Donnerstag, 31. Oktober 2013

Maronibrownies

Der Wecker klingelt, man drückt den nervenden Ton ab und dreht sich nochmal um. Eine halbe Stunde später blickt man mit bloß einem halb geöffnet Aug auf die Uhr und stellt mit großem Entsetzen fest "Oh nein! Verschlafen!". Hastig stolpert man aus dem Bett, springt regelrecht in die nächstbeste Wäsche, die so rumliegt und verlässt ohne Frühstück, ohne Kaffee und nur mit halb gepackter Tasche das Haus und läuft zum Bus. Gerade noch rechtzeitig kommt man völlig abgehetzt in der Arbeit an und fällt erstmal schwer wie ein Stein in den Sessel. Ein Kaffee muss her! Sofort! Sonst überlebt man den Vormittag nicht. Also huscht man schnell mal in die Küche, von der Kaffeemaschine fühlt man sich angezogen wie von einem Magneten. Das schwarze Gold ist rasch gespendet und man hat Kraft, um zumindest den Vormittag irgendwie über die Runden zu bringen. Zurück am Arbeitsplatz knallt man erstmal mit dem Knie gegen die Tischplatte, weil man sich zu hastig setzen will. Zeit, um Schmerz zu empfinden - und mal kurz die Kollegin anzujammern-  hat man allerdings nicht, weil schon die ersten Leute irgendetwas wollen. Man verspricht sich natürlich und selbstverständlich und klarerweise sofort darum zu kümmern, weil ja jeder die Nummer 1 hier ist, aber insgeheim weiß man, das wird später erledigt.

Dann kommt endlich das lang ersehnte Mittagessen. Mit einem riesigen Krater (es ist mittlerweile kein Loch mehr) in der Magengegend und einem Magenknurren, als ob zwei Raubkatzen miteinander kämpfen würden, gönnt man sich seit Ewigkeiten mal wie ein Gulasch mit Nockerl dazu. Hat man ja schon lange nicht mehr gegessen, aber die Lust darauf ist heute so groß, dass man seinem Verlangen danach bereitwillig nachgibt. Natürlich passiert der Klassiker: ein riesengroßer Gulaschfleck mitten auf der weißen Bluse. Warum versaut man seine Kleidung immer nur dann, wenn man weiß trägt? Egal, die Waschmittelindustrie wird schon irgendeine Chemiebombe haben gegen diese Art von Fleck. Nach dem Essen, weil man es so gewohnt ist, bestellt man noch einen Kaffee. Als die Kellnerin ihn freundlich serviert, stellt man fest... der Kaffee ist kalt! Kalter Kaffee macht zwar bekanntlich schön, aber das interessiert in dem Moment überhaupt nicht.... Egal, schnell runterwürgen und dann zurück zur Arbeit...

Der Arbeitstag ist noch nicht geschafft, am Nachmittag läuft das Telefon heiß, das Ohr glüht, die Telefonhand schläft ein und man selbst auch schon fast, weil der Mensch am anderen Ende der Leitung ein Langweiler ist, aber man muss sich seinem Anliegen leider annehmen.... in Endlosschleife erzählt er von seinem Problemchen und irgendwann hört man statt seiner Stimme nur noch die Musik von Jeopardy.

Irgendwann ist der Tag geschafft und man macht sich auf den Weg nach Hause. Irgendwo in einem unachtsamen Moment bleibt man mit einem Schuh in einem Gitter stecken, bemerkt es nicht sofort und bricht sich den Absatz ab. Und es waren die Lieblingsschuhe! Leider ist das Leben keine Werbung, denn der Schuh ist nicht mit Orbit Kaugummi zu kleben. Man kann höchstens nach Hause humpeln wie ein einbeiniger Flamingo. 

Home sweet home! Obwohl man keine Überstunden gemacht hat und der Tag auch nicht sooo besonders stressig war, fühlt man sich total erschlagen und erschöpft und möchte eigentlich nur noch schlapp (wie wirbellose Tiere) ins Bett fallen. Und zu allem Überfluss stellt man auch noch fest, dass man sein Handy in der Arbeit vergessen hat. Na, was solls... ist man eben mal einen Abend "offline".

An solchen Tagen brauchen wir alle ganz, ganz dringend Seelenfutter. Irgendetwas, mit dem wir unserer Seele mitteilen können "Hier, nimm ein Stück. Ist ein bisschen Kraftfutter für dich!". Es muss uns nichtmal irgendeine schlechte Nachricht ereilen, die uns aus der Bahn wirft, es reicht einfach nur ein mies gelaufener Tag, der dazu führt, dass wir völlig entnervt früher als sonst ins Bett gehen, die Decke über den Kopf ziehen und darauf hoffen, dass morgen alles besser wird....

Passend zum Blogevent von schmeckt nach mehr, habe ich Maronibrownies gemacht, die wohl den miesesten Miesepeter aus dem tiefsten Stimmungstief rausholen! Wenn die nicht helfen, dann weiß ichs auch nicht...


Gefunden habe ich das Rezept hier, und ich hab diesemal nicht am Rezept selbst herumgepfuscht (nur um eine Sache ergänzt) - großes Bäckerinnenehrenwort - dafür aber an den Arbeitsschritten....

maronibrownie (1)

maronibrownie (2)

Für ein Blech:
(etwa 32x21 cm)

- 2 Eier
- 100 g Zucker
- 140 g Butter
- 100 g Zartbitterschokolade
- 140 g Maronipüree
- 85 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 100 g gekochte und ganze Maroni
- 6 EL brauner Zucker
- 3 bis 4 EL Wasser

Ein Blech einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Butter und Schokolade schmelzen und etwas abkühlen lassen.
Mehl mit Backpulver mischen. 

Den braunen Zucker mit Wasser in eine Pfanne geben und erhitzen. Die Maroni dazu geben und karamellisieren. (Wer will, teilt die Maroni in die Hälfte.)

Zucker und Eier hellschaumig schlagen. Butter und Schokolade zugeben. Danach das Maronipüree hinzufügen und alles gut vermischen. Das Mehl unterheben, am Schluss die karamellisierten Maroni.

Die Masse in die Backform füllen und glatt streichen. Auf mittlerer Schiene etwa 25 bis 30 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Die ausgekühlten Brownies in Stücke schneiden und in einer Decke eingehüllt am Sofa genießen. Bei besonders schlechten Tagen, darfs dann auch ein zweites oder drittes Stück sein :D

1 Kommentar:

  1. O je, das ist ja der Horrortag, den Du da beschreibst! (Gerade der Anfang kommt mir seeehr bekannt vor ...) Wenn die Maronenbrownies selbst in so verzweifelten Fällen trösten, dann muss ich sie unbedingt nachmachen. Vielen Dank für Deinen Beitrag!

    AntwortenLöschen