Dienstag, 30. September 2014

Schoko- Oreo Cake Pops - die Dinger am Stiel und Blogg den Suchbegriff Part II

Ich habe mich gefreut wie die Schneekönigin, als ich gelesen habe, dass Blogg den Suchbegriff bei feed me up before you gogo in die zweite Runde geht. Könnt ihr euch noch an Teil 1 erinnern? Nicht? Ok, hier eine kleine Gedankenstütze und wer einen kleinen Stimmungsaufheller sucht, der sollte sich unbedingt die Zusammenfassung der ersten Runde nochmal reinziehen. Lachanfall inklusive.


Seit dem letzten Blogevent haben die Menschen da draußen in der großen, weiten und verrückten Welt natürlich nicht aufgehört nach seltsamen Dingen zu suchen. Nein, nein, im Gegenteil... es wurde froh und munter mehr oder weniger bescheuert weitergesucht - und glaubt mir, es war eher mehr als weniger. Der Schrei nach einer zweiten Runde wurde immer lauter, ich freue mich sehr darüber und bin auch diesmal wieder mit von der Partie, denn ich habe so einiges zu bieten.

Diesmal starte ich mit Personen, die keinesfalls ein Germanistikstudium in Erwägung ziehen sollten - und zwar unter gar keinen Umständen. Leute, ernsthaft... ich weiß, dass auch ich manchmal so meine Schreibfehler mache, aber es gibt da so ein paar grundlegende Wörter, die man echt mal im Duden nachschlagen könnte. Dann klappt's vielleicht auch mit  der Googlesuche.

Denn wer Braunis sucht, mag ja ganz normale Absichten haben, wird damit aber nicht sehr weit kommen. Hier ein Hinweis von mir: versucht es doch das nächste Mal mit Brownies! Bringt garantiert mehr Ergebnisse!

Die Tote Himbeere ist natürlich sehr bedauernswert. Moment, ich hole mal schnell die Himbeeren aus dem Kühlschrank und dann legen wir gemeinsam eine Schweigeminute ein für alle Himbeeren, die ihren Tod durch Pürieren, durchs Sieb streichen oder einkochen erlitten haben. Ups... jetzt habe ich alle aufgegessen... Entschuldigung.
Ok, dann schweige ich eben alleine. Ruhet ihr Frieden, all ihr lieben, guten, treuen, roten Früchtchen. Ihr seid als Prachtwerke der Natur geboren und als heldenhafte Delikatesse gestorben. Meine Gedanken sind bei euch....

Die Schweigeminute.

Oder aber - und das halte ich für viel wahrscheinlicher - man sucht eher nach einer Torte mit Himbeeren. Das ist nämlich nicht so traurig.

A propos Torte... Man sollte sich wirklich gut überlegen, ob man eine Schwarze Wilde Kirschtorte auf dem Tisch stehen haben will. Stellt euch mal vor... eine wild gewordene Torte, die nicht mehr zu bändigen ist, die Kirschen als Wurfgeschoss braucht und zähnefletschend nach jeder Kuchengabel und jeder Hand schnappt, die ihr zu nahe kommt. Puh, das Drama will ich mir gar nicht ausmalen! Sollte die Headline "Wilde Kirschtorte attackiert Naschkatzen" also mal die Zeitung zieren, dann wisst ihr Bescheid...
Mein Rat an dieser Stelle: eine Schwarzwälder Kirschtorte ist mit Sicherheit weniger angriffslustig.

Bleiben wir doch noch ein bisschen bei den Torten... Zwar befreit von Schreibfehlern, dafür aber umso seltsamer war die Suche nach der Rasierschaumtorte. Nun... dieser Suchbegriff hat bei mir zunächst eine große Welle der Verständnislosigkeit und Ratlosigkeit ausgelöst - und zwar eine ganz, ganz große.
Kinder, ich sag euch jetzt mal was! Dramatische Pause. Finger weg von den Drogen! Ihr werdet davon nur vollkommen gaga im Hirn und sucht dann nach Dingen, die einfach nur unpackbar absurd sind! Jetzt mal ohne Spaß! IHR knallt euch die Birne weg und ICH muss dann sowas lesen! Das geht so nicht!
Auch wenn Rasierschaum lecker aussieht wie ein Sahnehäubchen, in das man sich am liebsten reinlegen möchte... aber das, meine lieben Kinder, ist ein Körperpflegeprodukt und keine Süßspeise! Den braucht Papi, um sich den Bart aus dem Gesicht wegzumachen und Mami, um die Haare von den Beinen zu entfernen. Aber bitte, bitte nicht essen! Davon wird euch nur übel! Ich weiß ja nicht wie es euch so geht, aber ich telefoniere nicht so gerne mit der Vergiftungszetrale.

Allerdings habe ich da so eine kleine Idee im Kopf wie so eine Rasierschaumtorte aussehen könnte, aber das verrate ich euch ein anderes Mal...

Etwas, äh.., seltsam formuliert war die Suche nach dem Krach im Busch. Bitte? Kinder, Kinder... spielt ihr etwa mit Knallkörpern im Gebüsch oder was macht ihr? Ihr tut euch nur weh, glaubt es mir! Bis einer weint!
Ich musste meine grauen Zellen doch ein kleines bisschen anstrengen, bis ich erahnen konnte was damit wohl gemeint sein könnte. Denn ich bin in jedem Fall davon ausgegangen, dass Krach im Busch eher was mit irgendeinem Essen zu tun hat, als mit Kindern, die im Gebüsch mit Knallern spielen oder sonst was. Ich kann es, wie gesagt, nur vermuten, sicher bin ich mir nicht. Da ich - zugegebenermaßen - nicht besonders frankophil veranlagt bin, ich mich in der Schule geweigert habe auch nur ein Wort Französisch zu lernen und stattdessen lieber Italienisch gewählt habe, fiel es mir nicht sofort wie Schuppen von den Augen. Es dauerte eine geschlagene Woche, bis ich das große Aha-Erlebnis hatte. Croque en bouche heißt in dem Fall das Zauberwort, bzw. das Suchwort, das mit etwas Fantasie, einer schlechten Aussprache eines ebenso wenig frankophil angehauchten Menschen einerseits und einem schlechten Gehör andererseits so äääähnlich klingt wie Krach im Busch. Übersetzt heißt Croque en bouche übrigens Krach im Mund und ist eine französische Torte, die aus Brandteigkrapfen (=Windbeuteln) besteht, die mit Creme gefüllt, mit Karamell überzogen (das ist dann der "Krach") und zu einem Turm aufgebaut sind... Nun, die Sprache interessiert mich noch immer nicht sonderlich, dieser Krach im Busch, äh, Mund mittlerweile schon sehr...

