Montag, 1. Dezember 2014

Linzer Augen - "Dessert Connection Hamburg - Wien"

Für die heutige Runde der "Dessert Connection Hamburg-Wien" haben sich Steffi und ich passend zum Advent ein Thema ausgesucht, das eigentlich gar keine große Überraschung sein kann. Weihnachten kommt in großen Schritten auf uns zu und was gehört da dazu? Richtig! Aus diesem Grund lautet das Thema diesmal: Kekse & Plätzchen.

Mein Verhältnis zu Weihnachtskeksen ist nicht immer ganz einfach, allerdings nur was die Zubereitung angeht. Beim Essen bin ich da ja eher gnadenlos - so ziemlich alle werden von mir verputzt.

Mein Problem ist leider ganz anderer Natur. Es gibt nämlich Weihnachtsbäckerei, die ich einfach nicht auf die Reihe bekomme. Ganz vorne rangieren da die Zimtsterne. Diese Dinger wollen mich einfach nicht! Jeder Versuch Zimtsterne herzustellen, endet in einem Kollateralschaden: die Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld. Ich sehe aus, als hätte ich gegen 10 Tonnen Mandeln gekämpft und der Zucker klebt mir einfach überall. Völlig entnervt gebe ich einfach irgendwann auf und das angerichtete Chaos landet mit vollem Karacho im Müll. Ich schwöre euch, so ungenießbare Zimtsterne wie meine habt ihr in eurem Leben noch nie gegessen! Wollt ihr aber auch gar nicht... glaubt mir!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Mission Impossible II in der Küche lautet Lebkuchen. Gegen den habe ich einfach keine Chance. Zu trocken, zu bröselig, zu wurfgeschoßartig. Ich sage euch, meine Lebkuchen sind scharfe Munition! Geschmacklich kann ich dabei ja echt nicht meckern, daran scheitert es ja nur ganz selten bei mir. Aber die Dinger sind so hart, dass ich damit Fensterscheiben einschlagen könnte!
Selbst der gut gemeinte Ratschlag, dass man einen Apfel in die Keksdose legen soll, ist gegen meine steinharten Lebkuchen machtlos. Falls also jemand den ultimativen Hinweis für mich hat, wie man seine knallharten Lebkuchen wieder zu weichen Gaumenschmeichlern macht, dann bitte immer her damit!

Nun, ich habe mich endgültig geschlagen gegeben und lebe damit, dass ich von gewissen Bäckereien einfach die Finger lasse, wenn ich mich selbst nicht unglücklich machen möchte. Lieber verlasse ich mich darauf, dass andere für mich backen und ich Zimtsterne und Lebkuchen geschenkt bekomme von talentierten Backfeen, die das eindeutig besser können als ich!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Zum Glück gibt es aber genug Dinge, die ich echt gut hinbekomme. Bereits letztes Jahr habe ich euch Vanillekipferl gezeigt, die mir selten bis nie misslingen, weil ich ja unermüdlich und mit Argusaugen darauf achte, dass sie jaaaa nicht zu lange im Ofen sind!

Linzer Augen - mein heutiger Beitrag zur Dessert Connection, um jetzt endlich mal zum Punkt zu kommen - finde ich besonders gelingsicher, da es eigentlich "nur" Mürbteigkekse sind. Mürbteig finde ich immer super, denn man kann damit kaum was falsch machen und!!! (und das ist ja das allerwichtigste an der Sache!) Und man kann ihn aromatisieren nach Herzenslust oder wonach einem gerade der Sinn steht. Die Mürbteigkekse vom letzten Jahr sind eine ganz einfache Variante, Linzer Augen sind ein kleines bisschen anders, da sie noch Mandeln enthalten und - je nach Rezept - Stärke.

