Dienstag, 11. März 2014

Vanille Pralinen

Puuuh, die letzte Woche war echt hart. Ich bin von Pontius nach Pilatius gepilgert und ich war mir die ganze Woche nicht wirklich sicher, ob ich arbeite und zwischendurch andere Termine habe, oder ob ich Termine habe und zwischendurch arbeite. Und dann hat es mich auch noch erwischt. Eiskalt. Bisher konnte ich der Erkältungswelle ganz gut ausweichen. Wahrscheinlich verpasste sie mich immer nur knapp, weil ich immer so viel unterwegs war und sie sah mich immer nur von hinten, aber irgendwann... da traf sie mich doch... so richtig gemein und so richtig "in your face!" mit dem ganzen Programm. Husten - hauptsächlich mitten in der Nacht. Schnupfen. Signifikant gesteigerter Taschentuchverbrauch. Halsweh. Schlaflose Nächte. Augenringe. Kopfschmerzen. Yeah... Und vor allem aber - und das traf mich echt am meisten - chronische Unlust. KEINE Lust aufs Bloggen! Könnt ihr euch das vorstellen? ICH hatte keine Lust darauf auch nur einen Strich zu setzen.

Selbst meine Freundin war vollkommen überrascht, als ich ihr sagte, dass ich mich derzeit so schlapp fühle, dass ich nicht mal Lust aufs Bloggen habe. "Was? DU? Das kann nicht sein!" war ihre Antwort...
Aber eine Sache darf man ja nie vergessen: am anderen Ende der Leitung sitzt ein Mensch aus Fleisch und Blut (also ich), der nicht immer gute Tage haben kann. Aber neue Woche, neues Glück? Ich denke schon. Auf jeden Fall! Denn ich habe wieder Kraft, Energie und Lust... und Vanille Pralinen. 

Bereits vor einiger Zeit habe ich meinem Schokodealer einen Besuch abgestattet, der mich einfach schon kennt. Hole ich bestellte Artikel bei ihm ab, muss ich nie meinen Namen sagen, denn er weiß immer sofort Bescheid. Liegt es an der Häufigkeit meiner Bestellungen? Ich schätze, dass der Grund für meine Bekanntheit einen ganz anderen Ursprung hat...

Dass ich eine kleine Plaudertasche bin, kann ich wohl angesichts der Länge einiger Blogeinträge nicht leugnen. Wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal unaufhörlich rede wie eine Aufziehpuppe und manch einer fragt sich zwischendurch, ob ich denn auch mal atme zwischen den Sätzen.(Zur Beruhigung: ja, das tue ich!)

Als ich begann mich mit der Herstellung von Pralinen zu beschäftigen und ich auf den Shop aufmerksam wurde, hatte ich das Gefühl, dass ich den Jackpot geknackt habe. Es war nicht nur ein Laden, der mir die Kuvertüre liefern sollte, die ich wollte... Nein! Es werden auch Pralinenkurse angeboten! Super! Jemand, der Pralinenkurse anbietet, muss wohl Ahnung haben.

Zwar recherchierte ich bereits Wochen zuvor über die Herstellung, Equipment, diverse Techniken, Rezepte, etc... - ich will schließlich gut vorbereitet sein - und fand heraus, dass es keine große Wissenschaft ist, man braucht lediglich ein bisschen Zeit, Übung und etwas Fingerspitzengefühl. Aber irgendwie schwirrten in meinem Kopf tausende Fragen herum, die mir keine Seite dieser Welt des Internets beantworten konnte. Wo sollte ich jetzt bloß meine Fragen loswerden? Irgendjemand musste doch des Rätsels Lösung kennen! Dann fand ich im Internet besagten Shop, war glücklich, bestellte Kuvertüre und anderes Equipment und marschierte wenige Tage später ein, um meine Bestellung abzuholen und bombardierte den Mann, der da im Laden stand mit meinen Fragen, die ihn trafen wie Torpedos. Ob er überhaupt die richtige Ansprechperson dafür war, habe ich mir damals nicht überlegt. Er war da. Er gab mir meine bestellten Artikel. Er musste wohl der Guru sein, der die Antworten auf meine Fragen kannte. An mehr dachte ich, ehrlich gesagt, nicht.

