Donnerstag, 18. September 2014

Brombeer- Nektarinen Marmelade

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler? Wer von euch hat diese uralte Volksweisheit noch im Ohr? Ob es nun der Wahrheit entspricht, oder nicht... mir völlig Banane. Es soll ja Menschen geben, die keinen Bissen runter bringen und erst zu Mittag was essen können, aber wie halten die das bloß aus?
Morgens, wenn mein Wecker klingelt und/oder ich - aus welchen Gründen auch immer - von selbst wach werde, dann denke ich recht schnell mal ans Essen. Ja, ehrlich wahr. Noch bevor ich auf die Toilette gehe, mir überlege was ich an diesem Tag alles zu tun habe oder mir auch nur im Entferntesten überlege was ich anziehen werde an diesem Tag, denke ich zuerst daran wie ich eines der niedrigsten aller Grundbedürfnisse stillen kann: den Hunger.

Und ganz selten - wirklich nur selten, aber doch - werde ich WEGEN dem Hunger wach. Kennt ihr das? Man schreckt hoch, weil man von einem lauten, zunächst undefinierbaren Geräusch geweckt wird und man stellt fest: es ist der Magen, der Radau macht, weil er gefüllt werden will! Die Futtersuche hat dann erstmal die oberste Priorität, bevor irgendwelche anderen Tätigkeiten durchgeführt werden können.

Frühstück ist bei mir ganz wichtig. Ohne Frühstück kann ich nicht klar denken. Kennt ihr das, dass ohne der angeblich wichtigsten Mahlzeit des Tages einfach nichts möglich ist? Wenn der Magen schon so laut knurrt, als ob eine Horde wilder Wölfe im Bauch herumtoben würde und man am liebsten alles in sich reinschaufeln möchte wie ein Mähdrescher? Ich kann euch schon sagen, warum das Frühstück so wichtig ist bei mir! Weil ich sonst einfach un-er-träg-lich bin! Echt, ohne meinem Festschmaus am Morgen schaffe ich es ja nicht einmal bis vor die Wohnungstür, weil ich dann einfach nicht lebensfähig bin. Ich würde bereits auf der Fußmatte vor der Türe erschöpft und kraftlos zusammenbrechen. Der Kraftaufwand für meine Denkzentrale wäre einfach zu hoch. Es gibt für mich nur zwei Ausnahmen. Einerseits die Teamsitzung bei mir in der Arbeit, die einmal im Monat stattfindet. Denn da stehe ich auf, zieh mich an, unterziehe mich einer Katzenwäsche und bin auch schon aus der Türe draußen... aber nur, um 20 Minuten später in der Arbeit am Frühstückstisch zu sitzen und dort ordentlich reinzuschlemmen... und natürlich auch so nebenbei die wichtigen Themen des Tages mit meinen Kollegen zu besprechen. Und andererseits verlasse ich auch mal das Hause ohne Essen, wenn ich mit meiner Freundin zum Frühstück verabredet bin. Dann heißt es auch nur: aufstehen, Katzenwäsche, anziehen, losfahren... und dann gleich essen.

Denn bevor ich mir völlig unterzuckert irgendeinen Nahrungsmüll auf - wohl gemerkt - leeren Magen reinziehe mit dem Gedanken im Kopf, dass ich ja eeeeh noch nichts gefrühstückt habe oder ich meinen Körper dem Schicksal der rasch erreichbaren Zuckerquellen (auch Naschlade genannt - und die gibt es wohl in jedem Betrieb und in jedem Zuhause) überlasse, frühstücke ich lieber mal ordentlich und entziehe mich so der Gefahr einfach nur irgendwas zu essen.

Esse ich zu Hause, gibt es immer Marmelade. Meine Marmelade, logisch. Weil davon hab ich ja so dermaßen viel, dass sie mir bis spätestens Weihnachten wahrscheinlich eh schon bei den Ohren rauskommt.

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und gestern, kurz bevor ich außer Haus musste und ich noch in aller Gemütlichkeit bei meiner Lieblingsmahlzeit des Tages saß, warf ich einen Blick auf das Glas und dachte mir Verdammt, da war ja noch eine!

Ok, ich gebe zu, fast hätte ich vergessen euch die Marmelade zu zeigen. Aber das liegt wohl daran, dass ich vor lauter Gläser herum schlichten, von einer Ecke in die andere schieben, um dann festzustellen, dass sie auch dort keinen Platz haben, Gläser mit Etiketten bekleben, Gläser verschenken und Marmelade selbst essen ein bisschen den Überblick über meine Armada an Marmeladengläsern verloren habe.

