lieber auf Nummer sicher geht, kann die Spitze einer Teigkarte in die Schokolade tauchen. Wenn sie binnen 1 Minute fest wird, ist sie richtig temperiert.

Hat die Kuvertüre nun die richtige Temperatur, ist der Rest nicht mehr so schwer. Die Kugeln  mit Pralinengabeln in die geschmolzene Kuvertüre tauchen, überschüssige Schokolade gut abtropfen lassen und auf ein Backpapier legen zum Trocknen.

(Um so ein "wildes Muster" zu erhalten, kann man die Kugeln zwischen zwei Pralinengabeln so oft hin und her wälzen, bis die Schokolade beginnt fest zu werden - dann bilden sich lauter kleine Spitzen.)

Die Pralinen sollen im Kühlschrank gelagert und binnen 1 Woche gegessen werden.

* Das Himbeerpüree kann aus frischen Himbeeren hergestellt werden, geht aber auch mit TK- Himbeeren (aufgetaut). Auf jeden Fall die Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.



Mit diesem Rezept nehme ich unter Ausschluss einer Gewinnchance beim Blogevent klein & schokoladigsüß von Kleinundzuckersüß teil.

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