Völlig überfordert mit dem Wortschwall, der da aus meinem Mund kam, stand er mit weit aufgerissenen Augen vor mir und wusste wohl nicht so recht auf welche Frage - und ob überhaupt - er als erstes reagieren sollte. Nachdem er einige Sekunden Zeit hatte die Flut an Fragen halbwegs zu verdauen, sammelte er sich wieder, räusperte sich kurz und gab mir eine Antwort auf die meisten meiner Fragen. Ja, ich bekam sogar einen Kaffee aufs Haus! DAS nenne ich mal Service! Am Ende haben wir den halben Nachmittag geplaudert, ich fühlte mich perfekt geschult in Sachen Pralinenherstellung und dachte, dass nun nichts mehr schief gehen kann...(dass alles anders kam, sollte ich bald merken, aber das ist eine andere Geschichte)

Tja, mit meiner plaudertaschenhaften Art, die ihn scheinbar wie ein Panzer überrollt hat, habe ich wohl genug Eindruck hinterlassen, dass er mich nie wieder vergisst und daher immer genauestens über meine Bestellungen Bescheid weiß...

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Bestellt habe ich diesmal (u.a.) Hohlkörper in Tassenform, die gleich mehrere Vorteile haben. Erstens sehen sie sehr witzig aus. Pralinen in Tassenform sind nicht so alltäglich und man hat damit die Neugier auf jeden Fall auf seiner Seite. Bereits zu Weihnachten vor zwei Jahren habe ich diese Tassenformen bestellt und festgestellt, dass der zweite große Vorteil darin liegt, dass sie nicht mehr überzogen werden müssen. Die Öffnung muss lediglich mit - vorzugsweise weißer - Kuvertüre verschlossen werden und schon hat man aus Pralinen einen echten Hingucker gemacht!

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Die Füllung für die Pralinen habe ich aus dem Buch Meisterhafte Pralinen & mehr: Die perfekte Harmonie, das ich mir zu Beginn meiner "Pattisseriekarriere" gekauft habe. Besonders visuellen Lesern, die viel Wert legen auf Fotos, rate ich sich dieses Buch genau zu überlegen, da nur zu wenigen Rezepten auch ein Bild vorhanden ist.
Mich persönlich stört das nicht so sehr, denn ich finde in erster Linie die Rezepte sehr ansprechend und qualitativ hochwertig und ganz ehrlich... es weiß doch jeder wie Pralinen aussehen, oder?

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Für etwa 30 Stück:

- 30 Pralinenhohlkörper
- 1 Vanilleschote
- 100 g Obers
- 25 g Butter
- 20 g Glukosesirup
- 100 g weiße Kuvertüre, 
plus noch extra 50 g Kuvertüre zum Verschließen

Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Obers, Butter, Glukose, das Mark der Vanille und die Schote in einen Topf geben und aufkochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Schote wieder entfernen.

Die Kuvertüre grob hacken, in die Obersmischung geben und rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Abkühlen lassen.

Die Füllung entweder in eine Dosierflasche oder in einen Spritzbeutel füllen (und die Spitze abschneiden) und in die Hohlkörper füllen. Etwa 2 bis 3 mm Abstand zum Rand lassen.

Die gefüllten Pralinen für etwa 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, bis sich eine leichte Haut auf der Oberfläche gebildet hat.

Die restliche Kuvertüre schmelzen, in einen Spritzbeutel füllen (eine kleine Spitze abschneiden) und die Öffnung verschließen.

[Wer keine Tassenhohlkörper verwendet, sondern Kugeln, überzieht die Kugeln danach noch mit weißer Kuvertüre. Dazu verfahren wie hier schon mal beschrieben.]

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