Samstag, 1. März 2014

Schoko Amarena Kirsch Minicupcakes - der 1. Geburtstag und ein paar Gedanken zum Thema Bloggen

Echt jetzt? Schon ein ganzes Jahr? Irre... Könnt ihr euch vorstellen, dass ich vor genau einem Jahr meinen ersten Beitrag geschrieben habe? Ich nicht! :D Zwar waren es nur ein paar Worte, dass ich von nun an blogge, aber das war die Geburtsstunde. Damals hatte ich keine Ahnung was es mit dem Bloggen wirklich auf sich hat. Meiner Ansicht nach war es nur ein bisschen schreiben, ein bisschen fotografieren, basta. Tja, weit gefehlt... sehr weit gefehlt.

Seitdem bin ich mit meinem Blog "umgezogen", habe viel gelernt und erkannt, dass es damit alleine nicht getan ist. Zu Beginn verfolgte ich eine paar Blogs, die man auf einer Hand abzählen konnte und die ich als Bookmarks abgespeichert habe. Jede Woche (meist war es sonntags) stattete ich jedem Blog einen Besuch hab, um die neuesten Rezepte zu lesen. Wenn man wirklich nur wenige Blogs verfolgt, dann klappt das mit den Lesezeichen ganz gut, es bleibt übersichtlich und die Welt ist in Ordnung. Tja, wenn da nicht diese unglaubliche Vielzahl an Foodblogs (ich wusste damals wirklich nicht, dass es SO viele gibt!) und diese unstillbare Neugierde wäre, würde ich wohl noch heute all meine Lieblingsblogs als Bookmark abspeichern. Aber ihr wisst ja wie das mit dem Wörtchen wenn immer so ist...
Denn sehr schnell klickte ich mich von einem Blog zum nächsten und konnte nicht mehr aufhören. Mittlerweile verfolge ich echt sehr viele Blogs (auch Kochblogs, denn schließlich kann ich ja nicht nur von Kuchen&Co. leben), die ich nun anders verwalte(n kann) und nicht mehr als Lesezeichen abspeicher(n muss).

Böse Zungen behaupten ja, dass der Foodblogbereich schon vollkommen übersättigt ist. Ich sehe das allerdings ein bisschen anders. Dass es zwar viele Foodblogs gibt, ist nicht zu übersehen, aber was ist verkehrt daran? Darf es denn nur eine bestimmte Anzahl an Blogs im Netz geben? Im letzten Jahr habe ich beobachtet wie täglich/wöchentlich/monatlich aus den verschiedensten Motiven heraus neue Blogs gestartet werden. Aber genauso habe ich bemerkt, dass auf Blogs plötzlich Totenstille herrscht, die vor einem Jahr noch sehr aktiv betrieben wurden. Ich weiß gar nicht, wie lange mir das Bloggen noch Spaß macht. Habe ich in einem Jahr keine Freude mehr daran, dann war es eben ein Hobby, das ich gerne betrieben habe, mich davon aber ohne schlechtem Gewissen verabschieden kann. Habe ich in fünf Jahren noch Freude daran, dann schreibe ich eben auch noch in fünf Jahren Geschichten nieder aus meinem Alltag und lasse jeden, der will daran teilhaben. Bloggen soll ja Spaß machen und keinen Zwang ausüben etwas leisten zu müssen!

