Dienstag, 24. Februar 2015

Schokokekse mit Cremefüllung

Ich weiß, die Sache mit den amerikanischen Kultkeksen ist schon ein alter Hut und bald könnt ihr es nicht mehr hören. Aber als hoffnungsloser Werbungs-Lemming, der viel zu schnell auf die simpelsten Marketingmaschen reagiert, bin ich diesen sündhaften "twist it - lick it - dunk it" Dingern einfach total verfallen. Ja, ich weiß, aber wir haben alle so unsere Macken.
Außerdem juckt es mich ja schon länger unter den Nägeln diese Teilchen selber mal zu machen. Länger ist dabei noch gar kein Ausdruck! Echt, das ist war bisher meine persönliche Mission Impossible.

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

In den vergangenen beiden Jahren habe ich ein paar Versuche gestartet, die alle irgendwie.... naja, in die Hose gingen. Gelinde gesagt. Sie waren so fehlerhaft, dass ich Traum nicht daran gedacht hätte auch nur eineinziges Bild davon zu schießen und diese "Kekse" hier auf dem Blog zu zeigen. 

Soll ja ganz einfach sein.... Mürbteig mit Kakao und irgendeine Vanillecreme rein. Ja, klar, haa haa. Pustekuchen. Nein, meine Lieben, ganz so einfach ist es leider nicht. Wer von euch hat Lust auf ein bisschen Fehleranalyse? Here we go! 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Einmal hatte ich zu wenig Kakao, die Farbe der Kekse war, ähm..., interessant. Was ich an Backkakao nicht hatte, wollte ich durch normalen Trinkkakao ersetzen. Egal, dachte ich mir, das bisschen wird schon nicht auffallen. Nein, es ist nicht egal und ja, es fällt auf! Glaubt mir, das ist eine schlechte Idee, und zwar eine ganz schlechte. Wenn auf der Packung steht, dass der Kakao zum Trinken gedacht ist, dann sollte man auch dabei bleiben. Wie soll ich es am besten beschreiben? Nun, die Farbe erinnerte an sonnengebleichte Schokokekse. Viel zu hell, nicht besonders ansehnlich und man hatte bei dem nahezu herzzerreißenden Anblick das Bedürfnis sie zu streicheln und Mitleid zu spenden ob ihrer Blässe. 
Ich habe daraus also gelernt, dass ich nur den richtig guten Backkakao verwenden soll. So weit, so gut, Erkenntnis gewonnen. 

Und was ich beim ersten Mal zu wenig hatte, hatte ich beim zweiten Mal zu viel. Die Kekse waren zwar schwarz wie die Nacht (fast so wie das Original), aber auch genauso bitter. Zu viel Kakao, zu lange Backzeit, zu bitterer Geschmack. Keine extra knallsüße Füllung dieser Welt hätte den bitteren Geschmack der Kekse irgendwie überdecken können. 
Kennt ihr das, wenn ihr etwas seht, ihr einen bestimmten Geschmack damit verbindet, voller Inbrunst einen großen Bissen nehmt und dann... das Gesicht verzieht, weil der Geschmack nicht einmal annähernd so ist wie erwartet?! Ja? Toll, denn genau so war es beim zweiten Mal! Diesen einen Bissen würgt man anstandshalber irgendwie runter, den Rest möchte man aber irgendwie anders loswerden...
Im Klartext heißt das also: nicht zu wenig Kakao verwenden, aber auch nicht zu viel. Was ist denn nun das Mittelmaß?

Und einmal... ja, puh, ich weiß nicht was mir da passiert ist... aber die Kekse sind schon vom bloßen Anblick zu Staub zerfallen. Geschmacklich waren sie zwar vollkommen in Ordnung, aber sonst einfach nicht weiterzuverarbeiten.
Ich schwöre euch, man durfte nicht einmal in ihre Richtung lächeln, schon haben sie sich *puff* in kleinste Krümel verwandelt. Es war sehr schade darum, denn ich hätte sie gerne mit Vanillecreme gefüllt. Stattdessen musste ich ihnen ohne Umwege gleich ein neues Schicksal als Keksbröselboden für eine Torte verpassen. Tja, auch gut, aber nicht unbedingt meine Intention dahinter. 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich war bereit den Versuch numero 4 zu starten, als ich unlängst bei Ilona von Süssblog ein Rezept gesehen habe für Schoko Creme Kekse. Nach einem kurzen Check der Zutatenliste dachte ich mir, dass es diesmal wohl endlich klappen würde.

