Mittwoch, 9. April 2014

Topfenguglhupf mit Beeren - oder wie ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen habe

Ihr wisst ja, dass ich gerne mal meine Suchbegriffe in den Statistiken ansehe. Da sind ja immer wieder Brüller dabei, das glaubt mir keiner, der das selber nicht gelesen hat! Aber hin und wieder sind auch recht sinnvolle Suchwörter dabei, da denkt man schon mal, dass das echt Sinn macht. Unlängst tippte jemand Resteverwertung in die Suchmaschine ein und ist damit bei mir gelandet. Ich weiß nicht was dieser jemand restverwerten wollte, aber von dieser Grundidee bin auf jeden Fall ein ganz großer Fan!

Nur ungern schmeisse ich Lebensmittel weg. Klar mache ich mir auch Gedanken über die heutige Konsum- und Wegwerfgesellschaft, aber in erster Linie denke ich dabei auch - man möge mir meinen Egoismus an dieser Stelle bitte verzeihen - an mein Geld, für das ich arbeiten muss, und das nicht minder hart. Ich möchte es also nicht einfach so beim Fenster rauswerfen direkt in den Mistkübel schmeissen. Daher versuche ich Reste, so gut ich kann, zu verwerten und zur Not friere ich sie ein - sofern das möglich ist. Bleiben Kuchenreste übrig und habe ich grade keine Möglichkeit sie zu verarbeiten --> ab in den Tiefkühler. Zu viele Beeren? --> Tiefkühler. Zu viele Kräuter, von meiner Arbeitskollegin, die es gut meint und mich damit überhäuft --> Tiefkühler. Diese Liste kann man beliebig fortführen. Das Ergebnis ist jedoch immer dasselbe und lautet Tiefkühler.

Auch auf meinem Blog habe ich hier und hier erzählt wie ich Reste verarbeitet und meine Geldbörse, mein Gewissen und meinen Gaumen zum Jubeln gebracht habe.

Der Blick in den Kühlschrank verriet letztens, dass auch bei mir mal wieder Resteverwertung im großen Stil angesagt ist. Eine Packung Topfen und drei übrige Eier, die irgendwie verarbeitet werden mussten, bevor sie den Zenit ihrer Genießbarkeit erreicht haben. Eine Zitrone, deren Schale noch abgerieben werden wollte, bevor sie beginnt zu schrumpeln. Und noch ein paar Heidelbeeren und Himbeeren im Tiefkühler, die noch vor dem Startschuss für die kommende Saison aus dem Tiefkühler gekickt werden sollten.

topfenguglhupf_3

Was für ein Glück, dass sich meine Freundin zum Backen angekündigt hat, nachdem ich ihr schon in den Ohren gelegen bin sie gefragt habe, ob wir mal gemeinsam was backen. Vielleicht war es der richtige Nachdruck, mit dem ich mich letztens mit der Aussage und erhobenem Moralfinger verabschiedet habe von ihr, dass wir jetzt endlich mal eine gemeinsame Backsession einlegen müssen! Denn kurz darauf haben wir uns für einen Vormittag bei mir verabredet und ich durfte - oh yeah - das Rezept aussuchen. Die Sache war für mich natürlich sofort klar: die Reste müssen weg!

Das einzige Problem an der Sache war allerdings, dass ich für gewöhnlich alleine backe und es daher nicht gewohnt bin, dass da jemand danebensteht und mich fragt, ob es denn noch andere Dinge zu tun gibt... Viele Arbeitsschritte habe ich schon so verinnerlicht, dass sie höchstwahrscheinlich mit Sicherheit selbst im Schlaf wie aus der Pistole geschossen kommen. Backen zu zweit war also komplettes Neuland für mich und ich vermute mal, dass meine Freundin es nicht leicht hatte mit mir. Das Rezept war in meinem Kopf und ich natürlich völlig in Gedanken - schließlich weiß ich ja genauestens Bescheid über jeden Arbeitsschritt - und so stand sie öfter mal - gezwungenermaßen - tatenlos neben mir, schaute mir zu und fragte zwischendurch immer wieder "Kann ich auch was tun?" und "Warum machst du das jetzt so?". Erklärungen über Arbeitsabläufe gab ich ihr natürlich keine, denn für mich hatte alles ja eine Logik und die Hauptsache war, ich konnte mein Ding durchziehen und den Kuchen möglichst schnell in den Ofen befördern, ich Egoist. Ich glaube, das gemeinsame Backen muss ich noch ein bisschen üben.... dann klappts auch mit der Arbeitsaufteilung. Aber vielleicht bringt sie ja nochmal die nötige Geduld auf für eine Kücheneigenbrötlerin wie mich und gibt mir noch eine Chance. Ich gelobe Besserung, ich schwöre!

topfenguglhupf_1

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In jedem Fall konnte ich so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem meine Freundin und ich Lebensmittel vor einem unehrenhaften Tod durch Entsorgen bewahrt und diesen Kuchen gemeinsam gezaubert haben, weil ich sie ja schon Wochen zuvor angemotzt habe deswegen.

topfenguglhupf_4

Für den Guglhupf:
(Menge etwas reduziert)

- 150 g Topfen
- 150 g Zucker
- 150 g Butter
- 160 g Mehl
- 20 g Stärke
- 3 Eier
- 2 TL Backpulver
- 2 TL Vanillezucker
- Abrieb einer unbehandelten Zitrone
(optional - eine Handvoll Himbeeren
- eine Handvoll Heidelbeeren)

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Guglhupfform fetten und bemehlen.

Mehl, Stärke und Backpulver abmessen und sieben. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Butter und Eigelb schaumig schlagen, Zitronenabrieb, Zucker und Vanillezucker einrühren. Topfen löffelweise zugeben und mixen, bis alles homogen ist.

Das Mehlgemisch portionsweise unterheben, am Schluss das steif geschlagene Eiweiß unterheben.

(Optional: Den Teig nun in 3 Portionen teilen. Vorsichtig die Heidelbeeren und die Himbeeren jeweils in ein Drittel unterheben, das letzte Drittel bleibt ohne Beeren. Die Teigdrittel dann so in der Form verteilen und glatt streichen, wie ihr es wollt.)

Auf mittlerer Schiene etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach der Backzeit den Kuchen 5 Minuten in der Form auskühlen lassen, danach stürzen und vollständig abkühlen lassen.

Zum Servieren mit Zucker bestreuen... oder auch nicht.

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