Sonntag, 29. März 2015

Eierlikörgugelhupf

Noch nie habe ich mit der Zeitumstellung so gekämpft wie an diesem Sonntag. Gut, das lag wohl vor allem daran, dass es diesmal einfach spurlos an mir vorübergegangen ist. Obwohl diese - sorry - doofe Zeitumstellung in jedem Kalender steht, in allen Nachrichten breit getreten und in jeder Zeitung mehrmals abgedruckt wird, habe ich es diesmal einfach nicht mitbekommen. Weil es natürlich eine Neuheit ist, dass jedes Jahr am letzten Märzsonntag mitten in der Nacht die Uhren umgestellt werden... klar, noch niiieee davon gehört...

Eierlikörgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich hatte am Wochenende frei und bin ausgegangen. Nachdem ich am Sonntag ja nicht früh raus musste, konnte ich bis in die Puppen bleiben und hatte ich auch nicht wirklich das Bedürfnis, bzw. den Drang früh genug nach Hause zu fahren, denn ich konnte ja ausschlafen am nächsten Tag.

Und dann passierte das was mir immer passiert, wenn ich ausgehe und Spaß habe: ich schaue nur noch selten auf die Uhr und irgendwann gar nicht mehr. Man soll gehen, wenn es am schönsten ist? Ach, Papperlapapp! Das Sprichwort mag ich nicht, denn ich gehe erst nach Hause, wenn ich müde bin, keinen Spaß mehr habe oder das Lokal schließt.

Eierlikörgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Mein letzter Blick auf die Uhr, die Handyuhr, um genauer zu sein, fiel um 1 Uhr irgendwas (auf jeden Fall um kurz vor 2) und dann war es plötzlich 3 Uhr morgens. DREI UHR!! Wie konnte das sein? Wohin ist die eine Stunde verschwunden? Die Wanduhr sagte mir nämlich was ganz anderes! Nämlich genau die Zeit, die ich auch erwartete. Denn nach 1 kommt für mich immer noch 2 und danach erst die 3. Hatte ich zu viel getrunken? Nein, so genau habe ich mir den Glasboden dann auch wieder nicht angesehen, dass ich so derartig angeschickert war, dass ich keine Uhr mehr richtig lesen konnte.

Egal, dachte ich mir, jetzt erstmal ins Bett und morgen ist die Welt wieder in Ordnung... und dreht sich vor allem wieder in einem normalen Tempo! Ihr wisst ja wie das so ist: Morgen ist ja immer erst, nachdem man geschlafen hat! Nach einer mehr oder weniger ausreichenden Mütze voll Schlaf hoffte ich darauf, dass sich auch die Wanduhr ausgeruht und wieder volle Fahrt in der Kurve aufgenommen hat. Aber! Fehlanzeige! Noch immer zeigte meine Handyuhr, die sich ja automatisch umstellt (ein Hoch auf die Technik!) eine andere Uhrzeit an, als die Uhr auf der Wand. Dieser seltsame Unterschied von einer Stunde war noch immer da. Verdammt... also doch zu besoffen gewesen? Aber nein!
Denn dann dämmerte es mir langsam... da war ja was mit Sommerzeit und Winterzeit und die halbjährliche Umstellung sämtlicher Uhren im Haushalt (sofern sie es nicht selbst tun) vor, zurück, vor, zurück, vor, zurück... Das Rätsel um die einstündige Differenz war damit zwar gelöst, aber irgendwie fehlte mir an diesem Sonntag dennoch etwas... ich glaube, es war eine Stunde.

Eierlikörgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Schocks wie diese, also plötzlich auftretende Zeitumstellungen, mit denen selbstverständlich KEIN Mensch gerechnet hat (haha), lassen sich am besten mit süßen Kleinigkeiten verdauen... oder auch mit großen. Die süße große Kleinigkeit heißt in diesem Fall bei mir Eierlikörgugelhupf.
Mit so einem Kuchen ist die Welt aber auch schnell wieder in Ordnung. Ein einfacher Kuchen, der keine Diva ist, geschmacklich aber wirklich viel hermacht, kann da schon mal über den Umstand hinweg helfen, dass einem irgendwie eine Stunde abgeht...

Eierlikörgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Dass der Kuchen aber auch wirklich oberlecker ist, weiß nicht nur ich, denn auch bei Kipferl und Krapferl, Marlene's sweet things, Sarahs Torten und Cupcakes, Patce's Patisserie, uvm. gibt es Eierlikörgugelhupf. Wenn ich noch ein bisschen suchen würde, könnte ich die List wohl endlos erweitern. Und wenn es ein Kuchen auf so viele Blogs geschafft hat, dann muss er ja wohl lecker sein, oder? Probiert es einfach selbst!