Natürlich würde ich auch damit nicht an das Original rankommen, aber ganz ehrlich... warum auch? Brauche ich wirklich eine Kopie davon? Nöö... nicht wirklich! Herausgekommen sind jedenfalls sehr schokoladige (aber nicht bittere), leicht herbe, aber dennoch süße und vanillige Kekse, die ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gebacken habe.
Von der Konsistenz her sind meine, im Gegensatz zu denen von Ilona, weich geworden. Vielleicht liegt es an der nur 10-minütigen Backzeit, vielleicht liegt es am braunen Zucker, den ich verwendet habe, vielleicht liegt es an meinem Kontrollblick, den ich die ganze Zeit über hatte, als die Teilchen im Ofen waren... ich weiß es nicht.
Jedenfalls sind meine Kekse von Haus aus eher weich geworden, krümeln nicht, weichen aber durch die Füllung nicht noch weiter durch. Ob ihr nun braunen Zucker verwenden wollt oder nicht, bleibt euch überlassen. Wärmstens empfehlen kann ich euch diese Kekse in jedem Fall! 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Kekse: 

- 250 g Mehl
- 100 g Zucker
- 150 g brauner Zucker
- 100 g Kakao
- 125 g kalte Butter
- 2 Eier
- Salz
- das Mark einer Vanilleschote

Für die Füllung: 

- 100 g Ceres (Palmin in Deutschland)
- 155 g Butter
- 200 g Zucker
- das Mark einer Vanilleschote 

Die Zutaten für die Kekse rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. 

Nach der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen und den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher nach Wahl Kekse ausstechen und auf einem mit Backbapier belegten Backblech 10 Minuten auf mittlerer Schiene backen. 

Für die Füllung Ceres in einem kleinen Topf schmelzen und mit den restlichen Zutaten cremig schlagen. 

Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen und auf jeweils einen Keks in der Mitte einen Klecks spritzen. Einen zweiten Keks als Deckel draufsetzen und leicht andrücken, damit sich die Füllung bis zum Rand ausbreitet.

Die Kekse sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor dem Verzehr könnt ihr sie aber ein bisschen bei Zimmertemperatur liegen lassen, damit sie nicht so kalt sind. 

Samstag, 14. Februar 2015

Red Velvet Cupcakes - und das ewige Leid um den Valentinstag...

Da ist er wieder, der umstrittene Valentinstag. Daran erinnern uns schon seit Wochen sämtliche Schaufenster und zu kaufen gibt es Geschenke scheinbar nur noch eingewickelt in Herzgeschenkspapier und roten Schleifchen, garniert mit irgendwelchen ausgelutschten Sprüchen, die romantisch sein sollen, auf mich aber eher aufgesetzt wirken. Kommerz oder Romantik? Hier scheiden sich die Gemüter, denn die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Ich war ja, muss ich gestehen, auch nie so wirklich angetan davon. Zwar habe ich nie die Ansicht vertreten, dass dieser Tag nur ein Tag der Blumenmafia ist, aber mich hat er einfach nicht so wirklich mitgerissen...

"Das ist doch Kitsch!", "Ich brauch doch keinen besonderen Tag dafür", "Ach, das ist ja nur ein erfundener Tag der Blumenindustrie!" sind durchaus Argumente contra Valentinstag. Aber es gibt ja auch Menschen, die sich gerne etwas überlegen, die es auch aus tiefster Überzeugung und vollstem Herzen tun und sich damit auch richtig gut fühlen! Weil es ihnen wichtig ist und sie es gerne machen. Warum auch nicht, was spricht dagegen?

