Sonntag, 26. April 2015

[Fremdgebloggt] Sachertorte

Puh, ich kann es kaum glauben, ich habe endlich mal wieder eine Sachertorte gebacken UND Bilder davon gemacht. Das ist ja nicht immer so einfach bei mir, denn sobald sie fertig ist, wird sie auch schon angeschnitten... noch bevor sie am Tisch steht.
Das war schon immer und ist bis heute so. Nicht nur, weil ich in Wien geboren und mit der Sachertorte groß geworden bin, sondern vor allem auch deswegen, weil ich als hoffnugsloser Schokoholic diesem Traum aus Schokolade einfach verfallen bin. Seit ich denken kann, habe ich im Kaffeehaus mit Herzen in den Augen Sachertorte bestellt und das Stück im Nullkommanix vertilgt oder mit viel Freude und Hingabe selbst eine gebacken.

Mit dieser Einstellung lebe ich allerdings nicht alleine. Meine Mama ist da nämlich mindestens genauso wie ich, wenn nicht sogar noch eine klitzekleine Spur schlimmer. Ich sage euch, Sachertorte geht bei ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Egal, ob es Juli ist und 35 Grad hat, oder Januar und irgendwas unter dem Gefrierpunkt. Es gehen ja auch Gerüchte um, dass sie in einem Anflug von mitternächtlichem Heißhunger in die Küche schleicht und noch das eine oder andere kleine Stückchen Sachertorte nascht. Bezeugen kann ich das zwar nicht, aber für möglich halte ich es auf jeden Fall. Aber das ist ja auch kein Wunder, denn bei einem Schokoladenteig, der so flaumig ist, dass man am liebsten mit ihm kuscheln möchte und einer Schokoladenglasur, die regelrecht auf der Zunge zergeht, nimmt man es mit der Selbstdisziplin nicht mehr ganz so streng.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass man so eine Sachertorte keineswegs überall essen kann. Leider habe ich schon oft in Kaffeehäusern Sachertorten bekommen, die so trocken wie die Wüste Gobi waren und man beim Kauen auch eher das Gefühl hatte auf Sand herumzubeißen. Nicht einmal eine ordentliche Portion Obers konnte das Dilemma retten.

Aber wie dem auch sei, die Sachertorte ist in Wien mittlerweile eine wahre Institution und gehört zum Stadtbild, wie das Hotel Sacher selbst, die Konkurrenz, nämlich die Bäckerei Demel und die Fiaker in der Innenstadt. Dass die Geschichte rund um die Sachertorte allerdings nicht immer ganz konfliktfrei war/ist, könnt ihr bei Kathrin von Backen macht glücklich nachlesen. Bei ihr durfte ich nämlich einen Gastbeitrag schreiben, der mir viel Freude gemacht hat. Und wie es sich als Gast nunmal so gehört, komme ich selbstverständlich nicht mit leeren Händen. Neben der Sachertorte habe ich nämlich noch die Geschichte und den Streit darüber im Gepäck, der sich über das eine oder andere Jahrzeit hinzog. Also klickt euch mal zu ihr rüber!

 Sachertorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wer nun selbst eine Sachertorte backen und mehr Bilder sehen möchte, klickt bitte hier
Sonntag, 19. April 2015

Schoko- Heidelbeer- Bananen Cupcakes - reloaded!

Ähm, das könnte heute ein wenig peinlich für mich werden... Das wird heute nichts für zarten Seelen, sondern nur was für die ganz Hartgesottenen unter euch, die nichts mehr aus der Fassung bringen kann... auch keine hässlichen Gruselfotos von irgendwelchen Cupcakes.

Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, war ich zwar immer erstaunt und fasziniert (und ja, auch ein wenig neidisch) von den tollen Fotos auf den anderen Blogs, hatte aber keinen Schimmer wie ich das selbst jemals umsetzen soll auf meinen Bildern. Tja, die dilettantischen Versuche meine Backwerke möglichst schick, ansprechend und appetitlich auf den Präsentierteller zu legen, sprechen da wohl für sich. Gelinde gesagt. Das Paradebeispiel schlechthin sind da wohl die Schokocupcakes mit Heidelbeeren und Banane - ein Knaller im Geschmack, ein Graus in der Darbietung.

