Freitag, 28. Februar 2014

[Fremdgebloggt] Bananensplit Minicupcakes

Die Aktion Über'n Tellerrand finde ich echt toll! Für alle, denen jetzt ein großes Fragezeichen über dem Kopf schwirrt: es geht dabei darum, dass sich Blogger untereinander vernetzen. Der eigene Blog wird dabei für einen Gastbeitrag "zur Verfügung gestellt" oder man schreibst selbst auf einem anderen Blog einen Gastbeitrag. Wie gesagt, find ich echt genial. So bin ich auf den Blog von Yushka gestoßen, der immer spannend zu lesen ist. Als Mutter von sechs Kindern und Ehefrau von einem Ritter erlebt sie jeden Tag so viele Sachen, die sie in Geschichten auf ihrem Blog niederschreibt, die manchmal echt zum Brüllen komisch sind und manchmal zum Nachdenken anregen.

Yushka sagte mir, dass sie kaum Cupcakes auf ihrem Blog hat und das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Mitgebracht habe ich ihr deshalb Bananensplit Minicupcakes und hier geht es zu meinem Beitrag.

Im Sommer mag ich Bananensplit unheimlich gerne. Aber nur mit Vanilleeis, Schokosauce und von mir aus ein bisschen Obers (aber nicht zu viel!) - keine Kirschen, keine Mandelsplitter, keine andere Sauce. So steht es ja auch meistens auf den Karten in den Eisgeschäften. Einzig blöd finde ich nur, dass man immer bloß einen Löffel dazu bekommt. 

Im Geschäft bestelle ich daher mittlerweile sehr ungern einen Bananensplit, denn als Kind hatte ich ein einschneidendes Erlebnis. Ich war unterwegs mit meiner Oma und meiner Cousine. Es war einer von diesen extrem heißen Sommertagen, so ein richtiger Hundstag, ihr wisst schon was ich meine. Ein Tag, an dem man entweder zu Hause bleibt, Fenster schließt und Jalousien runterlässt oder man geht ins Schwimmbad und fühlt sich dort wie in einer Sardinendose. Meine Oma allerdings hatte die super Idee ins Eisgeschäft zu gehen. Der Fußweg von 15 Minuten dort hin gestaltete sich zu einer richtigen Tortur. Kein Schatten weit und breit, kein Lüftchen, das wehte, nichts. Es war, als stünde die Erde still 

Schweißgebadet kamen wir nach gefühlten 15 Stunden Wanderung dort an und ließen uns erschöpft auf die Stühle fallen. Selbst die sonst so flinken Kellner hatten Mühe sich von einem Tisch zum anderen zu bewegen und die Bestellungen aufzunehmen. Ich schlug die bebilderte Karte auf, mein Blick fiel auf einen Bananensplit und deutete meiner Oma, dass ich diesen gerne hätte. Gebongt. 

Wenige Minuten später stand ein riesiger ovaler Teller vor mir mit einer gespaltenen Banane, sage und schreibe drei Kugeln Vanilleeis, Obers und Schokosauce. Herrlich! In Wahrheit ist so eine Portion eh viel zu viel für ein kleines Kind, aber ich habe mich einfach darauf verlassen, dass meine Oma den Rest schon verputzen wird, wenn ich nicht mehr kann. 

Beim Essen hatte ich allerdings sehr viel Mühe. Denn ich bekam lediglich einen Löffel und konnte nur schwer Stücke von der Banane runterstechen. Und dann passierte es. Ich bin noch heute geschockt, wenn ich daran denke. auf meinem Teller war bereits mehr Sauce als Eis vorhanden, denn das Eis zerlief so rasch, so schnell konnte ich gar nicht essen. Ich stach in die Banane rein und sie rutschte mir weg. Das alleine ist ja kein Problem, nur war ich leider nicht so schlau und hielt sie mit den Fingern am anderen Ende fest. Und so rutschte die Banane, der ich nur noch tatenlos zusehen konnte, von meinem Teller in einer schnurgeraden Bahn direkt auf den Schoß einer Frau, die neben uns saß (die Tische standen SEHR eng beisammen!)! Meine Cousine begann zu lachen, meine Oma entschuldigte sich bei der Dame und ich saß zunächst wie versteinert da, weil ich nicht fassen konnte, dass meine Banane jetzt ernsthaft auf dem Schoß dieser Frau lag. Dann begann ich zu weinen. Warum, weiß ich nicht mehr. Vielleicht, weil es mir peinlich war, vielleicht, weil meine Banane weg war, vielleicht eine Mischung aus beiden Emotionen. Gott sei Dank hatte ich den Bonus ein kleines Mädchen zu sein, denn die Dame versicherte mir, dass es ja nicht so schlimm wäre. Ob sie den Fleck jemals aus ihrer Hose rausbekommen hat, weiß ich leider nicht...