Der Gugelhupf ist selbstverständlich ein schmuckes Stück auf der Ostertafel, aber ich sage euch was... er schmeckt auch herrlich außerhalb der Ostersaison! Also immer, wenn ihr Eierlikör übrig habt, dann denkt bitte an diesen Kuchen!

Eierlikörgugelhupf, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für den Gugelhupf:

- 125 g Mehl
- 125 g Stärke
- 200 g brauner Zucker
- 250 ml Eierlikör
- das Mark einer Vanilleschote
- 200 ml neutrales Öl
- 5 Eier
- 2 TL Backpulver

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Gugelhupfform fetten und bemehlen.
Mehl, Stärke und Backpulver in eine Schüssel sieben.

Eier mit Vanille und Zucker hellschaumig schlagen. Öl und Eierlikör hinzufügen - jetzt wird's sehr flüssig! Das Mehlgemisch unterheben und nur so lange verrühren, bis alles homogen ist.

Den Teig in die Backform füllen und auf mittlerer Schiene etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen.

Nach der Backzeit gleich aus der Form stürzen und den Kuchen auskühlen lassen, gleich anschneiden oder ihn einfach nur bewundern. Mit Zucker bestäuben, oder auch nicht, ein Stückchen abschneiden oder gleich den ganzen Kuchen auf einen Schlag vernaschen....

Guten Appetit!
Freitag, 20. März 2015

Mohr im Hemd - die kulinarische Entdeckungsreise rund um die Welt macht heute Halt in Wien


"Meine Damen und Herren, herzlich willkommen an Bord der Viktorian Airlines. Ich hoffe, ihr Aufenthalt in Irland unter der Reiseleitung von Anna-Karina, auch bekannt als sie bäckt gern hat Ihnen gefallen und Sie sind frisch gestärkt für die weitere Reise. 

Bitte legen Sie nun den Sicherheitsgurt an, die Reise geht in wenigen Minuten los... 

Unser heutiges Ziel ist meine Heimat Österreich, genauer gesagt Wien. Um die Reisedauer etwas zu verkürzen und Sie schon einmal auf das bevorstehende Ziel einzustimmen, hören Sie nun aus den Lautsprechern den Donauwalzer. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise!"



Na, seid ihr gut gelandet bei mir in Wien? Die kulinarische Entdeckungsreise geht weiter und heute nehme ich euch mit in meine Heimatstadt Wien. Als eingefleischtes Wiener Stadtkind kenne ich die Gassen in der Innenstadt natürlich alle wie meine Küchenschränke. Da kann es schon mal passieren, dass ich den Satz höre "Wer braucht schon ein Navi, wenn man dich dabei hat?", wenn man mit mir durch die Stadt schlendert.

Mohr im Hemd, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Echt. Ich liebe es so sehr (vor allem) im Frühling und Sommer durch die Stadt zu schlendern und die Leute und das hektische Treiben zu beobachten, Touristen, die aus dem Staunen manchmal nicht mehr rauskommen und manchmal verzweifelt mit dem Stadtplan in der Hand stehen, weil sie das teilweise verwinkelte Straßensystem nicht so ganz durchblicken. Ich persönlich finde ja, dass die Gassen in Wien gar nicht so verwinkelt sind, aber gut... ich kenne es ja auch nicht anders.

Und wo kann man das Treiben am besten beobachten? Riiichtiiiig! In einem der der keine Ahnung wie vielen hundert Kaffeehäuser in Wien. Dass ich die Kaffeehauskultur liebe, habe ich ja schon mal hier erwähnt. Aber ich werde nicht müde davon zu erzählen! Im Jahr 2011 hat die UNESCO die Wiener Kaffeehauskultur sogar zum Weltkulturerbe erklärt! Wahnsinn, oder? Wer in Wien zu Besuch ist, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen und einfach in einem Kaffeehaus ein bisschen verweilen. Es ist aber auch zu einladend: Marmortische (zumindest in den ganz alten, traditionellen Kaffeehäusern), das Rascheln der Zeitungen, der Kellner, alias Herr Ober mit dem weißen Hemd und einer Fliege, der einen stets begrüßt mit einem "Grüß Gott", herrlich ist das! Und wer unschlüssig ist, bzw. keinen Plan hat wohin: das Cafè Sperl, das Cafè Central oder das Cafè Prückel sind ganz heiße Adressen und fixer Bestandteil des Stadtbildes.
Die - zumindest für Nicht-Wiener - endlos lange Auswahl an den verschiedensten Kaffeesorten kann einen schon mal leicht überfordern. Aber irgendwann hat man sich durchgeackert und landet bei den Mehlspeisen. Und soll ich euch was verraten? Da geht die endlos lange Liste gleich weiter! Ha ha!