Klar, Romantik braucht keinen Kalender und man braucht auch keinen bestimmten Tag, um den liebsten Menschen auf Erden zu zeigen wie abgöttisch man sie liebt, denn das kann man ja das ganze Jahr über machen. Aber mal Hand aufs Herz: man soll die Feste feiern wie sie fallen, oder? Schließlich feiert jeder seinen Geburtstag auch jedes Jahr aufs Neue am gleichen Tag und nicht irgendwann im Jahr, wenn es einem grade lustig ist, um sich daran zu erinnern, dass man verdammt nochmal schon wieder älter geworden ist!

Red Velvet Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber ist es wirklich so übel ein festes Datum dafür zu haben? Nein, das finde ich nicht! Denn mal ganz ehrlich... es gibt Menschen (und das sind nicht nur Männer, sonder sehr wohl auch Frauen), die den Partner zwar von ganzem Herzen lieben, aber mit kleinen romantischen Gesten nicht wirklich was am Hut haben. Gerade für solche Menschen ist der Valentinstag ein sanfter Hinweis darauf, dass mit einer spontanen Einladung zum Lunch, einer lieben Nachricht, abends einem Schluck Wein auf der Couch (statt fernsehen und Bier) zum Ausdruck gebracht werden kann, dass man den Partner verehrt... dass es schon immer so war und noch immer so ist. Mir ist schon klar, dass Romantik per Knopfdruck nicht klappt. Aber ich denke, dass es gerade für Menschen, die ab und zu einen Wink mit dem Zaunpfahl brauchen, hilfreich ist sich mal wieder ein paar Gedanken zu machen und eine kleine Überraschung vorauszuplanen.

Nicht, dass mich jemand missversteht. Es geht natürlich nicht darum irgendwelche besonderen Geschenke zu erhalten. Schon gar nicht, wenn jemand daheim sitzt wie die Prinzessin auf der Erbse und eine Erwartungshaltung an den Tag legt, die einfach fernab jeder Realiät ist, sodass der/die Partner/in unter dem viel zu großen Druck steht mit dem besten, tollsten, teuersten Geschenk anzutanzen, um dem vollkommen überzogenen Wunschdenken gerecht zu werden. Nein, darum geht es nicht und verfehlt ja auch vollkommen den Sinn und Zweck der ganzen Sache. Aber dennoch: kleine Geschenke erhalten nicht nur die Freundschaft, sondern auch die Liebe! Und ein Geschenk muss ja nicht immer materieller Natur sein! ;)

Red Velvet Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber lassen wir mal all die verliebten Pärchen mit den Herzen in den Augen außen vor. Geht es beim Valentinstag wirklich immer nur um die Liebe zwischen zwei Menschen? Letztes Jahr, und zwar genau einen Tag nach dem Valentinstag war ich mit meiner Mama zum Kaffeklatsch verabredet. Da der Tag der Liebenden zu diesem Zeitpunkt noch keine 24 Stunden her und noch immer alles voll mit Rosen, Herzen und faden "Denken Sie an Ihre Liebsten!"- Sprüchen zugepflastert war, sind wir zwangsläufig bei diesem Thema gelandet. Und da hat sie mir was gesagt, das mir ein bisschen die Augen geöffnet, bzw. meinen Blickwinkel darauf verändert hat. Es ging um den Valentinstag und Freunde, die uns wichtig sind. Was ist mit den Menschen in unserem Leben, die uns in schweren Zeiten immer zur Seite stehen? Überlegt mal... solche Freunde, die einem das Taschentuch und die Familienpackung Ben&Jerry's Eis reichten, als der Liebeskummer besonders groß war. Die mit einem ein und dasselbe Thema immer und immer wieder durchkauen, bis man drüber hinweg ist und die Freundschaft trotzdem nicht leid ist...
Ist das nicht eine gute Gelegenheit mal (wieder) ein kleines Dankeschön loszuwerden? Einfach nur ein klitzekleines "Danke, dass du immer für mich da bist!"... Es tut nicht weh und der/die Freund/in freut sich darüber!