Achtung!! Jetzt kommt die nackte Wahrheit auf den Tisch. Der Vorher-Nachher-Vergleich macht es deutlich:

vorher...
banane heidelbeer

...nachher
Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Liebe Leute, was soll ich dazu sagen? Ja, ich bin genauso sprachlos wie ihr. Das ist wirklich, wirklich übel. Das obere Bild ist an einem fürchterlich heißen Tag im Frühling entstanden. Es war April und wirklich ungewöhnlich warm. Also so Röckchen-schwitzen-viel trinken-über die Hitze fluchen-Wetter! Im April! Und was macht man an warmen Tagen? Richtig! Jalousien runter und Fenster zu, damit jaaaa keine Wärme eindringen kann in eine ansonsten recht kühle Wohnung. Und wer dann versucht bei geschlossenen Jalousien - das heißt mit wenig Sonnenlicht - und sonst auch ohne Lichtquellen ein Foto zu machen, wird am Ende mit... sowas bestraft. Ehrenwort! (Im Fernsehen würde an dieser Stelle jetzt eine Warnung kommen mit "Bitte nicht zu Hause nachmachen!" oder so... gilt auch hierfür!)

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ach, und wer sich jetzt fragt: ein Fotobearbeitungsprogramm war mir zum damaligen Zeitpunkt fremd. Hätte ich gewusst, dass man mit diversen Filtern doch noch was rausholen kann aus einem noch so schlechten Bild... ich hätte wohl viel Geld dafür bezahlt. Aber in meiner unendlich wirkenden Unwissenheit habe ich es einfach von der Kamera (damals noch Digitalkamera, Canon, Model sowieso) direkt ins Internet hochgeladen.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nun gibt es ja mehrere Möglichkeiten wie man mit so einer Situation - also mit den peinlichen Bildern - umgehen kann:

  • 1. die alten Beiträge löschen, den Mantel des Schweigens darüber hüllen und hoffen, dass Google die betreffenden Beiträge nicht mehr ausspuckt - und wenn, dann ganz, ganz, gaaaanz weit hinten. 
Kann man machen, wenn die Scham unerträglich groß ist.

  • 2. die alten Beiträge überarbeiten, neu bebildern und so tun, als wäre man schon immer der Prophet hinter der Kamera gewesen. 
Kann man machen, wenn man ganz viel Zeit, innere Ruhe und Kraft hat sich die alten Bilder nochmal anzusehen und dabei nicht kurz vorm Kollaps steht. Wie gesagt: nichts für zarte Seelen.

  • 3. die alten Beiträge so lassen wie sie sind, es mit Humor nehmen, sich lässig eine Sonnenbrille aufsetzen und mit einer kleinen Portion Selbstironie einfach ganz cool drüber stehen. 
Für mich ist das wohl die beste Lösung. Nicht, dass ich zu faul wäre die alten Beiträge nochmal zu überarbeiten, aber - wie gesagt - man muss ja auch zu seinen Schattenseiten stehen.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich finde ja, dass ein Blog gerade dadurch interessant wird, wenn man die Entwicklung beobachten kann. Von Bildern mit besch...eidenen Lichtverhältnissen und wenig Dekoration hin zu Fotos, auf denen man auch wirklich erkennen kann was das sein soll und es einem nicht nur der Titel verrät. (Gut, mit der Dekoration hapert es ja bis heute bei mir, aber das ist ein anderes Kapitel!)
Ich mag es einfach, wenn Texte interessant(er) geschrieben und Bilder ansprechend(er) gemacht werden mit der Zeit. Soweit ich nämlich weiß, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es wäre ja auch langweilig, wenn man ein Hobby beginnt und den Bogen sofort raus hat. Denn mit dem Spaß an der Sache, kommen nicht nur die Entwicklung, sondern auch die neuen Herausforderugen nämlich ganz von selbst...

Der Ansicht, dass man alten Beiträgen zu neuem Glanz verhelfen kann (und sollte), ist auch Mareike von Zuckerschnee, die sich komplett durch ihren Blog ackern musste (und dabei auf die eine oder andere Hässlichkeit gestoßen ist). Alte Beiträge, alte Bilder sollen ihre zweite Chance bekommen und sich nochmal von ihrer Schokoladenseite zeigen. Denn wer hat es nicht verdient einen zweiten 1. Eindruck zu hinterlassen, wenn der erste 1. Eindruck aber sowas von gewaltig in die Hose ging. Deshalb hat sie ein wunderbares Blogevent ins Leben gerufen, mit dem man sich selbst ein bisschen aufs Korn nehmen kann.