Mohr im Hemd, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Zu finden sind dort natürlich immer die Klassiker, die eigentlich jeder kennt... Apfelstrudel, Topfenstrudel, Sachertorte, Kaiserschmarrn... und meistens auch der Mohr im Hemd!
Ein leckeres kleines, saftiges und heißes Schokoküchlein mit viel Schokoladensauce und noch mehr Obersgarnitur (Sahne). Ein Traum für jeden Schokoliebhaber, die volle Schokodröhnung und sehr, sehr reichhaltig.Wer also plant einen Mohr im Hemd zu seinem Kaffee zu bestellen, der sollte vorher besser kein Schnitzel mit Kartoffelsalat essen... oder Schweinsbraten mit Kraut und Knödel... oder generell irgendwas essen. Glaubt mir, das führt unweigerlich zu diesem penetranten Gefühl der hoffnungslosen Übersättigung, der Unmöglichkeit sich zu bewegen und dem dringenden Bedürfnis sich auf die nächstbeste Couch zu legen, um in aller Ruhe ins Fresskoma zu fallen.
Aber so sind wir Wiener eben... Schleckermäuler, Süßzähne und wir zählen vielleicht vieles... aber bestimmt keine Kalorien!

Mohr im Hemd, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Leider (und ich muss wirklich sagen leider) ist die Sache nicht ganz so idyllisch wie ich sie hier beschreibe. Für die meisten Wirtshäuser und Kaffeehäuser und überhaupt für die meisten Wiener ist der Mohr im Hemd eine typische österreichische Süßspeise mit enorm viel Schokolade und viel Schlag (Sahne) oben drauf. Ich bin mit dem Begriff aufgewachsen und habe darunter nie etwas anderes, als diesen kleinen, leckeren Schokokuchen verstanden, den ich schon immer gerne genüsslichst verspeist habe.

Aber "Alle Jahre wieder" kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die Diskussion, ob die Bezeichnung "Mohr" abgeschafft werden soll, da der Begriff als politisch nicht korrekt, veraltet, aus historischer Sicht diskriminierend, beleidigend und herabwürdigend gilt. Denn Mohr ist eine veraltete Bezeichnung für Bewohner Mauretaniens, in späterer Folge - nämlich im 16. Jhdt. - wurde Begriff ausgedehnt auf Menschen mit dunkler Hautfarbe und Sklaven. Im 18. Jhdt. begann man den Begriff Mohr durch das Wort Neger (lat., niger - schwarz) zu ersetzen. Auf die Spitze getrieben wurde es dadurch, dass zwischen dem edlen Mohren und dem primitiven Neger unterschieden wurde. Diese Diskussion ist heute allerdings - und Gott sei Dank! - obsolet!!! Es ist natürlich legitim negativ konnotierte Begriffe wie diese zu hinterfragen und darüber (auch öffentlich) zu diskutieren, denn die Sensibilität für Zuwanderung steigt zusehends. Dennoch sollte man aber vielleicht auch den Ansatz bedenken, dass der Begriff vor allem auch traditionell geprägt ist und keinen rassistischen Hintergedanken hat. Ich fühle mich schließlich auch nicht herabgewürdigt, wenn von einem Wiener Würstchen die Rede ist (die bei uns übrigens Frankfurter heißen!)...

Wer sich trotzdem über den Begriff Mohr ärgert, dem sage ich jetzt mal was: mach dir deswegen doch bitteschön nicht ins Hemd!

Mohr im Hemd, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Konzentrieren wir uns lieber wieder auf die wichtigen Dinge... nämlich auf diesen kleinen, herrlich saftigen Schokokuchen, der ähnlich einem englischen Brotpudding im Wasserbad gegart wird. Will man es ganz traditionell machen, stellt man die Förmchen in einen großen Topf mit Wasser und gibt den Deckel drauf. Es gibt mittlerweile aber auch genug Rezepte, für die zwar kein Topf nötig ist, wohl aber ein Wasserbad für den Ofen. So oder so... um das Wasserbad kommt man nicht herum! Aber glaubt mir, die Mühe lohnt sich auf jeden Fall! Aber seid gewarnt: diese Teilchen sind zwar genau das Richtige für alle Schokotiger unter euch, aber nicht unbedingt eine Empfehlung meinerseits für ein Dessert als krönenden Abschluss nach einem üppigen Dinner! (Ja, ich weiß, das habe ich zuvor schon erwähnt!)