Meinen Blog betrachte ich als Vergnügen und mittlerweile auch als Hobby. Ich mache es in meiner Freizeit, verdiene damit nicht mein Geld und wenn ich mal keine Lust habe, dann lasse ich es eben bleiben. (Für solche Situationen habe ich dann ein oder zwei Beiträge in petto, die ich posten kann, wenn ich mal eine Backpause einlege.) Natürlich ist es auch so, dass ich Geld reinstecke - nicht nur für Zutaten, sondern auch für Deko und so weiter. Allerdings versuche ich die Kosten dafür im Rahmen zu halten. Leider besitze ich keinen Goldesel, der mir einfach so mal ein paar Münzen ausspuckt, wenn ich sie brauche und Daddy's Girl bin ich auch nicht. Ich arbeite - so wie jeder andere auch - hart für mein Geld und kann es nicht beim Fenster rauswerfen. Ich neige daher nicht dazu Teller zu kaufen in allen Farben, dafür nur einen pro Serie, NUR damit ich möglichst nichts mehrmals verwenden muss - ganz abgesehen davon, so viel Platz hätte ich zu Hause gar nicht, um das alles zu verstauen! Also mal ganz ehrlich... wo liegt das Problem einen Teller öfters zu verwenden und mit einem Gebäck abzulichten? Oder kauft ihr euch für jeden Besuch der Verwandtschaft ein neues Service, nur um nicht immer dasselbe zu verwenden? Meine Teller sind immer weiß, von IKEA und waren günstig. Na und?
Ich hab nämlich keinen Stress damit Teller und mehrmals zu verwenden. Was heißt mehrmals... IMMER! Weil ich hab ja nur diese in meinem Schrank! Gleiches gilt übrigens auch für Hintergründe... 

Wie gesagt, es ist für mich ein Hobby. Ich bin keine Meisterkonditorin, geschweige denn eine Profifotografin. Ich besitze - Achtung! Geständnis - keine Spiegelreflexkamera und muss im Bereich Fotografie noch einiges lernen. Diese Tatsache stresst mich allerdings genauso wenig wie der Fakt, dass ich nicht 100.000 Teller in 100.00 Farben zu Hause habe. Es wäre natürlich gelogen, wenn ich sage, dass ich nicht gerne eine Spiegelreflexkamera hätte. Aber mein Budget reicht nicht aus dafür und ich habe in meinem Leben andere Prioritäten gesetzt!

Fotos mache ich nach bestem Wissen und Gewissen und so wie sie mir gefallen. Shabby chic und wie die Trends auch alle heißen mögen, sind nicht so mein Stil und vor zu viel Deko schrecke ich auch ein wenig zurück. Ebenso kann ich leider nur wenig anfangen mit paper straws und masking tapes und Pompons. Ich sage nicht, dass diese Trends/Dinge hässlich sind (ganz und gar nicht!), ich meine damit bloß, dass sie nicht zu mir passen! So kommen meine Fotos zwar oft sehr reduziert rüber, aber das bin nunmal ich - getreu dem Motto: weniger ist mehr. Zu viel Klimbim lenkt mich einfach zu sehr ab. Manchmal sehe ich Fotos, auf denen ich mich frage, worum es denn eigentlich jetzt geht - um das Gebäck, oder doch um die Tortenplatte mit dem Tortenheber und den Servietten und das Tischtuch und überhaupt um den ganzen Tisch... Eher (nicht immer, aber meistens) minimalistische Fotos sind zwar typisch für mich, aber zeichnet das nicht jeden von uns aus? Dass man irgendetwas hat, was typisch für einen ist?! Geschmäcker sind ja - wie wir bereits alle wissen - verschieden... und das ist auch gut so!

Und wenn ich schon beim Thema Geschmack bin... ich bin nicht hier um das Rad neu zu erfinden. Einen Pudding zu kochen, ist echt keine Weltneuheit und wird auch niemanden mehr vom Hocker schmeissen. Genauso wenig birgt ein Cheesecake oder ein Heidelbeermuffin besonders große Überraschungen. Es war alles irgendwann schon mal da, wir haben vieles schon mal gegessen und wollen vieles mehrmals essen. Kaum ein Foodblogger tanzt regelmäßig mit den neuesten und innovativsten Ideen an. Nein, vielmehr sind es die Abwandlungen, mit denen man bereits vorhandenen Rezepten einen persönlichen Touch verleihen kann. Ich finde das nicht schlimm. Wenn es schon 100 Rezepte für beispielsweise einen Bananenkuchen auf Blogs gibt, dann wird das wohl schon seine Gründe haben. Allen voran wahrscheinlich der Grund, dass er einfach gut schmeckt. Und wenn er mir auch schmeckt? Warum soll ich ihn dann nicht auch machen? Dann bin ich zwar die 101. Bloggerin, die ein Rezept für Bananenkuchen bringt, aber es ist ja auch mein Blog und daher meine Entscheidung was auf den Tisch kommt und somit hier erscheint... (in den meisten Fällen jedenfalls, hihi).

