Freitag, 20. Juni 2014

Blondies mit Ribiseln

Warum hat man am Ende des Tages noch so viele unerledigte Aufgaben? Manchmal sind 24 Stunden einfach viel zu wenig. Selbst, wenn man gänzlich auf Schlaf verzichten würde, wären 24 Stunden noch immer nicht ausreichend.

Es hätte eine wunderbar entspannte Woche werden können. Ich habe mich auf zwei Arbeitstage gefreut. Ja, echt, nur zwei. Ich sah mich schon bummeln, spazieren, Eiskaffee schlürfen, Sonnenbrille tragen.
Aber nein, schlagartig ändert sich alles. Und so wird aus der 2-Tage-Woche *boom* einfach so eine 6-Tage-Woche, trotz Feiertag. Zack, in your face!

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Wenn man dann endlich mal zu Hause ist und Zeit zum Entspannen hat, ist es schon so spät abends, dass man eigentlich fast direkt ins Bett fallen möchte. Und genau dann kommt er. Überfallsartig schleicht er sich von hinten an. Völlig unvorbereitet und vor allem mitten in der Nacht wird man von ihm getroffen. Von wem die Rede ist? Na, vom Heißhunger!

Gierig auf der Jagd nach irgendwas mit viel Zucker - Hauptsache viel Zucker! - wandert man in die Küche durchwühlt sämtliche Schränke und findet lediglich eine offene Packung mit Merci- Pralinen, die schon wochenlang da drin liegt. Der Inhalt verspricht nicht gerade das, worauf man grade Lust hat, denn es sind bloß noch die ungeliebten Sorten drin.
Genau das ist ja auch der Grund, warum die Packung schon wochenlang im Schrank liegt und sie keines Blickes mehr gewürdigt wird. Wenn man schon seine Lieblingssorten aufgefuttert hat und am Scheideweg steht, muss man sich entscheiden wie es nun weitergehen soll... sich überwinden und die anderen auch irgendwann noch essen - jemanden finden, der die ungeliebten Sorten eigentlich sehr gerne mag - oder aber... na, ihr wisst schon... "Rundablage" und so... aber darum ist es ja auch zu schade!

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Aber gut, besser als "ein Stein am Schädel" wie man in Österreich so schön sagt. Man hat sich entschieden die Pralinen vorerst zu behalten. In Not frisst der Teufel ja bekanntlich auch Fliegen, man freut sich, dass man die Packung doch aufgehoben hat und somit auch über die Schokoteilchen, bei denen man sonst eher die Nase rümpft.
Hoffnungsvoll, dass der Heißhunger endlich gestillt ist, muss man kurze Zeit später feststellen, dass er es ganz und gar nicht ist, weil die Pralinen nicht grade das Gelbe vom Ei waren und man wird wohl damit leben müssen, dass die Lust auf Süßes einfach bis zum nächsten Tag warten muss.

Das Gute daran ist, dass man am nächsten Tag frei hat. Wohlgemerkt, es ist der einzige freie Tag in dieser ohnehin schon sehr langen Woche! Aber immerhin hat man dann genug Zeit schnell mal einen Kuchen aus dem Ärmel zu schütten und den Heißhunger damit wieder zurück in die Ecke zu drängen, aus der er kam. Auf Nimmerwiedersehen! möchte man am liebsten sagen, aber insgeheim weiß man, dass er wieder kommt... nämlich genau dann, wenn man ihm am wenigsten brauchen kann.

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Nein, ich mag solche Tage wirklich nicht!

Die Anschaffung von Süßkram - vorzugsweise in Kuchenform - spätestens am nächsten Tag hat da natürlich Priorität Nummer 1! Aber ich wäre ja nicht ich, würde ich mir nicht bei der nächsten Gelegenheit Abhilfe schaffen. Ich hatte bloß eine einzige Anforderung: minimaler Aufwand in jeder Hinsicht.
Meine Woche war lang genug, da hielt sich mein Interesse noch stundenlang für einen mordsmäßigen Kuchen in der Küche zu stehen doch sehr in Grenzen.

Möchte man gemein sein, könnte man jetzt behaupten, dass es schließlich "nur" um Bedürfnisbefriedigung geht. Und dafür muss man sich nun wirklich nicht zum Sklaven seines Ofens und zum Opfer seiner Gelüste machen lassen.

Aber... wie wir bereits alle wissen (weil schon mehrmals erwähnt - und ich kann es gar nicht oft genug betonen): manchmal sind es genau die einfachen Dinge, die einem den Trost spenden, den man in Zeiten wie diesen am dringensten braucht. Und so ein kleines Stückchen Kuchen ist genau das, um wieder innere Ruhe zu finden, auf der Couch oder im Garten zu sitzen, dabei Kaffee zu trinken und die Arbeit einfach mal Arbeit sein zu lassen...

Trost in Blondieform spendet in diesem Fall der gute, alte Dr. Oetker und zwar in dem Buch Kleine Blechkuchen.

Für ein kleines Blech:
(ca. 20x30 cm)
 
- 125 g Ribiseln
- 25 g weiße Schokolade
 
- 100 g Butter
- 200 g weiße Schokolade
- 150 g Weizenmehl
- 100 g Zucker
- 1 1/2 TL Backpulver
- 2 Eier
- 75 g Sauerrahm oder Joghurt

Die Ribiseln waschen, verlesen und entstielen. Die 25 g Schokolade klein hacken.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Das Backblech fetten und bemehlen.

Für den Teig die Butter in einen kleinen Topf geben und auf dem Herd bei geringer Hitze schmelzen. Topf vom Herd nehmen, die Schokolade dazu geben und in der Butter schmelzen.

Mehl, Backpulver, Zucker, Eier und Rahm (oder Joghurt) in eine Schüssel geben und kurz verrühren, bis alles homogen ist. Die Butter- Schokomischung glatt rühren und zu den anderen Zutaten mischen.

Mit dem Handmixer etwa 2 Minuten schlagen, bis ein glatter Teig entstanden ist.

Den Teig in das Backblech füllen und glatt streichen. Die vorbereiteten Ribiseln darauf verteilen und auf mittlerer Schiene etwa 35 bis 40 Minuten backen.

Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach der Backzeit die Blondies aus dem Ofen holen und mit der klein gehackten Schokolade bestreuen.

Zum Servieren in Stücke schneiden und mit Vanilleeis servieren... oder einfach nur so essen und dabei so richtig schön entspannen!

Kommentare:

  1. Ribiseln ist auch so ein Wort, das ich erst auf einem Wochenendtrip in Wien kennengelernt habe. Genauso wie Topfen und...wie war noch dieses extrem andere Wort für Tomaten? Genau - Paradeiser.
    Ich wünsch dir, dass diese Woche entspannter wird! :-)
    Liebe Grüße, Venda

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    1. kennst du denn auch Erdäpfel? :D

      vielen Dank! :)

      LG Viktoria

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