Red Velvet Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Es kann und muss nicht jeder den Valentinstag mögen. Wer ihn will, soll ihn feiern. Genau das macht den Tag irgendwie auch wieder interessant. Denn es ist nicht nur die Chance sich etwas für den liebsten Menschen in seiner Welt zu überlegen, sondern auch eine Möglichkeit Dinge zu probieren, die man sonst vielleicht nicht machen würde... Geschadet hat dieser Tag jedenfalls noch keinem!
Und wer ihn nicht will, soll einfach drüber stehen und lächeln, denn am nächsten Tag ist eh alles wieder vorbei! Aber betrachtet es vielleicht wirklich mal von einem anderen Blickwinkel aus. Und denkt immer dran: Liebe ist für alle da!


Red Velvet Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

So, genug der Moralpredigten... Kommen wir zum Wesentlichen. Müssen es am Valentinstag immer Blumen und Pralinen sein? Nicht unbedingt! Man kann durchaus ein bisschen kreativer an die Sache herangehen und selbst etwas machen. Sei es eine kunterbunte Karte, ein Gutschein für ein Frühlingspicknick, ein DIY Rosen- Bodypeeling oder eben Cupcakes. Für mich ist der Valentinstag jedenfalls eine ideale Gelegenheit endlich mal die Red Velvet Cupcakes zu probieren, die schon so ewig lange auf meiner TBL stehen. Das Rezept dafür habe ich aus dem Buch Süße Sünden. Nur von dem Frosting habe ich Abstand genommen, da mir 600 g Zucker auf 250 g Frischkäse doch ein bisschen zu viel waren. Das Rezept für das Vanille Frischkäsefrosting habe ich bei Ofenkieker gefunden und ist ideal. Nicht zu süß, cremig und passt geschmacklich hervorragend zu den Cupcakes. Ein bisschen Schokolade, ein bisschen Vanille... und vor allem viel Liebe!

Red Velvet Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und falls sich jetzt jemand fragt, ob er einen Knick in der Optik hat.... nein, es ist alles in Ordnung und ja, ich habe Cupcakes und Mini Cupcakes gemacht. Aber das war nur eine Spielerei von mir... Wie die Cupcakes am Ende aussehen sollen, bleibt ja - wie immer - jedem selbst überlassen. 

Für die Cupcakes: 
(12 Stück)

- 60 g weiche Butter
- 150 g Zucker
- Vanillezucker
- 1 Ei 
- 1 TL rote Lebensmittelfarbe
- 20 g Kakaopulver
- 150 g Mehl
- etwas Salz
- 120 ml Buttermilch
- 1 TL Natron
- 1 EL Weißweinessig

Für das Frosting:

- 200 g Butter, Zimmertemperatur
- 200 g Zucker
- 250 g Frischkäse, Zimmertemperatur
- das Mark einer Vanilleschote

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Butter, Zucker, Salz und Vanillezucker in einer Schüssel hellschaumig schlagen, danach das Ei einrühren. Kakao und Lebensmittelfarbe hinzufügen und alles gut mixen.

Mehl und Buttermilch abwechselnd in zwei Portionen hinzufügen und gut verrühren. Am Schluss Natron und Essig verrühren (Achtung, das schäumt stark!) und unter den Teig rühren.

Die Muffinförmchen zu 2/3 mit Teig füllen und auf mittlerer Schiene etwa 18 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!
Nach der Backzeit vollständig auskühlen lassen.

Für das Frosting Vanille, Zucker und Butter hellschaumig schlagen. Frischkäse zufügen und nur so lange rühren, bis alles vermischt ist. Auf keinen Fall zu lange rühren, da das Frosting sonst gerinnt!

Das Frosting in einen Spritzbeutel füllen und mit einer Tülle nach Wahl auf die Cupcakes dressieren.

Mit Deko nach Wahl bestreuen und bis zum Servieren kühl stellen.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Oreo Likör

Dass man Oreos nicht einfach nur so isst, sondern daraus allerhand andere Süßigkeiten zaubern kann, ist nun wirklich keine Neuigkeit mehr. Dass ich dieser Form der Kekszweckentfremdung fröne... und zwar mit voller Hingabe, ist auch kein Geheimnis mehr. Echt, sobald sich für mich eine Gelegenheit auftut Oreos für irgendwas zu zerbröseln, mache ich das.