Wer also meine Entscheidung über Fotos und Rezepte nicht teilt oder nicht mag, der muss sich ja nicht gezwungen fühlen meine Beiträge zu lesen. Nicht, dass ich hier jemanden vergraulen möchte, aber ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich mit jedem Foto und/oder mit jedem Rezept den Geschmack von allen zu 100% treffe! (Denn schließlich mag ich auch nicht alle Blogs!) Über Lob freut man sich ja immer - logo - aber mit Kritik muss man auch umgehen können. Wenn es also jemanden gibt, dem mein Blog nicht zusagt, dann reisst mich das nicht in ein tiefes Loch der Depression, weil ich weiß, dass es andere gibt, die meine Geschichten und Rezepte gerne lesen.

Eine Sache, die ich noch gelernt habe, ist, dass ein Blog eine wunderbare Möglichkeit ist Kontakte zu knüpfen. Zwar war ich noch nie auf einem Bloggertreffen (mein Beruf macht das oft unmöglich... oder ich war einfach zu langsam) und kenne leider auch keine einzige Person persönlich, die hinter einem Blog steht, aber vielleicht kann ich das ja eines Tages ändern. Denn eine Sache verbindet uns ja alle: die Liebe stundenlang in der Küche zu stehen, uns manchmal zu ärgern, verzweifelt zu sein, missratene Dinge in den Müll zu pfeffern, nochmal von vorne zu beginnen und am Ende mit vielen Komplimenten belohnt zu werden, weil man es letztlich doch wieder geschafft hat wunderbares zu zaubern. Ich sehe diese Kontakte als gegenseitige Stütze, wenn mal was schief geht, man Fragen zu einem Rezept oder zu Fotos hat, wenn man gerne wissen möchte wo man bestimmte Dekorationsgegenstände gekauft hat (oder Keksdosen, gell), oder, oder, oder... Technische Schwierigkeiten mit dem Blog, Probleme beim Fotografieren, Schreibblockaden oder misslungene Rezepte sind nur einige Stichwörter, die niemand sonst so gut versteht wie ein anderer Blogger, den man mal anraunzen kann in einer schlechten Phase.

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So, jetzt aber genug der Moralpredigt, denn "heit wird g'feiert, dass die Funk'n spritz'n!" wie der Herr Sackbauer zu Silvester zu sagen pflegt. Ich hatte nicht besonders Lust ein Blogevent auszurichten. Dafür fehlt mir wohl einfach die Lust/die Zeit/die Geduld/weitere Attribute beliebig einsetzbar. Stattdessen habe ich mir überlegt den Monat März zum Gastbeitragsmonat zu erklären. Jeden Samstag - außer heute, logo - im März (also am 8., 15., 22. und 29.) gibt es einen Gastbeitrag von Bloggerinnen, die sich mit mir über meinen 1. Bloggeburtstag freuen und wunderbare Süßigkeiten mitgebracht haben. Ihr dürft also gespannt sein!

Bevor es allerdings so weit ist, bejuble ich meinen Blog selbst mit Schoko Amarena Kirsch Minicupcakes (ja, die Minis habens mir wohl angetan!). Diesmal habe ich mich an eine Swiss Meringue Buttercreme rangetraut. Inspiriert wurde ich dabei von chocolateandonions. Gebastelt am Rezept habe ich diesmal nicht, bloß ein paar Sachen weggelassen (die Kirschen im Teig und die Lebensmittelfarbe im Frosting).

