Mittwoch, 19. Februar 2014

Linzer Torte

Kennt ihr das, wenn ihr in die Küche geht und wie automatisch einen Kuchen oder eine Torte zaubert, für die ihr nie ein Rezept braucht? Das sind jene Köstlichkeiten, die man selbst im Schlaf zubereiten kann, weil sie schon seit man denken kann daheim auf den Tisch kommen.

Mir geht es so (unter anderem) mit Linzer Torte. Ich habe dafür - glaube ich - noch NIE nach einem Rezept gesucht und ist bei mir auch in keiner schriftlichen Form zu finden. Vor Jahren habe ich meine Oma mal gefragt wie man die macht und seither ist diese mündliche Überlieferung in meinem Kopf gespeichert wie meine Telefonnummer, unsere alte Festnetznummer, die alte Festnetznummer meiner Freundin und das Datum der französischen Revolution (ja... fragt mich nicht...) Damals hat sie mir in einem ernsten 4-Augen-Gespräch einen richtigen Vortrag gehalten über die richtige Zubereitung von Linzer Torte. Leise und bedacht hat sie zu mir gesprochen, als wäre das Rezept ein Staatsgeheimnis, das streng gehütet werden müsse und nur auserwählte Personen dürfen davon wissen! Entschuldige, Oma, dass ich heute dein Rezept einfach so in die große weite Welt hinausschicke...

Linzer Torte kann man nämlich, so ihre Worte, auf zwei Arten machen. Entweder mit Linzer Masse, also einem Rührteig mit Mandeln... oder man macht sie mit einem Linzer Teig, also einem Mürbteig mit Mandeln. Nachgeprüft habe ich das so nicht, aber als erfahrene Bäckerin wird sie ja wohl wissen wovon sie spricht. Auf den Tisch kommt bei mir eigentlich nur zweiteres, weil ich Linzer Torte schon immer mit Mürbteig gewohnt war und zweitens - und das ist der weitaus triftigere Grund - erklärte sie mir: "Des andere... des is a Bledsinn, Kind!". Mit großen Augen starrte ich sie an und nahm es zur Kenntnis. Zwar halte ich Rührteig nicht für Blödsinn, aber ihr wisst ja wie das mit den Gewohnheiten ist...

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Und ganz wichtig - darauf hat sie ebenfalls bestanden - ist auch die Wahl der Marmelade. "Da nimmst ned iiiirgendeine... na, da brauchst Ribisel!" Prompt wurde ich gleich mit mehreren Gläsern - natürlich hausgemachter, keine Frage - Ribiselmarmelade beschenkt. Zwar war ich nicht besonders scharf darauf kiloweise Ribiselmarmelade nach Hause zu schleppen, aber das war mir dennoch lieber als das das obligatorische Glas Nutella, das sie mir sonst nach jedem Besuch aufs Aug drückte...

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Absolut  für die Linzer Torte spricht, dass sie sich wunderbar vorbereiten lässt. Gerne auch mehrere Tage im Vorhinein, da sie dann genug Zeit hat ordentlich durchzuziehen und so schön saftig wird.

linzer_torte (4)

Für die Linzer Torte:
(Tarteform mit 24cm Durchmesser)

- 200 g Mehl
- 150 g Mandeln
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 TL Backpulver
- 1 bis 1 1/2 TL Zimt
- Abrieb einer unbehandelten Zitrone
- je 1 Msp. Nelken, Muskatnuss
- 1 Glas Ribiselmarmelade 
(mehr nach Bedarf)

Für den Mürbteig alle Zutaten bis auf die Marmelade zu einem glatten Teig kneten. Ist der Teig zu feucht, noch etwas Mehl hinzufügen. In Frischhaltefolie wickeln und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Form einfetten und bemehlen.

Den Mürbteig aus dem Kühlschrank holen, nochmal kurz durchkneten und etwa 2/3 davon dick ausrollen. die Form damit auskleiden und speziell an den Rändern gut festdrücken. Die Ribiselmarmelade darauf verstreichen.

Das übrige Drittel nun auch ausrollen und entweder Streifen schneiden oder mit einem Keksausstecher Formen ausstechen und die Torte damit belegen.

Auf mittlerer Schiene etwa 35 bis 40 Minuten backen. Wird die Oberfläche zu dunkel, die Torte mit Alufolie bedecken und weiterbacken.

Nach der Backzeit die Torte vollständig auskühlen lassen.

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