Die heutige Möglichkeit Oreos in Kleinstbestandteilen zu verwenden, verdanke ich einer Blödelei beim Kaffeeklatsch mit meiner Freundin vor einiger Zeit. Wir unterhielten uns über Kekse, die wir gerne essen und landeten dabei irgendwann zwangsläufig bei Oreos. Bitte, fragt mich (oder euch selbst) nicht wieso wir ausgerechnet auf dieses Thema gekommen sind... wie gesagt, es war eine Blödelei.

Oreo Likör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Oreo Brownies? Alter Hut!
Pralinen? Valentinstag lässt grüßen!
Cheesecake Cookies? Ich brauche immer einen Happen zwischendurch... falls der Heißhunger kommt.
Oreoeis? Na, irgendwas muss ich ja im Sommer essen, abgesehen von Beeren!
Cake Pops? Tja, geht schnell, wenn man Kuchenreste hat... und dann auch noch überzogen mit weißer Schokolade.. mmmmh!

Oreo Likör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Also, wie wir beide feststellen mussten, füllt sich mein Repertoire an Verwendungsmöglichkeiten von atomisierten Oreos langsam, aber stetig. Nach oben hin ist trotzdem noch ein bisschen Luft und so haben wir weiter überlegt was man - in dem Fall ich - noch so damit zaubern kann.

Oreo Likör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

"Warum hast du eigentlich noch keinen Oreo Cheesecake gemacht?" fragte sie mich. Puh, das ist eine gute Frage... ich weiß es auch nicht! Das ist wohl ein klarer Fall für die TBL.
"Oder, oder, oder..." sagte sie ganz aufgeregt "Du machst eine Torte! Mit Oreocreme! Die wird sicher ein Knüller!" 
"Jaaa! Mit Heidelbeeren! Oder Brombeeren!" fügte ich noch hinzu.

Also ihr merkt schon... unser Gespräch hat irgendwie eine Eigendynamik entwickelt. Es ging nur noch um Oreos und wie man sie am besten verarbeitet. (Ich betone es noch einmal: Blödelei! Also bitte nicht nachdenken über die  Sinnhaftigkeit dieses Gesprächs! Obwohl... wenn ich genauer überlege... so sinnlos war dieses Gespräch wohl doch nicht, denn sonst würde es ja heute diesen hammermäßigen Likör nicht geben, haaa!) Wenn sie mir einen Vorschlag auf den Tisch geknallt hat, habe ich ihn noch etwas ergänzt, bis wir beide mit der Idee zufrieden waren... Und letztlich sind wir dagesessen, mit einem Wasserfall im Mund, hatten unglaublich Lust auf Oreos und schlürften weiter unseren Kaffee...

Eigentlich dachte ich ja, dass das Thema irgendwann beendet ist, denn wir quatschen bereits über Gott, die Welt und tausend andere Dinge, als sie mich plötzlich ganz unvermittelt fragte: "Du, sag mal... glaubst du, man kann damit auch einen Likör machen? So irgendwas cremiges?!" - "Hä? Was? Womit?"
Ich musste wohl einen sehr verdatterten Blick drauf gehabt haben. Sie begann zu lachen und ich hatte einfach keinen Dunst wovon sie sprach. "Na... mit den Oreos! Oreo Likör... oder sowas"
Ah! Na logisch! Schließlich war das zuvor das heiße Gesprächsthema Nummer 1. 
"Ach, da lässt sich bestimmt was machen... lass mich nur ein bisschen recherchieren und probieren!" versicherte ich ihr und legte mir gedanklich ein Memo an, dass ich dieser Sache nachgehen werde...

Und zack, ohne viel Hexerei und mit nur ein paar Zutaten lässt sich ein Likör zaubern, der herrlich cremig und unglaublich schokoladig ist... Oreos eben!

