Samstag, 27. Dezember 2014

Gebrannte Mandel Eis

Ich habe ein sagenhaftes Talent dafür ein Pferd von hinten aufzuzäumen. Oft kommt mir nämlich etwas in den Sinn und merke erst viel zu spät, dass mein Vorhaben gewisse Dinge voraussetzt. Da denke ich, dass ich den ultimativen Plan für ein Dessert habe und merke nicht, dass dieser an den kleinen Zwischenschritten scheitert. Naja, der Plan scheitert nicht wirklich... aber ich habe mehr Arbeit, als mir zunächst bewusst ist Im Klartext heißt das, dass ich für ein Eis mit gebrannten Mandeln auch genau solche brauche. Macht Sinn, oder?

Wer nämlich geglaubt hat, dass ich die gebrannten Mandeln einfach so gemacht habe, weil ich grade lustig war, den muss ich an dieser Stelle leider bitter enttäuschen ein kleines bisschen über meine Gedankengänge aufklären. Wenn man mich fragt was zuerst da war, die Mandel oder das Eis, dann kann ich ganz klar sagen, es war das Eis. Eindeutig.

gebrannte Mandel Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber erstmal von Anfang an...
Wer mich gut kennt, weiß, dass ich manchmal vor Ideen nur so sprühe und so ziemlich alles gnadenlos durchforste was mir so zur Verfügung steht, also Bücher, Zeitschriften, Internet... bis ich gefunden habe was ich suche, bzw. die nötige Inspiration habe, um das umzusetzen was da so in meinem Kopf herumschwirrt. Dumm nur, wenn mein Reichtum an Ideen mal wieder so unerschöpflich ist, dass ich vom Hundersten ins Tausendeste komme und einfach keinen Punkt finde. Wenn mir was in den Sinn kommt, dann vergesse ich auch schon mal ganz gerne, dass ich eigentlich müde war und schlafen gehen wollte. Da muss mich wirklich die Arbeit oder eine Verabredung mit einer Freundin vom Laptop weglocken, damit ich meine Suche unterbreche - selbstverständlich nur vorerst.

gebrannte Mandel Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ursprünglich wollte ich gar kein Eis mit gebrannten Mandeln machen. Ursprünglich wollte ich nicht einmal irgendwas mit gebrannten Mandeln machen, aber wenn man Weihnachten im Kopf hat und an alle Gerüche und Aromen denkt, landet man irgendwann ganz rasch bei den gebrannten Mandeln.

Genau das war dann mein Stichwort und ich war wie besessen. Der Gedanke, dass man aus gebrannten Mandeln noch mehr rausholen kann, der wollte mich einfach nicht mehr loslassen (Merkt ihr, dass ich von Gedanken öfters richtig besessen bin? hihi) und so sammelte ich Ideen was man denn so daraus alles machen könnte.
Mein Gedankenrad begann sich zu drehen und wurde - wie so oft - sehr schnell. Wie ich letztlich genau auf den Gedanken mit dem Eis gekommen bin, weiß ich selbst nicht so genau. Aber ich schätze, dass er er plötzlich *zack* einfach da war. Es kümmert mich auch nicht wirklich warum ich plötzlich Eis machen wollte, die Hauptsache ist doch, dass ich eine gute Idee habe, oder?

gebrannte Mandel Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wenigstens hat die Suche danach nicht sehr lange gedauert, denn auf eis-machen.de, meinem Lieblingseisblog gibt es ein Rezept dafür, das so wie es da steht, einfach perfekt klingt.

Dumm nur, dass man für dieses Eis gebrannte Mandeln braucht. Denn genau darum geht's ja. Und genau die fehlten mir... Tja, da hatte ich nun den Salat. Der Masterplan für das Eis stand, die essentielle Zutat war aber nicht da. Daran hätte ich vorher mal denken sollen, dass ich für ein Eis mit gebrannten Mandeln auch genau solche brauchen werde...

Aber, haha, ich wäre ja nicht ich, würde ich nicht sofort in die Küche wandern und das Projekt gebrannte Mandeln in Angriff nehmen. Wie sich herausstellte, war es auch wirklich nicht schwierig und so kam es, dass ich zuerst das Eis machen wollte und dann erst die gebrannten Mandeln...
beziehungsweise, dass es die gebrannten Mandeln bei mir nur deshalb gab, weil ich das Eis haben wollte.

Was soll ich euch sagen? Das Ergebnis ist einfach nur umwerfend...
Wenn ihr noch Reste von gebrannten Mandeln übrig habt und nicht wisst wohin damit oder ihr noch auf der Suche seid nach einem Dessertknaller im Winter, dann ist dieses Eis ein ganz, ganz heißer Tipp für euch!

gebrannte Mandel Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für das Eis:
(etwa 1 Liter) 

- 400 ml Obers
- 250 ml Milch
- 80 g Mandelmus (erhältlich zB im Reformhaus)
- 100 g brauner Zucker
- 1 TL Zimt
- Mark 1/2 Vanilleschote
- 180 g gebrannte Mandeln

Zunächst die gebrannten Mandeln in einen Gefrierbeutel geben und gut verschließen. Mit einem Nudelholz oder einem Fleischklopfer so lange drauf klopfen, bis die Mandeln die gewünschte Größe haben.

Milch in einen Topf geben und erwärmen. Den Topf wieder vom Herd nehmen und den Zucker darin auflösen. Mit Obers, Zimt, Vanille und Mandelmus vermischen und gut verrühren. Sollte die Masse dann noch zu warm sein, in den Kühlschrank stellen, bis sie wieder kalt ist.

Die Masse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren lassen (bei mir etwa 45 Minuten). 2 Minuten vor Ende der Gefrierzeit, die Mandelstücke dazu geben.

Danach Eis in eine gefriergeeignete Box füllen und für etwa 2 bis 3 Stunden im Tiefkühler fest werden lassen.

[Wer keine Eismaschine hat, füllt die Masse in eine tiefkühlgeeignete Box und rührt jede halbe Stunde mit dem Mixer durch, damit sich keine Eiskristalle bilden und das Eis cremig bleibt. (Dauert etwa 8 Stunden)
Kurz bevor das Eis fest ist, die gebrannten Mandeln untermischen.]
Freitag, 26. Dezember 2014

Glühweinsirup

Ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet alle ein wunderbares Weihnachsfest mit so viel Essen, dass es euch schon bei den Ohren rauskommt, so viel Liebe, dass ihr jetzt noch Herzen in den Augen habt und so eine schöne Zeit, dass ihr am liebsten rundherum grinsen möchtet.... und vielleicht auch mit ein bisschen Glühwein?!

Könnt ihr noch Glühwein sehen, oder kommt auch der euch schon bei den Ohren wieder raus? Also bei mir geht es noch... Glühwein kann ich auch noch nach Weihnachten gut trinken. Solange es kalt ist, schmeckt mir der Seelenwärmer im Häferl immer.

Selbstverständlich hat Glühwein am Weihnachtsmarkt noch am meisten Flair, drüber brauchen wir nicht diskutieren. Wenn es abends schon kalt ist, man sich behandschuht an das Häferl klammert und dabei das Aroma vom Glühwein schnüffelt, dann weiß man, dass Weihnachten kommt.

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Am liebsten gönne ich mir einen Glühwein... ok, es sind zwei, drei, vier... am Weihnachtsmarkt im Alten AKH. Für alle Nicht-Wiener: das Areal war früher mal ein Krankenhaus und ist heute Unigelände. Das Gelände besteht aus lauter kleinen Vierkanthöfen und ist auch nach vielen Jahren dort für mich noch immer total unübersichtlich und verwirrend. Und dort, wo früher die Notfallambulanz war, ist heute die Stiegl Ambulanz. Dieses Wortspiel ist geradezu aufgelegt, da noch immer dick und fett AMBULANZ auf dem Gebäude steht.
Dumm nur, wenn man um kurz vor 8 in der Früh daran nicht denkt...

Eine Studienkollegin und ich waren in einem Wintersemester mal stark übermotiviert und haben uns eine Vorlesung angetan um 8 in der Früh. Und dann war es auch noch Philosophie! Ach du Schande, dachten wir uns, worauf haben wir uns da bloß eingelassen? Egal... wir wollten es trotzdem versuchen. Woche für Woche schälten wir uns aus dem Bett, um pünktlich um 8 zur Vorlesung zu erscheinen (das akademische Viertel hat der Professor damals einfach mal ignoriert...).
Irgendwann im November passierte der Klassiker... ich wurde krank. Halbtot schleppte ich mich dennoch mit ihr zur Vorlesung. Ich wollte mich schließlich solidarisch zeigen und sie um so eine studentenunfreundliche Uhrzeit nicht im Stich lassen. Allerdings merkte ich rasch, dass ich es wohl nicht bis zum Ende schaffen werde und meinte - als wir gerade an der "Ambulanz" vorbeischlenderten - "Du... ich bin so kaputt, ich glaube, ich muss ein bisschen früher gehen!"
Und was hat sie geantwortet? Ihr werdet es mir nicht glauben... Ihre Antwort war allen Ernstes: "Na, willst in die Ambulanz gehen? Die ist eh da! Da bekommst sicher was gegen dein Fieber!" und deutete dabei auf die Stiegl Ambulanz. Etwas entsetzt und unsicher, ob ich gerade veräppelt werde oder nicht blickte ich zunächst wohl sehr verdattert auf sie, dann auf die vermeintliche Ambulanz und dann wieder auf sie und stammelte "Ja... die Stiegl Ambulanz... da werde ich bestenfalls mit Bier behandelt..."
"Oh... ja... stimmt..." murmelte sie und wir trotteten weiter...

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Hach, ich schweife ab... Ich wollte ja eigentlich vom Weihnachtsmarkt erzählen.
Denn im Alten AKH ist jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt mit dem lustigesten Glühweinstand aller Zeiten. Dort wird - das muss ich jetzt ehrlich gestehen - nicht unbedingt der allerbeste Glühwein verkauft, aber er ist zumindest so gut, dass ich immer wieder gerne komme.