Oreo - Cake Pops, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nun gibt es nicht nur seltsame Suchbegriffe, sondern auch ungenaue, nämlich die Dinger am Stiel. Ok, geht das vielleicht ein bisschen präziser? Was am Stiel? Eis? Kuchen? Fleischbällchen?
Mir ist schon klar, dass ihr genau wisst was ihr meint, wenn ihr was sucht. Immerhin habt ihr ja ein genaues - oder ein zumindest halbwegs genaues - Bild im Kopf davon. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich auch weiß was ihr meint. Ich habe ja viele Fähigkeiten und Stärken. Gedankenlesen gehört allerdings nicht dazu. Aber ich übe...
Während ich mich also im Gedankenlesen übe, trainiert ihr genauere Formulierungen, Deal? Denn wenn ich zu meiner Freundin sage "Gib mir mal das Dings aus der Schublade, bitte!", dann hat sie in der Regel auch keinen Dunst was ich genau möchte. Das erfordert schon eine konkrete Benennung oder zumindest eine Beschreibung des gewünschten Gegenstands, sonst redet man nur aneinander vorbei! So eine große Verbundenheit besteht nämlich kaum zwischen zwei Menschen, dass der Dings weiß, was der Bums meint - haha, Wortspiel, erkennt ihr's?

Oreo - Cake Pops, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Um die Frage nach den Dingern am Stiel nun aber zu beantworten: eine Lösung wären Cake Pops.
Merke: das ist Kuchen am Stiel. Ihr braucht Kuchen, ihr braucht Stiele - vollkommen egal welche und ihr braucht Schokolade. Daraus kann man ganz wunderbare Dinger am Stiel zaubern, die ihrem Namen, nämlich Cake Pops alle Ehre machen!

Als mittlerweile öffentlich bekennender Cake Pop-Fan war mir bei diesem Suchbegriff sofort klar was es geben würde. Die Wahrheit ist, dass mir der Suchbegriff wie gerufen kommt, denn Schokokuchenreste im Tiefkühler, übrige  Oreos im Schrank und eine Idee, die ich bei pieces of sugar gesehen habe, auf die ich ziemlich angefixt war, konnten also nur noch eines zur Folge haben...

Oreo - Cake Pops, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Oreo - Cake Pops, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Idee Mikados als Stiele zu verwenden, ist doch mal echt schwer genial! Zu 100% essbare Cake Pops, die nicht nur optisch ordentlich was hermachen, sondern auch für mächtig viel Wirbel sorgen, sind doch mal die gelungensten Dinger am Stiel ever, oder? Wer also Eindruck schinden will, hier bitte...

Für die Cake Pops:

- 300 g Schokokuchen
- Oreos (Menge nach Geschmack)
- 4 bis 5 EL Frischkäse
- 1 bis 2 EL Zucker (nach Bedarf)
- 1 EL Kakao (nach Bedarf)
- 250 g weiße Kuvertüre
- Mikados (oder "normale" Stiele)

- 8 Oreos extra für die Deko 

Zunächst die Oreos mitsamt der Creme grob hacken - ich habe 12 große genommen. Den Kuchen in einer Schüssel zerbröseln und zusammen mit den Oreos, dem Frischkäse und dem Zucker und Kakao (bei Bedarf) verkneten, bis eine formbare Masse entstanden ist. Ist die Masse zu trocken, noch einen EL Frischkäse zufügen.

Nun aus der Masse Kugeln formen. Ich wiege jede Portion immer ab und nehme etwa 25 g pro Kugel. Danach für gut 20 Minuten in den Kühlschrank legen.

Inzwischen die Kuvertüre schmelzen - entweder in der Mikrowelle oder im Wasserbad.

Die Kugeln nun aus dem Kühlschrank holen und je einen Stiel oder ein Mikado etwa 1 cm in die flüssige Kuvertüre tauchen und dann in die Kugeln stecken. Mit allen Kugeln fortfahren, bis keine mehr übrig sind. Anschließend wieder für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank legen. Wer es aber besonders eilig hat: Im TK-Fach geht es schneller.
(Wenn ihr Mikados verwendet, dann achtet darauf, dass ihr von nichts und niemandem abgelenkt werdet, arbeitet langsam und konzentriert, sonst brechen euch eure essbaren Stiele alle nacheinander ab!!!)

Die Oreos für die Deko fein zerbröseln. Am besten geht das im Standmixer, wer einen hat. Wer keinen hat, kratzt Creme raus, nascht sie auf und gibt die Oreos in einen Gefrierbeutel. Mit einem Nudelholz fein zermörsern.

Wenn alles fest geworden ist, können die Cake Pops auch schon überzogen werden. Dafür die Cake Pops in die Kuvertüre tauchen, überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen und mit Oreostreueln bestreuen oder kopfüber in die Oreobrösel tunken.

Zum Aushärten die fertigen Cake Pops in einen Styroporblock o.ä. stecken und wieder in den Kühlschrank stellen.

Donnerstag, 25. September 2014

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken

Ich will euch ja nicht nerven mit dem Thema Soulfood, aber darf's noch ein bisschen sein?
Nein, ich hatte keinen schlechten Tag und nein, man hat mir auch keine Hiobsbotschaften überbracht und ich habe auch keinen Herbstblues. Die Wahrheit ist: es geht mir supergut. Ich muss mich ja auch nicht zwingend schlecht fühlen, um mich mit Soulfood zu verwöhnen. Manchmal ist es ja auch ganz gut den Wohlfühlzustand mit Soulfood zu erhalten. Damit er auch ja nicht flöten geht, gell!

Mein Zahn hat etwas getropft bei dem Gedanken an Milchreis. So ein Teller voll mit Milchreis und dazu Obst... mmmmh, das hat mich lächelnd durch den Tag gebracht. Aber mal ehrlich... immer nur dran denken und Heißhunger drauf haben, ist ja die reinste Folter, oder? Irgendwann muss man seinen Gelüsten nachgeben und sich einen grooooßen Teller Milchreis zu Gemüte führen - und das am besten mit einem selbstgemachten.

