Montag, 21. Juli 2014

Himbeer- Ribisel Marmelade

Ist es arrogant von mir zu sagen, dass ich am liebsten meine eigene Marmelade esse? Denn was Marmelade angeht, bin ich ein bisschen pingelig, um es mal diplomatisch auszudrücken. Aber nicht nur bei Marmelade, sondern generell beim Essen.
Ich mag keine Ananas und auch keine Birnen. Mit Brokkoli und Karfiol kann man mich sowieso verjagen. Und mit Sellerie! *irks* Aber das sind ja nur Zutaten!

Froh und munter geht es weiter mit der Konsistenz von Speisen, denn da bin ich auch nicht wesentlich unbefangener. Gemüse esse ich lieber ein bisschen zu al dente als zu weich gekocht. Deshalb mag ich auch kein Suppengemüse, das da schon gefühlte Tage mitgekocht wird. Ich habe Zähne, ich kann also beissen. Ehrlich, wenn ich Brei möchte, dann mache ich mir auch welchen. Aber als Gemüse getarnter Matsch kommt mir nicht auf den Teller!

Kümmelbraten ist ja auch so ein Thema. Sehe ich diese dicke Fettschicht auch nur aus der Entfernung, bin ich auch schon wieder fertig mit dem Essen. Ich habe nur wenig Lust meinen Teller vorher erstmal eine Stunde zu sezieren, bevor ich mit dem Essen beginnen kann. Denn dann ist das Essen kalt und ich grantig. Nein, danke.

Himbeer Ribisel Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nicht einmal der Marmelade stehe ich anspruchslos gegenüber. Wer sich nun fragt welche Anforderungen man stellen kann an sowas einfachem wie Marmelade, dem zähle ich hier ein paar Gründe auf.

Zunächst mal... ich mag keine Stücke in der Marmelade! Ich kann es nicht erklären, aber diese stark zerkochten Stückchen in einer Marmelade, die sich im Mund anfühlen wie eine zertretene Schnecke unter dem Schuh an einem Regentag mag ich einfach nicht. Das ist übrigens auch der Grund warum ich keinen Röster mag. Gar keinen! Diese Dinge müssen bei mir püriert und passiert sein bis zur Unkenntlichkeit!

Was ich aber fast noch schlimmer finde als Stücke sind Kerne. Ganz weit vorne liegen dabei übrigens die Himbeer- und Brombeerkerne, weil die ja auch so extragroß sind. Leute, das sind keine Kerne, das sind Minibomben, die sich in den Zahnzwischenräumen verstecken, um irgendwann - wenn man grade nicht damit rechnet - ordentlich zu knacken im Mund! Von einer Marmelade mit Kernen hat man nämlich mehrmals am Tag was! Nämlich genau dann, wenn man beim Mittagstisch sitzt und aus der hintersten Ecke der Backe plötzlich einen Kern von seiner Frühstücksmarmelade hervorholt... nur für den Fall, wenn der kleine Hunger kommt!

Das führt leider unweigerlich dazu, dass ich - fasse ich den Plan etwas einzukochen - erst mal stundenlange Vorarbeit leisten muss in Form von pürieren und passieren, bevor ich auch nur daran denken kann Marmelade daraus zu machen. Ich bin ja nur froh, dass ich es gerne mache und auch weiß wofür. Denn hinterher muss ich mich nicht mehr ärgern wegen irgendwelchen Stücken und Kernen und sonstigen Teilchen in der Marmelade.

Himbeer Ribisel Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und dann gibt es auch noch Marmeladen, da reicht kein Löffel! Neeeiiiiin! Da muss man schon ganz schweres Geschütz auffahren! Da kommt man nämlich nur mit einem Spaten durch, um Marmeladebrocken aus dem Glas zu schaufeln, die man wie einen dicken Felsen aufs Brot plumpsen lässt und dabei hofft, dass diese Brocken keine allzu großen Löcher ins Brot reissen, weil sie so schwer sind. Verschmieren lässt sich diese natürlich nicht... darüber brauchen wir dann nicht mehr diskutieren, gell.

So eine Marmelade kann man bestenfalls im Ganzen aus dem Glas holen, sie in Stücke schneiden, in Zucker wälzen und als Geleewürfel verkaufen.

Eine Marmelade muss weich, zart, fließend sein. Wenn ich einen Klecks Marmelade auf meinem Brot absetze, dann will ich mit meinem Messer nur zart darüber streichen. Sie muss sich quasi von selbst verschmieren. SO muss Marmelade sein. So und ohne Stücke und ohne Kerne!

Aber trotz all meiner Essensmacken... ich liebe Lasagne. Das ist doch schon mal was, oder?

Himbeer Ribisel Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Marmelade:
(ergibt etwa 6 - 7 Gläser à 210 ml Inhalt)
 
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 700 g Himbeeren
- 500 g Ribisel
(optional - Saft von einer Limette oder einer Zitrone)
 
Zunächst die Gläser sterilisieren. Wie das geht, habe ich schon öfters beschrieben, wie z.B. hier.

Wer noch eine Zitrone oder Limette verwenden will, presst den Saft aus.

Das Obst pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Ich lege euch diesmal das Passieren sehr ans Herz, weil grade die Kerne von den Ribiseln sehr gemein sein können!

Am Ende sollte 1kg Fruchtmus übrig bleiben!

Gelierzucker, Fruchtmus und evt. Limetten- oder Zitronensaft in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen.

Die Marmelade etwa 7 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei immer wieder umrühren.

Um zu testen, ob die Marmelade fertig ist einfach die Gelierprobe machen. (Auch die habe ich schon öfters beschrieben, ebenfalls hier.)

Die Marmelade nun in die sterilisierten Gläser füllen und sofort verschließen.

Kommentare:

  1. Ganz tolle Fotos! :-)

    Ich steht ja leider so gar nicht auf Marmelade. Aber ich hatte viel Spaß, deinen Text zu lesen. ;-)

    Ganz liebe Grüße, Venda

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    1. Hihi, danke :)
      Ich hatte auch viel Spaß beim Schreiben. Mir wären da ja noch ganz andere Marmeladegemeinheiten eingefallen, aber ich wollte es nicht übertreiben *g*

      LG

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