Tja, Bananensplit esse ich daher lieber zu Hause und schneide mir die Banane vorher lieber auch schon in mundgerechte Stücke, um einen weiteren Unfall dieser Art zu vermeiden...
In Form von Cupcakes allerdings besteht die Gefahr schlimmstenfalls darin, dass man sich selbst mit dem Topping das Lieblingskleidchen oder die neue Hose oder das frisch gewaschene Shirt beschmutzt, Sitznachbarn trifft man damit hoffentlich nicht!


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Habt ihr nun Lust auf Bananensplit Minicupcakes? Dann bitte hier entlang.
Sonntag, 23. Februar 2014

M&M's Cookies - und die lustigste Keksdose der Welt

Mich zu beschenken ist relativ einfach. Ich habe immer eine extralange Wunschliste und kaum ist eine Sache davon gestrichen, kommt schon wieder die nächste dazu. Es ist also Teufelskreis, in dem ich mich da bewege. Zu Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten winke ich dann immer ganz unauffällig mit dem Zaunpfahl und deute dezent auf etwas hin, was ich denn ganz diesmal besonders gerne hätte. Unmissverständlich gebe ich also die Prioritäten auf meiner Wunschliste bekannt, die selbst der begriffstutzigste Mensch nicht übersehen würde (nicht, dass ich solche Leute in meinem Umfeld hätte... nicht missverstehen bitte!). Der große Vorteil darin ist, dass auch wirklich nichts schief gehen kann, denn es war ja mein Wunsch. Die Sache hat halt leider nur den faden Beigeschmack, dass ich immer weiß was ich bekomme und ich mir selbst damit den Moment der Überraschung raube. Naja, das Leben besteht eben aus Kompromissen....

Äußere ich aber mal keinen expliziten Wunsch oder habe ich nur so in etwa einen Verdacht was ich bekomme, so hat das immer irgendwelche Weiberkram- und/oder Küchenfeentendenzen - also Schuhe/Handtaschen und/oder Backutensilien. Ist - angesichts meiner Leidenschaft - ja auch nicht so abwägig und ich bin nun einfach mal "auch nur ein Mädchen" und ich liebe Mädchensachen. Außer rosa. Und Glitzer.

Manchmal aber gelingt es doch mich völlig zu überraschen mit einer Sache, auf die ich im Leben niiiee gekommen wäre! So wie meinem Bruder zu Weihnachten vor 2 Jahren...
Da schenkte er mir eine Keksdose, sowas hab ich in meinem Leben noch nie gesehen. Gleich mal vorweg: ich war restlos begeistert!

Breit grinsend überreichte er mir damals ein Päckchen und konnte sich dabei den Satz:"Ich musste sofort an dich denken, als ich das gesehen habe!" nicht verkneifen. Meine Mutter, die hinter ihm stand, konnte sich ebenfalls kaum halten und hielt sich schon die Hand vor den Mund, um nicht vollkommen in Gelächter auszubrechen. Und ich, tja... hatte nicht den Hauch einer Ahnung. Ich überlegte, was da wohl drin sein mag, konnte mir aber aufgrund des Formats absolut nichts zusammenreimen. War es etwas, das ich mal so nebenbei erwähnt habe? Habe ich das schon mal irgendwo gesehen und war völlig hin und weg davon? War es irgendwas für die Küche? Irgendwelche Backformen? Nein, sonst würden die beiden ja nicht so schelmisch grinsen. Oder war es etwa eine Tasche mit Kirschen drauf, passend zu meinen Schuhen? (Ja, sowas gibt es zu kaufen!) Nein, dafür war die Schachtel zu groß, das Gewicht zu schwer und würde im Normalfall auch kein Spitzbubengrinsen auslösen. Auch ein leichtes, vorsichtiges Schütteln wollte mir den Inhalt nicht verraten. Ich hatte also keine Wahl, sämtliches Rätseln half nichts, ich musste es auspacken! Das Grinsen von meinem Bruder und meiner Mutter wurde proportional breiter mit dem Aufreissen des Papiers. Und ich sage schwöre euch... hätte er nicht zwei Ohren, dann  hätte er rundherum gegrinst, so gespannt war er auf meine Reaktion.