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber ich sage euch was! Milchreis ist ein wahres Multitalent und ein Superheld in der Küche! Echt! Wer von euch hat noch nie Milchreis selbst gekocht? Das solltet ihr unbedingt nachholen! Und bevor mir jetzt irgendjemand mit irgendwelchen faulen, weit hergeholten Ausreden kommt, schlagt sie euch gleich wieder aus dem Kopf, denn die gelten nicht! Egal, was ihr sagt, hier kommen meine Gegenargumente:

Milchreis ist...
  • einfach herzustellen. Punkt. 
  • wunderbar geeignet für Spülfaule! Man benötigt bloß einen Topf und einen Kochlöffel zum Umrühren! 
  • ideal für Kochfaule - man braucht zwar etwas Zeit und einen Herd, dafür aber kaum Kochkenntnisse. 
  • spottbillig - die Zutatenliste ist so kurz und obendrein auch noch so supergünstig, dass sich damit nur schwer arm kochen kann. Nur Grießbrei ist wahrscheinlich noch billiger. 
  • so herrlich variabel - verfeinert mit Aromen wie Zimt oder Vanille, mit Zitrone oder Orange, serviert mit einem Kompott, einem Mus oder frischen Früchten... ihr seht, die Kombinationsmöglichkeiten sind fast unerschöpflich... aber nur fast. 
  • portioniert und abgefüllt in auslaufsicheren Behältern seiner Wahl perfekt, um von A nach B transportiert zu werden. Denn anders als bei einem Stück Torte, macht es dem Milchreis nichts aus, wenn er ein bisschen durchgeschüttelt wird in der Tasche auf seinem Transportweg. Ein Stück Torte sieht nach zu viel herumwirbeln in der Tasche immer aus wie ein Verkehrsunfall, Milchreis hingegen - mit Verlaub - immer wie Kraut und Rüben, somit muss man sich schon mal um die Optik keine Gedanken machen!

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Milchreis ist aber nicht nur Soulfood und Multitalent, sondern auch der Alles-wird-gut-all time favourit. Wenn der Vormittag auf der Uni oder in der Arbeit mal wieder besonders lange, der Dozent außerordentlich langweilig ist, man schon kurz vor dem Tod durch Langeweile steht und es dem Chef mal wieder komplett den Vogel aus der Birne haut, dann ist der Milchreis der Retter der Stunde und sorgt für den nötigen Energieaufschwung, um neue Kraft zu tanken, damit man den Tag doch noch irgendwie überlebt. Denn manchmal geht es wirklich nur um's Überleben und da brauchen wir alle einen treuen Freund an unserer Seite, der schon mit dem Löffel winkt und uns mit einem Zwinkern vermittelt "Komm schon, zwei, drei Bissen, dann dreht sich das Rad wieder!"

Oder wenn es nicht gerade Trost ist, den der Milchreis spendet, dann ist er durchaus hilfreich, wenn sich irgendwann zwischen langen Telefongesprächen, Computertastaturreinklopfen und "Du, sag mal, könntest du das vielleicht auch noch erledigen?" dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend meldet, das man irgendwann nicht mehr ignorieren kann.
Natüüüüürlich könnte man jetzt zu einem Apfel, einer Birne oder einer Banane greifen, weil Obst ja so gesund ist und auch so viele wichtige Vitamine und Nährstoffe und weiß der Teufel was enthält... aber mal ehrlich... klingt Milchreis dann nicht doch ein bisschen attraktiver?

Und für's gute Gewissen gibt es zum Milchreis am Ende doch noch eine Portion Obst dazu, nämlich in Form von wunderbaren ofengerösteten Zwetschken, die im eigenen Saft garen, wunderbar aromatisch sind und sogar ein bisschen gute Herbstlaune versprühen.

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Idee den Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken zu essen, habe ich übrigens bereits vor einem Monat bei Simone von S-Küche gesehen, die bei mir seither in der Warteschleife hängt! Das fand ich so großartig und glaubt mir, ich wurde keinesfalls enttäuscht! 

Für den Milchreis:
(2 Portionen)

- 125 g Rundkornreis
- 1/2 l Milch
- 2 bis 3 EL braunen Zucker
- 1/2 bis 1 TL Zimt
- je 1 Msp Nelken und Piment 
- eine Prise Salz

Für die Zwetschken:

- so viele Zwetschken ihr wollt
- brauner Zucker zum Bestreuen 
- etwas Zimt, wenn ihr wollt

Die Milch, den Zucker, Salz und die Gewürze in einen Topf geben und aufkochen lassen.

Temperatur zurück drehen, den Reis zur Milch geben und leicht köcheln lassen. Regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt.

Den Milchreis leicht zugedeckt für etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar, aber noch bissfest ist und die Milch fast ganz verkocht ist.

Zwischenzeitig kann man die Zwetschken für den Ofen vorbereiten.

Dafür den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Zwetschken waschen und entsteinen und mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech ausgelegt mit Backpapier legen. Die Zwetschkenhälften mit braunem Zucker und Zimt bestreuen und im Ofen für 10 bis 15 Minuten rösten, bis sie weich, aber nicht gatschig sind.

Den fertigen Milchreis auf zwei Schüsseln oder Teller aufteilen, mit den Zwetschken aus dem Ofen garnieren und noch heiß oder nur lauwarm genießen.
Donnerstag, 18. September 2014

Brombeer- Nektarinen Marmelade

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler? Wer von euch hat diese uralte Volksweisheit noch im Ohr? Ob es nun der Wahrheit entspricht, oder nicht... mir völlig Banane. Es soll ja Menschen geben, die keinen Bissen runter bringen und erst zu Mittag was essen können, aber wie halten die das bloß aus?
Morgens, wenn mein Wecker klingelt und/oder ich - aus welchen Gründen auch immer - von selbst wach werde, dann denke ich recht schnell mal ans Essen. Ja, ehrlich wahr. Noch bevor ich auf die Toilette gehe, mir überlege was ich an diesem Tag alles zu tun habe oder mir auch nur im Entferntesten überlege was ich anziehen werde an diesem Tag, denke ich zuerst daran wie ich eines der niedrigsten aller Grundbedürfnisse stillen kann: den Hunger.

Und ganz selten - wirklich nur selten, aber doch - werde ich WEGEN dem Hunger wach. Kennt ihr das? Man schreckt hoch, weil man von einem lauten, zunächst undefinierbaren Geräusch geweckt wird und man stellt fest: es ist der Magen, der Radau macht, weil er gefüllt werden will! Die Futtersuche hat dann erstmal die oberste Priorität, bevor irgendwelche anderen Tätigkeiten durchgeführt werden können.