Bis ich das nächste Mal meine Freundin sehe, wird dieses Fläschchen wohl schon leer sein. Aber das macht nichts, denn dieser Likör ist es definitiv wert ein zweites, drittes oder hundertstes Mal gemixt zu werden.

Oreo Likör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Also: Stößchen! Ich trinke noch ein Schlückchen... oder zwei... oder drei... 

Für den Likör:

- 150 ml Obers
- 250 ml Milch
- 16 Oreos
(also eine Packung)
- 100 bis 150 ml weißer Rum 
(oder Menge nach Geschmack)
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 2 bis 3 EL Zucker

Die Oreos fein zerbröseln.

Obers, Zucker und Vanille in einem kleinen Topf erhitzen und etwas ziehen lassen.
Milch und Oreobrösel hinzufügen und durch verrühren. Evt. mit dem Pürierstab homogenisieren.

Rum hinzufügen und wieder gut verrühren.

In sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

(Der Likör hält gekühlt etwa 2 Wochen.)
Dienstag, 3. Februar 2015

Kokos Gugelhupf mit weißer Schokolade - und die Wiederentdeckung

Manchmal helfen einem Freunde auf die Sprünge ohne es zu wissen, bzw. ohne es zu beabsichtigen. Es passiert einfach so und man freut sich darüber. Denn hätte meine Freundin nicht nach einem bestimmten Rezept gefragt, gäbe es heute diesen Kuchen nicht... Aber alles von Beginn an...

Vor einigen Wochen - es war irgendwann vor Weihnachten - hat mich meine Freundin gefragt, ob ich denn ein gutes und vor allem erprobtes Rezept  für einen Streuselkuchen habe. Na aber hallo, dachte ich, wer, wenn nicht ich? Die Oberstreuseltante (also ich), die ja am liebsten über jeden Kuchen eine großzügige Portion Streusel drüberstreuen möchte, hat selbstverständlich ein erprobtes Rezept!

Meine Freundin hat, wie sie sagte, zwar schon das eine oder andere Rezept probiert, es war aber noch nicht das passende dabei und da hat sie sich gedacht, sie fragt mal bei mir nach. Als passionierte Hobbybäckerin hat es mich natürlich brennend interessiert warum es mit den anderen Rezepten nicht so recht klappen wollte...
Nun, der Teig war zu matschig oder zu trocken, es war zu viel hiervon und zu wenig davon drin, die Mengenangaben stimmten hinten und vorne nicht, und überhaupt.... der Kuchen schmeckte einfach nicht so wie sie ihn sich vorgestellt hat.

Kokosgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Meine Mission "Rettung des Streuselkuchens" begann und ich wusste sofort wo ich wegen dem Rezept nachsehen muss.... dachte ich. Das Rezept hatte ich ja schon sehr lange, also musste es in meiner roten Rezeptemappe sein. Ihr erinnert euch? Ich schnappte mir die Mappe, übersprang die Kapitel mit den Vor- und Hauptspeisen und schlug gleich das Kapitel mit den Kuchen auf. Von vorne blätterte ich alles bis hinten durch und... ich fand nichts! Also blätterte ich von hinten nach vorne alles durch, vielleicht habe ich es einfach nur übersehen. Aber wieder nichts! Oh Mann, das gibt es ja nicht! Ich, diejenige, die alle herumfliegenden Rezepte fein säuberlich sortiert und einordnet, findet das Rezept für DEN rettenden Streuselkuchen nicht! Oh bitte, befreit mich aus diesem schlechten Traum!

Ok, durchatmen, dachte ich, es kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben. Dass ein Kobold mit Affinität zu Streuselkuchen des nächtens gekommen ist und das das Rezept geklaut hat, um damit die Welt zu unterwerfen, hielt ich auch für ausgeschlossen. Es musste irgendwo sein, aber wo?