Warum ich aber noch viel lieber hingehe, hat einen ganz anderen Grund, und der macht Ih-Ah. Versteht ihr nicht? Also es gibt dort einen Glühweinstand, der überdacht ist und wo jedes Jahr eine lebende Krippe aufgebaut ist. Ok, so halb-lebend, denn es fehlen Josef, Maria und das Jesuskind (man kann schließlich kaum kostümierte Menschen hinstellen, die dort den ganzen Tag ausharren sollen)... aber in dem Stall stehen ein Schaf, eine Ziege und ein Esel... so ganz in echt und mit all den Geräuschen, die sie halt so von sich geben. Ich schwöre euch, das ist jedes Jahr ein Highlight.
Der Esel heißt Elvis (ja, ehrlich wahr) und mischt mit seinen Lauten regelmäßig die umstehende Meute auf. Füttern ist allerdings strengstens verboten! Sonst wird der Ärmste ja noch dick und fett!

Mittlerweile kennt so ziemlich jeder, der in Wien lebt den Elvis. Und wenn ich mit Freunden zum Glühweintrinken verabredet bin, heißt es oft nur, dass wir uns beim Elvis treffen. Denn es weiß doch jeder wo der ist...
Und interessanterweise findet man dort auch immer die meisten Menschen. Woran das wohl liegt?

Aber auch wenn der Elvis noch so cool und der Glühweinstand noch so idyllisch ist, manchmal hat man einfach keine Lust rauszugehen wegen einem Glühwein. Ab und zu möchte man einfach zu Hause gemütlich auf der Couch lümmeln und eingewickelt in mindestens einer kuschelwarmen Decke Glühwein schlürfen und dabei vielleicht einen Liebesfilm schauen und Kekse naschen.
Besonders schnell ist so ein Glühwein gemacht, wenn man einen Glühweinsirup in petto hat, der schnell gemacht ist und sich zusätzlich noch wunderbar als Geschenk eignet für alle, die gerne mal ein Schlückchen schlürfen... oder zwei.

Im Internet findet man wirklich seitenweise Rezepte für Glühweinsirup, dass es einem schon richtig schwer fällt die richtige Mischung für sich herauszufinden. Orientiert habe ich mich an drei Rezepten, und zwar an dem von Herzkeks, Fräulein Peter in der Küche und Ich bin dann mal kurz in der Küche. Ein großer Bestandteil des Sirups ist Fruchtsaft und wenn ihr jeweils auf die Links klickt, werdet ihr merken, dass jede einen anderen Saft verwendet hat. Verwenden kann man letztlich jeden Saft, der einem schmeckt und gut zu den Gewürzen passt... egal, ob Traubensaft, Johannisbeersaft oder - wie ich - Kirschsaft.
Der Sirup schmeckt auch noch nach Weihnachten noch wunderbar,  versprochen!

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Meine Kollegin und ich haben die Vorlesung in dem Semester übrigens nicht bis zum Ende durchgezogen, da leider am Ende der Motivation einfach noch zu viel Semester übrig war, wir eines Abends vor der Vorlesung so schlau waren und die ganze Nacht unterwegs waren, sodass wir uns zwei Stunden vor Vorlesungsbeginn noch an der Bar mit dem Glas in der Hand zugeprostet haben, dass wir nur diese eine Vorlesung ausnahmsweise sausen lassen, aber zur nächsten würden wir wieder hingehen...

Ja klar... Wer's glaubt...

Für den Sirup:
(etwa 3/4 Liter)

- 500 ml Kirschsaft (oder Traube oder Johannisbeer)
- jeweils 2 unbehandelte Orangen und Zitronen
- 5 Nelken
- 3 Zimtstangen
- 1 bis 2 Sternanis
- 1/2 TL Pimentkörner
- 1 Vanilleschote
- 300 g brauner Zucker 

Die Orangen und Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und danach in Scheiben oder Spalten schneiden. Die Vanilleschote aufschneiden und auskratzen.

Alle Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze den Sirup etwa 20 Minuten leicht köcheln lassen. Vom Herd nehmen und für mehrere Stunden ziehen lassen.

Den Sirup durch ein Sieb gießen und in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Für den Glühwein Rotwein erwärmen (aber nicht kochen!!) und Sirup nach Geschmack dazu mischen.
Sonntag, 21. Dezember 2014

Mandel- Powidl Cupcakes

Ein bisschen bescheuert bin ich manchmal schon. Also ich habe nicht die Absicht mich selbst hier in den Dreck ziehen, aber ab und zu, wirklich nur ab und zu möchte ich mir selbst den Vogel zeigen.

Aber alles von vorne...

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Im Sommer habe ich ja noch ganz groß vorgehabt öfter mal wieder Cupcakes zu machen. Und wie oft habe ich letztlich geschafft? Genau! Gar nicht! (Falls sich jemand nicht erinnert: hier ein kleiner Denkanstoß)

Na, das kann es doch nicht sein, dachte ich mir mit dem Moralfinger in meine Richtung, erst groß prahlen und dann wieder ein halbes Jahr nicht in die Gänge kommen! Das geht so nicht, meine Liebe! Also, Cupcakes... Und wie es der Zufall so wollte,Weihnachten praktisch da ist, auf meiner TBL noch Lebkuchen Cupcakes standen und mein Cupcakevorhaben sowieso unumstößlich war, gab es nur noch diese eine Möglichkeit.

In fast schon meditativer Haltung mit meinem Laptop auf meinem Schoß durchforstete ich das Internet, als mir einfiel, dass ich doch letztes Jahr dieses Desaster hatte. Wisst ihr noch, die Vanillekipferl Cupcakes...? Nicht? Ich versuche mich kurz zu fassen. Versuch 1: mittelschwere Katastrophe, aber egal... aufstehen, Krone Backmütze richten, Mehl abputzen, weiter backen. Versuch 2: Endzeitstimmung in der Küche und ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Versuch 3: Haleluja! Und ich saß glücklich, aber erschöpft auf der Couch.
Dieses Desaster habe ich gerade so verdaut und da will ich mich an diese Dinger schon wieder heranwagen? Ich muss ja wirklich einen kräftigen Sprung in der Rührschüssel haben!

Aber ich habe den Geschmack und die Konsistenz der Cupcakes noch genau im Kopf und ich wusste, dass sich der enorm hohe Verlust meiner Nerven dafür in jedem Fall bezahlt gemacht hat. Ich müsste nur ein paar Anpassungen vornehmen und dann habe ich meine Cupcakes mit einem feinen Lebkuchenaroma.

Ein bisschen nervös war ich ja schon, weil ich nämlich nicht nur den Geschmack noch genau im Kopf habe, sondern auch den äußerst schwierigen Weg bis dahin... Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und überhaupt... warum einfach, wenn es auch umständlich geht?
Also... ran an die Schüssel, die Herausforderung wartet!

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Puh, geschafft! In der Ultrakurzfassung: Mir sind die Dinger Gott sei Dank auf Anhieb gelungen! Ich konnte mir also den Angstschweiß von der Stirn wischen. Aber das war ja nur die halbe Miete, denn das Topping wartete ja auch noch auf mich! Entschieden habe ich mich für eine Swiss Meringue Buttercreme. Warum? Ha, das wüsste ich auch gerne. Keine Ahnung... aber kennt ihr das, wenn euch einfach so ohne besonderem Hintergrund etwas in den Sinn kommt und das einfach machen möchtet? Ja? Denn so ging es mir mit dem Topping.

Gemacht habe ich es zwar schon einmal, aber eben nur dieses eine Mal... und das ist auch schon wieder sehr lange her. Tja, und auch da habe ich noch sehr gut in Erinnerung, dass es mich fast zur Weißglut getrieben hätte. Vielleicht habe ich deswegen darauf gepfiffen und es seither nicht mehr gemacht? Ich weiß es nicht... Jetzt jedenfalls war es in meinem Kopf drin und es gab nur diesen einen Plan A.
Gut, dann gebe ich mich eben dem nächsten Beinaheherzstillstand an diesem Tag hin, was solls, dachte ich mir, jetzt habe ich doch eh schon Übung darin.

Swiss Meringue Buttercreme ist nämlich gemein, und zwar so richtig. Und sie ist auch nichts für zartbesaitete und ungeduldige Menschen. Sie ist eine Diva und ruft einem zunächst mal "Ätschibätschi" zu, während man mit dem Mixer in der Hand den Tränen nahe ist und sich die Creme dann erbarmt und einem vermittelt "War doch nur ein Scherz, jetzt stell dich nicht so an und hör auf zu flennen!". Und auch wenn man noch so sehr darauf gefasst ist, selbst wenn man es noch so sehr verinnerlicht hat, dass es in der Rührschüssel zunächst aussieht wie auf einem Schlachtfeld, bevor sich eh alles zusammenfügt (denn es ist alles nur eine Frage der Zeit), möchte man jedes Mal am liebsten anfangen zu weinen...

Aber ich habe auch das überstanden, mein Topping ist so geworden wie es werden sollte und ich glaube, dass mich jetzt wirklich kein Kuchendrama und kein Weihnachtsdesaster mehr umhauen kann...

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So, warum war ich nochmal der Meinung, dass ich mir manchmal gern den Vogel zeigen möchte? Versteh ich nicht... Ist doch eh alles ganz easy! 

Für die Cupcakes:
(12 Stück)

- 100 g Mehl
- 60 g Mandeln, gerieben
- 120 g brauner Zucker
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Lebkuchengewürz
- eine Prise Salz
- 55 g Butter, weich
- 1 Ei
- 160 ml Milch

Für das Topping:

- 2 große Eiweiß
- 120 g Zucker
- 100 g Butter, sehr weich
- 150g Powidl

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen und den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Alle Zutaten für die Cupcakes, bis auf die letzten beiden in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen verrühren, bis eine sandinge Masse entstanden ist.

Milch und Ei verquirlen und dazugeben. So lange rühren, bis alles zusammengekommen ist und ein glatter Teig entstanden ist.

Den Teig in die Förmchen füllen und 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen!

Für das Topping Eiweiß und Zucker über dem heißen Wasserbad 4 bis 5 Minuten aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Wasserbad nehmen und weiter schlagen, bis sich feste Spitzen bilden. 

Die Geschwindigkeit vom Mixer reduzieren und die weiche Butter hinzufügen. So lange rühren, bis sich die Masse miteinander verbunden hat. 
Sobald alles glatt ist, den Powidl unterrühren und mixen, bis alles gut verrührt ist. 