Frühstück ist bei mir ganz wichtig. Ohne Frühstück kann ich nicht klar denken. Kennt ihr das, dass ohne der angeblich wichtigsten Mahlzeit des Tages einfach nichts möglich ist? Wenn der Magen schon so laut knurrt, als ob eine Horde wilder Wölfe im Bauch herumtoben würde und man am liebsten alles in sich reinschaufeln möchte wie ein Mähdrescher? Ich kann euch schon sagen, warum das Frühstück so wichtig ist bei mir! Weil ich sonst einfach un-er-träg-lich bin! Echt, ohne meinem Festschmaus am Morgen schaffe ich es ja nicht einmal bis vor die Wohnungstür, weil ich dann einfach nicht lebensfähig bin. Ich würde bereits auf der Fußmatte vor der Türe erschöpft und kraftlos zusammenbrechen. Der Kraftaufwand für meine Denkzentrale wäre einfach zu hoch. Es gibt für mich nur zwei Ausnahmen. Einerseits die Teamsitzung bei mir in der Arbeit, die einmal im Monat stattfindet. Denn da stehe ich auf, zieh mich an, unterziehe mich einer Katzenwäsche und bin auch schon aus der Türe draußen... aber nur, um 20 Minuten später in der Arbeit am Frühstückstisch zu sitzen und dort ordentlich reinzuschlemmen... und natürlich auch so nebenbei die wichtigen Themen des Tages mit meinen Kollegen zu besprechen. Und andererseits verlasse ich auch mal das Hause ohne Essen, wenn ich mit meiner Freundin zum Frühstück verabredet bin. Dann heißt es auch nur: aufstehen, Katzenwäsche, anziehen, losfahren... und dann gleich essen.

Denn bevor ich mir völlig unterzuckert irgendeinen Nahrungsmüll auf - wohl gemerkt - leeren Magen reinziehe mit dem Gedanken im Kopf, dass ich ja eeeeh noch nichts gefrühstückt habe oder ich meinen Körper dem Schicksal der rasch erreichbaren Zuckerquellen (auch Naschlade genannt - und die gibt es wohl in jedem Betrieb und in jedem Zuhause) überlasse, frühstücke ich lieber mal ordentlich und entziehe mich so der Gefahr einfach nur irgendwas zu essen.

Esse ich zu Hause, gibt es immer Marmelade. Meine Marmelade, logisch. Weil davon hab ich ja so dermaßen viel, dass sie mir bis spätestens Weihnachten wahrscheinlich eh schon bei den Ohren rauskommt.

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und gestern, kurz bevor ich außer Haus musste und ich noch in aller Gemütlichkeit bei meiner Lieblingsmahlzeit des Tages saß, warf ich einen Blick auf das Glas und dachte mir Verdammt, da war ja noch eine!

Ok, ich gebe zu, fast hätte ich vergessen euch die Marmelade zu zeigen. Aber das liegt wohl daran, dass ich vor lauter Gläser herum schlichten, von einer Ecke in die andere schieben, um dann festzustellen, dass sie auch dort keinen Platz haben, Gläser mit Etiketten bekleben, Gläser verschenken und Marmelade selbst essen ein bisschen den Überblick über meine Armada an Marmeladengläsern verloren habe.

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber ich verspreche euch, dass dies die letzte Sommermarmelade ist. Ihr seid nun marmeladegesättigt und müsst euch nicht noch weitere Sommerfrüchte getarnt im Marmeladeglas zu Gemüte führen... aber nur vorerst. Denn im Herbst/Winter fällt mir mit Sicherheit wieder irgendwas ein. Bis dahin habt ihr also Verschnaufpause.

Heute gibt es also die letzte. Eine gelungene Mischung aus Brombeeren und Nektarinen, die mich doch sehr überrascht hat. Nie hätte ich gedacht, dass das Aroma der Beeren so gut mit dem doch sehr sommerlichen Geschmack der Nektarinen harmoniert. Diese Marmelade ist, neben der Mango- Pfirsich Marmelade, mein zweiter Liebling auf dem Brot in diesem Jahr. Aber eigentlich hätte ich schon damit rechnen können, denn dass Nektarinen und Beeren gut zusammenpassen, habe ich euch bereits hier schon mal gezeigt...

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und bevor ich nun zum Rezept komme, gibt es hier nochmal eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Sommermarmeladen aus dem Hause Kitchen Secrets...
Nur so zur Erinnerung, falls ihr schon ganz durcheinander seid:

erdbeer_himbeer_marmelade (5)

Himbeer_Ribisel_Marmelade (1)
Marillen_Kirsch_Marmelade (7)

Mangp_Pfirsich_Marmelade (7)

Für die Marmelade:
(6 Gläser à 210 ml)

- etwa 700 g Brombeeren
- 4 reife Nektarinen
- Saft einer Zitrone
- 500 g Gelierzucker 2:1

Bevor man mit der Marmelade beginnt, die benötigten Gläser sterilisieren. Dafür die Gläser samt den Deckeln im Backofen bei 150 Grad für 15 Minuten sterilisieren.

Zunächst die Brombeeren waschen und verlesen. Mit einem Stabmixer pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen - die sind nämlich so groß und gemein....

Die Nektarinen waschen und schälen. Sind die Nektarinen sehr reif, lässt sich die Schale leicht lösen. Ansonsten Wasser aufkochen und siedend heiß über die Nektarinen gießen, dann lässt sich die Schale leichter lösen. Die geschälten Nektarinen aufschneiden und den Kern entfernen. In Stücke schneiden und pürieren.

Für die Marmelade sollten etwa 600 g Brombeermus und 400g Nektarinenmus übrig bleiben.

Das Fruchtmus, den Zitronensaft und den Gelierzucker in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen. Alles nun sprudelnd kochen lassen für etwa 7 bis 8 Minuten.

Um zu testen, ob die Marmelade fertig ist, gilt wie immer: die Gelierprobe. Dafür ein paar Tropfen von der Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird die Marmelade beim Erkalten fest, ist sie fertig. Bleibt sie flüssig, noch 1 bis 2 Minuten weiterkochen lassen. 

Die heiße Marmelade sofort in die sterilisierten Gläser füllen und verschließen. Auf den Kopf drehen müsst ihr sie nicht. Es ist mir wirklich schleierhaft, warum dieses Ammenmärchen noch immer durch die Welt geht, dass man das tun müsse... 

Freitag, 12. September 2014

Buchteln mit Powidl-Mohnfüllung und Vanillesauce - "Dessert Connection Hamburg - Wien"

Es ist Zeit für eine neue Runde der Dessert Connection Hamburg - Wien!
Das letzte Mal hatten wir das Thema Beeren (hier und hier), diesmal haben wir uns Pflaumen vs. Zwetschken ausgesucht. Während man in Deutschland gerne den Begriff Pflaume verwendet, so greift man in Österreich lieber allgemein auf den Begriff Zwetschken zurück. Es sind, wohl gemerkt, die Zwetschken mit K und nicht die Zwetschgen mit G. Zwar wissen Herr und Frau Österreicher bestens Bescheid über den botanischen Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschken und auch über den orthographischen Fehler, aber es ist ihnen völlig wurscht. Da drückt selbst die Deutschlehrerin beide Augen zu, denn sie selbst schreibt das Wort ebenfalls mit einem K!

