Sonntag, 21. Dezember 2014

Mandel- Powidl Cupcakes

Ein bisschen bescheuert bin ich manchmal schon. Also ich habe nicht die Absicht mich selbst hier in den Dreck ziehen, aber ab und zu, wirklich nur ab und zu möchte ich mir selbst den Vogel zeigen.

Aber alles von vorne...

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Im Sommer habe ich ja noch ganz groß vorgehabt öfter mal wieder Cupcakes zu machen. Und wie oft habe ich letztlich geschafft? Genau! Gar nicht! (Falls sich jemand nicht erinnert: hier ein kleiner Denkanstoß)

Na, das kann es doch nicht sein, dachte ich mir mit dem Moralfinger in meine Richtung, erst groß prahlen und dann wieder ein halbes Jahr nicht in die Gänge kommen! Das geht so nicht, meine Liebe! Also, Cupcakes... Und wie es der Zufall so wollte,Weihnachten praktisch da ist, auf meiner TBL noch Lebkuchen Cupcakes standen und mein Cupcakevorhaben sowieso unumstößlich war, gab es nur noch diese eine Möglichkeit.

In fast schon meditativer Haltung mit meinem Laptop auf meinem Schoß durchforstete ich das Internet, als mir einfiel, dass ich doch letztes Jahr dieses Desaster hatte. Wisst ihr noch, die Vanillekipferl Cupcakes...? Nicht? Ich versuche mich kurz zu fassen. Versuch 1: mittelschwere Katastrophe, aber egal... aufstehen, Krone Backmütze richten, Mehl abputzen, weiter backen. Versuch 2: Endzeitstimmung in der Küche und ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Versuch 3: Haleluja! Und ich saß glücklich, aber erschöpft auf der Couch.
Dieses Desaster habe ich gerade so verdaut und da will ich mich an diese Dinger schon wieder heranwagen? Ich muss ja wirklich einen kräftigen Sprung in der Rührschüssel haben!

Aber ich habe den Geschmack und die Konsistenz der Cupcakes noch genau im Kopf und ich wusste, dass sich der enorm hohe Verlust meiner Nerven dafür in jedem Fall bezahlt gemacht hat. Ich müsste nur ein paar Anpassungen vornehmen und dann habe ich meine Cupcakes mit einem feinen Lebkuchenaroma.

Ein bisschen nervös war ich ja schon, weil ich nämlich nicht nur den Geschmack noch genau im Kopf habe, sondern auch den äußerst schwierigen Weg bis dahin... Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und überhaupt... warum einfach, wenn es auch umständlich geht?
Also... ran an die Schüssel, die Herausforderung wartet!

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Puh, geschafft! In der Ultrakurzfassung: Mir sind die Dinger Gott sei Dank auf Anhieb gelungen! Ich konnte mir also den Angstschweiß von der Stirn wischen. Aber das war ja nur die halbe Miete, denn das Topping wartete ja auch noch auf mich! Entschieden habe ich mich für eine Swiss Meringue Buttercreme. Warum? Ha, das wüsste ich auch gerne. Keine Ahnung... aber kennt ihr das, wenn euch einfach so ohne besonderem Hintergrund etwas in den Sinn kommt und das einfach machen möchtet? Ja? Denn so ging es mir mit dem Topping.

Gemacht habe ich es zwar schon einmal, aber eben nur dieses eine Mal... und das ist auch schon wieder sehr lange her. Tja, und auch da habe ich noch sehr gut in Erinnerung, dass es mich fast zur Weißglut getrieben hätte. Vielleicht habe ich deswegen darauf gepfiffen und es seither nicht mehr gemacht? Ich weiß es nicht... Jetzt jedenfalls war es in meinem Kopf drin und es gab nur diesen einen Plan A.
Gut, dann gebe ich mich eben dem nächsten Beinaheherzstillstand an diesem Tag hin, was solls, dachte ich mir, jetzt habe ich doch eh schon Übung darin.

Swiss Meringue Buttercreme ist nämlich gemein, und zwar so richtig. Und sie ist auch nichts für zartbesaitete und ungeduldige Menschen. Sie ist eine Diva und ruft einem zunächst mal "Ätschibätschi" zu, während man mit dem Mixer in der Hand den Tränen nahe ist und sich die Creme dann erbarmt und einem vermittelt "War doch nur ein Scherz, jetzt stell dich nicht so an und hör auf zu flennen!". Und auch wenn man noch so sehr darauf gefasst ist, selbst wenn man es noch so sehr verinnerlicht hat, dass es in der Rührschüssel zunächst aussieht wie auf einem Schlachtfeld, bevor sich eh alles zusammenfügt (denn es ist alles nur eine Frage der Zeit), möchte man jedes Mal am liebsten anfangen zu weinen...

Aber ich habe auch das überstanden, mein Topping ist so geworden wie es werden sollte und ich glaube, dass mich jetzt wirklich kein Kuchendrama und kein Weihnachtsdesaster mehr umhauen kann...

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So, warum war ich nochmal der Meinung, dass ich mir manchmal gern den Vogel zeigen möchte? Versteh ich nicht... Ist doch eh alles ganz easy! 

Für die Cupcakes:
(12 Stück)

- 100 g Mehl
- 60 g Mandeln, gerieben
- 120 g brauner Zucker
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Lebkuchengewürz
- eine Prise Salz
- 55 g Butter, weich
- 1 Ei
- 160 ml Milch

Für das Topping:

- 2 große Eiweiß
- 120 g Zucker
- 100 g Butter, sehr weich
- 150g Powidl

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen und den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Alle Zutaten für die Cupcakes, bis auf die letzten beiden in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen verrühren, bis eine sandinge Masse entstanden ist.

Milch und Ei verquirlen und dazugeben. So lange rühren, bis alles zusammengekommen ist und ein glatter Teig entstanden ist.

Den Teig in die Förmchen füllen und 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen!

Für das Topping Eiweiß und Zucker über dem heißen Wasserbad 4 bis 5 Minuten aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Wasserbad nehmen und weiter schlagen, bis sich feste Spitzen bilden. 

Die Geschwindigkeit vom Mixer reduzieren und die weiche Butter hinzufügen. So lange rühren, bis sich die Masse miteinander verbunden hat. 
Sobald alles glatt ist, den Powidl unterrühren und mixen, bis alles gut verrührt ist. 

Das Topping in einen Spritzbeutel füllen und mit einer Tülle nach Wahl auf die Cupcakes aufspritzen und nach Herzenslust dekorieren. 

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