Donnerstag, 25. September 2014

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken

Ich will euch ja nicht nerven mit dem Thema Soulfood, aber darf's noch ein bisschen sein?
Nein, ich hatte keinen schlechten Tag und nein, man hat mir auch keine Hiobsbotschaften überbracht und ich habe auch keinen Herbstblues. Die Wahrheit ist: es geht mir supergut. Ich muss mich ja auch nicht zwingend schlecht fühlen, um mich mit Soulfood zu verwöhnen. Manchmal ist es ja auch ganz gut den Wohlfühlzustand mit Soulfood zu erhalten. Damit er auch ja nicht flöten geht, gell!

Mein Zahn hat etwas getropft bei dem Gedanken an Milchreis. So ein Teller voll mit Milchreis und dazu Obst... mmmmh, das hat mich lächelnd durch den Tag gebracht. Aber mal ehrlich... immer nur dran denken und Heißhunger drauf haben, ist ja die reinste Folter, oder? Irgendwann muss man seinen Gelüsten nachgeben und sich einen grooooßen Teller Milchreis zu Gemüte führen - und das am besten mit einem selbstgemachten.

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber ich sage euch was! Milchreis ist ein wahres Multitalent und ein Superheld in der Küche! Echt! Wer von euch hat noch nie Milchreis selbst gekocht? Das solltet ihr unbedingt nachholen! Und bevor mir jetzt irgendjemand mit irgendwelchen faulen, weit hergeholten Ausreden kommt, schlagt sie euch gleich wieder aus dem Kopf, denn die gelten nicht! Egal, was ihr sagt, hier kommen meine Gegenargumente:

Milchreis ist...
  • einfach herzustellen. Punkt. 
  • wunderbar geeignet für Spülfaule! Man benötigt bloß einen Topf und einen Kochlöffel zum Umrühren! 
  • ideal für Kochfaule - man braucht zwar etwas Zeit und einen Herd, dafür aber kaum Kochkenntnisse. 
  • spottbillig - die Zutatenliste ist so kurz und obendrein auch noch so supergünstig, dass sich damit nur schwer arm kochen kann. Nur Grießbrei ist wahrscheinlich noch billiger. 
  • so herrlich variabel - verfeinert mit Aromen wie Zimt oder Vanille, mit Zitrone oder Orange, serviert mit einem Kompott, einem Mus oder frischen Früchten... ihr seht, die Kombinationsmöglichkeiten sind fast unerschöpflich... aber nur fast. 
  • portioniert und abgefüllt in auslaufsicheren Behältern seiner Wahl perfekt, um von A nach B transportiert zu werden. Denn anders als bei einem Stück Torte, macht es dem Milchreis nichts aus, wenn er ein bisschen durchgeschüttelt wird in der Tasche auf seinem Transportweg. Ein Stück Torte sieht nach zu viel herumwirbeln in der Tasche immer aus wie ein Verkehrsunfall, Milchreis hingegen - mit Verlaub - immer wie Kraut und Rüben, somit muss man sich schon mal um die Optik keine Gedanken machen!

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Milchreis ist aber nicht nur Soulfood und Multitalent, sondern auch der Alles-wird-gut-all time favourit. Wenn der Vormittag auf der Uni oder in der Arbeit mal wieder besonders lange, der Dozent außerordentlich langweilig ist, man schon kurz vor dem Tod durch Langeweile steht und es dem Chef mal wieder komplett den Vogel aus der Birne haut, dann ist der Milchreis der Retter der Stunde und sorgt für den nötigen Energieaufschwung, um neue Kraft zu tanken, damit man den Tag doch noch irgendwie überlebt. Denn manchmal geht es wirklich nur um's Überleben und da brauchen wir alle einen treuen Freund an unserer Seite, der schon mit dem Löffel winkt und uns mit einem Zwinkern vermittelt "Komm schon, zwei, drei Bissen, dann dreht sich das Rad wieder!"

Oder wenn es nicht gerade Trost ist, den der Milchreis spendet, dann ist er durchaus hilfreich, wenn sich irgendwann zwischen langen Telefongesprächen, Computertastaturreinklopfen und "Du, sag mal, könntest du das vielleicht auch noch erledigen?" dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend meldet, das man irgendwann nicht mehr ignorieren kann.
Natüüüüürlich könnte man jetzt zu einem Apfel, einer Birne oder einer Banane greifen, weil Obst ja so gesund ist und auch so viele wichtige Vitamine und Nährstoffe und weiß der Teufel was enthält... aber mal ehrlich... klingt Milchreis dann nicht doch ein bisschen attraktiver?

Und für's gute Gewissen gibt es zum Milchreis am Ende doch noch eine Portion Obst dazu, nämlich in Form von wunderbaren ofengerösteten Zwetschken, die im eigenen Saft garen, wunderbar aromatisch sind und sogar ein bisschen gute Herbstlaune versprühen.

Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Idee den Milchreis mit ofengerösteten Zwetschken zu essen, habe ich übrigens bereits vor einem Monat bei Simone von S-Küche gesehen, die bei mir seither in der Warteschleife hängt! Das fand ich so großartig und glaubt mir, ich wurde keinesfalls enttäuscht! 

Für den Milchreis:
(2 Portionen)

- 125 g Rundkornreis
- 1/2 l Milch
- 2 bis 3 EL braunen Zucker
- 1/2 bis 1 TL Zimt
- je 1 Msp Nelken und Piment 
- eine Prise Salz

Für die Zwetschken:

- so viele Zwetschken ihr wollt
- brauner Zucker zum Bestreuen 
- etwas Zimt, wenn ihr wollt

Die Milch, den Zucker, Salz und die Gewürze in einen Topf geben und aufkochen lassen.

Temperatur zurück drehen, den Reis zur Milch geben und leicht köcheln lassen. Regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt.

Den Milchreis leicht zugedeckt für etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar, aber noch bissfest ist und die Milch fast ganz verkocht ist.

Zwischenzeitig kann man die Zwetschken für den Ofen vorbereiten.

Dafür den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Zwetschken waschen und entsteinen und mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech ausgelegt mit Backpapier legen. Die Zwetschkenhälften mit braunem Zucker und Zimt bestreuen und im Ofen für 10 bis 15 Minuten rösten, bis sie weich, aber nicht gatschig sind.

Den fertigen Milchreis auf zwei Schüsseln oder Teller aufteilen, mit den Zwetschken aus dem Ofen garnieren und noch heiß oder nur lauwarm genießen.

Kommentare:

  1. Ohhh ja, Milchreis ist ein Superheld und pures Soulfood und das brauche ich auch nicht nur wenn es mir schlecht geht, sondern auch um die gute Laune aufrecht zu erhalten. :D Mit ofengerösteten Pflaumen kann ich mir das ganz wunderbar vorstellen. :)

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Danke, Sarah!
      Milchreis gibt es bei mir ganz oft - und mit der Kombi schwelge ich sowieso im Himmel!

      Lg

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