Montag, 5. Mai 2014

Kokos- Erdbeer Cake Pops

Mich plagt ein wenig das schlechte Gewissen. Aber ich bin um Schadensbegrenzung bemüht.
Vor einiger Zeit schreib mir meine Freundin nämlich eine Sms, dass sie unbedingt wieder Cake Pops haben möchte und wenn ich wieder welche mache, dann soll ich ihr bitte auf jeden Fall den einen oder anderen aufheben...
Tja... das ging ja mal glatt in die Hose. Sollte ich es ihr gleich beichten? Oder soll ich einfach warten bis sie diesen Beitrag liest und mir dann meine Rüge abholen. Nein, ich warne sie lieber gleich vor, damit der heutige Post sie nicht trifft wie ein Schlag. Denn was sie nicht wusste, ich hatte schon längst für Nachschub gesorgt und als ihre Sms kam, lebte ich bloß noch mit einer Erinnerung und ein paar Fotos daran.

Die Cake Pops waren längst verspeist (ich selbst ergatterte bloß zwei - immerhin mehr als nur einen), denn ich nahm sie mit zu einer Geburtstagsfeier und dort waren sie nicht nur binnen weniger Minuten ratzeputz aufgefuttert, sondern auch den halben Abend DAS Gesprächsthema.
Wie hast du die gemacht? - Öööh, mit Kuchen und Frischkäse und so...
Hast du da auch so ein Dings dafür? - Definiere "Dings"!
Na, so eine Form halt... - Nein, ich habe alles mit der Hand gerollt.
Wie viel Kuchen braucht man dafür - Jo, das hängt davon ab wie viele Cake Pops du willst... 
Dauert das lange? - Jo, Torte backen + füllen + dekorieren dauert auch lange...
Bäckst du oft? - JA! 
Schmeckt bei dir alles so gut wie diese wie heißen die nochmal...? ...Cake Pops... Und ja! Das will ich wohl meinen!

Spätestens als mein mir unbekannter Sitznachbar seine Freundin mit vollem Mund anmotzte, warum sie denn noch nie welche gemacht habe und sie sich doch von wie war ihr Name nochmal? (äh, Viktoria... ich heiße Viktoria!) das Rezept holen solle, war das Thema Cake Pops für mich dann auch schon wieder durch. Denn ohne es zu wollen, standen meine Cake Pops und ich im Mittelpunkt statt dem Geburtstagskind. Auch blöd, oder? Es war mir ein wenig unangenehm, denn es war nicht meine Party, nicht mein Abend, nicht mein Geburtstag. Doch jeder auch noch so abrupte Versuch das Thema zu beenden, scheiterte kläglich. Ich sage euch, neugierige Nasen können mit ihren Fragen ganz schön hartnäckig sein.

Erst als ich eine Gesprächspartnerin fand, die leider (oder Gott sei Dank?) mit Kokos absolut nichts am Hut hat - und daher auch davon keinen probiert hat - fand ich meine Ruhe, musste keine Fragen mehr dazu beantworten und konnte über irgendwelche anderen Themen reden, nur nicht mehr über die Kokos- Erdbeer Cake Pops....

Und dann erhielt ich eben besagte Sms meiner Freundin. Sie möchte Cake Pops... Aber woher sollte ich denn auch wissen, dass sie so drauf fliegt?
Na gut.. von diesen hat sie zwar keinen einzigen bekommen, dafür mache ich mit ihr mal welche in Gemeinschaftsarbeit - in der Hoffnung, dass sie dies als Wiedergutmachung akezptiert. Dann darf sie auch den Kuchen zerbröseln, hihi. (Ihr wisst ja noch, das gemeinsame Backen muss ich noch etwas üben...)

Noch ein paaar Worte zu den Fotos: Ich mag es ja total, wenn neue Ideen im Prozess aufkommen. Wenn ich also Bilder schieße und währenddessen beschließe, dass ich die Deko ja anders (oder besser) machen könnte, dann versuche ich es sofort umzusetzen. Mein erster Gedanke war nämlich, dass ich die Cake Pops ganz minimalistisch und ohne viel Klimbim (so wie ich eben am liebsten habe) präsentiere.

kokos_erdbeer_cakepops (5)

Das fand ich dann doch etwas sehr langweilig... Hm, ein rotes Bändchen wird das Bild wohl hoffentlich retten...

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Das war zwar schon besser, machte mich aber noch nicht zu 100% glücklich. Dekogranulat sollte mein Foto retten. Also ein bisschen was ins Glas geschüttet und weiter gehts....