Den Inhalt, der sich darin verbarg, hätte ich nie-nie-niemals erwartet. Ich glaube sogar, dass mir ein leises Hä? rausgerutscht ist. Ganz sicher bin ich mir da allerdings nicht. Falls doch, dann habe ich es keinesfalls böse gemeint. Jedenfalls kam diese Ugly Doll Keksdose zum Vorschein. Nachdem ich also in der ersten Sekunde wahrscheinlich erstmal Bausteine gestaunt habe, musste ich ab der zweiten Sekunde anfangen zu lachen. Und dann konnten auch ENDLICH mein Bruder und meine Mutter lachen. Das Zurückzuhalten hat die beiden vermutlich so einiges an Energien gekostet. :D Außenstehende hätten dieses Weihnachtsfest wohl als Freakshow betrachtet, aber wir hatten unseren Spaß mit meiner neuen Keksdose. Aber die muss man einfach mögen, oder?

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Bloß warum musste er sofort an mich denken, als er die Dose sah? Wollte er mir damit etwas sagen? Verglich er mich gar mit diesem keksvernichtenden Krümelmonster? Nein, natürlich nicht! Aber er kennt mich ja schon mindestens genauso lange wie ich ihn kenne und weiß daher, dass ich auf so abgefahrenen, verrückten Kram stehe.

Und was hat das alles nun mit den M&M's Cookies zu tun? Tja... Ich sah die Cookies - nämlich hier bei Miss Blueberrymuffin - und musste dabei unweigerlich an meinen Bruder denken (weil er ja so gern Cookies isst... und Cupcakes... und Kuchen.. und Torten... und hauptsache es ist von mir!) und auch an die Keksdose - so schließt sich also der Kreis. Nicht nur deswegen, weil sie so gut zur Dose passen, sondern auch, weil sie so gut reinpassen!

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Für die Cookies:

- 125 g weiche Butter
- 75 g Zucker
- 100 g brauner Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Ei
- 200 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 1 große Packung M&M's 

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Butter und beide Zuckersorten schaumig schlagen. Vanilleextrakt und Ei dazugeben und alles gut vermischen.

Mehl dazugeben und gut mit dem Teig vermischen.

Aus dem Teig tischtennisballgroße Kugeln formen, auf das Backblech setzen und leicht flach drücken. M&M's nun einzeln dicht nebeneinander in den Teig drücken. Die Teigkugeln weit genug auseinander setzen, da sie beim Backen stark auseinander laufen. Die M&M's verteilen sich beim Backen ebenfalls.

Die Cookies für 10 bis 12 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Nach dem Backen sollte die Mitte der Cookies noch weich sein. Kurz auf dem Blech, danach auf einem Rost vollständig auskühlen lassen.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Linzer Torte

Kennt ihr das, wenn ihr in die Küche geht und wie automatisch einen Kuchen oder eine Torte zaubert, für die ihr nie ein Rezept braucht? Das sind jene Köstlichkeiten, die man selbst im Schlaf zubereiten kann, weil sie schon seit man denken kann daheim auf den Tisch kommen.