Dass das Foto von Versuch Nummer 1 unglaublich schlecht und eigentlich eine Gemeinheit für jeden Leser ist, war nur ein Grund warum ich diese Cupcakes nochmal gemacht habe. Grund Nummer zwei war, dass die Mengenangabe für das Topping hinten und vorne nicht stimmt.
Insgesamt 1 kg Mascarpone - in Worten: EIN KILO Mascarpone - für 12 Cupcakes - in Worten: ZWÖLF Cupcakes?!?! Hallo?? Erde an Viktoria?! Was soll das werden? Cupcakes mit Topping, oder unmenschlich viel Topping mit wenig Cupcake? Grundsätzlich bin ich ja sehr angetan von einer dicken Cremehaube auf einem Cupcake, aber man kann es definitiv auch übertreiben. Ein Kilo... pff...

Als Wiedergutmachung gibt es die Cupcakes heute noch einmal, mit besseren Bildern und passenden Mengenangaben. Man möge mir meinen Fehltritt verzeihen und hoffe, dass meine Schuld damit beglichen ist.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Cupcakes:

- 100 g Zartbitterkuvertüre
- 100 g Butter
-  3 EL Backkakao
- 200 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 150 g brauner Zucker
- 2 Eier
- 120 ml Milch

Für das Heidelbeertopping:

- 250 g Mascarpone
- 90 g Heidelbeermarmelade (ohne Stücke)
- 90 g Topfen
- 2 EL Zucker

Für das Bananentopping:

- 250 g Mascarpone
- 90 g Topfen
- 1 sehr reife Banane
- etwas Zitronensaft
- 2 EL Zucker

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.
Schokolade und Butter zusammen in einer Schüssel schmelzen (im Wasserbad oder in der Mikrowelle).

In einer Schüssel Kakao, Mehl, Backpulver und Salz mischen.

Eier und Zucker hellschaumig schlagen, danach die Milch, anschließend die Butter-Schoko-Mischung unterrühren. Das Mehlgemisch mit einer Spachtel oder einem Schneebesen unterheben.

Den Teig gleichmäßig auf die Förmchen verteilen und auf mittlerer Schiene 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Die Cupcakes aus den Förmchen nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Heidelbeertopping die Marmelade mit Zucker und Topfen kurz glatt rühren, bis alles homogen ist. Mascarpone dazu geben und nur so lange rühren, bis alles vermischt ist.

Für das Bananentopping die Banane mit dem Zitronensaft pürieren. Topfen, Zucker und die pürierte Banane kurz glatt mixen, bis wieder alles homogen ist. Mascarpone einrühren und nur so lange rühren, bis alles zusammengekommen ist, auf keinen Fall zu lange, da das Mascarpone sonst gerinnt!

Das Heidelbeertopping in einen Spritzbeutel mit einer 16mm Tülle füllen und so viel aufspritzen, dass der Cupcake mit dem Topping bedeckt ist. Das Bananentopping in einen anderen Spritzsack füllen (oder den Spritzsack auswaschen) und auf das Heidelbeertopping dressieren.

Mit Heidelbeeren (und/oder Bananenscheiben) dekorieren. Bis zum Servieren kühl stellen.

Sonntag, 12. April 2015

Eier- Mohnlikör Pralinen

So, da habt ihr ihn nun. Flaschenweise lagert der Eierlikör im Kühlschrank - selbstgemacht oder geschenkt bekommen von der Urstrumpftante und keiner weiß mehr wohin damit. Vor lauter Eierlikör und sonst nix mehr seht ihr nur noch alles in gelb. Wohin bloß mit dem Eierlikör?! Die Frage aller Fragen, die sich grundsätzlich nach den Feiertagen einstellt. Nach Weihnachten sind es die ungeliebten Keksreste, die keiner mehr so richtig essen mag, aber zum Wegwerfen auch zu schade sind und zu Ostern ist es der Eierlikör, der man dann irgendwie nicht mehr trinken möchte.