Das Topping in einen Spritzbeutel füllen und mit einer Tülle nach Wahl auf die Cupcakes aufspritzen und nach Herzenslust dekorieren. 

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Gebrannte Mandeln

Kommt es mir nur so vor, oder öffnen die Weihnachtsmärkte jedes Jahr ein bisschen früher ihre Pforten? Und kommt es mir nur so vor, oder gibt es von Jahr zu Jahr mehr Weihnachtsmärkte? Irgendwie spießen die an allen Ecken und Enden aus dem Boden wie aus dem Nichts, plötzlich sind sie einfach da. Wirklich. Jede größere Straße in Wien beherbergt derzeit einen Weihnachtsmarkt. Naja, so hat man wenigstens die Qual der Wahl auf welchem Weihnachtsmarkt man sich das abendliche Glühweinbesäufnis antun möchte...

Ich muss da echt mal meine Mama eingehend befragen, aber ich bin der fixen Ansicht, dass es in meiner Kindheit wesentlich weniger Weihnachtsmärkte in Wien gab, der berühmteste ist aber wohl der am Rathausplatz.

gebrannte Mandeln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Meine frühesten Weihnachtsmarkterinnerungen reichen zurück bis ins frühe Kindergartenalter und sind gespickt voll mit Zuckerwatte, kandierten Früchten, häferlweise knallsüßem Kinderpunsch und riesengroßen Ofenkartoffeln mit einer unmenschlich würzigen Knoblauchsauce (meistens auch genau in dieser Reihenfolge).
Aber ich sage euch, den meisten Spaß hat man am Rathausplatz sowieso als Kind. Denn da kann man im Rathaus in die Bastelstuben rein, die extra für den Jungspund aufgebaut werden und irgendwelche Sachen bemalen, irgendwas zusammenbauen, Kekse ausstechen, irgendwas basteln oder irgendwas zusammenkleben, während die Eltern mit den Nasen auf den Fensterscheiben kleben und dem Nachwuchs dabei zusehen wie es in aller Ruhe und fernab jeder Hektik weihnachtlichen Klimbim bastelt. Selbstverständlich werden die gebastelten, gemalten, geklebten oder ausgestochenen Kunstwerke mitgenommen, die man stolz präsentiert und verkündet, dass diesem Prachtexemplar also die große Ehre gebührt das  diesjährige Weihnachtsgeschenk für die Oma zu sein.

gebrannte Mandeln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich muss gestehen, dass in den Jahren danach - also während der gesamten Schulzeit - der Rathausplatz seinen Reiz verloren hat, denn irgendwann ist man zu alt, oder zu groß (oder beides) für die Bastelstuben und von der Zuckerwatte bekommt man bestenfalls nur noch Bauchschmerzen... und irgendwie sind dort sowieso immer zu viele Leute. Überall Menschen, Menschen, Menschen, die sich gegenseitig auf die Zehen steigen, den Glühwein über Hände, Schuhe und Jacken gießen. Und die größte Menschenansammlung findet man - na, wer weiß es? - beim Punschstand. Oh, welch große Überraschung...

Mit den Jahren hat sich allerdings ein großes Problem entwickelt: zwar ist das Angebot an Weihnachtsmärkten stetig gewachsen, damit aber auch proportional die Besucherzahl. Denn irgendwann findet man auf jedem Weihnachtsmarkt, und sei er auch noch so klein, überall Menschen, Menschen, Menschen. Es ist ein Trauerspiel.
Denn der Wiener, das Hordentier rottet sich jährlich im Advent zusammen, um in unüberschaubaren Rudeln auf jedem Christkindlmarkt der Stadt aufzuschlagen und sich mal durch das gesamte Punschsortiment zu saufen.

gebrannte Mandeln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Tja, und in Momenten wie diesen lernt man altbekanntes wieder schätzen und lieben. Denn der Rathausplatz hat einen unschlagbaren Vorteil: er ist groß!
Soll heißen, die Gänge sind breiter, sodass man nicht jedem Besucher auf die Zehen steigt, sondern nur jedem zweiten. Ist ja auch nicht so unwichtig, wenn man ein Misanthrop ist und außerdem ein dezentes Problem hat mit zu wenig Platz.
Außerdem hat er einen weiteren unschlagbaren Vorteil: die überlebensnotwendigen Stände (also Punsch/Glühwein, diverses Zuckerzeugs und ungesundes Junkfood) sind immer an derselben Stelle. Ich schwöre euch, das ist so sicher wie die stille Nacht heilig ist und alles schläft und einsam wacht. Das geht teilweise sogar so weit, dass sich diese Stände nicht einmal optisch verändern. Die sehen wirklich jedes Jahr gleich aus! Der Wiener ist nicht nur ein Hordentier, sondern vor allem auch ein Gewohnheitstier und plötzliche Veränderungen von einem Advent zum nächstens verträgt er gar nicht. Wenn er also der Lieblingsglühweinstand plötzlich nicht mehr an der gewohnten Stelle vorfindet, kann das den Wiener schon mal in ein tiefes Loch der Depression stürzen. Nein, das ist sehr überspitzt, ganz so arg sind wir Wiener nicht drauf, aber dass gewisse Dinge seit Jahren so beständig sind, gibt zumindest mir persönlich ein Gefühl von Sicherheit. Denn so weiß ich ganz genau wo ich was zu essen bekomme, kurz bevor ich dazu tendiere mich wegen einem ungestillten Gefühl in der Magengegend in einen Hulk zu verwandeln oder wo ich meine Kehle wieder mit Glühwein befeuchten kann, um diverse Fressalien und/oder Süßigkeiten runterzuspülen.

So weiß ich zum Beispiel, dass relativ in der Mitte seitdem ich denken kann ein Süßigkeitenstand ist, der so ziemlich alles verkauft was viel und noch mehr Zucker hat - Hauptsache ungesund. Schräg gegenüber befindet sich dort seit einigen Jahren ein Stand, der Raclettekäse verkauft. Ich bilde mir ein, dass der früher nicht dort war, denn die Duftnote ist sehr, äh... sagen wir mal... speziell. Stinkikäse eben. Nicht, dass mich jetzt jemand falsch versteht. Ich mag Käse und je mehr er stinkt, desto besser. Aber ich halte für gewöhnlich nicht meine Nase in Richtung Raclette und denke mir Mmmmhhhh, Weihnachten. Stellt man sich nämlich genau in die Mitte dieser beiden Stände, bekommt man abwechselnd einen Schwall Käsenote und eine Duftwolke von gebrannten Mandeln ab. Interessant wird es allerdings erst, wenn beide auf einmal kommen. (Nicht zu empfehlen, kann ich euch nur sagen!) Lieber strecke ich meine Nase in Richtung Süßigkeiten und bewundere den riesigen Berg an gebrannten Mandeln, der in der Auslage liegt.... und ja, meistens nehme ich eine Tüte davon mit.

gebrannte Mandeln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wer allerdings keine Lust bloß wegen den gebrannten Mandeln zum Weihnachtsmarkt zu fahren, der macht sie ganz einfach und ganz schnell zu Hause selbst. Man braucht nur wenige Zutaten und auch nur wenig Zeit, bloß ein Auge, um den richtigen Moment abzupassen. Aber es ist wirklich nicht schwer - Ehrenwort! Und die ganze Aktion hat noch einen positiven Nebeneffekt: eure Wohnung riecht danach so richtig schön nach Weihnachtsmarkt! Herrlich, oder?

Für  die gebrannten Mandeln:

- 200 g ganze Mandeln
- 100 ml Wasser
- 200 g Zucker
- 1 1/2 TL Zimt
(- optional etwas Vanille)

Bereitet schon mal ein Backblech vor, das ihr mit einem Backpapier belegt.

Alle Zutaten in eine große Pfanne geben und zum Kochen bringen. (Die Pfanne sollte wirklich groß sein!)

Unter Rühren so lange weiterkochen lassen, bis das gesamte Wasser verdampft ist. Der Zucker wird jetzt bröselig und legt sich um die Mandeln.

Jetzt müsst ihr euch entscheiden. Wollt ihr den Zucker so krümelig haben, schüttet die Mandeln auf das Backpapier und trennt sie so gut es geht voneinander.

Wer die Mandeln lieber glasiert haben will, der reduziert nun die Hitze und rührt weiter, bis der Zucker beginnt sich zu  verflüssigen und die Mandeln gleichmäßig umhüllt.

Nun die Mandeln auf das Backblech streuen und rasch voneinander trennen, da sie stark aneinander kleben. ACHTUNG! Der Zucker ist extrem heiß, greift also bloß nicht zu früh hin!
Die Mandeln nun vollständig auskühlen lassen.

Ich finde, dass sie am nächsten Tag am besten schmecken, da sie dann wieder knackiger sind.

Freitag, 12. Dezember 2014

Rum- Kokos Stangerl - Pralinenwahnsinn Teil III und wie man Bounty doch selbst machen kann...

Erinnert ihr euch noch an meine Schoko "Bounty" Kokos Cupcakes? Die Frage, bzw. der Suchbegriff war ja, ob man Bounty auch selbst backen könnte. Also ich vertrete ja nach wie vor den Standpunkt, das ein Bounty nicht gebacken wird, aber lassen wir diese Haarspalterei jetzt mal...

Die Cupcakes, die ich gebacken habe, kamen dem kleinen Schokoriegel geschmacklich zwar verdammt nahe, optisch aber so rein gar nicht. In meinem Geist war das Thema "Bounty backen" eigentlich schon abgehakt und archiviert in der Schublade der erledigten Dinge...

... allerdings nur bis zu dem Tag vor einigen Wochen, an dem ich auf der Suche war nach Kokospralinen. Den Geschmack von Bounty hatte ich dabei gar nicht im Sinn, ja ich wollte sie nicht einmal mit Schokolade überziehen. Aber wer mich kennt, der weiß, wenn die Gedankenmaschine mal beginnt zu laufen, dann nimmt das so lange kein Ende, bis am Ende der Prozesskette ein Produkt herauskommt, mit dem ich zufrieden bin.

Rum- Kokos Stangen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber der Reihe nach: Ich war also auf der Suche nach Kokospralinen. Kleine Kügelchen gewälzt in Kokosflocken sollten es werden, eventuell mit Vanille oder Zitrone. Egal wie, Hauptsache es war eine gute Alternative zu den Weihnachtspralinen, die ja nur so vor weihnachtlichen Jingle Bells- Glücksgefühlen strotzen.

