Samstag, 24. Mai 2014

Erdbeer- Rhabarber Sirup - und ein Mojito dazu!

Meine Mama hat gesagt, als Kind habe ich Rhabarber geliebt. Irgendwie fällt es mir aber ein bisschen schwer ihr das zu glauben. Laut ihren Erzählungen habe ich oft auf ein Rhabarberkompott bestanden. "Aber... war das nicht immer furchtbar sauer?" fragte ich sie letzte Woche beim Holler pflücken. "Ach, mit genug Zucker ging das schon...." Na gut, sie wird es ja wohl wissen. Ich kann mich jedenfalls beim besten Willen nicht daran erinnern. Und ihr wisst ja wie das so ist... woran man sich nicht erinnert, das ist NIE passiert. Nie!

Vor einigen Jahren habe ich ein Stück von einer Rhabarber-Baiser Torte probiert. Für gewöhnlich esse ich nichts aus Höflichkeit. Zwar probiere ich einen Bissen, aber wenn mir etwas nicht schmeckt, dann lasse ich es stehen. Aber bei dieser Torte hatte ich selbst mit diesem einen Bissen große Mühe. Die Baiserschicht war schon längst am Weg in Richtung Magen und der Tortenboden konnte mir auch nicht darüber hinweghelfen, dass es einfach nur so unpackbar sauer war. Ich wusste dann nicht so recht wie ich der Gastgeberin nun verklickern soll, dass ich ihre Mühe zwar zu schätzen weiß, ich dieses Stück Torte aber ums Verrecken nicht essen kann. Aber ein Blick in mein Gesicht hat ihr dann wohl alles verraten und ich musste - Gott sei Dank - nicht mehr groß erklären, dass ich selbst unter größter Anstrengung und Selbstdisziplin nicht einmal die Hälfte schaffen würde.

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So ganz verstanden habe ich die Situation damals allerdings nicht. Denn ich mag es sonst gern sehr sauer. Und damit meine ich wirklich SEHR. Um es euch ein bisschen zu verdeutlichen: bestelle ich ein Soda Zitrone im Restaurant, dann sage ich dem Kellner ausnahmslos IMMER, dass er bitte mit der Zitrone nicht sparen soll.
"Bitte SEHR sauer!"
"Wie sehr?" 
"Ja, so richtig viel. Das Soda muss kräftig gelb sein!"
Bisher ist noch jeder Kellner mit einem verdutzten Blick davon gtetrottet. Denn ich trinke nicht Soda mit Zitrone. Nein, ich trinke Zitrone mit Soda. Auf einen Liter Wasser kommen bei mir schon mal gut 4 bis 5 Zitronen rein - aber nur an schwachen Tagen. Versteht ihr was ich meine? Wenn sich bei anderen schon sämtliche vorhandenen Gesichtsmuskeln zusammenziehen, fängt es mir gerade einmal an zu schmecken! Ja, wir haben alle so unsere komischen Ess- und Trinkgewohnheiten...

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Deshalb war es mir wirklich ein Rätsel warum ich diese Rhabarber-Baiser Torte nicht essen konnte. Verschlimmert wurde es dadurch, dass ich ziemlich genau ein Jahr danach Rhabarbersaft  gekauft habe. Komm, gib' dir einen Ruck und versuch es einfach nochmal, dachte ich mir. Haha, Fail! Ähm, der Saft stand so lange im Kühlschrank, bis er fast von selbst bereit war in die Mülltonne zu wandern...
Seit diesen beiden Erlebnissen habe ich nie wieder was mit Rhabarber probiert. Der Schock saß mir einfach noch zu tief im Nacken.

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Bis zu dem Tag, an dem ich bei Nina den Erdbeer- Rhabarber Sirup entdeckt habe. Dass die beiden nicht nur optisch ein hübsches Paar abgeben, sondern auch geschmacklich ein wunderbares Duo sind, hört man ja an allen Ecken und Enden. Meine Neugier war neu entfacht....
Endgültig um mich geschehen war es allerdings, als sie den dazu passenden Mojito veröffentlicht hat. Da wusste ich, dass ich diesen Sirup auf jeden Fall machen werde!
Was soll ich dazu sagen? Für mich ein absoluter Knaller! Ich überlege ernsthaft, ob ich nochmal schnell ein paar Flaschen nachproduzieren soll, bevor die Rhabarbersaison zur Neige geht. 

