Mittwoch, 14. Mai 2014

Ginger Ale - in zwei Varianten

Der heutige Beitrag lässt sich wie die Kronenzeitung lesen - viele Bilder, wenig Text - nur mal so zur Vorwarnung. ;)

Dass ich auf das Rezept für Ginger Ale gestoßen bin, war wahrscheinlich mein Todesurteil. Denn eigentlich trinke ich am liebsten Wasser. Ab und zu Saft. Und uneigentlich saufe trinke ich eine Flasche Ginger Ale aus, sobald sie am Tisch steht. Deshalb kaufe ich nur selten eine Flasche und wenn, dann überliste ich mich selbst, indem bloß eine 0,5l Flasche in den Einkaufskorb wandert. Meine Devise Maß und Ziel wird dann nämlich einfach mal über den Haufen geworfen und das Wort Selbstdisziplin ist mir in dieser Hinsicht ohnehin fremd. Aber jeder hat so seine Laster. Ich rauche nicht, könnte mich zeitweise aber nur von Schokolade ernähren und alles mit Ginger Ale runterspülen. Gott sei Dank verdiene ich meine Brötchen nicht als Diätologin, denn sonst müsste ich mir selbst eine Predigt (mit Moralfinger!) halten, dass das alles andere als gesund ist und jeglicher Vernunft widerspricht!

Zuvor bin ich noch nie auf die Idee gekommen Ginger Ale selbst zu machen. Aber da wusste ich ja auch noch nicht wie kinderleicht die Herstellung ist... 

Finden kann man im Netz viele Rezepte, mehrere Herstellungsvarianten und vor allem sehr viele verschiedene Mischungsverhältnisse. Gemeinsam haben sie allerdings alle folgende Zutaten: Ingwer, Zitrone und/oder Limette, Zucker und Wasser. Die ursprüngliche Variante heißt wohl in Wahrheit Ginger Beer und wird mit Hefe gemacht. 

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Die Herstellung mit Hefe gleicht einem Chemieversuch in der Schule, den die Schüler mit wenigen - vor allem aber haushaltsüblichen - Mitteln selbst durchführen können und in jedem Fall zu einem Erfolgserlebnis führt - allerdings nur, wenn die Hefemenge stimmt und man den richtigen Moment abpasst. Denn dazu braucht man eine Plastikfalsche (kein Glas!) mit 2 Litern Fassungsvermögen, die bis etwa 5 cm unter den Rand gefüllt wird. Mischt man der ganzen Angelegenheit zu viel Hefe bei oder lässt man sie zu lange stehen, könnte es dazu führen, dass die Flasche explodiert. Die Flasche sollte auf keinen Fall zu stark bewegt werden, gerade stehen und vor dem Verzehr kühl gelagert werden. Tja, bei all diesen Warnhinweisen kann man es schon mal mit der Angst zu tun bekommen, weil man das Gefühl bekommt, man produziert hier nicht ganz zwei Liter flüssigen, hochgradig gefährlichen Sprengstoff, der einem die ganze Bude bei falscher Handhabung um die Ohren haut. Nun, ganz so schlimm ist es nicht, man muss nur ein bisschen ein Auge darauf haben. 

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Denn sobald die Flasche prall ist und bei leichtem Druck nicht mehr nachgibt, ist das Gebräu fertig. Das dauert in der Regel 24 bis 48 Stunden. Danach kommt die Flasche in den Kühlschrank, damit der Vulkan, der da im Inneren der Flasche brodelt, quasi stillgelegt wird. Gekühlt schmeckt's außerdem eh besser! 

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Für den Ginger Ale mit Hefe:

- 1 1/2 bis 2 EL geriebener, frischer Ingwer
- 250 g brauner Zucker
- 1 unbehandelte Zitrone
- 3 g frische Hefe oder 1,5 g Trockenhefe
- etwa 1 1/2 l Wasser
- 1 saubere 2l Plastikflasche

Die Zitrone heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.

Zitronenabrieb und -saft, Zucker, Ingwer und Hefe in die saubere Flasche füllen und bis etwa 5 cm unter den Flaschenrand mit Wasser auffüllen.

