Freitag, 26. Dezember 2014

Glühweinsirup

Ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet alle ein wunderbares Weihnachsfest mit so viel Essen, dass es euch schon bei den Ohren rauskommt, so viel Liebe, dass ihr jetzt noch Herzen in den Augen habt und so eine schöne Zeit, dass ihr am liebsten rundherum grinsen möchtet.... und vielleicht auch mit ein bisschen Glühwein?!

Könnt ihr noch Glühwein sehen, oder kommt auch der euch schon bei den Ohren wieder raus? Also bei mir geht es noch... Glühwein kann ich auch noch nach Weihnachten gut trinken. Solange es kalt ist, schmeckt mir der Seelenwärmer im Häferl immer.

Selbstverständlich hat Glühwein am Weihnachtsmarkt noch am meisten Flair, drüber brauchen wir nicht diskutieren. Wenn es abends schon kalt ist, man sich behandschuht an das Häferl klammert und dabei das Aroma vom Glühwein schnüffelt, dann weiß man, dass Weihnachten kommt.

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Am liebsten gönne ich mir einen Glühwein... ok, es sind zwei, drei, vier... am Weihnachtsmarkt im Alten AKH. Für alle Nicht-Wiener: das Areal war früher mal ein Krankenhaus und ist heute Unigelände. Das Gelände besteht aus lauter kleinen Vierkanthöfen und ist auch nach vielen Jahren dort für mich noch immer total unübersichtlich und verwirrend. Und dort, wo früher die Notfallambulanz war, ist heute die Stiegl Ambulanz. Dieses Wortspiel ist geradezu aufgelegt, da noch immer dick und fett AMBULANZ auf dem Gebäude steht.
Dumm nur, wenn man um kurz vor 8 in der Früh daran nicht denkt...

Eine Studienkollegin und ich waren in einem Wintersemester mal stark übermotiviert und haben uns eine Vorlesung angetan um 8 in der Früh. Und dann war es auch noch Philosophie! Ach du Schande, dachten wir uns, worauf haben wir uns da bloß eingelassen? Egal... wir wollten es trotzdem versuchen. Woche für Woche schälten wir uns aus dem Bett, um pünktlich um 8 zur Vorlesung zu erscheinen (das akademische Viertel hat der Professor damals einfach mal ignoriert...).
Irgendwann im November passierte der Klassiker... ich wurde krank. Halbtot schleppte ich mich dennoch mit ihr zur Vorlesung. Ich wollte mich schließlich solidarisch zeigen und sie um so eine studentenunfreundliche Uhrzeit nicht im Stich lassen. Allerdings merkte ich rasch, dass ich es wohl nicht bis zum Ende schaffen werde und meinte - als wir gerade an der "Ambulanz" vorbeischlenderten - "Du... ich bin so kaputt, ich glaube, ich muss ein bisschen früher gehen!"
Und was hat sie geantwortet? Ihr werdet es mir nicht glauben... Ihre Antwort war allen Ernstes: "Na, willst in die Ambulanz gehen? Die ist eh da! Da bekommst sicher was gegen dein Fieber!" und deutete dabei auf die Stiegl Ambulanz. Etwas entsetzt und unsicher, ob ich gerade veräppelt werde oder nicht blickte ich zunächst wohl sehr verdattert auf sie, dann auf die vermeintliche Ambulanz und dann wieder auf sie und stammelte "Ja... die Stiegl Ambulanz... da werde ich bestenfalls mit Bier behandelt..."
"Oh... ja... stimmt..." murmelte sie und wir trotteten weiter...

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Hach, ich schweife ab... Ich wollte ja eigentlich vom Weihnachtsmarkt erzählen.
Denn im Alten AKH ist jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt mit dem lustigesten Glühweinstand aller Zeiten. Dort wird - das muss ich jetzt ehrlich gestehen - nicht unbedingt der allerbeste Glühwein verkauft, aber er ist zumindest so gut, dass ich immer wieder gerne komme.