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Na, das ist doch schon besser. Aber... noch ein Bildchen vom Cakepopinnenleben, dann sollte ich zufrieden sein. Also:

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Für die Cake Pops könnt ihr jeden Kokoskuchen verwenden, der euch schmeckt, hauptsache er schmeckt wunderbar nach Kokos, wie z.B. dieser hier.

Für die Cake Pops:
(etwa 35 Stück)
- 3 Eier
- 120 g weiche Butter
- 120 g Staubzucker
- 90 g Kokosraspel + 70 g extra für die Deko
- 180 g Mehl
- 160 ml Kokosmilch
-  2 TL Backpulver, eine Prise Salz
- 100 g getrocknete Erdbeeren
- 5 bis 6 EL Frischkäse
- 200 g weiße Kuvertüre
- Cake Pop Stiele

Eine Springform, Kastenform, o.ä. einfetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Kokosraspel und Backpulver in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.
Butter mit Salz und Zucker schaumig schlagen. Nacheinander die Eier einrühren und weiter rühren, bis alles homogen ist. 
Nun die Kokosmilch und danach das Mehlgemisch unterrühren.
Den Teig etwa 35 bis 40 Minuten backen. Wie immer: Stäbchenprobe machen!
 
Den Kuchen nach der Backzeit vollständig auskühlen lassen. Ist er euch zu dunkel geworden, dann den Rand vorsichtig abschneiden.   
 
Die getrockneten Erdbeeren klein hacken.
 
Den Kuchen in einer Schüssel zerbröseln und mit dem Frischkäse und den gehackten Erdbeeren mischen, bis eine formbare, homogene Masse entstanden ist. Ist der Teig zu trocken, noch einen weiteren EL Frischkäse zugeben. (Wem die Masse nun noch nicht süß genug ist, gibt ggf. noch etwas Zucker dazu.)
 
Nun gleichmäßig große Kugeln formen (pro Kugel etwa 25g). Die Kugeln kommen danach für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank.
 
In der Zwischenzeit kann die Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle erwärmt werden. Wem die Kuvertüre zu dickflüssig ist, gibt 1 bis 2 EL Kokosfett dazu, dann wird die Kuvertüre flüssiger.

Die Cake Popkugeln nun aus dem Kühlschrank holen und je einen Cake Popstiel etwa 1 cm in die Kuvertüre eintauchen und in die Kugeln stecken. So mit allen fortfahren, bis keine Teigkugeln mehr da sind.

Zum Aushärten wieder für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank geben. (Für Eilige: im TK-Fach dauert das nur 10 Minuten.)

Nachdem alles fest geworden ist, können die Cake Pops in die Kuvertüre getaucht werden. Die überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen und mit Kokosraspeln bestreuen. 
 
Die fertigen Cake Pops in einen Styroporblock o.ä. zum Trocknen stecken. Sind alle Cake Pops überzogen, abermals in den Kühlschrank oder ins TK-Fach geben zum Aushärten der Kuvertüre. 

Kommentare:

  1. Echt schön, dass du immer noch Geschichten zu deinen Rezepten erzählst! Ich musste sehr schmunzeln. :-)

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    1. Danke. :) Ich mag Geschichten um Rezepte generell sehr gerne... macht die ganze Sache irgendwie persönlicher.

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  2. Wirklich super gemacht! Ich spiele schon länger mit dem Gedanken Erdbeer Cake Pops zu machen... Warum hast du getrocknete Erdbeeren verwendet? Ich würds gern mal mit frischen Erdbeeren probieren und evtl. dann die Kokosmilch ein wenig reduzieren wg. der Feuchtigkeit. Was sagst du?
    LG Ilona

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    1. Liebe Ilona!

      Vielen lieben Dank! :)

      Ich habe getrocknete Erdbeeren verwendet, weil frische den Teig matschig machen würden. Bedenke, dass der Kuchen zerbröselt und dann mit dem Frischkäse und den Erdbeeren ordentlich durchgeknetet werden muss. Mit frischen Erdbeeren hättest du am Ende eher einen großen, nicht formbaren Matschhaufen und wahrscheinlich keine Geduld mehr.

      Dazu kommt, dass frische Erdbeeren - auch wenn sie mitgebacken werden - rascher verderben. Das tut dem Geschmack bereits nach 1 bis 2 Tagen einen enormen Abbruch.

      Und ein dritter und ganz banaler Grund: an getrocknete Erdbeeren kommt man eigentlich das ganze Jahr über. Diese Cake Pops habe ich in Wahrheit schon viel früher gemacht und da gab es noch keine frischen...

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

      LG
      Viktoria

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