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Nicht, dass ich dem Alkohol ständig frönen würde... Aber wenn man die ganze Woche in einem Seminar sitzt und sich wie damals in der Schule einen Frontalvortrag (Hallo, interaktives Lernen, wo bist du?) von 8.30 - 17 Uhr reinziehen muss, dann ist man am Ende der Woche glücklich mit einem Mojito (oder zwei) draußen sitzen und einfach nur das Hirn, das mittlerweile sowieso nur noch Gelee ist, "auslüften" zu können. Wenn das dann auch noch ein Mojito mit dem Erdbeer- Rhabarber Sirup ist, dann bin ich sowieso gleich noch viel zufriedener!

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Aber nicht nur im Mojito schmeckt der Sirup besonders gut, sondern auch für einen Spritzer (=Weißweinschorle) ist der Sirup wunderbar geeignet. "Hihi, geil, das schmeckt ja wie Erdbeer Bowle!" meinte meine Freundin letztens dazu.
Ach, was solls... der Sommer hat gerade erst begonnen, ich mach einfach noch ein paar Flaschen. Angeblich hält er bis zu 6 Monate, wenn man ihn kühl und dunkel lagert... weiß ich nicht so genau, denn so lange wird der bei mir nicht überleben!

Den Sirup habe ich allerdings etwas anders gemacht. Statt Vanille zu verwenden wie Nina, habe ich - oh, welch Überraschung - Zitrone in den Sirup gegeben. Wem die Vanille dann doch lieber ist, lässt die Zitrone weg und nimmt eine Vanilleschote.

Für den Sirup:

- 750 g Rhabarber, bereits geputzt und gewogen
- 750 g Erdbeeren, bereits geputzt und gewogen
- 2 bis 3 unbehandelte Zitronen
- 1 1/2 kg Zucker
- 1 1/2 l Wasser

Zunächst die Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Je nachdem, wie viel Zitrone ihr mögt, nehmt ihr zwei oder drei Zitronen.

Die Erdbeeren, den Rhabarber, den Abrieb und den Saft der Zitronen, sowie den Zucker in einen großen Topf geben, gut verrühren und abgedeckt gut 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. 

Am nächsten Tag die Früchte pürieren, das Wasser zugießen, den Topf auf den Herd stellen und alles zum Kochen bringen. Den Sirup für etwa eine halbe Stunde köcheln lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entstanden ist.

Den Sirup durch ein Sieb streichen, um Fruchtreste zu entfernen.

Die Flaschen für den Sirup sterilisieren. Dafür die Flaschen entweder auskochen oder im Backrohr bei 150 Grad Ober- und Unterhitze etwa 15 bis 20 Minuten sterilisieren.

Den Sirup nochmal in den Topf geben, aufkochen lassen und dann noch heiß in die Flaschen füllen.

So, jetzt kann man den Sirup mit Mineralwasser aufgießen... Spritzer damit versüßen... oder Mojito machen (klare Nachmachempfehlung!). Nehmt euch den Rat von Nina zu Herzen und verwendet höchstens ein Viertel, maximal ein Drittel Limette, da der Geschmack vom Sirup sonst überdeckt wird!

Für ein Glas Mojito:

-1/4, max. 1/3 Limette, unbehandelt
- 5 Minzeblätter
- 5 cl weißer Rum
- 5 cl Erdbeer- Rhabarber Sirup
- 6 cl prickelndes Mineralwasser
- Crushed Ice zum Auffüllen

Limette und Minzeblätter in ein Glas geben und mit einem Stössel alles leicht zerdrücken. Mit Rum, Sirup und Mineralwasser aufgießen und mit Crushed Ice bedecken, bis das Glas voll ist.

Zum Schluß setzt ihr euch mit dem Glas vorzugsweise ins Freie, legt die Beine hoch und hinter euch die Sintflut! 

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