Mir geht es so (unter anderem) mit Linzer Torte. Ich habe dafür - glaube ich - noch NIE nach einem Rezept gesucht und ist bei mir auch in keiner schriftlichen Form zu finden. Vor Jahren habe ich meine Oma mal gefragt wie man die macht und seither ist diese mündliche Überlieferung in meinem Kopf gespeichert wie meine Telefonnummer, unsere alte Festnetznummer, die alte Festnetznummer meiner Freundin und das Datum der französischen Revolution (ja... fragt mich nicht...) Damals hat sie mir in einem ernsten 4-Augen-Gespräch einen richtigen Vortrag gehalten über die richtige Zubereitung von Linzer Torte. Leise und bedacht hat sie zu mir gesprochen, als wäre das Rezept ein Staatsgeheimnis, das streng gehütet werden müsse und nur auserwählte Personen dürfen davon wissen! Entschuldige, Oma, dass ich heute dein Rezept einfach so in die große weite Welt hinausschicke...

Linzer Torte kann man nämlich, so ihre Worte, auf zwei Arten machen. Entweder mit Linzer Masse, also einem Rührteig mit Mandeln... oder man macht sie mit einem Linzer Teig, also einem Mürbteig mit Mandeln. Nachgeprüft habe ich das so nicht, aber als erfahrene Bäckerin wird sie ja wohl wissen wovon sie spricht. Auf den Tisch kommt bei mir eigentlich nur zweiteres, weil ich Linzer Torte schon immer mit Mürbteig gewohnt war und zweitens - und das ist der weitaus triftigere Grund - erklärte sie mir: "Des andere... des is a Bledsinn, Kind!". Mit großen Augen starrte ich sie an und nahm es zur Kenntnis. Zwar halte ich Rührteig nicht für Blödsinn, aber ihr wisst ja wie das mit den Gewohnheiten ist...

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Und ganz wichtig - darauf hat sie ebenfalls bestanden - ist auch die Wahl der Marmelade. "Da nimmst ned iiiirgendeine... na, da brauchst Ribisel!" Prompt wurde ich gleich mit mehreren Gläsern - natürlich hausgemachter, keine Frage - Ribiselmarmelade beschenkt. Zwar war ich nicht besonders scharf darauf kiloweise Ribiselmarmelade nach Hause zu schleppen, aber das war mir dennoch lieber als das das obligatorische Glas Nutella, das sie mir sonst nach jedem Besuch aufs Aug drückte...

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Absolut  für die Linzer Torte spricht, dass sie sich wunderbar vorbereiten lässt. Gerne auch mehrere Tage im Vorhinein, da sie dann genug Zeit hat ordentlich durchzuziehen und so schön saftig wird.

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Für die Linzer Torte:
(Tarteform mit 24cm Durchmesser)

- 200 g Mehl
- 150 g Mandeln
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 TL Backpulver
- 1 bis 1 1/2 TL Zimt
- Abrieb einer unbehandelten Zitrone
- je 1 Msp. Nelken, Muskatnuss
- 1 Glas Ribiselmarmelade 
(mehr nach Bedarf)

Für den Mürbteig alle Zutaten bis auf die Marmelade zu einem glatten Teig kneten. Ist der Teig zu feucht, noch etwas Mehl hinzufügen. In Frischhaltefolie wickeln und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Form einfetten und bemehlen.

Den Mürbteig aus dem Kühlschrank holen, nochmal kurz durchkneten und etwa 2/3 davon dick ausrollen. die Form damit auskleiden und speziell an den Rändern gut festdrücken. Die Ribiselmarmelade darauf verstreichen.

Das übrige Drittel nun auch ausrollen und entweder Streifen schneiden oder mit einem Keksausstecher Formen ausstechen und die Torte damit belegen.

Auf mittlerer Schiene etwa 35 bis 40 Minuten backen. Wird die Oberfläche zu dunkel, die Torte mit Alufolie bedecken und weiterbacken.

Nach der Backzeit die Torte vollständig auskühlen lassen.

Freitag, 14. Februar 2014

Whiskey "Bailey's" Obers Likör

Ich muss nochmal die Sache mit den Suchbegriffen aufgreifen. Seit ich blogge, schaue ich mir ja immer wieder mal meine Suchbegriffe an. Seit dem Blogevent von Steffen&Sabrina aber wahrscheinlich noch intensiver. Aber das tun künftig vermutlich alle, die einen (Food)Blog schreiben....