Auch, wenn ich ja sonst nicht so der größte Fan von reinem Schlagobers bin, gehört es in diesem Fall einfach dazu. Eine dicke Haube aus Obers, die mindestens genauso groß ist wieder das Küchlein selbst, muss da unbedingt dabei sein! Und selbstverständlich darf die Schokoladensauce auch nicht fehlen. Die Sauce findet ihr heute bei Steph vom Kleinen Kuriositätenladen und ist mit nur ganz wenigen Zutaten wirklich ganz fix hergestellt!

Und all das zusammen... der warme Schokokuchen, die idealerweise warme Schokosauce und die dicke Obershaube dazu... ist einfach nur ein Traum!

Mohr im Hemd, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für 8 Portionen Mohr im Hemd:

- 100 g weiche Butter
- 120 g Zartbitterschokolade
- 120 g Staubzucker
- 4 Eier
- 2 bis 4 cl Rum
- 120 g geriebene Mandeln
- 30  g Mehl
- 30 g Semmelbrösel
- etwas Salz und Zimt
- 10 g Vanillezucker

- ein Becher Schlagobers für die Garnitur

Für die Schokosauce: 

- 250 ml Wasser
- 250 g brauner Zucker
- 100 g Kakao
- Mark einer Vanilleschote
- eine Prise Salz

Wasserfeste Förmchen fetten und bemehlen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Kuvertüre schmelzen und beiseite stellen.

Die Eier trennen und das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers und dem Salz steif schlagen.
Butter, Zucker, Zimt und Vanillezucker schaumig schlagen. Eidotter dazu geben, danach die geschmolzene Kuvertüre, den Rum und die Mandeln unterrühren.

Brösel und Mehl mischen und unter die Masse heben, am Schluss das Eiweiß.

Die Förmchen zu 3/4 befüllen und in eine tiefe Auflaufform oder in ein tiefes Backblech stellen. Die Form mit Wasser füllen, sodass die Förmchen zu mind. 2/3 im Wasser stehen.

Auf mittlerer Schiene 30 bis 35 Minuten backen. Keinefalls während der Zeit den Backofen öffnen! Stäbchenprobe machen, aber erst nach 30 Minuten!
Nach der Backzeit die Küchlein gleich aus den Förmchen stürzen.

Während der Backzeit die Schokosauce herstellen. Dafür Wasser, Zucker, Vanille und Salz in einen Topf geben und aufkochen lassen. Kakao einrühren und etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen, bis die Sauce merklich eingedickt ist.
Noch heiß in eine sterilisierte Flasche füllen.

Vor dem Servieren Schlagobers steif schlagen. Ein noch heißes Küchlein auf einen Teller setzen und mit Schokoladensauce übergießen nach Belieben. Daneben oder darauf eine dicke Obershaube setzen und nach Belieben ebenfalls mit Sauce übergießen und gleich servieren.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sauce über bleibt, kann diese im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Montag, 16. März 2015

Ovomaltine- Schoko Eis

Wenn ich früher bei meiner Oma übernachtet habe, durfte ich in der Früh immer einen kleinen Schluck Kaffee trinken. Jaaaa, meine Oma hat mir Kaffee gegeben. Als Kind. Und ich lebe noch immer. Ohne bleibende Schäden.
Aber bevor ihr nun endgültig verständnislos den Kopf schüttelt und auf den"Wie kann sie bloß?"- Modus umschaltet, muss ich euch diesen Kaffee, bzw. "Kaffee" genauer beschreiben. Der sah nämlich so aus, dass meine Oma mir gerade so viel Kaffee einschenkte, dass der Tassenboden benetzt war, der Rest wurde mit Milch aufgegossen und dazu gab es eine unmenschliche Menge an Zucker. Das war kein Kaffee, das war Milch mit einer homöopathischen Kaffeedosis. Es war so wenig, dass man genauer hinschauen musste, um zu erkennen, dass die Milch eine ganz zarte Braunfärbung vom Kaffee hatte.

(Als ich Jahre später mal Kaffee in einer richtigen Dosis probierte, war ich zunächst schockiert über den Geschmack. Denn der hatte mit meiner Kindheitserinnerung absolut nichts zu tun!)