Wenn es um Linzer Augen geht bin ich ganz traditionell. Nein.. das ist falsch. Meine Meinung dazu ist unumstößlich. Denn ein Linzer Augen braucht drei Augen! DREI! Nicht eines, kein Gesicht, keine Sternchen statt Augen... nein, drei kreisförmige Öffnungen, aus denen die Marmelade rausquellen kann. Punkt!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nur was die dicke Schicht Staubzucker oben drauf angeht, bin ich ein wenig meinungsflexibler. Denn überlicherweise werden Linzer Augen noch ganz kräftig mit Staubzucker bestreut, sodass man ihn fast schon runterschnüffeln kann, während man reinbeisst, weil die Zuckerschicht so dick ist. Davon war ich noch nie besonders angetan und wenn ich mich richtig erinnere, musste mir meine Mama früher die Zuckerschicht runterpusten, bevor ich auch nur im entferntesten daran gedacht habe so einen Keks zu essen.

Also... meine ganz konventionellen Linzer Augen (die mit den drei Augen) gibt es ganz unkonventionell ohne Staubzuckerschicht. Wer dennoch auf die Zuckerschicht besteht, bestreut die obere Kekshälfte direkt nach dem Backen mit Zucker, dann hält er besser!

Linzer Augen, Viktoria's [Kitchen] Secrets, Zuckerwerkstatt

Wer jetzt neugierig geworden ist, was Steffi so gezaubert hat, der klickt mal ihr rüber. Denn bei ihr gibt es Hanseaten, die nicht nur zu Weihnachten erlaubt, sondern eigentlich das ganze Jahr über verfügbar sind.

Lustigerweise sind Hanseaten den Linzer Augen sehr ähnlich, aber seht es euch doch einfach selbst an...

Für den Teig:

- 200 g Mehl + etwas für die Arbeitsfläche 
- 100 g Stärke
- 1 Ei
- 200 g kalte Butter, würfelig geschnitten 
- 100 g geriebene Mandeln
- 130 g Staubzucker
- 1/2 TL Zimt
- etwas Vanille
-  etwas abgeriebene Zitronenschale
(aber wirklich nur wenig)

Außerdem: 
- ein Glas Ribisel- oder Himbeermarmelade zum Befüllen 


Die Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und rasch zu einem geschmeidigen, glatten Teig kneten. In Folie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Nach der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen und den Teig nochmal kurz durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher Kekse ausstechen. Für die Linzer Augen jeweils einen Boden und ein passendes Gegenstück (mit den Löchern) ausstechen.

Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und auf mittlerer Schiene 10 bis 12 Minuten backen. Darauf achten, dass die Kekse nicht braun werden!
Die Kekse auf einem Rost vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung ein Glas Ribiselmarmelade (ohne Stücke!) glatt rühren, sodass sie sich leichter verstreichen lässt. Je einen Esslöffel von der Marmelade auf einem Unterteil verstreichen und einen Deckel darauf setzen. Leicht andrücken, damit die Marmelade die Löcher gut ausfüllt.

Zum Trocknen die Kekse am besten über Nacht liegen lassen.

Nach Belieben mit Staubzucker bestreuen und in einer Keksdose luftdicht verschlossen aufbewahren.

Kommentare:

  1. Die sehen sehr lecker aus - und so elegant!
    "Ribiselmarmelade" musste ich erstmal nachschlagen - die gibt's hier oben im Norden nicht.... also unter diesem Namen. Nimmst du rote oder schwarze Johannisbeermarmelade?

    Noch eine wichtige Frage: was machst du mit den ausgestochenen Löchern? Wer bekommt die?

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    1. Lieber Jan, ich war ganz frech und habe diesmal meine Himbeer-Ribisel Marmelade verwendet, die ich im Sommer gemacht habe, aber pst, sag's keinem weiter *g*
      Üblicherweise kommt halt Ribiselmarmelade rein, aber viele nehmen auch Marillenmarmelade... und meine Oma - ganz frech - greift sogar zur Kirschmarmelade!

      Die ausgestochenen Löcher kommen in ein Auffanglager für verstoßene und ungeliebte Ausstechlöcher, dort werden sie auf einen Haufen geworfen, um letztlich wieder im Teig zu landen, um auf's Neue ausgestochen zu werden.
      Seeeehr nachhaltig die ganze Sache! :P

      Lg
      Viktoria

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