Na, jedenfalls ereilte mich kürzlich mal wieder ein Begriff... was soll ich sagen... Ich war mir anfangs nicht so ganz sicher, ob ich lachen oder die Augenbrauen hochziehen soll. Nämlich "Baileys trinken oder schlürfen" hat meine Freundin letztens so amüsiert, als ich ihr davon erzählte, dass eine Kommunikation mit ihr kurzzeitig nicht möglich war aufgrund ihres Lachanfalls. Sie steckte mich so damit an, dass ich mich natürlich auch nicht mehr halten konnte. Gemeinsam kugelten wir also fast schon am Boden und ich schoss noch einige andere lustige Suchbegriffe nach, die mir so untergekommen sind.

Schlürfen ist ja hierzulande ein Zeugnis von schlechtem Benehmen. Sätze wie "Iss anständig!" oder "Mach den Mund beim Essen zu!" hat bestimmt jeder von uns das eine oder andere Mal in seiner Kindheit gehört, oder? Was die Etikette verlangt, ist für die meisten Kinder ein nerviger Lernprozess, für die Erwachsenen mittlerweile Routine. Eine aufrechte Sitzhaltung beim Essen, kauen bei geschlossenem Mund und nahezu geräuschloses Trinken sind dabei nur einige Verhaltensregeln, die wir als absolutes Minimum betrachten und schlürfen steht bei den No-Go's auf der Liste ganz, ganz weit oben. Überhaupt scheint mir Essen ohne jegliche Geräuschentwicklung recht verbreitet zu sein. Bei meiner Oma beispielsweise.... da darf ich beim Essen nichtmal reden! (Ich hoffe, sie liest das nie! hihi) Für jede Quasselstrippe ist das natürlich ein nicht auszuhaltender Zustand!

Als Kind habe ich mir gern das Glas so knallvoll gefüllt, dass ein weiterer Tropfen alles zum Überlaufen gebracht hätte. Das Glas nehmen und davon trinken? No Chance! Der erste Schluck wurde von mir daher prinzipiell weggeschlürft. Und noch in der Sekunde, als sich meine Lippen Richtung Glas bewegten, funkelte mich meine Mutter mit einem scharfen, und vor allem aber nachdrücklichen "Schlürfen, mein liebes Kind, ist jetzt bitte kein angebrachtes Verhalten!"-Blick von der Seite an. Tja, diese Glasübertriebenanfüll-Phase hatte ich nicht besonders lange...

Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen schlürfen ausdrücklich erlaubt und erwünscht ist. Damit meine ich nicht (nur) manche asiatischen Länder, wo schlürfen ein völlig normales Geräusch während dem Essen ist und sich keine Sau kein Mensch darum schert. Nein, ich meine die Kaffee- und Teeverkostung. Da darf man auf die jahrelang antrainierten und (mehr oder weniger) vornehmen Tischmanieren verzichten und sogar behaupten, dass das so sein muss. Die Grundlage, um sämtliche Aromen wahrzunehmen, ist nämlich das Schlürfen! (Der Fachbegriff dafür ist übrigens Cupping.) Wird Flüssigkeit mit einem kräftigen Sog in den Mund gezogen, so gelangt das Aroma nicht nur in den Rachen, sondern auch in die Nasenhöhle und erreicht dort die Aromarezeptoren, die sich natürlich freuen, dass sie auch mal eine ordentliche Ladung von dem guten Geschmack abbekommen.

Was also anfangs für mich lächerlich klang und beinahe einen Muskelkater im Bauch auslöste (weil zu viel gelacht), ist jetzt gar nicht mehr so absurd. In diesem Sinne... warum Bailey's (oder jeden anderen Likör... oder generell jedes Getränk seiner Wahl) nicht einfach mal schlürfen? Dann aber bitte nur zu Hause....Sonst heißt es am Ende noch (oder wieder?), man hätte schlechte Manieren!