Meine Mama wusste davon natürlich, weil ich selbstverständlich nie einen Hehl daraus gemacht hatte und es ihr immer brühwarm auf die Nase binden musste, dass ich Kaffee bekommen habe - und das auch noch möglichst cool - sobald sie mich wieder abgeholt hatte. Allerdings wusste ich nie so recht was sie darüber dachte.

Denn zu Hause gab es für mich natürlich nie Kaffee für mich. Auch nicht in einer noch so geringen Dosis. Was es stattdessen aber öfter mal gab war Malzkaffee. Gelegentlich kaufte meine Mama eine Dose Malzkaffee und jubelte mir den als Kinderkaffee unter. Ja ja, als Kind ist man ja sooo leichtgläubig. Damals war außerdem alles toll mit dem Präfix Kinder. Das Kinderschnitzel mit Pommes schmeckte im Restaurant besonders lecker, der Kindertisch auf Hochzeiten war natürlich viel lustiger als das gesamte Unterhaltungsprogramm und der Kinderkaffee war sowieso viel besser als der richtige für die Erwachsenen.

Ovomaltine- Schoko Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich wette, ihr fragt euch mittlerweile was das alles mit dem Eis zu tun hat, oder?
(Nichts! Ich erzähle einfach nur gerne! Haha!)
Den Geschmack von Malz mochte ich ja schon immer. Und wenn es keinen Malzkaffee gab, dann zumindest öfter mal Ovomaltine. Das mochte ich fast noch ein bisschen mehr, denn neben dem Malz war da ja noch der süße Kakaogeschmack und die Kombination aus beidem fand ich schon damals unheimlich lecker.

Dabei war es mir immer vollkommen egal, ob ich nun das Getränk schlürfen durfte (ja, das schlürfte ich in der Regel), oder ob ich den Schokoriegel zu naschen bekam. Wenn es hieß, dass es Ovomaltine gab, dann war ich immer sofort zur Stelle... und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Den Beweis dafür bekam ich letztens mal wieder, als ich bei Patrick von Ich machs mir einfach das Schoko-Ovo-Eis gesehen habe. Sofort hat es mich so derartig unter den Fingern gejuckt. Ich musste es auch einfach haben.

Wer Ovo mag, wird dieses Eis lieben. Es ist ist durch den Anteil an der Zartbitterschokolade leicht herb, hat aber den typischen Ovomaltinegeschmack. Anders als Patrick habe ich das Getränkepulver verwendet und für den zusätzlichen Crunch noch Ovomaltine Kekse gehackt und untergemischt. Ein Gedicht, sage ich euch! Ich muss es jetzt noch einmal sagen: dieses Eis ist eine ganz große Empfehlung für alle Ovomaltineliebhaber unter euch! Und wer nicht so auf den Crunch steht, lässt die Kekse einfach weg.... (würde ich aber nicht, wenn ich ehrlich sein soll!)

Der einzige Nachteil an diesem Eis ist allerdings (sofern mag dies als Nachteil betrachten kann), dass man bereits nach einer Kugel ziemlich satt ist davon. Aber das ist wohl Luxusgejammer, denn es gibt wahrlich schlimmere Dinge, als nach einer Kugel schokoladigstem Ovomaltine Eis glücklich, aber satt auf der Couch oder sonst wo zu lümmeln.

Ovomaltine- Schoko Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Bevor ich nun zum Rezept komme, noch eine andere Sache. Steffi von der Zuckerwerkstatt hat mich kürzlich für den "Liebster Award" nominiert. Dabei geht es darum 11 Fragen zu beantworten, die man gestellt bekommt, sich selbst 11 neue Fragen auszudenken und weitere 11 Personen für den Award zu nominieren. Eigentlich habe ich meinen Blog ja immer als "awardfreie Zone" betrachtet. Ich bin nicht grundsätzlich dagegen und finde die Idee eigentlich auch sehr nett gestaltet, aber mir kommt es manchmal so vor, dass die Fragen immer sehr eng verknüpft sind mit dem Blog und generell stark aufs Bloggen fokussiert sind.
So ein Award ist eine dabei eine gute Gelegenheit mehr über den Blogger zu erfahren und auch mal Dinge von sich zu erzählen, die nichts mit dem Blog selbst zu tun haben.



