Donnerstag, 12. Juni 2014

[Rezension] Eiscreme - und ein Zitronensherbet

Wusstet ihr was ein Sherbet ist? Also... ich nicht. Bis letzte Woche. Denn da habe ich mein bestelltes Buch Eiscreme von Eliq Maranik - erschienen im h.f.ullmann Verlag - bekommen. Ich weiß, ich weiß... ich habe zwar gesagt, dass ich mir kein Buch über Eis mehr kaufen werde, aber mit dieser Ansicht war ich wohl ein bisschen voreilig.

http://www.ullmann-publishing.com/de/shop/themen/essen-und-trinken/1203-eiscreme/
© Bild: h.f.ullmann Verlag

Angefangen hat alles nämlich so, dass ich auf der Suche war nach Stieleisformen. Und ihr kennt das ja... man wird fündig, aber dabei bleibt es nicht. Von einem Artikel klickt man sich zum nächsten und *schwups* liegen im virtuellen Einkaufskorb wesentlich mehr Artikel drin, als man eigentlich haben wollte. Tja, so erging es mir auch mit diesem Buch. Aber wisst ihr was. Der Kauf hat sich in jedem Fall gelohnt!

Für den sagenhaft günstigen Preis von 10 Euro bekommt man ein wunderbares Buch, das sich an jene richtet, die keinen Schimmer von der Eisherstellung haben, es aber gerne mal ausprobieren möchten.
Im ersten Teil - quasi der Theorie und dem Basiswissen für die Herstellung von Eis - erläutert die Autorin nicht nur geschichtliches zum Thema Eis, sondern geht auf die Bestandteile von Eis ein und klärt den Leser auch über die verschiedenen Eisversionen auf. (Und genau da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben von einem Sherbet gelesen, das einem Sorbet ähnlich ist, aber zusätzlich noch Milch enthält.)

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Positiv ist ebenfalls hervorzuheben, dass Eliq Maranik als Bindemittel nicht nur Eigelb verwendet, sondern auch Gelatine oder Stärke. Das ist vor allem für jene von Vorteil, die immer auf der Suche nach Ei-Alternativen sind und/oder, die eher auf Eier verzichten sollten.

Jedes Rezept beansprucht eine Doppelseite - die linke Seite für das Bild und die rechte für das Rezept. Dieses Konzept zieht sich konsequent durch das ganze Buch. Die Fotos sind genau so wie ich sie am liebsten habe: ohne viel Schnickschnack und Dekokrimskrams. Der Fotohintergrund ist immer weiß und zu sehen ist nur was wirklich wichtig ist, nämlich das Eis!

Die Rezepte sind klassisch, die Zutaten haushaltsüblich. Für keinen Bestandteil muss man also irgendwelche Spezialgeschäfte aufsuchen, die irgendwo am anderen Ende der Welt sind.
Wer auf der Suche nach neuen und innovativen Rezepten ist, wird mit diesem Buch nicht besonders viel Freude haben, denn - wie gerade eben erwähnt - es sind die altbewährten Sorten, die größtenteils in diesem Buch abgedruckt sind. Aber genau das macht dieses Buch so sympathisch. Denn Sorten wie Erdbeere, Vanille oder Schokolade sind mit Sicherheit nicht grundlos die Dauerbrenner unter den Eissorten! Die "üblichen verdächtigen" Eissorten werden übrigens alle in zweifacher Ausführung vorgestellt - einmal mit und einmal ohne Ei. In meinen Augen der größte Pluspunkt an diesem Buch!

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Aber neben all den Cremeeissorten finden sich in dem Buch auch Granités, Sorbets&Sherbets und Eis am Stiel. Selbst an saisonale Sorten hat die Autorin gedacht. So gibt es nicht nur die fruchtigen Sommerklassiker, sondern beispielsweise Lebkucheneis im Winter und Apfel- Zimt Sorbet oder Pflaumensorbet im Herbst und ein Mokkasherbet für die Koffeinjunkies unter euch. Also ihr seht, obwohl die Klassiker in diesem Buch den meisten Platz beanspruchen, finden sich genug andere Sorten, die mich mehr als nur neugierig gemacht haben.

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Mein Fazit für dieses Buch ist, dass man für sehr wenig Geld sehr viel Inhalt bekommt. Es ist ein ideales Buch für Einsteiger und auch für jene, die mit wenigen Mitteln und wenig Aufwand die Lieblingssorten nachmachen möchten.

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Eigentlich wollte ich euch ja ein Stieleis aus diesem Buch vorstellen, aber dieses Sherbet... ja, dieses Sherbet hat es mir angetan. Zuvor habe ich noch nie davon gehört, ich konnte meinen Blick davon nicht abwenden und so kommt es, dass ich heute kein Eis am Stiel für euch habe...
...dafür aber ein herrlich erfrischendes Zitronensherbet, das genau so ist wie ich es mag: schön zitronig!                             

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Und wisst ihr, was ich mir schon das letzte Mal gedacht habe?
Ich besitze doch allen Ernstes KEINEN Eisportionierer... Wo  gibt's denn sowas?

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Für das Sherbet:
(etwa 1 1/4 Liter)
 
- 6 bis 7 unbehandelte Zitronen
- 220 g Zucker
- 250 ml Wasser
- 250 ml Vollmilch
- 3 EL Glukosepulver (oder -sirup)

Die Zitronen heiß waschen und von zwei die Schale abreiben. Alle Zitronen auspressen - man benötigt 250 ml Saft. Den Saft durch ein Sieb gießen und in den Kühlschrank stellen.

Wasser, Zucker, Glukosepulver und Zitronenschale in einen Topf geben und aufkochen lassen, bis sich der Zucker gelöst hat. Diese Mischung 15 Minuten ziehen lassen und danach durch ein Sieb gießen.

Die Mischung komplett auskühlen lassen, danach mit Milch und dem Zitronensaft gut vermischen.

Die Sherbetmischung in der Eismaschine gefrieren lassen, bis sie fest, aber noch nicht zu hart ist. Die Masse in eine gefriergeeignete Box füllen und abgedeckt etwa 4 Stunden im TK fest(er) werden lassen.

Vor dem Servieren das Sherbet etwa 15 Minuten im Kühlschrank antauen lassen.

Wer keine Eismaschine hat: die Mischung in eine Box füllen und in den TK stellen. Stündlich mit dem Handmixer durchrühren, um große Eiskristalle zu vermeiden.
So lange frieren, bis das Sherbet die gewünschte Konsistenz hat.

Hinweis: das Sherbet ist wirklich sehr zitronig - wer es nicht so sauer mag, muss weniger Zitrone nehmen oder reibt nur eine Zitrone ab (statt zwei).

Das Rezept lässt sich auch wunderbar mit Limetten herstellen!

Eliq Maranik
Eiscreme: Köstliche Kreationen für jeden Geschmack
ISBN: 978-3-8480-0310-5
h.f.ullmann Verlag
€ 9,99

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