Nur vielleicht hat nicht jeder Lust auf die volle Zimt-Weihnachts-Spekulatius-Dröhnung. Oder aber jemand erwischt die volle Überdosis an Zimt und braucht rasch ein Gegenmittel. Egal was der Grund sein mag für kurz- oder auch langfristigen Zimtüberduss, Kokospralinen sind in dem Fall die beste Medizin.

Also befragte ich Dr. Google, der mir mit seinem beinahe unendlichen Wissen mit Rat und Tat zur Seite stand und mir vorschlug es doch mal mit weißer Kuvertüre, Obers und Kokosflocken zu probieren.
Rasch gewann ich den Eindruck, dass dieses Rezept ein ganz heißer Tipp ist, wenn es um Kokospralinen geht, denn egal was man bei Google eintippt, letztlich landet man in den meisten Fällen bei diesem einen Rezept. Der einzige Unterschied liegt lediglich in den Mengenangaben, aber die Grundzutaten sind eigentlich immer die gleichen.

Rum- Kokos Stangen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

So richtig suchen musste ich danach in Wahrheit eh nicht, denn wie es der Zufall so wollte, fand ich auf derselben Seite, auf der ich die Weihnachtspralinen entdeckte auch die Kokospralinen. Dort, und auch bei Miss Blueberrymuffin oder bei Schokohimmel und so weiter und so fort... diese Liste könnte ich wahrscheinlich ewig weiterführen.
Der Schmäh schlechthin ist aber der, dass diese Pralinen oft mit Raffaello verglichen werden, wenn man noch eine Mandel in die Mitte einarbeitet. Auf die Idee geschmacklich damit etwas raffaelloähnliches zu zaubern, wäre ich von selbst allerdings NIE gekommen.

Aber das liegt wohl an meinem Gedankenrand, das sich dann sehr schnell zu drehen begann. Nun hatte ich zwar ein Rezept, mit dem ich arbeiten wollte, aber war mir das genug? Nein! Natürlich nicht! Super, dachte ich, die Masse ist von der Konsistenz her ganz sicher wie Bounty, das hat ja gaaar nix mit Raffaello zu tun!
Hm... Bounty, dachte ich weiter, da gehört doch Schokolade dazu! Und zack, da war er... der Gedanke, der mich nicht mehr loslassen sollte.

Und so war es dann auch. In meinem Kopf war alles perfekt durchdacht. Stangen statt Kugeln und Schokolade zum Umhüllen statt Kokosflocken. Herrlich! Warum jeder bei diesen Pralinen erst an Raffello denkt und nicht an Bounty ist und bleibt mir ein Rätsel...

Rum- Kokos Stangen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nun, ich beharre ja - wie gesagt - noch immer darauf, dass Bounty nicht gebacken wird, da könnt ihr mir erzählen was ihr wollt, aber mit ein bisschen Zeit und Geduld lassen sie sich in jeder Küche ganz ohne Backofen herstellen.
Lässt man dabei den Rum weg, könnte man wirklich glauben, man nascht an einem Bounty. Und mit Rum macht man aus dem falschen Bounty ganz rasch Rum- Kokos Stangerl, die auch dann noch nach Bounty schmecken... nur eben mit Schuss.

Und das Ergebnis kann sich optisch und geschmacklich wirklich sehen lassen, finde ich.

Rum- Kokos Stangen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Kokos Stangerl: 

- 200 g Kokosraspel
- 200 g weiße Kuvertüre
- 100 g Obers
- 30  g Butter
- 50 ml Rum (oder mehr nach Geschmack)
- 50 g Staubzucker
- Mark 1/2 Vanilleschote
- 300 g Vollmilchkuvertüre

Obers, Vanille und Butter in einem kleinen Topf erhitzen. Die weiße Kuvertüre ggf. hacken und Obers darüber gießen. Rühren, bis die Kuvertüre geschmolzen ist, danach die Kokosraspel, den Zucker und den Rum einrühren.

Ist alles gut vermengt, die Masse in den Kühlschrank stellen, bis sie formbar ist (das dauert etwa 1 bis 1 1/2 Stunden).

Aus der Masse nun Stränge formen, die etwa 1 cm dick sind und in beliebig große Stücke schneiden.
Die Stücke nun wieder in den Kühlschrank stellen, damit sie wieder fester werden.

Vollmilchkuvertüre schmelzen. Nun die Kokos Stangerl aus dem Kühlschrank nehmen und in die Kuvertüre tauchen. Den Überschuss gut abtropfen lassen und auf ein Backpapier legen zum Trocknen. Zum Aushärten in den Kühlschrank geben - spätestens hier macht sich die Anschaffung von Pralinengabeln wirklich bezahlt!!
(Es empfiehlt sich immer nur ein paar Stangerl aus dem Kühlschrank zu nehmen, da sie sonst zu rasch weich werden.)

Die Rum- Kokos Stangerl sollten auf jeden Fall im Kühlschrank aufbewahrt werden, da die Kokosmasse sehr weich wird bei Zimmertemperatur.
Freitag, 5. Dezember 2014

Spekulatiuspralinen - Pralinenwahnsinn Teil II

Bevor ich zum Sinn des heutigen Beitrags komme, folgt erstmal ein kurzes Weihnachtsstück in 3 Akten:

Das vergessene Geschenk

In der Hauptrolle: das Fräulein Sachertorte
Nebendarsteller: die Tante Mitzi

Spekulatiuspralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

      1. Akt - Es ist der Morgen des 24. Dezember. Das Fräulein Sachertorte schlurft schlaftrunken ins Wohnzimmer und setzt sich auf die Couch. Ihr Blick fällt dabei auf den Esstisch, auf dem sie am Vorabend noch sämtliche Weihnachtsgeschenke für ihre Familie eingepackt und mit Schleifen versehen hat. Auf jedem Geschenk hängt ein kleines Zettelchen, damit sie auch ja keines vertauscht. Bei dem riesigen Berg an Weihnachtspräsenten kann man schon mal leicht die Übersicht verlieren. Gedankenverloren starrt das Fräulein auf den Geschenketurm, zählt alles durch, ordnet sie den richtigen Personen zu und plötzlich fällt es ihr auf...
"Oh nein!" ruft sie und klatscht sich dabei kräftig mit der flachen Hand auf die Stirn, dass es nur so schellt "Ich hab' auf die Mitzi Tante vergessen!" Kein Geschenk für die Tante? Was für ein Drama! Panisch läuft sie auf und ab, weiß nicht was sie machen soll, denn Zeit, um sich nochmal in die Höhle des Löwen namens Innenstadt zu begeben, hat sie an diesem Tag nämlich keine. Außerdem käme das einem Selbstmord gleich und so lebensmüde ist das Fräulein nun wirklich nicht.

Ratlos was sie denn nun tun soll, geht sie erstmal in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen. Der Energiespender am Morgen wird ihre grauen Zellen schon wieder zum Laufen bringen und ihr hoffentlich Ideenreichtum bescheren.

       2. Akt - Das Fräulein Sachertorte steht nun in der Küche und drückt grade auf ihrer Kaffeemaschine herum, als sie plötzlich beginnt in ihren Küchenschränken herumzuwühlen. Als passionierte Hobbybäckerin und Küchenfee hat sie immer irgendwelche Schätze und Geheimvorräte, von denen sie selbst oft nichts weiß in ihren Schränken versteckt.
Ihre Augen beginnen zu strahlen, als sie plötzlich Karamellkuvertüre in der einen Hand und Spekulatius in der anderen hält. Wie Wickie es damals schon bei den starken Männern gemacht hat, rubbelt sie mit dem Zeigefinger an ihrer Nase. "Ich hab's!" jubelt sie, vergisst den Kaffee und macht sich sofort ans Werk.

Die Kuvertüre schmilzt gemütlich vor sich hin und mit einem Messer rückt das Fräulein Sachertorte dem Spekulatius zu Leibe. Aus der untersten Lade kramt sie eine Pralinenform hervor mit einem weihnachtlichen Motiv, die sie erst kürzlich erstanden hat. Beides ist rasch zusammengemischt und in die Form gefüllt, um wenige Minuten später im Kühlschrank zu landen.
Kurze Zeit später finden sich feine Pralinen mit Spekulatius und Karamell hübsch verpackt in einer Schachtel mit Schleifchen drumherum wieder in Reih und Glied zwischen den anderen Geschenken. Jetzt muss es der Tante nur noch gefallen. Aber das Fräulein ist da ganz optimistisch.

      3. Akt - Mittlerweile ist es Abend und das Fräulein Sachertorte sitzt im Kreise ihrer Familie vor dem Weihnachtsbaum. Das Essen ist schon lange vorüber, die Bäuche sind voll, der Opa liegt im Fresskoma in seinem Lehnsessel und ist schon lange nicht mehr ansprechbar und die Oma gönnt sich zur Verdauung schon den dritten - doppelten - Schnaps, weil die ersten beiden nicht ihre gewünschte Wirkung erzielt haben...

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, die Bescherung. Was wird die Tante Mitzi zu ihrem Geschenk sagen? Nervös und gespannt wie ein Regenschirm rutscht das Fräulein auf dem Sofa neben der Tante hin und her. Behutsam packt die Tante die Schachtel mit den Pralinen aus. Das Leuchten in ihren Augen überstrahlt in der Sekunde sogar den mit wahrscheinlich tausenden von Lichterketten illuminierten Christbaum. "Jööööööö, ist das schön! Na, da hast du dir aber echt was überlegt!" freut sie sich und stopft sich sogleich ein, zwei oder gar drei Pralinen auf einmal in den Mund. Pah, wenn du wüsstest, denkt sich das Fräulein Sachertorte, atmet tief durch und fällt erleichtert zurück...

Spekulatiuspralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Selbstverständlich hat sich das alles nicht so zugespielt und ich habe auch keine Tante Mitzi, auf die ich jemals vergessen habe! Dennoch ist so eine Situation nicht unbedingt an den Haaren herbeigezogen, denn Geschenke auf den letzten Drücker zu besorgen oder selbst herzustellen, kennen wir doch alle, oder? Zwar habe ich mir schon lange abgewöhnt im Dezember (speziell an einem Samstag) am Nachmittag Weihnachtseinkäufe zu erledigen - und wenn, dann nur online - aber irgendwie überkommt mich doch jedes Jahr das Bedürfnis noch spontan irgendwas aus dem Hut zu zaubern... so als kleiner Zusatz obendrauf.

Spekulatiuspralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Gut, bis zum 24. Dezember haben wir zwar noch ein paar Tage Zeit, aber mit der Ideensammlung für Spätentschlossene kann man ja nie früh genug beginnen. Solltet ihr also kurz vor knapp noch auf die Idee kommen, dass ihr doch zu wenige Geschenke habt, sind diese supereinfachen Spekulatiuspralinen ein kleiner Geheimtipp.

Dass man mit bloß zwei Zutaten wunderbare Pralinen zaubern kann, habe ich euch schon mal bei den Oreopralinen gezeigt. Ihr benötigt dafür wirklich nicht viel... nicht einmal besonders viel Zeit oder Geduld. Mein Gedanke dahinter war jener, dass sowas grundsätzlich mit jeder Schokolade und mit jedem Keks funktioniert. Erlaubt ist alles was schmeckt und gerade zur Verfügung steht.

Spekulatiuspralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Spekulatiuspralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Als ich vor ein paar Tagen meinem vorweihnachtlichen Schokoladekaufrausch verfallen bin, habe ich neben der "normalen" Kuvertüre auch noch Karamellkuvertüre gekauft, die ein wirklich feines Karamellaroma hat und zum Spekulatius passt wie der Burger zum King. Das Weltbeste an der Sache ist aber der "Crunch", den die Pralinen durch den Karamellkrokant bekommen. Da hatte mein Schokofachmann auf jeden Fall recht, als er mir den Becher geschenkt hat mit den Worten, dass es doch so wunderbar zum Spekulatius passt.
Wenn ihr also Pralinen machen wollt ohne viel Aufwand, aber dennoch mit dem besonderen Kick, dann nehmt euch meinen Rat zu Herzen und schmeisst eine ordentliche Portion Krokant - welcher euch am besten schmeckt - rein!

Weil diese Pralinen so schön Last-minute und wirklich mit nur wenigen Handgriffen und ohne viel Aufwand gemacht sind, passen sie so wunderbar zum Blogevent von Persis von YumLaut, die im letzten Augenblick noch beschlossen hat ein Blogevent für Auf-den-letzten-Drücker-Geschenke zu veranstalten.

Yumlaut

Für die Pralinen:

- 250 g Karamell- oder Vollmilchkuvertüre
- 125 g Spekulatius
- 30 g Karamell- oder Mandelkrokant

Spekulatius grob oder fein hacken oder fein zerbröseln - je nach Belieben.

Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen.

Mit den Keksbröseln und dem Krokant gut verrühren und gleichmäßig in die Mulden einer Pralinenform füllen.

Um Luftblasen zu vermeiden, die Form links und rechts zwischen die Finger nehmen, gut festhalten und vorsichtig gegen die Arbeitsfläche damit klopfen.

Zum Aushärten nun für etwa 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank geben und dann vorsichtig herauslösen.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Weihnachtspralinen - Pralinenwahnsinn Teil I

Ich gebe zu... in diesem Jahr liegt mein Fokus eher auf Pralinen als auf Weihnachtskeksen. Es ist kaum zu glauben, aber der Advent 2014 wird einzig und alleine von den Linzer Augen begleitet bei mir zu Hause. Aber, haha, ich wäre ja nicht ich, hätte ich nicht schon längst einen anderen Plan. Denn was an Keksen fehlt, mache ich mit Pralinen wieder wett... Dieser Plan ist nur noch nicht so ganz ausgereift. Aber das wird schon noch... Ich lasse mir deswegen mal keine grauen Haare wachsen!

Vollkommen verloren im Pralinenrausch habe ich bei meinem Schokodealer Hohlkörper und Kuvertüre einfach mal so ins Blaue bestellt. Ich muss gestehen, dass mir bis vor wenigen Tagen noch nicht ganz bewusst war wie die Pralinen aussehen werden, wie ich sie genau machen möchte und welchen Geschmack sie haben sollen... Aber Vorsicht ist Mutter der Porzellankiste und daher habe ich mich - einfach nur mal so zur Sicherheit - mit Schokozeugs eingedeckt. Man weiß ja schließlich nie. Sicher war nur eines: dieses Jahr wird es ganz viele Pralinen geben.

Weihnachtspralinen (8)

Einen Denkanstoß gab mir letztlich mein Schokofachmann, der mich fragte was es denn dieses Jahr geben werde. Er kennt ja alle eine Pappenheimer schon und weiß genau, dass ich in der Vorweihnachtszeit einfach immer bei ihm aufkreuze. Auch, wenn meine Besuche im restlichen Jahr bei ihm eher sporadisch sind, aber der vorweihnachtliche Besuch in seinem Geschäft ist ein fixer Bestandteil meines Lebens.
Ich zuckte also ein wenig mit den Schultern, sagte, dass ich es noch nicht zu 100 Prozent wisse, aber  es wird wohl irgendwas mit Spekulatius.
"So, so, irgendwas mit Spekulatius also..." sagte er und grinste, deutete mir kurz zu warten, um dann für einen Moment zu verschwinden. Zwei Sekunden später tauchte er wieder auf und drückte mir einen kleinen Becher in die Hand mit... ja, was war das eigentlich?

Ich starrte in den Becher hinein und dachte mir, dass es wohl irgendwas mit Krokant sein muss... "Das ist Karamellkrokant! Passt doch suuuuuper zu Spekulatius! Schenk ich dir!" Na, wo er recht hat...

Ich steckte den Becher mit dem Karamellkrokant in die Tasche, freute mich über das kleine Goodie wie ein Kleinkind an Weihnachten und Geburtstag zusammen und schlenderte fröhlich mit Herzchen in den Augen mit meiner Ausbeute nach Hause. Dort angekommen, begutachtete ich nochmal alles, sortierte die erstandene Ware und machte mich auf die Suche nach einem passenden Rezept.

Weihnachtspralinen (6)

Ratlosigkeit stellte sich rasch bei mir ein, da ich irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Denn ich war so darauf versteift, den Spekulatius IN die Praline zu bringen, dass ich andere Möglichkeiten nicht einmal in Erwägung gezogen habe. Mein Vorhaben vertagte ich auf den nächsten Tag und dann fiel es mir - wie immer kurz vor dem Einschlafen, wann denn auch sonst? - plötzlich wie Schuppen von den Augen! Denn bereits im letzten Jahr fand ich ein Rezept bei Pralinenideen für weihnachtliche Pralinen, die aber irgendwie auf der Strecke geblieben sind. Ihr wisst ja... am Ende der Weihnachtszeit sind immer noch so viele Pläne übrig.

Und wieder ratterte es in meinem Kopf wie ich das denn jetzt mit dem Spekulatius anstellen soll. Noch immer war ich ratlos, bis ich mir dachte, warum muss der Spekulatius unbedingt in die Praline, wenn er doch als Mantel mindestens genauso schick aussieht. Tadaaa, Idee geboren, umgesetzt und für wahnsinnig toll befunden! Oder was meint ihr dazu?

Weihnachtspralinen (14)

Weihnachtspralinen (16)

Herausgekommen sind dabei nämlich Pralinen mit Knuspereffekt. Warum ich das so betone? Sarah vom Knusperstübchen sucht anlässlich ihres 1. Bloggeburtstags die besten Knusperrezepte für den Winter und wenn diese Pralinen nicht perfekt dazu passen, dann weiß ich es auch nicht!
Stellt euch mal vor... im Kern befindet sich eine cremige Füllung mit weihnachtlichen Aromen und Mandeln und der Mantel besteht aus knusprigen Spekulatiusbröseln... Ideal, oder?


Was ich mit dem Karamellkrokant gemacht habe, zeige ich euch morgen... 

Für die Pralinen:
(30 Stück)

-  30 Pralinenhohlkörper, Vollmilch
- 40 g gemahlene Mandeln
- 130 g weiße Kuvertüre
- 100 ml Obers
- 30 g Butter
- 1 bis 1 1/2 TL Zimt
- je eine Prise Piment und Nelken
- eine halbe Vanilleschote (oder etwas weniger)
(- optional: etwas Sternanis)

- 300 g Vollmilchkuvertüre
- 200 g Spekulatius

Zunächst in einer Pfanne ohne Fett die Mandeln rösten, damit sie noch aromatischer werden. Aber immer ein Aug drauf haben, denn sie werden schnell braun!


In einem kleinen Topf Obers und Butter mit den Gewürzen aufkochen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Vanilleschote (und Sternanis) entfernen, mit der Kuvertüre mischen und verrühren, bis diese geschmolzen ist.

Ist die Masse homogen und die Kuvertüre komplett aufgelöst, die Mandeln unterrühren und alles abkühlen lassen (auf etwa 30 Grad).

Die Pralinenfüllung in einen Spritzbeutel füllen, nur ein kleines Loch abschneiden und die Hohlkörper bis 2 mm unter den Rand füllen.

Die Pralinen nun für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen (oder über Nacht), damit die Füllung fester wird.

In der Zwischenzeit können die Spekulatius vorbereitet werden. Dafür die Kekse in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz ganz fein zerbröseln. Danach die Brösel in eine Schüssel geben und beiseite stellen.

Die Vollmilchkuvertüre schmelzen. Die Kuvertüre sollte etwa 28 Grad haben. Da nicht jeder einen Haushaltsthermometer daheim hat, hier eine andere Methode: etwa 2/3 der Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen, sobald alles geschmolzen ist, die Schüssel vom Topf nehmen und das übrige Drittel einrühren. So lange rühren, bis alles geschmolzen ist.

Einen Teil davon in einen Spritzbeutel füllen und die Löcher der Pralinen damit verschließen. Zum Aushärten die Pralinen nochmal für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Zum Überziehen die Pralinen mit einer Pralinengabel in die Kuvertüre tauchen und die überschüssige Schokolade gut abtropfen lassen.

Sofort in die Spekulatiusbrösel tauchen und rundherum darin wälzen.