Steffis Fragen haben mich letztlich doch so gereizt (weil ich sie sehr gut durchdachte finde), dass ich gar nicht lange überlegt und sie beantwortet habe. Hier nun also 11 Fragen von Steffi für mich:

1. Was ist dein Lieblingsbuch aller Zeiten und warum?

Puh, ich habe so viele gute Bücher gelesen, dass es mir gerade sehr schwer fällt mich für eines zu entscheiden. Aber das beste war wohl Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs, das ich erst kürzlich gelesen habe. Es ist ein Fantasy Roman, in dem es um Kinder mit besonderen Fähigkeiten geht, die in einer Zeitschleife leben und in Gefahr sind.
Man muss natürlich für Geschichten dieser Art was übrig haben, aber mir hat es so sehr gefallen, dass ich in der Ubahn regelmäßig meinen Ausstieg verpasst habe, weil es mich so gefesselt hat, ich den zweiten Teil, nämlich die Stadt der besonderen Kinder sofort im Anschluss ebenso verschlugen habe und am Ende richtig beleidigt war, weil es aus ist und es (noch) keinen dritten Teil gibt. Das Ende ist so gestaltet, dass ein dritter Teil möglich, aber nicht zwingend notwendig wäre.

2. Du musst dein Leben mit einer Figur aus einem Kinofilm oder einer Serie tauschen. Für welche entscheidest du dich?

Das ist leicht! Ich würde mit Audrey Hepburn, alias Holly Golightly in Breakfast at Tiffany's tauschen! Ich mag sie sehr als Schauspielerin, habe so ziemlich jeden Film mit ihr daheim, aber dieser hier ist mein absoluter Lieblingsfilm. Und am liebsten mag ich die Szene, in der sie in ihrer Wohnung eine Party veranstaltet, sich aber vom Acker macht, als die Polizei kommt und sie so tut, als wäre es nicht ihre Wohnung.

3. Was magst du an deiner Arbeit bzw. an deinem Studienfach besonders gerne?

Ich mag meine Arbeit deshalb so gerne, weil kein Tag dem anderen gleicht. Nie weiß man worauf man sich gefasst machen muss. Mal kann der Arbeitstag sehr hochtrabend und emotional belastend sein, mal passiert auch einfach nichts. Ich beobachte die Entwicklung der Menschen gerne, lehne mich zurück und weiß, dass ich viele gute Dinge erreichen kann. Klar, vieles funktioniert auch einfach gar nicht und man beißt auf Granit, aber das ist eben Berufsrisiko....
(Ha, jetzt fragt ihr euch natürlich was ich beruflich mache....)

4. Hast du ein großes Vorbild?

Hm, möglicherweise klingt diese Antwort für manche abgedroschen. Aber wenn es eine Person in meinem Leben gibt, vor der ich wirklich den Hut ziehe, dann ist das - Achtung, Schmalzalarm! - meine Mama. Zwei Kinder alleine großziehen, arbeiten gehen, den Haushalt schmeissen, selbst auf vieles verzichten, um den Kindern Dinge zu ermöglichen, Schattenseiten zu durchwandern, um wieder auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, den Mut wieder  finden, wenn man ihn verloren hat,... Sie ist einfach die Beste!

5. Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Sonnencreme, einen CD- Player und ein Boot zum Zurückfahren. ;)

6. Zusätzlich darfst du ein Musikalbum auf die Insel mitnehmen. Für welches entscheidest du dich und warum?

Hm, ich würde Make Yourself mitnehmen von Incubus. Auf der CD ist das Lied Drive oben. Es ist seit dem Jahr 2000 mein Lieblingslied. Ich kann mich auch noch genau an den Moment erinnern, als ich es das erste Mal gehört habe. Damals war ich bei meiner Freundin zu Besuch. Sie saß vor dem PC und sah sich das Musikvideo dazu an. Ich fragte sie, welche Band das sei. Sie erklärte mir, dass sie dieses Video gefunden habe und völlig fasziniert davon sei. Seither ist es mein absolutes Lieblingslied und ich höre es seit gut 15 Jahren - ungelogen - täglich!

7. Was tust du dafür, dich persönlich weiterzuentwickeln?

Nun, ich weiß, dass ich ohne zusätzliche Qualifikationen beruflich nicht sehr weit kommen werde. Ich habe deshalb eine Zusatzausbildung begonnen, die mir viel Spaß macht und mich hoffentlich in den nächsten Jahren dort hinbringt, wo ich hin möchte.
Ich gehe auch gerne den Dingen nach, die mir Spaß machen. Auch, wenn ein Hobby nur von kurzer Dauer ist, dann mache ich es so lange ich daran Freude habe.

