Montag, 18. August 2014

Apfeleistee mit Himbeeren

Es gibt bei mir grundsätzlich zwei Arten wie ich zu einer Idee oder zu einem Rezept komme. Ok, es gibt noch ein paar andere Möglichkeiten, aber die beiden folgenden passieren so zu 95%.

Also entweder ich werde auf sämtlichen Kanälen überhäuft mit tollen Bildern und dazugehörigen Rezepten. Damit meine ich andere Blogs (und davon lese ich wirklich viele), Bücher, Zeitschriften, Youtubekanäle, Speisekarten in Restaurants oder ich sehe irgendwas in irgendeiner Kochsendung. Ja, ich gebe es zu. Manchmal schaue ich mir sowas gern an. Ganz witzig finde ich das perfekte Dinner.

Ihr seht schon, das führt unweigerlich dazu, dass meine TBL immer weiter wächst. Und zugegeben... da ist noch lange nicht alles drauf. In meiner Favoritenliste habe ich einen eigenen Ordner nur für Rezepte, die ich alle nachkochen und -backen möchte. Die Rezepte in diesem Ordner werden leider auch nicht weniger... eher im Gegenteil. Manchmal schaffe ich es gleich etwas daraus zu machen, manchmal dauert es eine halbe Ewigkeit. Und manchmal reizt mich ein Rezept doch nicht mehr so sehr und dann lösche ich es wieder. Aber dieser Fall kommt so selten vor, die Chance im Lotto zu gewinnen ist wahrscheinlich höher. Ich bezweifle ja auch, dass ich es in diesem Leben noch schaffen werde alle Rezepte nachzumachen.

Und dann gibt es ja auch noch meine Rezeptemappe, die laufend gefüttert wird... Ach, das führt jetzt alles zu weit. Was ich damit aber sagen möchte: ich bin eine unverbesserliche Rezeptesammlerin. Das ist wie eine Sucht. Irgendwann habe ich damit angefangen und seitdem höre ich nicht mehr auf. Gibt es da draußen irgendwo eine Selbsthilfegruppe für AR (=Anonyme Rezeptesammler)? Ich würde nämlich sehr gerne beitreten!

Apfeleistee, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wenn ich allerdings nicht gerade auf sämtlichen mir verfügbaren Kanälen Inspiration hole, dann überrascht mich der Geistesblitz, wenn ich ihn wirklich nicht brauchen kann. Nämlich genau dann, wenn ich gerade gemütlichst im Bett liege und schon kurz vor dem Eingang ins Land der Träume stehe. Dann wird die Müdigkeit, die mich gerade wie eine weiche, kuschelige Decke umhüllen wollte vertrieben von der Idee, die natürlich nie alleine daher kommt. Hand in Hand geht sie mit der Aufmerksamkeit und gemeinsam jagen sie mich wieder aus dem Bett, weil ich plötzlich wieder hellwach bin und mein Hirn erst wieder von Wachmodus auf Schlafmodus umstellt, wenn ich die Idee zumindest notiert habe. Dass mein müder und - zugegeben - schlaffer Körper zu später Stunde mich aus dem Bett heben muss, ist meinem Hirn dabei vollkommen egal. Die. Idee. MUSS. notiert. werden. Rufzeichen!

Zwar glaube ich immer, dass es eine Idee ist, die mir urplötzlich einfährt. Die Wahrheit ist wohl aber eher, dass ich irgendwann mal irgendwas gesehen und im Hinterstübchen für später gespeichert habe - vielleicht im Vorbeigehen, vielleicht beim Durchblättern einer Zeitschrift, vielleicht bei einer Freundin, ich weiß es im Nachhinein nie so genau. Bis ich aber dazu komme diesen Gedanken wieder hervorzukramen aus der verstecktesten Ecke meines rezeptegesättigten Gehirns, sind schon wieder so viele andere dazu gekommen, dass jeder Gedanke den vorangegangenen überdeckt. Und natürlich ist jeder Gedanke immer besser als der vorige, sonst würden mir ja wohl nicht immer bessere Ideen einfallen, oder? Und der allererste Gedanke, den ich hatte, kommt dann irgendwann in der Nacht raus, weil das scheinbar die einzige ideale Möglichkeit für mein Hinterstübchen ist auch mal zu Wort zu kommen. Dass ich genau dann aber recht wenig Interesse daran habe, ist wohl egal. Aber mich fragt ja auch keiner...

Besagte Idee tarnte sich in diesem Fall kürzlich als Eistee. Muss ja nicht immer Schwarztee sein, schoss es mir ein, als ich gerade dabei war mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Was zum...? Achso. Logisch. Eistee. War ja klar. Aber warum jetzt? Warum mitten in der Nacht? Ich bin doch schon so müde. Erst hab ich überlegt, ob ich es diesmal bleiben lassen soll und ich meinen Gedankenblitz sich selbst überlasse, aber wer glaubt, dass das hinhaut und ich ruhig einschlafen kann, der irrt. Es hilft alles nix. Also... aufstehen, Idee notieren, wieder ins Bett gehen schlurfen und alles auf den nächsten Tag vertagen. So der Plan.

Am nächsten Tag dauerte es übrigens nicht sehr lange, denn ich hatte ganz konkrete Vorstellungen wie mein Eistee sein sollte. Früchtetee auf Basis von Hibiskusblüten. Apfel. Himbeeren.
Nadine von Dreierlei Liebelei hat ein Rezept, das meinem gewünschten schon sehr nahe kommt.

Apfeleistee, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Das Schöne daran ist, wie immer, dass man den Grad der Süße selbst bestimmen kann und eigentlich kein zusätzlicher Zucker benötigt wird. Denn der Sirup, der noch rein kommt, enthält genug Zucker, um den Eistee die perfekte Süße zu verleihen. Geschmacklich ist der Eistee wohl weniger klassisch, er erinnert eher an Limonade als an Eistee. Aber das liegt vermutlich am fehlenden Schwarztee...

Und weil ich grade so viel von plötzlichen Ideen gesprochen habe... hier noch ein paar Geistesblitze:
- wie wäre es mit Ribiselsirup statt Himbeersirup?
- oder mit Holunder?
- oder mit Cranberrysaft?
- oder... ach, ich lass es lieber. Das dauert sonst noch ewig heute.

Apfeleistee, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für etwas mehr als 1 Liter Eistee:

- 750 ml Wasser
- 7 TL losen Früchtetee auf Hibiskusblütenbasis
- 200 ml Apfelsaft
- 100 ml Himbeersirup
- Saft einer halben Zitrone
- ein paar frische Himbeeren
- ein paar Apfelspalten
- Eiswürfel

Das Wasser zum Kochen bringen, den Tee in einen Teebeutel geben und 7 bis 8 Minuten ziehen lassen.

Den Tee mit dem Apfelsaft und dem Sirup vermischen und gut umrühen.
Vollständig abkühlen lassen.

Zum Servieren den Eistee in eine Karaffe füllen, Eiswürfel und frische Himbeeren hineingeben und mit Apfelspalten garnieren... oder ebenfalls in den Eistee geben.

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