Dienstag, 24. Februar 2015

Schokokekse mit Cremefüllung

Ich weiß, die Sache mit den amerikanischen Kultkeksen ist schon ein alter Hut und bald könnt ihr es nicht mehr hören. Aber als hoffnungsloser Werbungs-Lemming, der viel zu schnell auf die simpelsten Marketingmaschen reagiert, bin ich diesen sündhaften "twist it - lick it - dunk it" Dingern einfach total verfallen. Ja, ich weiß, aber wir haben alle so unsere Macken.
Außerdem juckt es mich ja schon länger unter den Nägeln diese Teilchen selber mal zu machen. Länger ist dabei noch gar kein Ausdruck! Echt, das ist war bisher meine persönliche Mission Impossible.

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

In den vergangenen beiden Jahren habe ich ein paar Versuche gestartet, die alle irgendwie.... naja, in die Hose gingen. Gelinde gesagt. Sie waren so fehlerhaft, dass ich Traum nicht daran gedacht hätte auch nur eineinziges Bild davon zu schießen und diese "Kekse" hier auf dem Blog zu zeigen. 

Soll ja ganz einfach sein.... Mürbteig mit Kakao und irgendeine Vanillecreme rein. Ja, klar, haa haa. Pustekuchen. Nein, meine Lieben, ganz so einfach ist es leider nicht. Wer von euch hat Lust auf ein bisschen Fehleranalyse? Here we go! 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Einmal hatte ich zu wenig Kakao, die Farbe der Kekse war, ähm..., interessant. Was ich an Backkakao nicht hatte, wollte ich durch normalen Trinkkakao ersetzen. Egal, dachte ich mir, das bisschen wird schon nicht auffallen. Nein, es ist nicht egal und ja, es fällt auf! Glaubt mir, das ist eine schlechte Idee, und zwar eine ganz schlechte. Wenn auf der Packung steht, dass der Kakao zum Trinken gedacht ist, dann sollte man auch dabei bleiben. Wie soll ich es am besten beschreiben? Nun, die Farbe erinnerte an sonnengebleichte Schokokekse. Viel zu hell, nicht besonders ansehnlich und man hatte bei dem nahezu herzzerreißenden Anblick das Bedürfnis sie zu streicheln und Mitleid zu spenden ob ihrer Blässe. 
Ich habe daraus also gelernt, dass ich nur den richtig guten Backkakao verwenden soll. So weit, so gut, Erkenntnis gewonnen. 

Und was ich beim ersten Mal zu wenig hatte, hatte ich beim zweiten Mal zu viel. Die Kekse waren zwar schwarz wie die Nacht (fast so wie das Original), aber auch genauso bitter. Zu viel Kakao, zu lange Backzeit, zu bitterer Geschmack. Keine extra knallsüße Füllung dieser Welt hätte den bitteren Geschmack der Kekse irgendwie überdecken können. 
Kennt ihr das, wenn ihr etwas seht, ihr einen bestimmten Geschmack damit verbindet, voller Inbrunst einen großen Bissen nehmt und dann... das Gesicht verzieht, weil der Geschmack nicht einmal annähernd so ist wie erwartet?! Ja? Toll, denn genau so war es beim zweiten Mal! Diesen einen Bissen würgt man anstandshalber irgendwie runter, den Rest möchte man aber irgendwie anders loswerden...
Im Klartext heißt das also: nicht zu wenig Kakao verwenden, aber auch nicht zu viel. Was ist denn nun das Mittelmaß?

Und einmal... ja, puh, ich weiß nicht was mir da passiert ist... aber die Kekse sind schon vom bloßen Anblick zu Staub zerfallen. Geschmacklich waren sie zwar vollkommen in Ordnung, aber sonst einfach nicht weiterzuverarbeiten.
Ich schwöre euch, man durfte nicht einmal in ihre Richtung lächeln, schon haben sie sich *puff* in kleinste Krümel verwandelt. Es war sehr schade darum, denn ich hätte sie gerne mit Vanillecreme gefüllt. Stattdessen musste ich ihnen ohne Umwege gleich ein neues Schicksal als Keksbröselboden für eine Torte verpassen. Tja, auch gut, aber nicht unbedingt meine Intention dahinter. 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich war bereit den Versuch numero 4 zu starten, als ich unlängst bei Ilona von Süssblog ein Rezept gesehen habe für Schoko Creme Kekse. Nach einem kurzen Check der Zutatenliste dachte ich mir, dass es diesmal wohl endlich klappen würde.

Natürlich würde ich auch damit nicht an das Original rankommen, aber ganz ehrlich... warum auch? Brauche ich wirklich eine Kopie davon? Nöö... nicht wirklich! Herausgekommen sind jedenfalls sehr schokoladige (aber nicht bittere), leicht herbe, aber dennoch süße und vanillige Kekse, die ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gebacken habe.
Von der Konsistenz her sind meine, im Gegensatz zu denen von Ilona, weich geworden. Vielleicht liegt es an der nur 10-minütigen Backzeit, vielleicht liegt es am braunen Zucker, den ich verwendet habe, vielleicht liegt es an meinem Kontrollblick, den ich die ganze Zeit über hatte, als die Teilchen im Ofen waren... ich weiß es nicht.
Jedenfalls sind meine Kekse von Haus aus eher weich geworden, krümeln nicht, weichen aber durch die Füllung nicht noch weiter durch. Ob ihr nun braunen Zucker verwenden wollt oder nicht, bleibt euch überlassen. Wärmstens empfehlen kann ich euch diese Kekse in jedem Fall! 

Schoko&Creme Kekse, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Kekse: 

- 250 g Mehl
- 100 g Zucker
- 150 g brauner Zucker
- 100 g Kakao
- 125 g kalte Butter
- 2 Eier
- Salz
- das Mark einer Vanilleschote

Für die Füllung: 

- 100 g Ceres (Palmin in Deutschland)
- 155 g Butter
- 200 g Zucker
- das Mark einer Vanilleschote 

Die Zutaten für die Kekse rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. 

Nach der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen und den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher nach Wahl Kekse ausstechen und auf einem mit Backbapier belegten Backblech 10 Minuten auf mittlerer Schiene backen. 

Für die Füllung Ceres in einem kleinen Topf schmelzen und mit den restlichen Zutaten cremig schlagen. 

Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen und auf jeweils einen Keks in der Mitte einen Klecks spritzen. Einen zweiten Keks als Deckel draufsetzen und leicht andrücken, damit sich die Füllung bis zum Rand ausbreitet.

Die Kekse sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor dem Verzehr könnt ihr sie aber ein bisschen bei Zimmertemperatur liegen lassen, damit sie nicht so kalt sind. 

Kommentare:

  1. Ein tolles Rezept. kannst du uns verraten, was Ceres ist?

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    1. Danke 😊
      In Deutschland heißt es Palmin. Aber danke für den Hinweis, ich sollte es vielleicht in Klammern schreiben...

      LG

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  2. Oh du hast sie nachgebacken, das freut mich aber. :) Und besonders, dass sie bei dir schön weich geworden sind. Ich sollte sie auch nochmal backen....

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