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Dass ich das Rezept ausgerechnet bei Steffen&Sabrina gefunden habe, finde ich fast schon wieder ironisch.... Allerdings habe frischen Espresso genommen statt Pulver und davon auch gleich mal zwei Tassen. Die Menge vom Karamellsirup habe ich gewaltig erhöht, dafür habe ich - in weiser Voraussicht - weniger Whiskey genommen, da Sabrina den Hinweis gegeben hat, dass es die Mischung in sich hat. Es ist also ratsam sich mit dem Whiskey heranzutasten! Ich trink jetzt jedenfalls noch ein Schlückchen...

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Für den Likör:
(ergibt etwa 1 Liter)

- 1 Dose gezuckerte Kondensmilch (ca. 400 ml)
- 1 Becher Obers
- 1 bis 2 Tassen frischer Espresso 
(je nach Geschmack, bei zwei Tassen ist der 
Kaffeegeschmack schon sehr deutlich!)
- 4 bis 6 EL Karamellsirup 
(wieder: je nach Geschmack)
- 200 bis 300 ml Whiskey 
(wie stark man es halt haben möchte)


Alle Zutaten in den Standmixer geben und mixen, bis alle Zutaten verrührt sind.

Ich würde - wie gesagt - mit weniger Whiskey anfangen (so etwa mal mit 150 ml) und dann langsam dazu geben, bis der Likör so stark (oder schwach) ist, wie man ihn möchte.

Danach den Likör in saubere Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren. (Hält etwa 2 Monate)

Sonntag, 9. Februar 2014

Amarena Kirsch Cheesecake Blondies - oder so ähnlich...

Klingt das nicht herrlich? Cheesecake, Amarena und Blondies... jummy. Gut, Amarena Kirschen muss man mögen. Ich kenne einige Leute, die den klebrigen, extrem süßen Kirschen aus dem Glas nichts abgewinnen können. Und offen gestanden, ich selbst musste mich damit auch erst anfreunden.

Wenn ich Amarena höre, muss ich zunächst immer an die Spaziergänge in Richtung Eisgeschäft mit meiner Oma denken. Im Sommer, wenn ich bei ihr übernachten durfte (ja, ich hatte immer viel Freude, wenn ich bei meiner Oma war), schlenderten wir gemütlich durch die Gegend, um uns danach mit einem Eis zu belohnen. Mit der Zeit entwickelten wir eine fixe Route, die wir immer abklapperten mit einem eindeutigen Ziel (nämlich Eis, no na). Ich wählte die obligatorische Erdbeer-Schokolade-Vanille-Kombination. Ein Klassiker. Ein Evergreen. Ein Gefühl von Sicherheit. Und meine Oma hatte immer, wirklich immer Amarena Kirsch Eis. Ich habe nie verstanden warum sie ausgerechnet diese Sorte wählte. Zwar versuchte sie regelmäßig bei jedem Besuch im Eisgeschäft mir das Eis schmackhaft zu machen und hin und wieder konnte ich mich auch dazu durchringen einen Löffel zu probieren. Aber ich blieb felsenfest bei meiner Meinung: Amarena + Viktoria = keine Freundschaft! Dazu kam der eindeutige, fast schon verachtende Pfui, mag ich nicht!-Kinderschnuten-Ärmchenverschränken-Blick und meine Oma brach die Mission Amarena Kirschen wieder ab.

Die Jahre zogen ins Land, meine Oma hörte irgendwann gänzlich auf mit den Bekehrungsversuchen und es schien, als wäre das Thema vom Tisch. Ich weiß gar nicht so genau wann meine Einstellung dazu ihre Wendung genommen hat. Irgendwann konnte ich jedenfalls die Begeisterung meiner Oma für dieses Eis verstehen. Einfach so. Plötzlich mochte ich es, nein... ich liebte es. Vielleicht lag es am Eisgeschäft, an der Produktion, an den Zutaten, an.... wasauchimmer. Ich konnte nicht mehr genug bekommen. Die altbewährte Mischung wurde vom Thron gestoßen und fortan sollte es bei mir immer Amarena geben. Ok, nicht immer, aber oft.