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber ich verspreche euch, dass dies die letzte Sommermarmelade ist. Ihr seid nun marmeladegesättigt und müsst euch nicht noch weitere Sommerfrüchte getarnt im Marmeladeglas zu Gemüte führen... aber nur vorerst. Denn im Herbst/Winter fällt mir mit Sicherheit wieder irgendwas ein. Bis dahin habt ihr also Verschnaufpause.

Heute gibt es also die letzte. Eine gelungene Mischung aus Brombeeren und Nektarinen, die mich doch sehr überrascht hat. Nie hätte ich gedacht, dass das Aroma der Beeren so gut mit dem doch sehr sommerlichen Geschmack der Nektarinen harmoniert. Diese Marmelade ist, neben der Mango- Pfirsich Marmelade, mein zweiter Liebling auf dem Brot in diesem Jahr. Aber eigentlich hätte ich schon damit rechnen können, denn dass Nektarinen und Beeren gut zusammenpassen, habe ich euch bereits hier schon mal gezeigt...

Brombeer- Nektarinen Marmelade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und bevor ich nun zum Rezept komme, gibt es hier nochmal eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Sommermarmeladen aus dem Hause Kitchen Secrets...
Nur so zur Erinnerung, falls ihr schon ganz durcheinander seid:

erdbeer_himbeer_marmelade (5)

Himbeer_Ribisel_Marmelade (1)
Marillen_Kirsch_Marmelade (7)

Mangp_Pfirsich_Marmelade (7)

Für die Marmelade:
(6 Gläser à 210 ml)

- etwa 700 g Brombeeren
- 4 reife Nektarinen
- Saft einer Zitrone
- 500 g Gelierzucker 2:1

Bevor man mit der Marmelade beginnt, die benötigten Gläser sterilisieren. Dafür die Gläser samt den Deckeln im Backofen bei 150 Grad für 15 Minuten sterilisieren.

Zunächst die Brombeeren waschen und verlesen. Mit einem Stabmixer pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen - die sind nämlich so groß und gemein....

Die Nektarinen waschen und schälen. Sind die Nektarinen sehr reif, lässt sich die Schale leicht lösen. Ansonsten Wasser aufkochen und siedend heiß über die Nektarinen gießen, dann lässt sich die Schale leichter lösen. Die geschälten Nektarinen aufschneiden und den Kern entfernen. In Stücke schneiden und pürieren.

Für die Marmelade sollten etwa 600 g Brombeermus und 400g Nektarinenmus übrig bleiben.

Das Fruchtmus, den Zitronensaft und den Gelierzucker in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen. Alles nun sprudelnd kochen lassen für etwa 7 bis 8 Minuten.

Um zu testen, ob die Marmelade fertig ist, gilt wie immer: die Gelierprobe. Dafür ein paar Tropfen von der Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird die Marmelade beim Erkalten fest, ist sie fertig. Bleibt sie flüssig, noch 1 bis 2 Minuten weiterkochen lassen. 

Die heiße Marmelade sofort in die sterilisierten Gläser füllen und verschließen. Auf den Kopf drehen müsst ihr sie nicht. Es ist mir wirklich schleierhaft, warum dieses Ammenmärchen noch immer durch die Welt geht, dass man das tun müsse... 

Kommentare:

  1. Ich werde auch ab und zu von meinem Hunger wach vor allem am Wochenende; -) Ohne Frühstück läuft bei mir nichts, selbst wenn ich schon um 7 Uhr aus dem Haus muss, da stehe lieber ein paar Minuten früher auf. Bin halt verfressen; -) Deine Marmelade gefällt mir sehr sehr gut:-)
    Viele liebe Grüße
    Sia

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    1. Danke, liebe Sia! :)
      Oh ja... ohne Frühstück ist der Tag einfach nur halb so schön!

      LG
      Viktoria

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  2. Huhu Viktoria,
    also das mit dem auf dem kopfstellen rührt (glaube ich) daher, dass durch die heiße Marmelade alle evtl. Keime (die ganz normal in der Umwelt umher schwirren) im Deckel auch ganz sicher abgetötet werden, so dass die Marmelade ganz sicher lange haltbar bleibt. Wenn aber die Gläser kurz zuvor sterillisiert werden, ist das nicht notwendig :-)
    Wir sind alle (Töchterchen inbegriffen) nicht so die großen Frühstücker (wir haben hingegen gerne üppige Abendmahle ;-D), aber ein Brötchen mit selbstgemachter Marmelade ist immer toll :-)
    Liebste Grüße,
    Kimi

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    1. Liebe Kimi,

      mir wurde von mehreren Seiten erklärt, dass das nicht stimmt, dass die Keime abgetötet werden durchs Umdrehen. Und wenn man die Gläser vorher EH sterilisiert...
      Naja, was solls... hauptsache es schmeckt, oder? :)

      Und so ein Brötchen mit Marmelade schmeckt ja auch am Nachmittag toll. :)

      Alles Liebe,
      Viktoria

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