Oder aber ihr habt selber einen gemacht, beispielsweise den mit Mohn, den ich euch das letzte Mal gezeigt habe und es sind - wider Erwarten - noch Reste übrig, die nun im Kühlschrank ihr Dasein fristen.

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

So oder so, das Problem bleibt dennoch: was tun mit dem übrigen Eierlikör? Eine Möglichkeit wäre ein Gugelhupf, den ich euch bereits vor Ostern gezeigt habe. Er ist wirklich eine wunderbare Gelegenheit diverse Likörüberbleibsel sinnvoll zu verwerten und vor dem Gulli zu bewahren. Der große Vorteil daran ist ja nämlich, dass man damit einen ganzen Schwung Likör auf einmal loswird! (Solltet ihr also wiiiirklich viel übrig haben, dann lege ich euch diesen Kuchen ganz nah ans Herz!)

Aber immer nur Kuchen ist natürlich auch fad und ich wäre ja nicht ich, hätte ich nicht noch die eine oder andere Idee im Hinterkopf was man denn noch so alles mit übrig gebliebenem Eierlikör anstellen kann. Sofort sind mir Gedanken rund um Pralinen in den Kopf geschossen. Und ich wusste, dass ich damit goldrichtig liegen und vor allem bei meiner Familie punkten würde, für die ich diese kleinen, wunderbaren Teilchen gemacht habe.

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Leute dazu neigen Bauklötze zu staunen, wenn man ihnen Pralinen auf den Tisch stellt, begleitet von einem verblüfften Gesichtsausdruck und der Frage Nummer 1 in der Situation: "Was... das hast DU gemacht?". Echt. Ich verwette meinen Allerwertesten darauf, dass insbesondere Leute, die mich nicht so gut kennen und/oder nur selten in den Genuss kommen diverse Küchengeheimnisse von mir zu erfahren, mir immer als erstes diese eine Frage stellen.
Ok, meine Familie neigt wohl nicht (mehr) zu dieser Frage, denn sie kennen mich ja mittlerweile doch schon den einen oder anderen Tag, aber trotzdem ist die Freude immer groß, wenn ich mit irgendwelchen leckeren Süßigkeiten um die Ecke komme. Und Pralinen stehen da auf der Liste ganz weit oben!

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber jetzt mal ehrlich, Leute: Pralinen machen ist wirklich nicht schwer! Ich weiß, ich habe es schon mehrmals erwähnt, aber ich kann es nun mal nicht oft genug betonen, dass es keine Hexerei ist. Also, wenn ihr echt mal für Aufsehen sorgen wollt bei Familie, Freunden, Kollegen oder sonst wem, dann nichts wie ran an den Speck die Schokolade. Die Komplimente sind euch sicher!
Was man, abgesehen von Schokolade, Schokolade und Schokolade braucht, ist lediglich ein bisschen Geduld...
und dann vielleicht auch noch ein bisschen Zeit!

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für 30 Pralinen:

- 30 weiße Hohlkugeln
- 120 g weiße Kuvertüre
- 120 ml Eierlikör*
- 50 g Butter

Außerdem: 

- 150 g weiße Kuvertüre
- 5 bis 6 EL geriebener Mohn 

Kuvertüre für die Füllung grob hacken und zusammen mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen. Den Eierlikör dazu geben und gut verrühren.
Die Füllung in eine Dosierflasche oder in einen Spritzbeutel füllen und 20 Minuten kalt stellen.

Die Hohlkörper mit der Füllung bis 2mm unter den Rand füllen und für mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank geben.

Zum Verschließen und Überziehen die Hälfte der 150g Kuvertüre in eine Schüssel geben und über dem Wasserbad schmelzen. Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und die andere Hälfte dazu geben. So lange rühren, bis alles geschmolzen ist. Die Kuvertüre sollte jetzt richtig temperiert sein. Wer unsicher ist: mit einer Messerspitze in die Kuvertüre tauchen, erhärtet sie binnen 1 Minute, hat sie die richtige Temperatur.

Etwas Kuvertüre in einen Spritzbeutel füllen und die Hohlkörper damit verschließen. Nochmal für einige Minuten in den Kühlschrank stellen, bis der Verschluss vollkommen erhärtet ist.