Und was hat das alles nun mit den Blondies zu tun? Nun... vor einigen Tagen bildete ich mir ein mal das helle Äquivalent zu den schokoladigen Teilchen zu backen - logischerweise in meiner Lieblingskombination! Dass das Cheesecake-Brownie-Duo einfach wunderbar ist, habe ich ja schon hier und hier mehr als deutlich gemacht. Und was so gut mit dunkler Schokolade funktioniert, muss doch genauso mit weißer Schokolade klappen. Natürlich weiß ich, dass Blondies normalerweise nicht mit weißer Schokolade zubereitet werden und es jeder passionierten amerikanischen Bäckerin vermutlich die Nackenhaare aufstellt bei dem heutigen Rezept. Aber da ich selbst ja keine US- Bürgerin bin, darf ich mir diesen kulinarischen Fehltritt wohl erlauben.

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Die Zutaten für die Blondies fehlten - abgesehen vom Zucker - gänzlich in meiner Küche. Ja, nichteinmal mehr eine Spur von Mehl war zu finden. Klare Sache, der Gang zum Supermarkt blieb mir nicht erspart. Die benötigten Sachen hatte ich rasch beisammen (wenn es ums Backen geht, weiß ich sofort wo ich alles finde, Senf oder Essig oder sowas suche ich hingegen immer verzweifelt eine halbe Ewigkeit!) und da lachte es mich plötzlich an. Ein kleines Glas voll gefüllt mit Amarena Kirschen. In einem Gang, in den ich sonst eigentlich nur selten gehe, bzw. nie, wenn ich "nur" Backzutaten brauche, fand ich es. Warum habe ich diesen Gang gewählt? Brauchte ich etwas von hier? Weiß ich nicht und nein. Aber da war es nun. Ich musste es mitnehmen. Daheim angekommen nahm ich das Glas in die Hand und dachte mir, ja warum eigentlich nicht?! Und so kam es, dass sich zu dem Blondieteig noch ein paar Amarena Kirschen dazu geschummelt haben und ich dabei an meine Oma und an die nahezu ritualisierten Spaziergänge zum Eisgeschäft denken musste.

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Das Rezept für die Blondies gibt es - für die anglophilen Leser unter euch - übrigens hier. Ich war so frei und habe von cups und ounces gleich in Gramm umgerechnet. Allerdings bin ich mir sicher, dass mir das keiner übel nimmt. ;) Die Frischkäsemasse ist ja bereits bekannt und findet sich in dem Buch Let's Bake.

Für die Frischkäsemasse:

- 240 g Frischkäse
- 100 g Zucker
- 1/2 TL Vanilleextrakt
- 1 Ei
- 20 g Stärke
- etwas Salz
- 2 TL Zitronensaft
- etwa 150 g Amarena Kirschen 
(mehr nach Belieben)
Für den Brownieteig:

- 225 g weiße Schokolade
- 115 g Butter
- 2 Eier
-  150 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- eine Prise Salz
- 1 TL Vanilleextrakt
- 60 gZucker

Eine rechteckige Backform (etwa 32x24 cm) einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Die Schokolade zusammen mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen und etwas abkühlen lassen. 

Nun die Frischkäsemasse vorbereiten. Dafür den Frischkäse mit dem Zucker verschlagen. Dann Zitronensaft, Ei, Vanilleextrakt, Salz und Stärke zugeben. Alles gut verrühren und beiseite stellen.

In einer separaten Schüssel Eier, Zucker und Vanilleextrakt cremig schlagen. Die abgekühlte Schokoladenmischung einrühren. mit einer Spachtel das Mehlgemisch unterheben.

Den Teig in die Form geben und glatt streichen. Die Frischkäsemasse vorsichtig darauf verstreichen. Zum Schluss noch die Amarena Kirschen darauf verteilen.

Auf mittlerer Schiene etwa 30 bis 40 Minuten backen. Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen und danach in Stücke schneiden.
Mittwoch, 5. Februar 2014

Oreo Pralinen

Meine Liebe zu Oreos habe ich bestimmt schon mal ausgedrückt. Falls nicht (bzw. für alle, die es vergessen haben): Ich stehe total auf diese kleinen runden Süchtigmacher. Denn jedes Mal, wenn ich eine Packung öffne, überrollt mich dieser Drang, sie alle auf einmal aufessen zu müssen! Jedes Bröselchen!