Zu diesem Thema hat sich Steffi die Friesentorte ausgesucht, die - wie der Name schon verrät - aus dem ganz hohen Norden kommt. Dabei handelt es sich um eine geschichtete Torte bestehend aus Blätterteig und/oder  Mürbteig, Obers und Powidl. Zwar gibt es einige verschiedene Varianten der Zubereitung, aber die Grundzutaten sind so ziemlich immer dieselben.

Das einzig Dumme an der Sache war... Steffi hat bei dieser Torte feststellen müssen, dass Obers und Powidl in Wahrheit gar nicht so ihr Ding sind. Bei dieser  Torte ist das natürlich eine ganz üble Geschichte, aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Anklang fand ihre Torte Gott sei Dank bei ihrem Mann und seinen Arbeitskollegen! Wäre ja auch viel zu schade drum gewesen.... und würde ich nicht so weit weg wohnen, dann hätte ich sie eben vernascht! Denn ich bin begeistert davon und möchte selbst mal eine Friesentorte zusammensetzen!

Buchteln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und was habe ich nun gemacht? Ich habe Buchteln gemacht...mit Powidl-Mohn Füllung und Vanillesauce. Ganz viel Vanillesauce. Orientiert habe ich mich dabei an dem Rezept von Franz Schmeißl aus dem Buch Das große österreichische Backbuch. Ich bin mir nicht sicher, ob es Buchteln mit Sauce oder Sauce mit Buchteln gab, fest steht aber: die beiden gehören zusammen wie Helene Fischer und Atemlos.

Die Geschichte der Buchteln reicht bis keine Ahnung wohin zurück, Bekanntheit erlangten sie in Österreich allerdings erst (oder schon?) während der k.&k. Monarchie. Also zu jener Zeit, als der Franzl und die Sissi noch glücklich waren miteinander und auf den Straßen Wiens noch feinstes Schönbrunnerdeutsch gesprochen wurde. Buchteln sind nämlich, wie so viele andere Süßspeise auch, in Wahrheit kulinarische Einwanderer und stammen ursprünglich aus Böhmen. Dort hießen, bzw. heißen sie buchticky (mit einem Apostroph über dem C, zu dem meine Tastatur nicht in der Lage ist) oder buchty. Gleichzeitig mit der Eroberung der Küchen in den Wiener Adelshäusern durch böhmische Köchinnen hielten auch die Buchteln Einzug in die Speisekarten der Wirtshäuser. Heute sind sie, genauso wie das Kipferl, die Krapfen untrennbar verbunden mit der Wiener Mehlspeisenküche und gehören ebenso zum Stadtbild wie die Fiaker in der Innenstadt.

Buchteln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Besonders bekannt (und vor allem auch beliebt) sind die Buchteln bis heute im Cafè Hawelka, in dem Frau Hawelka bis zu ihrem Tod jeden Tag frische Buchteln für ihre Gäste gebacken hat. Es ist wohl eines der bekanntesten Kafffeehäuser in Wien und für viele Menschen nicht bloß ein Kaffeehaus, sondern eine wahre Institution. Der doch etwas beengte Gastraum macht es einem dort leicht ins Gespräch zu kommen mit anderen Gästen und oder einfach nur zu lauschen. Angefangen vom Bürohengst, über den Hobbyphilosophen, bis zum Pseudointellektuellen trifft man dort so ziemlich jeden Charakter. Die Buchteln gab und gibt es bis heute im Hawelka allerdings immer nur am Abend. Da erhärtet sich bei mir der Verdacht, dass die Nachtschwärmer weniger wegen der mehr oder minder intellektuellen Gespräche bis zum Abend dort ausharren...

Buchteln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wer in Wien Buchteln in den Ofen schiebt, reiht sie nicht einfach nur aneinander. Nein, nein... Es wird je eine Buchtel in die Mitte gesetzt und weitere fünf rundherum gereiht, sodass es aussieht wie eine Blume. Was es damit auf sich hat und warum die Buchteln gerade so angeordnet werden, ist mir bis heute ein Rätsel. Selbst die urigsten Omas, die ich dazu eingehend befragt habe, konnten mir diese Frage nicht beantworten. Stattdessen muss ich damit leben, dass man das eben so macht. Punkt.
Was aber jede Oma bestätigen kann, ist, dass für das Gelingen guter Buchteln vor allem eines wichtig ist: das Dampfl, also der Vorteig. Ohne Dampfl sind es wohl keine richtigen Buchteln...
Ein Dampfl ist im Grunde kinderleicht zu machen und sorgt später dafür, dass die Buchteln zum Reinlegen weich sind. Und weil der Wiener Kalorienzählen ja nicht kennt, braucht er eine reichhaltige Vanillesauce dazu...

Zwar sind die Buchteln keine Erfindung der Wiener (und selbstverständlich auch im restlichen Österreich bekannt), aber dennoch sehr typisch und jedes Kind wächst damit auf. Ehrlich, wer in Wien wohnt und ohne Buchteln aufwächst, der hat wirklich was verpasst in seiner Kindheit. Eine Speisekarte in einem Wirtshaus ohne Buchteln finde ich seltsam. Wobei ich ja dazu sagen muss, dass man bei Gott nicht überall gute Buchteln bekommt! Nur weil sie in der Speisekarte stehen, heißt das nämlich noch lange nicht, dass sie auch schmecken. Es gibt allerdings eine Faustregel: je schäbiger das Wirtshaus, desto besser die Buchteln!

Buchteln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Selbst im Kindergarten gibt es ab und zu welche... als HAUPTSPEISE! Zumindest war es früher so, als ich noch ein Kindergartenkind war. Das waren für mich immer die Jackpottage, wenn ich Süßes als Hauptmahlzeit essen durfte. Die Sache hatte allerdings einen klitzekleinen Haken... denn so eine große Buchtel mit Vanillesauce gab es nur dann, wenn man vorher ein Schmalzbrot gegessen runtergewürgt hat - und davon war ich in der Regel nicht besonders angetan...

Buchteln, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Buchteln:

- 20 g frische Germ (=Hefe)
- 500 g Mehl
- 2 Eier
- 250 ml lauwarme Milch
- 60 g weiche Butter
- 60 g Zucker
- eine großzügige Prise Salz
- 12 EL Powidl
- 5 bis 6 EL geriebener Mohn
- eine großzügige Prise Zimt

- plus noch etwa 100 g zerlassene Butter extra 
für die Buchteln zum Tränken

Für die Vanillesauce:

- 500 ml Milch
- 1/2 Vanilleschote
- 2 Eidotter
- 1 schwacher TL Stärke
- 70 g Zucker


Für die Buchteln zunächst das Dampfl ansetzen. Dafür Germ in der lauwarmen Milch auflösen und mit etwa einem Drittel vom Mehl verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Mit etwas Mehl bestäuben und abgedeckt an einem warmen Ort etwa eine halbe Stunde auf das Doppelte aufgehen lassen. 