Warum ich aber noch viel lieber hingehe, hat einen ganz anderen Grund, und der macht Ih-Ah. Versteht ihr nicht? Also es gibt dort einen Glühweinstand, der überdacht ist und wo jedes Jahr eine lebende Krippe aufgebaut ist. Ok, so halb-lebend, denn es fehlen Josef, Maria und das Jesuskind (man kann schließlich kaum kostümierte Menschen hinstellen, die dort den ganzen Tag ausharren sollen)... aber in dem Stall stehen ein Schaf, eine Ziege und ein Esel... so ganz in echt und mit all den Geräuschen, die sie halt so von sich geben. Ich schwöre euch, das ist jedes Jahr ein Highlight.
Der Esel heißt Elvis (ja, ehrlich wahr) und mischt mit seinen Lauten regelmäßig die umstehende Meute auf. Füttern ist allerdings strengstens verboten! Sonst wird der Ärmste ja noch dick und fett!

Mittlerweile kennt so ziemlich jeder, der in Wien lebt den Elvis. Und wenn ich mit Freunden zum Glühweintrinken verabredet bin, heißt es oft nur, dass wir uns beim Elvis treffen. Denn es weiß doch jeder wo der ist...
Und interessanterweise findet man dort auch immer die meisten Menschen. Woran das wohl liegt?

Aber auch wenn der Elvis noch so cool und der Glühweinstand noch so idyllisch ist, manchmal hat man einfach keine Lust rauszugehen wegen einem Glühwein. Ab und zu möchte man einfach zu Hause gemütlich auf der Couch lümmeln und eingewickelt in mindestens einer kuschelwarmen Decke Glühwein schlürfen und dabei vielleicht einen Liebesfilm schauen und Kekse naschen.
Besonders schnell ist so ein Glühwein gemacht, wenn man einen Glühweinsirup in petto hat, der schnell gemacht ist und sich zusätzlich noch wunderbar als Geschenk eignet für alle, die gerne mal ein Schlückchen schlürfen... oder zwei.

Im Internet findet man wirklich seitenweise Rezepte für Glühweinsirup, dass es einem schon richtig schwer fällt die richtige Mischung für sich herauszufinden. Orientiert habe ich mich an drei Rezepten, und zwar an dem von Herzkeks, Fräulein Peter in der Küche und Ich bin dann mal kurz in der Küche. Ein großer Bestandteil des Sirups ist Fruchtsaft und wenn ihr jeweils auf die Links klickt, werdet ihr merken, dass jede einen anderen Saft verwendet hat. Verwenden kann man letztlich jeden Saft, der einem schmeckt und gut zu den Gewürzen passt... egal, ob Traubensaft, Johannisbeersaft oder - wie ich - Kirschsaft.
Der Sirup schmeckt auch noch nach Weihnachten noch wunderbar,  versprochen!

Glühweinsirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Meine Kollegin und ich haben die Vorlesung in dem Semester übrigens nicht bis zum Ende durchgezogen, da leider am Ende der Motivation einfach noch zu viel Semester übrig war, wir eines Abends vor der Vorlesung so schlau waren und die ganze Nacht unterwegs waren, sodass wir uns zwei Stunden vor Vorlesungsbeginn noch an der Bar mit dem Glas in der Hand zugeprostet haben, dass wir nur diese eine Vorlesung ausnahmsweise sausen lassen, aber zur nächsten würden wir wieder hingehen...

Ja klar... Wer's glaubt...

Für den Sirup:
(etwa 3/4 Liter)

- 500 ml Kirschsaft (oder Traube oder Johannisbeer)
- jeweils 2 unbehandelte Orangen und Zitronen
- 5 Nelken
- 3 Zimtstangen
- 1 bis 2 Sternanis
- 1/2 TL Pimentkörner
- 1 Vanilleschote
- 300 g brauner Zucker 

Die Orangen und Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und danach in Scheiben oder Spalten schneiden. Die Vanilleschote aufschneiden und auskratzen.

Alle Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze den Sirup etwa 20 Minuten leicht köcheln lassen. Vom Herd nehmen und für mehrere Stunden ziehen lassen.

Den Sirup durch ein Sieb gießen und in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Für den Glühwein Rotwein erwärmen (aber nicht kochen!!) und Sirup nach Geschmack dazu mischen.

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