Die Pralinen im Kühlschrank aufbewahren und binnen 2 Wochen vernaschen.
Montag, 1. Dezember 2014

Linzer Augen - "Dessert Connection Hamburg - Wien"

Für die heutige Runde der "Dessert Connection Hamburg-Wien" haben sich Steffi und ich passend zum Advent ein Thema ausgesucht, das eigentlich gar keine große Überraschung sein kann. Weihnachten kommt in großen Schritten auf uns zu und was gehört da dazu? Richtig! Aus diesem Grund lautet das Thema diesmal: Kekse & Plätzchen.

Mein Verhältnis zu Weihnachtskeksen ist nicht immer ganz einfach, allerdings nur was die Zubereitung angeht. Beim Essen bin ich da ja eher gnadenlos - so ziemlich alle werden von mir verputzt.

Mein Problem ist leider ganz anderer Natur. Es gibt nämlich Weihnachtsbäckerei, die ich einfach nicht auf die Reihe bekomme. Ganz vorne rangieren da die Zimtsterne. Diese Dinger wollen mich einfach nicht! Jeder Versuch Zimtsterne herzustellen, endet in einem Kollateralschaden: die Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld. Ich sehe aus, als hätte ich gegen 10 Tonnen Mandeln gekämpft und der Zucker klebt mir einfach überall. Völlig entnervt gebe ich einfach irgendwann auf und das angerichtete Chaos landet mit vollem Karacho im Müll. Ich schwöre euch, so ungenießbare Zimtsterne wie meine habt ihr in eurem Leben noch nie gegessen! Wollt ihr aber auch gar nicht... glaubt mir!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Mission Impossible II in der Küche lautet Lebkuchen. Gegen den habe ich einfach keine Chance. Zu trocken, zu bröselig, zu wurfgeschoßartig. Ich sage euch, meine Lebkuchen sind scharfe Munition! Geschmacklich kann ich dabei ja echt nicht meckern, daran scheitert es ja nur ganz selten bei mir. Aber die Dinger sind so hart, dass ich damit Fensterscheiben einschlagen könnte!
Selbst der gut gemeinte Ratschlag, dass man einen Apfel in die Keksdose legen soll, ist gegen meine steinharten Lebkuchen machtlos. Falls also jemand den ultimativen Hinweis für mich hat, wie man seine knallharten Lebkuchen wieder zu weichen Gaumenschmeichlern macht, dann bitte immer her damit!

Nun, ich habe mich endgültig geschlagen gegeben und lebe damit, dass ich von gewissen Bäckereien einfach die Finger lasse, wenn ich mich selbst nicht unglücklich machen möchte. Lieber verlasse ich mich darauf, dass andere für mich backen und ich Zimtsterne und Lebkuchen geschenkt bekomme von talentierten Backfeen, die das eindeutig besser können als ich!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Zum Glück gibt es aber genug Dinge, die ich echt gut hinbekomme. Bereits letztes Jahr habe ich euch Vanillekipferl gezeigt, die mir selten bis nie misslingen, weil ich ja unermüdlich und mit Argusaugen darauf achte, dass sie jaaaa nicht zu lange im Ofen sind!

Linzer Augen - mein heutiger Beitrag zur Dessert Connection, um jetzt endlich mal zum Punkt zu kommen - finde ich besonders gelingsicher, da es eigentlich "nur" Mürbteigkekse sind. Mürbteig finde ich immer super, denn man kann damit kaum was falsch machen und!!! (und das ist ja das allerwichtigste an der Sache!) Und man kann ihn aromatisieren nach Herzenslust oder wonach einem gerade der Sinn steht. Die Mürbteigkekse vom letzten Jahr sind eine ganz einfache Variante, Linzer Augen sind ein kleines bisschen anders, da sie noch Mandeln enthalten und - je nach Rezept - Stärke.

Wenn es um Linzer Augen geht bin ich ganz traditionell. Nein.. das ist falsch. Meine Meinung dazu ist unumstößlich. Denn ein Linzer Augen braucht drei Augen! DREI! Nicht eines, kein Gesicht, keine Sternchen statt Augen... nein, drei kreisförmige Öffnungen, aus denen die Marmelade rausquellen kann. Punkt!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nur was die dicke Schicht Staubzucker oben drauf angeht, bin ich ein wenig meinungsflexibler. Denn überlicherweise werden Linzer Augen noch ganz kräftig mit Staubzucker bestreut, sodass man ihn fast schon runterschnüffeln kann, während man reinbeisst, weil die Zuckerschicht so dick ist. Davon war ich noch nie besonders angetan und wenn ich mich richtig erinnere, musste mir meine Mama früher die Zuckerschicht runterpusten, bevor ich auch nur im entferntesten daran gedacht habe so einen Keks zu essen.

Also... meine ganz konventionellen Linzer Augen (die mit den drei Augen) gibt es ganz unkonventionell ohne Staubzuckerschicht. Wer dennoch auf die Zuckerschicht besteht, bestreut die obere Kekshälfte direkt nach dem Backen mit Zucker, dann hält er besser!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets, Zuckerwerkstatt

Wer jetzt neugierig geworden ist, was Steffi so gezaubert hat, der klickt mal ihr rüber. Denn bei ihr gibt es Hanseaten, die nicht nur zu Weihnachten erlaubt, sondern eigentlich das ganze Jahr über verfügbar sind.

Lustigerweise sind Hanseaten den Linzer Augen sehr ähnlich, aber seht es euch doch einfach selbst an...

Für den Teig:

- 200 g Mehl + etwas für die Arbeitsfläche 
- 100 g Stärke
- 1 Ei
- 200 g kalte Butter, würfelig geschnitten 
- 100 g geriebene Mandeln
- 130 g Staubzucker
- 1/2 TL Zimt
- etwas Vanille
-  etwas abgeriebene Zitronenschale
(aber wirklich nur wenig)

Außerdem: 
- ein Glas Ribisel- oder Himbeermarmelade zum Befüllen 


Die Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und rasch zu einem geschmeidigen, glatten Teig kneten. In Folie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Nach der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen und den Teig nochmal kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher Kekse ausstechen. Für die Linzer Augen jeweils einen Boden und ein passendes Gegenstück (mit den Löchern) ausstechen.

Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und auf mittlerer Schiene 10 bis 12 Minuten backen. Darauf achten, dass die Kekse nicht braun werden!
Die Kekse auf einem Rost vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung ein Glas Ribiselmarmelade (ohne Stücke!) glatt rühren, sodass sie sich leichter verstreichen lässt. Je einen Esslöffel von der Marmelade auf einem Unterteil verstreichen und einen Deckel darauf setzen. Leicht andrücken, damit die Marmelade die Löcher gut ausfüllt.

Zum Trocknen die Kekse am besten über Nacht liegen lassen.

Nach Belieben mit Staubzucker bestreuen und in einer Keksdose luftdicht verschlossen aufbewahren.

Freitag, 28. November 2014

Lebkuchenlikör

Ich habe gestern ein Weihnachtslied rauf und runter gehört! Ok, das ist jetzt keine weltbewegende Neuheit und auch nicht besonders außergewöhnlich... Nein, ich meine nicht Last Christmas von Wham!, das jedes Jahr nervtötend bereits im September aus den Lautsprechern dröhnt und unsere Augen dabei unkontrolliert rollen lässt, weil man sich denkt Ach, ist es denn schon wieder so weit?. Je näher der Dezember kommt, desto kürzer werden die Intervalle, bis dieses Lied am Tag mindestens 1x pro Stunde läuft - Gehörsturz inklusive!

Nein, nein, was ich meine ist, dass ich mir bewusst ein Weihnachtslied ausgesucht und es zu Hause laut gespielt habe. Nicht bei Zimmerlautstärke. Ich meine laut, so richtig laut. Dass kein Nachbar geklingelt und an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt hat, grenzt dabei fast schon an ein Wunder. Und wisst ihr was ich dazu gemacht habe? Laut mitgesungen! Wahrscheinlich habe ich das Lied deshalb so laut gespielt, damit ich meinen eigenen Gesang nicht hören muss. Denn grundsätzlich singe ich dreistimmig: laut, falsch, dafür aber mit viel Begeisterung.
Ehrlich, wenn ich anfange zu singen, dann bittet und bettelt mich mein Umfeld kniend an damit wieder aufzuhören, weil es so ohrenbetäubend ist. Na gut, ich kann ja nicht in jedem Bereich talentiert sein...

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Na, jedenfalls... dieses Weihnachtslied... das mag ich wirklich sehr. Als öffentlich bekennender Weihnachtsjunkie gehört es für mich natürlich dazu, dass die Weihnachtslieder nur so rauf und runter laufen, dass sich selbst das Christkind die Ohren zuhalten würde, weil es von diesem ganzen Weihnachtsgedusel bei mir zu Hause schon Ohrenschmerzen bekommt.

Am meisten gefallen mir die alten Lieder - gesunden von Frank Sinatra und Co. Aber! Mein allerliebstes Weihnachtslied, das mich einfach immer sofort in die entsprechende Stimmung versetzt, mich absolut glücklich und selig macht, ist Santa Baby im Original gesungen von Eartha Kitt aus dem Jahr 1956. Neunzehnhundertsechsundfünfzig!! Also ein wirklich alter Schinken - alt, aber gut!
(Dieses Lied spiele ich übrigens - je näher der Dezember kommt - in immer kürzer werdenden Intervallen immer und und überall, sodass jeder einfach nur noch unkontrolliert mit den Augen rollt und sich denkt Ach, ist es denn schon wieder so weit?...)

Und während ich so dieses Lied hörte und vor mich hinträllerte, stand ich in der Küche und habe Kekse gebacken. (Die zeige ich euch aber erst am 1. Dezember.) Weil ich dann so voller Elan und bis oben hin voll war mit Weihnachtsstimmung, dass es auf keine Kuhhaut mehr geht, habe ich noch einen Likör zwischen den einzelnen Backblechen aus dem Boden gestampft, den ich eigentlich bereits letztes Jahr machen wollte. Uneigentlich habe ich es - wie so oft - nicht geschafft, denn am Ende der Weihnachtszeit sind immer noch so viele Ideen und Pläne übrig. Jetzt frage ich mich natürlich warum ich es nicht geschafft habe, denn der Aufwand dafür hält sich wirklich sehr in Grenzen und in unter 5 Minuten hat man einen cremigen Likör, der sich idealerweise auch noch als Last-Minute-Geschenk eignet.