Die Butter, Eier, Zucker, Salz, das restliche Mehl zu aufgegangenen Dampfl mischen und zu einem glatten Teig rühren. Dafür könnt ihr entweder in einer Schüssel mit euren Knethaken den Teig so lange rühren, bis er nicht mehr an der Schüssel klebt oder ihr knetet ihn so lange mit der Hand, bis euch die Finger krachen. Zugedeckt etwa eine Stunde an einem warmen Ort aufs doppelte Volumen gehen lassen.

Währenddessen zwei Formen ordentlich einbuttern. 
Den Powidl mit Zimt und Mohn verrühren und beiseite stellen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. 

Danach den Teig nochmal kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 12 gleich große Stücke teilen. Den Teig leicht auseinanderdrücken und in die Mitte jeweils einen EL Powidl- Mohn Füllung setzen und gut verschließen. Zu Buchteln formen, in die zerlassene Butter tauchen und mit der Naht nach unten in die Form setzen. So mit allen Buchteln fortfahren, aber nicht zu dicht nebeneinander setzen, damit sie noch genügend Platz haben. In jede Form 6 Buchteln setzen, eine in der Mitte und 5 rundherum. Wem das zu doof ist, setzt alle Buchteln in eine große Form... wie es euch lieber ist. Mit der restlichen Butter bestreichen und nochmal 10 bis 15 Minuten rasten lassen. 

Die Buchteln etwa 35 Minuten backen. Werden sie zu rasch braun, mit Alufolie abdecken. nach dem Backen nochmal mit etwas flüssiger Butter bestreichen und abkühlen lassen.

Für die Vanillesauce 50 ml von der Milch abnehmen und mit der Stärke und den Eidottern glatt rühren.

Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark und die Schote gemeinsam mit der Milch und dem Zucker einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Die Vanillemilch vom Herd nehmen und 10 Minuten ziehen lassen.

Die Schote entfernen, die glatt gerührten Dotter zur Vanillemilch geben und bei schwacher Hitze unter Rühren die Sauce so lange erwärmen, bis sie eindickt und die gewünschte Konsistenz erreicht hat.Wichtig ist, dass die Sauce nicht kochen darf, da das Eigelb sonst stockt! Ihr habt sonst keine Sauce, sondern Eierspeise mit Vanillegeschmack!

Am besten schmecken die Buchteln, wenn sie noch lauwarm sind und die Sauce heiß! Die warme Sauce also gleich über die Buchteln gießen und genießen!


Donnerstag, 4. September 2014

Grießpudding mit Himbeersauce

Es war mal wieder einer dieser Tage, an dem man noch vor dem ersten Augenaufschlag im Bett haargenau weiß Das wird heut nix! und das Leben einem an diesem Tag noch kräftig eines reinwürgen wird. Aber es hilft alles nix, aufstehen muss man trotzdem.

Angefangen hat alles damit, dass ich eigentlich einen freien Tag genießen und eine Torte backen wollte. Aber ihr wisst ja wie das mit dem Wort eigentlich immer so ist. Ich habe mir extra nichts vorgenommen, damit ich den ganzen Tag Zeit habe und wie es oft so ist... man hat einen Plan, nur das Leben leider einen völlig anderen.

Früher als sonst war ich wach, als ob mein Unterbewusstsein es schon vorausgeahnt hätte. Das war der Moment, an dem ich zum ersten Mal an mit dem Gedanken spielte mich für den restlichen Tag tot zu stellen. Denn kaum hatte ich die Augen offen, um am Handy nach der Uhrzeit zu sehen, kam ein Anruf. Die Arbeit. Verdammt. Vor 8 Uhr in der Früh heißt so ein Anruf nie was Gutes. Im Gegenteil. Das ist ganz, ganz übel. Nicht, dass ich nicht gerne in die Arbeit gehe, ich liebe meinen Job. Aber Spontananrufe um so eine Uhrzeit sind immer ein böses Omen.

Natürlich schaffte ich es nicht den Anruf zu ignorieren und insgeheim wusste ich auch schon was kommt. Es konnte gar nicht anders sein. Und? Bingo!
"Guten Morgen. Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich dich um die Zeit schon stören muss, aber könntest du vielleicht vorbei kommen. Ich brauche deine Hilfe!" 
"Klar. Wann?"
"Äh... am besten jetzt!"
Tief durchatmen, Viktoria, ganz tief durchatmen.
"Sicher... ich bin am Weg!"
Mist.

Also, aufstehen, anziehen und irgendwie in die Arbeit kommen. In der Arbeit verbrachte ich dann mehr Zeit als ich wollte, die zu allem Überfluss dann auch nur semiperfekt lief. Aber haha, der war gut, denn eigentlich wollte ich an dem Tag ja keine einzige Sekunde dort verbringen. Und mit dem Backen hatte ich auch noch nicht begonnen. Aber macht ja nichts, dachte ich mir, passt du deinen Plan halt ein bisschen nach unten an. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass daraus gar nichts werden sollte...

Wesentlich später als geplant schaffte ich es irgendwann endlich nach Hause. Genau, irgendwann. Denn irgendwann war es schon vollkommen egal, ob es 11 Uhr vormittags war oder bereits 14 Uhr nachmittags, die Zeit reichte vorne und hinten nicht mehr aus.

Ich überlegte also fieberhaft welchen Kuchen ich noch schnell aus dem Boden stampfen könnte, ohne dabei allzu verzweifelt zu wirken, aber keines der wahrscheinlich 100.000 Rezepte in meinem Kopf stellte mich wirklich zufrieden. Ich hatte das Gefühl, dass jeder Kuchen, den ich aus der Hüfte schieße irgendwie lieblos und übereilt wirkt und das wollte ich auf gar keinen Fall. Denn - und das ist für mich das Drama an der ganzen Sache - es war der Geburtstag meiner Mama! Meine Mama hat Geburtstag und ich habe allen Ernstes keine Geburtstagstorte und auch keinen Geburtstagskuchen für sie! Das ist wirklich einer der schwärzesten Tage in meiner ganzen Hobbybäckergeschichte! Natürlich hätte ich bereits am Vortag vorarbeiten können, aber nein, ich verfolgte strikt mein Motto "Nur unter Druck enstehen Diamanten!" (Ein Satz, der mich während meines Studiums ständig begleitet hat, wenn ich mal wieder mit den Seminararbeiten oder mit dem Lernen viel zu spät begonnen habe.) und nun hatte ich den Salat.