Und dann sah ich sie aus dem Augenwinkel! Eine zweite Mappe mit Rezepten! Kennt ihr das, wenn euch was aus dem Augenwinkel förmlich anspringt, anleuchtet und zuruft "Hallooooo!! Ich bin hiiiieeeer!"
Oh yeah, freute ich mich, auf die hab' ich ja totaaal vergessen! 
Ich habe tatsächlich vor Ewigkeiten eine zweite Mappe angelegt mit Rezepten, und zwar noch lange vor der ersten! Also ist die zweite Mappe eigentlich die erste und die erste (rote) Mappe die zweite. Es ist in Wahrheit auch nicht wirklich eine Mappe, sondern eher ein Ringbuch. Vorne steht groß drauf "Meine Rezepte" und im Inneren befinden sich Unterteilungen für Vor-, Haupt- und Nachspeisen und vorgefertigte Seiten mit ausreichend Platz für Zutaten, Zubereitung und Kommentare.

Kokosgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Gekauft habe ich dieses Schmuckstück als ich noch in der "Residenz Mama" verweilt und Rezepte aus dem Internet rausgeschrieben habe. Und das ist, wie ihr euch vielleicht denken könnt, schon ein Weilchen her. Dass ich darauf vergessen habe, wundert mich ein bisschen, denn darin befindet sich nicht nur das Rezept für besagten Streuselkuchen, sondern auch noch das eine oder andere Schätzchen.

Vor lauter Freude über meine Wiederentdeckung - um jetzt endlich mal zum Punkt zu kommen - habe ich dieses Ringbuch selbstverständlich komplett durchgeblättert und ein Rezept entdeckt mit dem Titel "Raffaellogugelhupf". Ganz unten beim Kommentar steht "Soll wie Raffaello schmecken - mal sehen! So bald als möglich probieren!". Mal sehen? Was hat mich bloß geritten so einen Kommentar unter das Rezept zu schreiben? Wie dem auch sei... dieses so bald als möglich hat wohl nicht so ganz geklappt, denn ich habe ein paar Jahre gebraucht, um diesen Kuchen zu endlich mal zu backen. So im Nachhinein betrachtet finde ich, dass ich das so bald als möglich schon viel früher hätte umsetzen sollen...

Kokosgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wie Raffello schmeckt der Kuchen, wie ich finde, nicht. Aber wisst ihr was... das macht gar nichts. Er ist trotzdem genau so wie ich mir einen Gugelhupf vorstelle: einfach und ohne viel Schickschnack. Er ist saftig, fluffig und schmeckt wunderbar nach Kokos. Was will man mehr?

Meiner Freundin habe ich übrigens von meiner Wiederentdeckung und meiner Freude darüber bisher nichts erzählt... aber ich schätze, dass sie es spätestens jetzt weiß.
In diesem Sinne: vielen lieben Dank und ich hoffe, dein Streuselkuchen ist dir gelungen!

Kokosgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für den Gugelhupf:

- 150 g Butter
- 150 g weiße Kuvertüre
- 4 Eier
- 120 g Zucker
- Mark 1/2 Vanilleschote
- 200 ml Kokosmilch
- 180 g Mehl
- 150 g Kokosflocken
- 2 gestr. TL Backpulver

Für die Deko:

- 150 g weiße Kuvertüre
- Mandeln und/oder Kokosflocken nach Belieben

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Gugelhupfform fetten und bemehlen.

Die Eier trennen und das Eiweiß mit 50 g Zucker steif schlagen.

Butter und Kuvertüre gemeinsam über den Wasserbad schmelzen. Mehl, Backpulver und Kokosflocken in einer Schüssel mischen.

Eigelb, restlichen Zucker und Vanille schaumig schlagen, anschließend die Butter-Kuvertüre-Mischung unterrühren.

Die Mehlmischung abwechselnd mit der Kokosmilch unter die Masse rühren und gut verrühren. Zuletzt das steif geschlagene Eiweiß unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Form füllen und auf mittlerer Schiene etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Den Kuchen nach der Backzeit aus der Form stürzen und auskühlen lassen.
Die Kuvertüre für die Deko schmelzen und über den Kuchen gießen. Nach Belieben noch mit Kokosflocken und/oder Mandeln bestreuen.