Denn letztes Jahr entschied ich mich für Geschenke aus der Küche, die einen entscheidenden Nachteil hatten: die Zeit! Wer nämlich am 23. Dezember noch auf die Idee kommt, dass er ja noch gar kein Geschenk für seine alkohol-affine Tante aus Hintertupfing hat und deswegen dezent Panik schiebt, dem ist mit einem Likör, der 4 Wochen Ziehzeit benötigt, nun wirklich nicht geholfen. Wenn es besonders schnell gehen muss, weil der Hut echt schon brennt und man sich nicht die Blöße geben will (wegen den leeren Händen vorm Weihnachtsbaum und so...), dann sind so Ruckizuckirezepte wirklich wahres Gold wert!

Selbstverständlich könnte man sich ja rechtzeitig um die Geschenke für die Lieben daheim kümmern, aber - und das kann ich gar nicht oft genug betonen - Diamanten entstehen bekanntlich nur unter Druck! (Ich weiß, ich habe diesen Satz schon einmal an anderer Stelle erwähnt, aber wenn er denn wahr ist...) Zu diesem Zweck kommt hier schon mal vorab eine Geschenkidee für alle Spätentschlossenen und Auf-den-letzten-Drücker-Schenker, die sich mit den Präsenten von Herzen gerne besonders viel Zeit lassen.

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die eine oder andere Last-minute-Idee habe ich auf jeden Fall noch in petto für euch, für heute gibt es aber erstmal einen fein würzigen Lebkuchenlikör, der - wie bereits betont - echt schnell hergestellt ist und nach Schokolade und Weihnachten schmeckt...

Benötigt werden dafür nur wenige Zutaten, die man unter Umständen sogar zu Hause auf Lager hat - vor allem um die Weihnachtszeit herum. Ich schätze, dass die meisten von euch gerne Nutella direkt aus dem Glas löffeln essen und daher immer das eine oder andere Gläschen davon in der Küche steht. Wer es noch schokoladiger mag wie ich, der gibt noch einen Löffel Kakao extra dazu und wer eine gut sortierte Hausbar hat, nimmt den besten braunen Rum, den der Alkoholschrank so hergibt - es lohnt sich auf jeden Fall! Für den weihnachtlichen Geschmack gibt es noch eine Ladung Lebkuchengewürz dazu, wem der Geschmack aber nicht so zusagt, der gibt stattdessen einfach Spekulatiusgewürz rein. Super Sache, einfach zu machen, was will man mehr?

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Zu finden ist dieses easycheesy Rezept im Netz übrigens überall, wenn man bei Google "Lebkuchenlikör" reinklopft - orientiert habe ich mich an den Rezepten von Kreativfieber und Sarahs Torten und Cupcakesangepasst habe ich das Rezept aber natürlich wieder an meine Wünsche... sonst wäre ich ja nicht ich. ;)

Für den Likör: 

- 250 ml Obers
- 250 ml Milch
- 100 g brauner Zucker
- 100 g Nutella
(- optional: 1 EL Kakao)
- 150 bis 200 ml brauner Rum (nach Geschmack)
- 2 TL Lebkuchengewürz 

Alle Zutaten bis auf den Rum in einen Topf geben und bei schwacher Hitze so lange rühren, bis sich Zucker und Nutella aufgelöst haben und alles glatt ist. Abkühlen lassen.

Danach mit dem Rum mischen und wieder glatt rühren.

Den Likör in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Vor dem Servieren gut aufschütteln.

(Haltbarkeit: etwa 2 Wochen)
Montag, 24. November 2014

Milchreistorte

Wusstet ihr, dass man aus dem Soulfood deluxe noch mehr rausholen kann? Klar, frisch aus dem Topf noch heiß schmeckt er am besten - darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. Aber Milchreis kann noch mehr, als einfach nur Milchreis zu sein.
Ja, ehrlich wahr! Verkleidet als Torte macht er nämlich echt was her beim sonntäglichen Kaffeeklatsch bei Muttern, Oma oder sonst wo...

Eine Warnung an dieser Stelle ist aber angebracht: Stellt man dieses äußerst geniale Teil zum ersten Mal auf den Tisch, muss man zunächst gefasst sein auf überraschte Blicke und kritische Fragen, was das denn sei und ob es wirklich euer Ernst sei, Stirnrunzeln und Augenbrauenhochziehen vom Feinsten. Das ist eine Milchreistorte und Ja, das ist euer Ernst - euer bitterer Ernst. (Und bitte das breiteste Grinsen, das ihr auf Lager habt an dieser Stelle nicht vergessen!) Spaß beiseite... Man mag es zu Beginn vielleicht nur schwer glauben, aber es ist tatsächlich möglich.
Selbstverständlich ist auch die vollkommen andere Variante möglich. Denn wer nicht ganz ungläubig dreinschaut, wird mit Herzchen in den Augen dasitzen und wahrscheinlich irgendwas mit Boooaaaah! und Was ist denn das geiles? von sich geben! So oder so... der Wow- Effekt ist auf eurer Seite!

Sind aber erstmal alle Unsicherheiten beseitigt, alle blöden Fragen beantwortet, selbst die Urstrumpftante davon überzeugt, dass man das auch wirklich essen kann und hat man alle wildgewordenen Naschkatzen davon abgehalten sofort darüber herzufallen, werden alle nur noch Klötze staunen. Oder? Seht euch dieses Prachtstück mal an! Jeder, der Milchreis mag, möchte doch sofort ein Stück haben!

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und ich sage euch, diese Torte ist ein Knaller. Allerdings - und jetzt muss ich eine zweite Warnung aussprechen - sollte man sich zu Mittag nicht allzu sehr den Bauch vollschlagen. Auf Schnitzel... vor allem mit Reis (ha ha) sollte man eher verzichten und stattdessen lieber einen Salat mit Hühnerstreifen oder so wählen. Von Risotto als Hauptspeise rate ich übrigens auch ab...
Solltet ihr beim Essen aber doch etwas über die Stränge geschlagen haben, dann schneidet euch lieber nur ein kleines Stück von der Torte ab, denn eines - und das verspreche ich euch hoch und heilig - ist bei dieser Torte so sicher wie das Amen im Gebet: sie macht unheimlich satt.

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für alle, die jetzt noch immer ganz ungläubig sind, denen sei gesagt, dass sich so eine Milchreistorte auch in diversen Fachbüchern der Backwelt nachschlagen lässt. Unter anderem findet ihr eine Variante in dem Buch Kühles Kuchenglück und eine andere in Tortenlust & Kuchenzauber.
Ideen und Variationen habe ich für so eine Milchreistorte so einige im Kopf...

Die naheliegenste Wahl hat wohl irgendwas mit Weihnachten zu tun. Darf ich es schon sagen? Aber natürlich... Weihnachten.. es steht praktisch vor der Türe. Und welche Aromen würden denn jetzt wohl besser passen als irgendwelche weihnachtlichen? Eben! Gar keine anderen!
Und was wäre da perfekter als ein Spekulatiusboden und ein Guss mit Kirschen und Zimt? Na? Eben!

Wer sich mit dem Gedanken an Spekulatius nicht so anfreunden möchte, der macht stattdessen einen Boden mit Vanillekipferl. Und wer keine Kirschen oben drauf haben will, kocht einfach ein Apfelkompott... oder ein Orangenragout...
Und für alle Spekulatiusfreunde kommt hier nun das Rezept...

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für eine Torte (18 cm Durchmesser):

Für den Boden:

- 200 g Spekulatius
- 70 g Butter

Für die Torte:

- 125 g Rundkornreis
- 500 ml Milch
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 1/2 TL Zimt
- 80 bis 100 g brauner Zucker (nach Geschmack)
- 250 ml Obers
- 3 Bl. Gelatine

Für den Guss:

- ein kleines Glas Kirschen (ca. 300 g)
- 100 g Gelierzucker 3:1
- Zimt nach Belieben
- je eine Prise Piment und Nelken

Eine Springform mit 18 cm Durchmesser herrichten.

Spekulatius in einen Gefrierbeutel geben, gut verschließen und mit einem Nudelholz o.ä. fein zerbröseln. Die Butter zerlassen und mit den Keksbröseln gut vermischen. Die Brösel in die Springform geben und gut andrücken - vor allem am Rand.

Für den Milchreis den Reis, die Milch, Vanille, Zimt und Zucker in einen mittelgroßen Topf geben und aufkochen lassen. Bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren den Milchreis bissfest kochen. Wenn der Milchreis gar ist, in eine Schüssel füllen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Ist der Milchreis erkaltet, Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Obers steif schlagen und beiseite stellen. Gelatine bei schwacher Hitze unter Rühren auflösen, zum Milchreis geben und alles gut verrühren. Milchreis unter das steif geschlagene Obers heben und auf dem Keksboden verteilen.
Nun für 3 bis 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Sobald die Torte fest geworden ist, kann der Guss vorbereitet werden.
Dafür die Kirschen (mit Saft), Gelierzucker und Gewürzen in einen kleinen Topf geben und zum Kochen bringen. alles gut 5 Minuten kochen lassen, danach etwas abkühlen lassen.

Wenn der Guss leicht abgekühlt ist, die Kirschen mit einem Löffel auf der Torte verteilen, den Rest vorsichtig darüber träufeln.

Nochmal für etwa eine Stunde kalt stellen.

Danach den Ring entfernen und die Torte vom Boden heben.

Vor dem Servieren etwa eine Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen.

Montag, 17. November 2014

[Fremdgebloggt] Apfel- Maroni Schichtdessert

Ich habe so viel Freude daran über den Tellerrand zu blicken, mir andere Blogs anzusehen und Inspiration zu holen, dass hin und wieder ein Gastbeitrag zu einem wichtigen Bestandteil geworden ist auf meinem Blog. Heute darf ich bei Maria von Ich bin dann mal kurz in der Küche reinschnuppern.

Ihren Blog habe ich entdeckt, als ich auf der Suche nach einem Rezept  für einen Glühweinsirup war und mich die Googlesuche direkt auf ihre Seite geführt hat. Irgendwann einmal habe ich mir nämlich vorgenommen so einen Sirup zu machen und seither hängt das Rezept bei mir in der Warteschleife. Gleichzeitig mit der Verbannung von ihrem Rezept in die Warteschleife habe ich auch angefangen ihren Blog zu lesen und als sie bei Über'n Tellerrand auf der Suche nach Gastbloggern war, musste ich natürlich sofort zuschlagen.