Aber gut, ich wäre ja nicht ich, könnte ich nicht improvisieren und so holte ich Eier, Butter und Zucker raus. Und das Mehl... dieses verdammte, staubige Zeug! Wie so oft war meine linke Hand schneller als die rechte und dann war es auch schon zu spät. Eben hatte ich das Mehl noch in der Hand und in der nächsten Sekunde fand ich es am Boden... und in jeder noch so kleinen Ritze. Das war eindeutig kein guter Tag. Spätestens hier fragte ich mich zum zweiten Mal an diesem Tag, ob ich mich tot stellen sollte.

Es kommt bei mir nicht oft vor, dass ich ein Backvorhaben ganz bleiben lasse, aber manchmal muss auch ich einsehen, dass ich nicht immer mit dem Kopf durch die Wand laufen kann. So holte ich den Staubsauger raus, beseitigte das Chaos und warf mich schwer wie ein Kartoffelsack auf die Couch... ohne Kuchen.

Ich verließ mich darauf, dass meine Mama Verständnis hat für die fehlende Geburtstagstorte und wollte an diesem Tag an keine Torte und an keinen Kuchen mehr denken. Meine Stimmung war ohnehin schon so derartig im Keller, weil es mich so geärgert hat, dass ich nun wirklich ohne Geburtstagstorte bei meiner Mama aufkreuzen muss, dass nicht einmal ein beherzter Griff mit dem Esslöffel ins Nutellaglas (das große, versteht sich von selbst) meine Laune heben konnte. Nutella, der treue Wegbegleiter, Trostspender, Stimmungsaufheller, Energielieferant und Soulfood hat diesmal auf der ganzen Linie versagt.

Grießpudding, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber gibt es überhaupt Soulfood, das mich vergessen lässt wie besch....eiden der Tag war? Nicht so eines, das Wärme spendet an einem kalten, verregneten Tag. Nein, ich meine Soulfood, das mich anlacht und sagt "Hey, Kopf hoch! Morgen scheint wieder die Sonne!" Soulfood, in das ich mich am liebsten reinlegen möchte. Ja! Gibt es! Und zwar in Form von Grießpudding! In den kann man sich zwar nicht reinlegen, dafür aber genüsslich verspeisen und vielleicht sogar wieder lächeln.

Herrlich! Nur leider kam er einen Tag zu spät, denn genau so einen Trostspender hätte ich gebraucht, um mich aus meinem temporären Stimmungstief wieder rauszuholen. Das nächste Mal, wenn ich bereits vor dem Aufstehen weiß, dass das mir das Leben mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen wird, mache ich mir gleich in der Früh als erste Amtshandlung einen Topf Grießpudding, und zwar einen ganz großen! Nur mal so zur Vorbeugung!

Grießpudding, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und für alle, die nun wissen wollen wie mein Tag geendet hat:

  • Meine Mama war mir natürlich nicht böse, dass ich keine Torte mitgebracht habe, aber ich habe ihr noch eine versprochen, eh klar... oder? 
  • Wir hatten einen lustigen Abend und ich habe viel mit ihr und meiner Tante, die auch da war, gelacht.
  • Meine Laune war dann wieder so gut, wie es kein Glas Nutella der Welt je schaffen würde! 
  • Meine Mama hat mich auch ohne Torte lieb! 

Grießpudding, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für 3 bis 4 Gläser: 

- 300 ml Milch
- 200 ml Obers
- 80 g Zucker
- 60 g Grieß
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 1 EL Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz

- ca. 300 g Himbeeren 
- 3 bis 4 EL Zucker
- frische Himbeeren für die Deko
- gehackte Pistazien für die Deko

Das Ei trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.
Das Eigelb mit ein paar EL der Milch glatt rühren.

Die restliche Milch, Obers, Zucker, Grieß und Vanille in einen Topf geben und aufkochen lassen. Dabei ständig rühren, damit der Grieß nicht anbrennt. Wenn der Grieß etwas aufgequollen ist, den Topf vom Herd nehmen und das Eigelb einrühren.

Die Masse ein paar Minuten abkühlen lassen, dann den Eischnee unterheben.

Den noch warmen Grießpudding auf 3 bis 4 Gläser verteilen.

Für die Sauce die Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Das Fruchtmus mit dem Zucker verrühren und auf dem Grießpudding verteilen.

Vor dem Servieren mit frischen Himbeeren und gehackten Pistazien dekorieren.

Dienstag, 2. September 2014

[Fremdgebloggt] Brombeer- Joghurt Schnitten

Manchmal kann ich einfach nicht anders, manchmal muss ich fremdbloggen. Vor allem, wenn es sich dabei um so tolle Blogs handelt wie um den von Nadine von Sweet Pie. Ihren Blog habe ich im Frühling entdeckt, als ich auf der Suche nach einem Rezept war. Und ihr kennt das ja...  man klickt sich von einer Seite zur nächsten und *schwups* hat man ein kleines Goldstück gefunden.

Ich freue mich sehr, dass ich es einmal geschafft habe Nadine einen Besuch abzustatten, denn vor hatte ich es schon sehr lange. Im März nämlich hat sie zu einem Blogevent eingeladen. Das Thema war Märchen und die Challenge war irgendwas zu backen, kochen, kreieren und ein Märchen seiner Wahl kulinarisch darzustellen. Ich, als alte Märchentante fand natürlich sofort Gefallen an der Idee und ich musste auch gar nicht lange überlegen. Ich hatte eine Idee, einen Plan wie ich es genau machen wollte, aber eines fehlte mir gewaltig, nämlich die Zeit.

Tja, das Ende vom Lied war, dass ich es nicht schaffte einen Beitrag einzureichen, wofür ich mich noch heute in den Hintern beissen möchte! (Die Idee ist aber noch immer in meinem Kopf!)

Und dann bekam ich Wind von ihrer ersten Pop-Up Bakery, die sie gemeinsam mit zwei anderen Bloggern auf die Beine gestellt hat. Zu gerne hätte ich sie dort besucht, aber der Weg von Wien nach Frankfurt wäre so spontan doch ein bisschen weit gewesen.

Wieder Pech gehabt. Dafür darf ich heute bei ihr zu Gast sein und so habe ich es endlich geschafft mal bei Nadine vorbeizuschauen. Mitgebracht habe ich Brombeer- Joghurt Schnitten. Die Wahl darauf fiel leicht, denn Brombeeren haben im August Hochsaison. Aber nicht nur das, nachdem ich letzten Sommer mein Brombeer-Trauma überwinden konnte und Nadine mir verraten hat, dass sie sie auch sehr, sehr gerne isst, war klar... mein Mitbringsel hat auf jeden Fall mit Brombeeren zu tun.