8. Gibt es ein Thema bzw. ein Rezept, mit dem du dich in deinem Blog schon ewig beschäftigen möchtest, aber nie dau kommst?

Oh ja... ich möchte gerne einmal Strudelteig selber ziehen... und eine Kardinalschnitte machen.
Aber dieser Aufwand....!!

9. Hast du eine persönliche Empfehlung, bei welcher Organisation Spenden besonders gut ankommen und sinnvoll genutzt werden?

Hm... um ehrlich zu sein, nein, die habe ich nicht.
Es gibt so viele gute Organisationen und ein Problem haben sie alle gemeinsam: der chronische Mangel an Geld, Sachspenden oder andere Ressourcen. Wie soll man sich da für eine Organisation entscheiden?

10. Womit kann man dir IMMER eine Freude machen?

Das ist leicht! Ich freue mich über Kleinigkeiten.
Es muss nicht einmal irgendeinen materiellen Wert haben. Manchmal ist es viel schöner, jemanden zu treffen, der einem ganz ehrlich gemeint sagt "Es war schön dich zu sehen!"
Und wenn es um materielle Dinge gehen soll: ich freue mich, wenn ich einfach so zwischendurch grundlos überrascht werde mit einer Tafel meiner Lieblingsschokolade zum Beispiel.

11. Was würdest du unternehmen, wenn du drei Monate lang nicht arbeiten müsstest?

Hm, das ist abhängig von meinem Budget. Am liebsten würde ich reisen. Erstmal nur durch Europa.
Ansonsten möchte ich meine Ausbildung beenden und die Abschlussarbeit schreiben.

So, jetzt aber....

Ovomaltine- Schoko Eis, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für das Eis:

- 300 ml Obers 
- 150 ml Milch
- 2 EL Kakao
- 100 g Ovomaltine Pulver 
- 100 g Zartbitterschokolade
- 3 Eigelbe
- 20 g brauner Zucker
- 1 Prise Salz
-  6 bis 8 Ovomaltine Kekse (nach Belieben)

Obers, Kakao und Ovomaltinepulver in einem kleinen Topf erhitzen und rühren, bis alles glatt ist. Zartbitterschokolade dazu geben und so lange rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Eigelbe, Zucker, Salz und Milch über dem Wasserbad schaumig schlagen, bis die Masse eindickt.
Eigelbmasse und Schokomasse zusammenmischen und kühl stellen. (Am besten über Nacht im Kühlschrank)

Die Masse am nächsten Tag in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren.

Die Kekse grob hacken und 2 Minuten vor Ende der Rührzeit zum Eis dazu geben.

Das fertige Eis in eine tiefkühlgeeignete Box füllen und noch für weitere 2 Stunden ins TK-Fach stellen.

Mittwoch, 4. März 2015

Cranberry- Zitronen Limonade

Etwa um Weihnachten herum hat meine Mama einen Mantel ausgegraben und ihn mir unter die Nase gehalten. "Du, was soll ich damit machen?" wollte sie wissen. Skeptisch beäugte ich den Mantel, wollte zunächst nicht glauben, dass es meiner war, erkannte ihn dann aber doch wieder als das Schnäppchen, das ich vor ewigen Zeiten mal erstanden habe. Ihr müsst euch vorstellen, binnen Bruchteilen von Sekunden blitzten in meinen Augen Skepsis, Freude und hinterher das Grauen auf.
"Weiß ich nicht, verschenken, verrotten lassen, verstauben lassen, egal... ich will dieses Ding nicht mehr!" meinte ich und deutete mit meiner Hand, dass der Mantel weg muss. Es hatte ja auch einen guten Grund. Genau genommen waren es drei Gründe, nämlich drei Knöpfe, die sich ständig gelöst und mich somit zur Weißglut gebracht haben.

Cranberry- Zitronen Limonade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

"Mhmm...." murmelte meine Mama, inspizierte den Mantel genauestens und kam zu dem Entschluss, dass da auf jeden Fall noch was zu machen sei, denn es wäre ja viel zu schade drum. Der Ärger mit den blöden, blöden Knöpfen war nämlich der, dass ich sie ständig neu annähen musste. Wirklich. Ich nähte sie an, zog den Mantel maximal dreimal an und *schwups* waren die Knöpfe alle wieder runter. Das ist natürlich an einem regnerischen oder windigen oder generell eher kalten Tag nicht besonders vorteilhaft, wenn man mit einem offenen - weil knopflosen - Mantel durch die Gegend laufen muss. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und den Mantel in die dunkelste Ecke verbannt, weil er meiner Meinung nach nichts anderes verdient hatte.