Das Motto der Gastbeiträge "Mach doch mal was leckeres" lässt viel Raum für Kreativität und so hatte ich mal wieder die Gelegenheit ordentlich was auf den Tisch zu zaubern. Mitgebracht habe ich ihr nämlich ein wunderbar herbstliches Schichtdessert mit Mandeln, Äpfel und - ganz wichtig - Maroni.

Warum ist das so wichtig? Ganz einfach. Selbstverständlich ernähre ich mich im Herbst nicht ausschließlich nur von Kürbis. Ich möchte ja nicht Gefahr laufen selbst irgendwann ganz orange zu werden. Ganz hoch im Kurs stehen bei nämlich auch Maroni. Erwähnt habe ich es ja bereits letztes Jahr, dass ich sie wahnsinnig gerne esse.

Nun ist es ja langweilig, sie immer nur beim Maronistand zu kaufen und sie in die Jackentasche zu stecken. Maroni sind wahre Multitalente! Als Fingerwärmer an kalten Herbsttagen sind sie natürlich unschlagbar. Aber abgesehen von der Funktion als Jackentaschenheizung kann man damit auch wunderbar kochen. Und wisst ihr was? Kürbis und Maroni schmecken zusammen einfach nur genialst. Habt ihr schon mal ein Kürbis- Maroni Risotto gegessen? Nein? Kann ich euch nur wärmstens empfehlen! Das ist Soulfood deluxe für alle, die für Kürbis... und Maroni natürlich mindestens genauso viel übrig haben wie ich!

Und weil ich grade beim Thema Soulfood bin... Desserts mit Maroni sind natürlich auch eine Wucht! Herbstlich und in Kombination mit Zimt und Äpfeln einfach nur zum Niederknien.
Stellt euch das mal vor... Mandelbisquit, darauf eine Schicht Mascarponecreme mit Maroni und darauf eine Schicht Apfelkompott, das herrlich aromatisch duftet. Wer kann da bitte noch nein sagen?

Und jetzt stellt euch weiter vor, ihr habt grade einen langen Herbstspaziergang gemacht, seid soeben nach Hause gekommen, wollt euch an einer heißen Tasse Tee eingewickelt in einer Decke auf der Couch wärmen, dazu ein süßes, cremiges Dessert schlemmen und dann findet ihr im Kühlschrank das:

Apfel- Maroni Schichtdessert, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Na, klingt das gut? Sag ich doch! Wer sich nun also das ultimative Herbstdessert selbst zaubern möchte, der klickt bitte hier.
Mittwoch, 5. November 2014

Gebackene Apfelspalten mit Vanilleeis

In mir macht sich dieses Gefühl breit, dass sich die Sache mit dem Kürbis nun auf die Äpfel überträgt. Denn wenn ich das Gedankenchaos in meinem Kopf ein bisschen lichte, dann befinden sich darunter sehr viele Ideen, die alle irgendwas mit Äpfel zu tun haben.

Wenn euch also nach der Kürbisflut in den kommenden Wochen die Apfelflut überrollt, dann nehme ich das voll und ganz auf meine Kappe. Ich entschuldige mich dafür bereits im Voraus.
Es gibt allerdings einen triftigen Grund für diese aufkeimende Liebe: Boskoop Äpfel.
Diese Apfelsorte habe ich zwar erst vor einigen Jahren lieben und schätzen gelernt, dafür aber heiß und innig. Ich mag den säuerlichen Geschmack dieser Äpfel einfach so gerne, dass ich mich jedes Jahr aufs Neue wie ein Kleinkind zu Weihnachten freue, wenn sie wieder reif sind.

Zwar zählt er nicht unbedingt zu den Schönheiten unter den Äpfeln, da er oft sehr unsymmetrisch ist, geschmacklich für mich aber wirklich unschlagbar, da die Säure den Zucker gut überdeckt.

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (1)

Und da sich Boskoop hervorragend als Bratäpfel eignen... mmmmh, Bratäpfel... mit Mandelstrrrr... ups, ich schweife vom Thema ab.
Also nochmal: Boskoop eigenen sich hervorragend als Bratäpfel, zur Herstellung von Apfelmus und vor allem auch zum Backen.

In den letzten ein, zwei Tagen hatte ich wirklich einen Zahn auf gebackene Apfelspalten... also ich meine so einen richtig tropfenden Zahn. Zwar habe ich alle vorhandenen Bücher (und mittlerweile auch Zeitschriften) nach anderen Rezepten mit Äpfeln durchforstet, bin gedanklich aber immer und immer und immer wieder bei den Apfelspalten gelandet.
Welche Wahl hatte ich also noch? Bücher zuschlagen und Apfelspalten machen. Sonst hätte ich ja doch keine Ruhe gehabt...

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (2)

In meinem Kopf hatte ich außerdem diese fixe Idee, dass ich Vanilleeis dazu haben möchte. Es waren also diese zwei Gedanken, die mich nicht mehr loslassen wollten. Warum es ausgerechnet diese Kombination sein muss, weiß ich bis jetzt nicht, aber es ist ja auch vollkommen egal... Gewisse Dinge muss man einfach so hinnehmen ohne weiter darüber nachzudenken.
Sicher war ohnehin nur eines... es mussten Apfelspalten mit Vanilleeis her.

Ich wusste auch sofort welches Vanilleeis es werden sollte. Danach musste ich auch gar nicht suchen, denn ich wusste natürlich wo ich es finde.
Ihr findet es bei Steph von Kleiner Kuriositätenladen. Dieses Eis habe ich schon länger im Visier, da es angeblich das beste Vanilleeis der Welt ist. Die Messlatte ist bei mir sehr hoch, denn Vanilleeis ist seit meiner frühesten Kindheit standardmäßig auf meinem Stanitzel. Das ist - abgesehen vom allmorgendlichen Frühstück - ein ziemlich großer kulinarischer Fixpunkt in meinem Leben. Irgendwelche anderen Sorten - oft wechselnd - und Vanilleeis. Immer. 
Wer also behauptet das beste Vanilleeis der Welt zu kennen, findet bei mir rasch großes Gehör! 

Jetzt, nachdem ich es selbst probiert habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es tatsächlich das beste Vanilleeis der Welt ist. Es ist nicht nur das beste auf Erden, sondern auch das cremigste, vanilligste und zarteste Vanilleeis im ganzen Universum. Da wird es meine Lieblingseisdiele in der kommenden Saison schwer haben das noch zu überbieten... 

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (9)

Die Herstllung vom Vanilleeis nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, daher sollte man sich rechtzeitig überlegen ob und wann man es essen möchte. Aber ich verspreche euch, jeder Bissen davon lohnt sich mehrfach! Gut, so 100% an die Zeiten habe ich mich nicht gehalten, da mein Geduldsfaden nicht unbedingt der allerlängste ist, aber dennoch habe ich so ein geschmackvolles Vanilleeis bekommen, das mich richtig aus den Schuhen geschmissen hat.

Ich lehne mich wirklich nur dann so weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass irgendwas das allerbeste sei, wenn ich auch wirklich davon felsenfest überzeugt bin - und ihr dürft es mir wirklich glauben: es gibt kein besseres Vanilleeis.

Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass sich eine Eismaschine in diesem Fall WIRKLICH bezahlt macht, denn ich bezweifle, dass man es ohne auch so gut hin bekommt. Aber das ist dann auch schon das einzige "Manko" an der ganzen Sache...

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Für die Apfelspalten:
(3 Portionen)

- 2 säuerliche Äpfel (z.B. Boskoop oder Cox Orange)
- 100 g Mehl
- 100 ml Weißwein
- 1 Ei
- 1 EL Öl
- 1 EL Zucker
- 1 EL Zimt und 2 EL Staubzucker zum Bestäuben

- Öl zum Ausbacken

Für das Vanilleeis:

- 2 Eigelbe
- 170 ml Milch
-170 ml Obers
- 1 Vanilleschote
- etwas Salz
- 25 g brauner Zucker
- 60 g Zucker

Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Obers, Milch, braunen Zucker und Vanille samt Schote in einen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und mehrere Stunden ziehen lassen - evt. über Nacht. 

Nach der Ziehzeit die Eigelbe mit dem Salz in einer Wasserbadschüssel verrühren und ein paar Minuten stehen lassen. Die Schüssel auf ein Wasserbad setzen, den Zucker zugeben und mit einem Schneebesen hellschaumig aufschlagen - dabei darauf achten, dass das Wasser noch kocht, da das Eigelb sonst stockt. In der Zwischenzeit die Milch/Obersmischung nochmal erhitzen und in einem dünnen Strahl zum aufgeschlagenen Eigelb gießen. Dabei die ganze Zeit rühren. 

So lange weiter rühren, bis die Masse anfängt dicklich und cremig zu werden, das dauert einige Minuten- also immer kräftig rühren und immer aus dem Handgelenk. 

Eine tiefkühlgeeignete Form schon mal ins TK-Fach stellen. 

Die Masse nun komplett auskühlen lassen (evt. wieder über Nacht). Sobald die Masse gut runtergekühlt ist, in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren lassen. (Bei mir waren es etwa 40 Minuten).

Danach das Eis in die vorbereitete Form füllen und nochmal für etwa 2 Stunden in den Tiefkühler stellen.

Für die Apfelspalten die Äpfel zunächst waschen und gut trocknen. Das Gehäuse entfernen und den Apfel gleichmäßig in Scheiben schneiden.

Staubzucker und Zimt mischen und die Apfelspalten auf beiden Seiten damit bestäuben.

Die übrigen Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer zu einem glatten Teig rühren. Von der Konsistenz her sollte der Teig wie Palatschinkenteig sein, nur ein wenig dicker.

Eine große Pfanne auf den Herd stellen und ca. 1 cm hoch Öl reingießen. Die Pfanne heiß machen, Apfelspalten in den Teig tauchen und in der heißen Pfanne auf beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Zum Abtropfen auf einen Teller legen, der mit Küchenrolle ausgelegt ist.

Zum Servieren nach Blieben mit Zimtzucker bestreuen und eine Kugel Vanilleeis dazu reichen.