Herausgekommen sind dabei unheimlich lockere, aber dennoch cremige Joghurt Schnitten. Und weil sie so leicht runtergehen, kann man davon auch locker noch ein zweites Stück naschen, ohne das Gefühl zu haben, dass man zu viel gegessen hat. Super, oder?

Brombeer- Joghurt Schnitten, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für das Rezept und weitere Bilder bitte hier klicken.
Montag, 1. September 2014

Marillen- Himbeer Sirup - und die Nachbarn denken, ich wäre verrückt

Treffen sich ein Hai und ein Surfer. Sagt der Hai zum Surfer: "Bitte lächeln!" Der Surfer fragt: "Warum? Was hast du vor?" Darauf meint der Hai: "Ach, ich will nur mein Essen für's Internet fotografieren!" 
Flacher Witz, hm? Aber wahr. Denn im Grunde, mache ich ja nichts anderes. Ich und viele andere. Gut, ich fotografiere nicht jedes Essen, sondern nur die Süßigkeiten, aber davon gibt es bei mir schließlich auch reichlich. Verstehen kann das allerdings nicht jeder...

Marillen Himbeer Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich glaube ja, dass meine Nachbarn vom Haus gegenüber mich für mittelgradig bescheuert halten. Denn regelmäßig, um nicht zu sagen ständig, sehen sie mich am Balkon herumturnen, wie ich bewaffnet mit meiner Kamera irgendwas fotografiere. Die Betonung liegt da bei dem Wort irgendwas. Denn sehen sie ja nie was ich knipse, so viel Einsicht gewährt der Balkon Gott sei Dank nicht. Sie sehen immer nur, dass ich turne, artistische Kunststücke vollbringe und mich verrenke auf der Jagd nach einem guten Bild. Ok, ich lege zwar keine halsbrecherischen Stunts hin, aber ich frage mich, ob ich dabei wirklich so lustig aussehe, oder warum grinsen die beiden immer so, wenn sie mich und meine Kamera sehen? Möglicherweise sehe ich aus wie ein Hampelmann, der sich grade beide Arme bricht, aber wenn die beiden wüssten...

Manchmal glaube ich, dass sie schon ganz gespannt auf der Lauer liegen, damit sie auf gar keinen Fall den Augenblick verpassen, wenn ich mich wieder verrenke und vielleicht sogar irgendwann einmal einen Blick auf das ihnen unbekannte Fotomodell erhaschen können.
"Schatz, komm schnell, die Verrückte da drüben fotografiert schon wieder!" ruft die Frau Nachbar wahrscheinlich ihrem Mann, dem Herrn Nachbar zu, denn kurze Zeit später stehen beide am Balkon und schauen mir zu gaffen rüber... wie ich mich verbiege und den Finger dabei quasi im Dauerfeuer am Auslöser habe. Zwar sind meine Fähigkeiten im Lippenlesen stark beschränkt bis gar nicht vorhanden, aber um zu wissen was die beiden reden, muss man darin auch nicht besonders talentiert sein. Ich unterstelle jetzt mal, dass sie sich wie folgt unterhalten:
"Schau dir das an, jetzt macht sie das schon wieder!"
"Na mei, lass' sie halt. Jeder hat halt so seinen Vogel, oder?"

Ich gehöre zwar nicht zu der Sorte Mensch, die permanent ihr Essen im Restaurant fotografiert. Ich gehöre zu der Sorte, die das nur hin und wieder macht, um es meinen Freundinnen zu schicken. Meinen Freundinnen, nicht Facebook! Das fällt natürlich weg, wenn ich mit ihnen unterwegs bin.
Fotos für meinen Blog mache ich allerdings nur zu Hause und nicht einmal da kann ich in Ruhe tun was ich will, ohne dabei beobachtet zu werden von belustigten Nachbarn, die mit Sicherheit so einiges dafür geben würden, um zu erfahren was ich da so häufig zu fotografieren habe. Tote Hamster, die ich dann im Internet verkaufe! Ist mein Hobby! sollte ich ihnen vielleicht mal ganz kühl rüber schmieren. Aber ob sie mir das glauben... Ich weiß nicht.
Ein mit Sicherheit weniger schockierender Versuch sie davon abzubringen Rätsel zu raten was ich da mache, wäre ja auch folgender: Ich hampel gerne am Balkon herum und was machen Sie so in Ihrer Freizeit? Nichts? Leute beobachten? Ah, auch schön... Und an dieser Stelle möge man sich dann bitte einen missbilligenden Blick meinerseits vorstellen.

Oder sollte ich den beiden doch mal verraten warum der Balkon so oft als Fotokulisse herhalten muss? Lieber nicht, sonst wollen sie beim nächsten Mal vielleicht hautnah dabei sein, wenn ich wieder Fotos knipse und den Kuchen hinterer anschneide oder das Gläschen Saft austrinke... und womöglich wollen sie sogar noch ein Stück oder ein Schlückchen haben!

Marillen Himbeer Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ok, in diesem Fall haben sie mich beim Knipsen von Saft bewundert, aber das wissen sie ja nicht. Müssen sie auch nicht. Geschmeckt hat er hinterher gleich noch viel besser, weil ich ja weiß was ich fotografiert habe und die beiden vermutlich schon gestorben sind vor Neugierde. Ist das gemein? Nein, finde ich nicht. Und selbst wenn,... Prost!

Marillen Himbeer Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Beim nächsten Mal winke ich den beiden neugierigen Nasen einfach nur rüber...lächeln und winken, lächeln und winken.

Für den Sirup:
(etwa 2 Liter Saft)

- ca. 850 g Marillen
- ca. 500 g Himbeeren
- Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone
- 1 kg Zucker
- 1 Liter Wasser 


Marillen waschen und entsteinen. Es sollten ca. 750 g übrig bleiben. Himbeeren ebenfalls waschen und verlesen.

Marillen in Stücke schneiden und zusammen mit den Himbeeren, dem Zitronensaft und -abrieb, Zucker und Wasser in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen. Alles gut 15 Minuten kochen lassen. Den Schaum abschöpfen.

Danach den Topf vom Herd nehmen und den Sirup über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag Flaschen sterilisieren.

In ein Sieb ein ausgekochtes, nicht mit Weichspüler gewaschenes Baumwolltuch legen und den Saft durchlaufen lassen. Gegebenenfalls alles ausdrücken, um noch den letzten Saft rauszupressen.

Den Sirup zurück in den Topf geben und nochmal für etwa 2 bis 3 Minuten aufkochen. Danach sofort heiß in die sterilisierten Flaschen füllen und abkühlen lassen.