Den Inhalt gut durchschütteln, bis sich Zucker und Hefe aufgelöst haben und die Flasche dann für 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Nach 24 Stunden den Drucktest machen. Ist die Flasche prall und gibt nicht mehr nach, wenn man sie leicht eindrückt, ist der Ginger Ale fertig. (Wenn nicht, so lange stehen lassen, bis die Flasche bei leichtem Druck nicht mehr nachgibt. )

Die pralle Flasche nun für gut 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Zum Servieren den Inhalt durch ein Sieb gießen, um die Zitronenzesten und die Ingwerstücke zu entfernen.
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Geschmacklich überzeugt hat mich allerdings der "ungefährlichere" Sirup, für den keine Hefe benötigt wird. Das Rezept mit der Hefe hat den großen Nachteil, dass bei der Gärung neben Kohlensäure auch Alkohol entsteht. Der Gehalt ist zwar gering, aber doch merklich da. Die Hefenote erinnert mich leicht an Weizenbier und bleibt irgendwie am Gaumen hängen. 

Für den Sirup braucht man wesentlich mehr Ingwer, aber das ist dann auch schon der einzige Nachteil (sofern man das als solchen bezeichnen kann). Die Kohlensäure muss extra zugesetzt werden, aber es ist ja auch ein Sirup. Aber aufgießen kann man schließlich mit kaltem Mineralwasser!

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Ginger Ale als Sirup überzeugt mich auf der ganzen Linie - er ist länger haltbar, platzsparender im Kühlschrank, hat keinen Alkoholgehalt (das heißt keine anhaftende Hefenote am Gaumen) und ist daher auch für Kinder geeignet!

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Gefunden habe ich den Sirup bei der klang von zuckerwatte mit einem weiteren Vorschlag für einen Winter-Ginger Ale mit Gewürzen und Orangen, der ich definitiv neugierig gemacht hat...

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(Man beachte bei diesem Foto bitte das Glas, das brav Modell stand, sich dann aber just in dem Moment entschloss umzufallen, als ich grade den Finger am Auslöser hatte. Na gut, wenigstens war nur ein kleiner Schluck verschüttet!)

Für den Ginger Ale Sirup:

- 150 g frischer Ingwer
- 250 g brauner Zucker
- 1 unbehandelte Limette
- 1 unbehandelte Zitrone
- 500 ml Wasser

Zunächst die Flaschen, in die der Sirup gefüllt wird, sterilisieren. Dafür das Backrohr auf 120 Grad vorheizen und die Flaschen darin 15 bis 20 Minuten sterilisieren. Wahlweise können sie auch im kochenden Wasser 10 bis 15 Minuten ausgekocht werden. 

Die Zitrone und die Limette heiß abwaschen, jeweils die Schale abreiben und den Saft auspressen. Den Ingwer schälen und ebenfalls reiben, klein hacken oder in dünne Scheiben schneiden.

Wasser, Zucker, Zitronen- und Limettensaft, sowie den Abrieb von beiden und Ingwer in einen Topf geben, aufkochen lassen und 5 bis 10 Minuten köcheln lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entstanden ist.

Den Sirup durch ein Sieb in die sterilisierten Flaschen füllen, vollständig auskühlen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahren.

Zum Servieren die gewünschte Menge Sirup mit Mineralwasser aufgießen.

Kommentare:

  1. Ich habe ja schon bei Facebook geschrieben, dass ich den Sirup ausprobiert habe. Gestern habe ich ihn dann meiner Mama vorbeigebracht und ich muss sagen: WIR sind begeistert! Ich habe jetzt nicht so den Vergleich zu industriellem Ginger Ale, weil ich das eigentlich nicht trinke, aber meine liebe Mama meint, er würde hundertmal besser schmecken als gekaufter. Und ich schätze, dass man wesentlich günstiger damit wegkommt, weil der Sirup doch sehr ergiebig ist. Mir hat er auch sehr gut geschmeckt und ich werde ihn wohl noch öfter herstellen :) vielen Dank für das tolle Rezept ♥
    Ricarda

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    1. Liebe Ricarda!

      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Es freut mich unheimlich, dass ich sogar dich überzeugen konnte, obwohl Ingwer nicht so dein Ding ist!

      Ich bin auch der Meinung, dass man mit dem Sirup günstiger wegkommt, vor allem, weil ich den Ingwer im Asia Laden kaufe und der dort echt nur einen Spott kostet!

      Liebe Grüße
      Viktoria

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