Ich glaube, diese Kekse wurden nicht gemacht, um sie einfach nur so zu essen. Nein! Sie wurden der Menschheit geschenkt, um viele wunderbare Dinge damit zu zaubern! Sie sind einfach so vielseitig. Ich kenne kaum irgendwelche anderen Kekse, die so flexibel sind in ihrer Verwendung sind, wie Oreos. Egal, ob als Keksboden für einen Cheesecake (das kann ich uneingeschränkt empfehlen!), grob zerhackte Kekse im Eis (ebenfalls eine uneingeschränkte Empfehlung!) oder im Shake. Möchte man sich aber dennoch besinnen auf ihren eigentlichen Zweck - nämlich einfach so essen wie sie sind - dann wird ein Glas Milch zum absoluten Luxusgetränk, tunkt man die dunkle runde Köstlichkeit darin ein.

Isst man sie einfach nur so, kann man sich diese Dinger natürlich nicht einfach so gierig in den Schlund stopfen wie ein ausgehungerter Tiger. Nach welcher Methode die Doppelkekse vernascht werden sollen, muss jeder für sich entscheiden, aber ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen die weitgehend bekannte Aufdreh-Cremerausleck-eintunk-Methode bevorzugen. Ich korrigiere: das ist keine Methode, das ist ein Ritual! Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass auf der Verpackung eine 3-Schritt-Anleitung abgebildet ist, wie man so einen Oreo richtig genießt? - Twist it, lick the cream, now dunk it in the milk, ummmm! - Und findet ihr, dass Oreos besser schmecken, wenn man sie aufdreht, erst die Creme rausleckt und dann den Rest isst?

Wer Oreos aber auf eine elegante Art und Weise genießen will, macht Pralinen daraus, die nicht nur hübsch aussehen, sondern auch noch kinderleicht zu machen sind. Der Arbeitsaufwand dafür ist so minimal, erzeugt hingegen aber einen maximalen Wow- Effekt! Also auch selbst Leute, die noch nie Pralinen gemacht haben, sich aber langsam herantasten wollen, können dabei nichts falsch machen! (Und wer keine Oreos will, nimmt einfach andere Kekse... so einfach ist das!). Und die Zutatenliste ist so kurz, das kann wohl keiner mehr unterbieten!

Gefunden habe ich das - in meinen Augen überaus geniale - Rezept übrigens (u.a.) bei Kathrin von der Glücksbäckerei. Aber Achtung! Diese Pralinen sind hochgradig gefährlich! Der Griff zur Pralinenschachtel (oder wo auch immer sie aufbewahrt werden) erfolgt schneller, als man 1-2-3 sagen kann! Wer seine Finger also nur schwer unter Kontrolle hat, sollte sie lieber festbinden! 

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Für etwa 20 Pralinen:

- 4 Oreo Doppelkekse
- 200 g weiße Kuvertüre
(wer will, nimmt Vollmilch)

Die Kuvertüre schmelzen in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad.

Die Kekse entweder im Standmixer komplett zerbröseln oder mit einem Messer hacken so fein oder grob man möchte. (Ich habe die Standmixermethode gewählt, dadurch werden sie durchgängig eher braun)

Die Kuvertüre und die Kekskrümel miteinander vermischen und gleichmäßig in die Mulden einer Silikonpralinenform füllen. Wer lieber ein Marmormuster haben möchte, füllt abwechselnd Kuvertüre und Kekskrümel in die Formen.
(Wer die Pralinen lieber eher weiß haben möchte, vermischt die zerbröselten/gehackten Oreos nicht mit der Kuvertüre, sondern füllt beides abwechselnd in die Mulden.)

Um eventuelle Luftbläschen zu vermeiden, die Form links und rechts nehmen, gut festhalten und vorsichtig damit auf die Arbeitsfläche klopfen.

Zum Aushärten kommen die Pralinen nun in den Kühlschrank für etwa 1 bis 2 Stunden. Wer es eilig hat: im Gefrierfach geht es schneller.

Die ausgehärteten Pralinen lassen sich aus der Silikonform einfach herauslösen.