Ich zog irgendwann aus der Residenz Mama aus, der Mantel aber nicht. Der blieb schön hängen in der hintersten Ecke, zum ewigen Einstauben verdammt... bis zu dem besagten Tag, an dem meine Mama ihn hervorkramte und wissen wollte, was damit geschehen soll.

Also brachte meine Mama den eigentlich total genialen Vorschlag, dass sie einfach andere Knöpfe annähen könnte und ich sollte es dann nochmal probieren. Wenn sich die Knöpfe dann noch immer ständig lösen, könnte ich ihn ja noch immer am Scheiterhaufen verbrennen. Das klang für mich nach einem Deal.

Cranberry- Zitronen Limonade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Gesagt, getan. Ich bekam kurze Zeit später den Mantel (der mir übrigens wie auf den Leib geschneidert ist - das nur mal so am Rande!) mit neuen Knöpfen zurück, die sowieso viel schöner sind als die alten und wartete gespannt auf wärmere Tage, denn der Mantel ist recht dünn und daher eher etwas für den Herbst/Frühling.

Vor einigen Wochen sollte es dann endlich soweit sein... dachte ich. Die Sonne schien an diesem Tag, ich wollte mich mittags auf den Weg zur Arbeit machen und ich habe natürlich NICHT den Wetterbericht gelesen... oder genauer aus dem Fenster gesehen.
Denn hätte ich das gemacht, hätte ich noch ein paar Tage gewartet. Aber neeeiiiin, ppffff, wozu auf's Wetter achten, wenn man es letztlich eeeeh besser weiß?! In meinem überaus großen Optimismus habe ich mir gedacht, dass der wiederentdeckte Mantel schon reichen würde, der Weg ist ja nicht so weit und außerdem scheint doch die Sonne.

Mhmm... kaum war ich draußen, habe ich meine Entscheidung auch schon wieder bereut. Es war nicht nur kalt, sondern auch noch windig und der Mantel viel zu dünn. Der Wind drängte sich durch alle Poren und trotz Pullover und Mantel spürte ich die Gänsehaut am ganzen Körper.
Durchhalten, du hast es ja nicht weit, versuchte ich mich gedanklich zu motivieren. Aber bereits nach zwei Minuten kehrte ich mit gesenktem Haupt zurück in die Wohnung und zog mir dann doch lieber wieder meinen dicken Wintermantel an. Puuuuh, dachte ich mir dann, ist aber ganz schön warm hier... nachdem ich mich zum zweiten Mal auf den Weg gemacht habe... mir kann man aber auch nichts recht machen!

Cranberry- Zitronen Limonade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich fürchte, ich sehne mich schon zu sehr nach Sommer oder zumindest wärmeren Temperaturen.
Nun, darauf müssen wir wohl noch ein wenig warten, aber die Zeit bis dahin lässt sich leicht überbrücken. Beispielsweise mit einer erfrischenden Limonade, die nicht nur herrlich sommerlich schmeckt, sondern auch ratzfatz gemacht ist.

Glaubt ihr nicht? Dann blättert mal im Buch Kitchen Hero von Donal Skehan. Denn dort ist das heutige Rezept zu finden. Es ist, zugegeben, kein Backbuch, sondern ein Kochbuch. Aber ich muss ja auch mal kochen und kann nicht nur von Kuchen leben. Für alle, die dieses Buch nicht haben (ich kann es euch aber wirklich nur empfehlen), kommt hier die Ruckzuckanleitung für eine unglaublich leckere Limonade. Damit ist das Warten auf den Sommer auf jeden Fall einfacher! ;)

Cranberry- Zitronen Limonade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Vorab aber noch ein paar Worte: im Rezept ist kein Himbeersirup angegeben. Den habe ich ergänzt, weil ich finde, dass er ganz gut dazu passt. Stattdessen sollen noch mind. 150 g Zucker eingerührt werden, was ich persönlich viel zu viel finde, die Limonade ist auch ohne Zugabe von Zucker (dafür aber mit Sirup) sehr süß!

Cranberry- Zitronen Limonade, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für eine große Kanne:

- 500 bis 600 ml prickelndes Mineralwasser
- 5 Zitronen
- 6 cl Himbeersirup
- 150 bis 200 ml Cranberrysaft
- Crushed Ice 

Die Zitronen auspressen und zusammen mit den anderen Zutaten in eine große Karaffe geben und verrühren, mit Crushed Ice auffüllen und genießen!