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Gelesen habe ich ja schon so oft davon, auf Blogs, in Backbüchern, in Zeitschriften. In den Backbüchern und Zeitschriften wird allerdings nie-nie-niemals auch nur mit einem Wort erwähnt, dass diese Buttercreme eine echte Diva ist und man beim Rühren kurz davor ist völlig die Nerven zu verlieren, da sich die Butter und die Meringue zunächst erstmal gar nicht verbinden, alles aussieht wie ein großer durchgekauter und wieder ausgespuckter Haufen und man einfach nur ein bisschen Geduld braucht. Zart besaitete Menschen sollten sich also vorher gut überlegen, ob sie damit wirklich ihren Cupcakes im wahrsten Sinn das Häubchen aufsetzen möchten! Blogger, die damit schon so ihre Erfahrungen gemacht haben, berichten Gott sei Dank immer davon. Ich war also gefasst. Gewappnet. Mental darauf vorbereitet. Gespannt fing ich an zu rühren. Erst Eiweiß mit Zucker, danach die Butter. Und obwohl ich - meiner bescheidenen Meinung nach - schwer auf den Anblick, der sich mir bieten sollte vorbereitet war, setzte mein Herz für einen kurzen Moment aus. Oh! mein! Gott! WTF soll das sein? Ich schwöre euch, das sah nicht nur aus wie durchgekaut und wieder ausgespuckt, das wirkte noch viel schlimmer! Ich musste mich kurz setzen. An dieser Stelle macht sich übrigens eine Küchenmaschine bezahlt! Der zweite Blick in die Schüssel gab dann Gott sei Dank Entwarnung und es trat der versprochene Effekt ein: der Herzrhythmus normalisierte sich wieder und alle Komponenten haben sich zu einer homogenen Masse verbunden. Yes!

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Für die Cupcakes:
(24 Minis oder 12 "normale")

- 65 g Zucker
- 2 Eier
- 1/2 TL Salz
- 1/2 TL Backpulver
- 60 g Mehl, Type 405
- 85 g Butter
- 165 g Zartbitterschokolade

Für das Frosting:

- 2 große Eiweiß
- 160 g Zucker
- 120 g Butter, in Stückchen und sehr weich
- 4 EL Amarenakirschensirup (aus dem Glas)

- Amarenakirschen für die Deko (aus dem Glas)


Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen oder einfetten und bemehlen.

Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen.  Butter und Schokolade in einem kleinen Topf bei geringer Hitze schmelzen. Öfters umrühren, danach zum Abkühlen auf die Seite stellen.

Eier und Zucker mit dem Handmixer cremig aufschlagen. Danach die Schoko-Butter-Mischung und im Anschluss das Mehl unterrühren.

Den Teig zu je etwa 2/3 in die Mulden füllen und auf mittlerer Schiene circa 15 Minuten backen. Vorsichtshalber die Stäbchenprobe bereits nach 10 Minuten machen!
Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen.

Für das Frosting zunächst Eiweiß und Zucker in eine feuerfeste Schüssel geben und auf ein Wasserbad setzen. Das Wasser sollte nicht kochen! Eiweiß und Zucker nun schlagen, bis sich feste Spitzen bilden und sich der Zucker ganz aufgelöst hat. (Das kann schon mal 5 Minuten dauern.) Danach vom Wasserbad nehmen und weiterschlagen. Die Geschwindigkeit vom Mixer reduzieren und die weiche Butter nun hinzufügen. Nun heißt es Ruhe bewahren und bitte nicht ausflippen: zunächst verbindet sich die Butter gar nicht mit der Meringue, aber einfach weiterschlagen! Es verbindet sich alles miteinander! Versprochen!

Danach noch den Amarenasirup hinzufügen und kurz weiterschlagen, bis alles gut vermischt ist.
Das Frosting nun in einen Spitzbeutel füllen und mit einer Tülle nach Wahl kleine Häubchen auf die Cupcakes setzen.

Jeweils eine Amarenakirsche auf die Cupcakes setzen und nach Lust und Laune noch weiter dekorieren.
Bis zum Servieren kühl stellen.

Nur noch ein kleiner Hinweis: die Swiss Meringue Buttercreme wird im Kühlschrank sehr fest.

Kommentare:

  1. Happy Birthday! :-) Sehr schön, was du geschrieben hast. Sehe ich genauso, der Blog darf einen nicht unter Druck setzen, sondern nur Spaß machen.

    Liebe Grüße, Venda

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    1. Danke für die lieben Worte. :)
      War mir wichtig sowas mal loszuwerden, aber mir wäre ja noch viel mehr eingefallen....

      LG

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