Zum Überziehen die Hohlkörper mit einer Pralinengabel in die Kuvertüre tauchen und die überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen. Auf ein Backpapier legen zum Trocknen.
Bevor die Kuvertüre jedoch komplett trocken ist, noch ein wenig geriebenen Mohn darüber streuen.

Im Kühlschrank aufbewahrt, halten die Pralinen etwa eine Woche.

*Für diese Pralinen habe ich den Eier- Mohnlikör verwendet, selbstverständlich schmecken sie genauso gut mit einem Eierlikör ohne Mohn.
Montag, 6. April 2015

Eier- Mohnlikör

Wisst ihr, warum ich Ostern so gerne mag? Weil es mal wieder eine gute Gelegenheit ist sich ordentlich den Wanst vollzuschlagen. Haben wir alle ja schon lange nicht mehr, gell. Die weihnachtliche Fressorgie ist grade mal so verdaut, die Speckröllchen, die man davon abbekommen hat, sind grade mal wieder so halbwegs verschwunden und dann das... Oooooostern! Wieder futtern, wieder Hüftgold anlegen, erneut winken wir zum Abschied der Bikinifigur. Und das so kurz vor Beginn der Sommersaison. Aber wenn's denn so gut schmeckt...

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Am schönsten ist es, wenn von allem etwas da ist, finde ich. Ich habe die größte Freude mit einem Tisch, der so reichlich gedeckt ist, dass vor lauter leckeren Sachen gar kein Platz mehr ist für Teller, um davon zu essen. Es gibt Aufstriche, Brot, Schinken, Striezel, Eierlikörgugelhupf, bunte Ostereier, Schokohasen... und das alles auf einmal im Idealfall.

Was ich aber auf gar keinen Fall auf dem üppig gedeckten Ostertisch brauche, ist einer der klassischen Kuchen zu Ostern, nämlich der Karottenkuchen. Obwohl ich Karotten sehr gerne mag und fast immer welche zu Hause habe, werden Karottenkuchen und ich keine Freunde. Vor einigen Jahren hat meine Mama mal Karottenkuchen gemacht... und dann ein zweites Mal... und dann nie wieder. Ich frage mich warum sie dann nie wieder einen gemacht hat. Vielleicht, weil sie drauf sitzen geblieben ist, weil weder mein Bruder, noch ich den Kuchen essen wollten. Sorry, Mama, aber das war ein Schuss in den Ofen (im wahrsten Sinn des Wortes, haha)...

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Solltet ihr also jemals sehnsüchtig auf ein Rezept für irgendeine Form von Karottenkuchen hier auf meinem Blog warten, dann muss ich euch enttäuschen, denn das wird es niemals geben!
(Haha, das habe ich über Macadamia Nüsse auch gesagt, ich weiß!)
Nun gibt es bei mir zwar keinen Kuchen mit Gemüse bei mir, dafür aber einen anderen Klassiker, der zu Ostern halt auch einfach dazu gehört wie das Eierpecken. Ok, das ist kein Kuchen, sondern was zum Saufen Genießen, aber irgendwie muss man die Kehle ja auch feucht halten, nicht wahr?! Und womit geht das am besten? Richtig, mit einem cremigen Eierlikör!

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Auf der Suche nach dem ultimativen Rezept bin ich - wie so oft - bei Nina gelandet. Denn sie hat eines für einen Eierlikör, das ich deshalb so interessant finde, weil sie braunen Zucker genommen hat, anstelle dem üblichen weißen. Und ihr wisst ja wie ich manchmal so bin... erst einmal angefixt von einer Idee, dreht sich das Gedankenrad permanent weiter. Normalen Eierlikör kann ja jeder machen, dachte ich, da geht noch was!
Ich denke, das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hervorragend trinken lassen. Herausgekommen ist nämlich ein herrlich cremiger Eierlikör mit Mohn, der mit dem wunderbaren Aroma von Vanille ausgezeichnet zusammenspielt.

Nur zu viel lächeln sollte man hinterher nicht... (ihr wisst schon... Mohn zwischen den Zähnen und so...). Aber man muss auch mal Kompromisse eingehen, oder?

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich weiß, ich weiß... der Eierlikör ist der Hammer. Aber! Bitte! Trinkt oder verschenkt nicht alles auf einmal, sondern hebt euch noch etwas davon auf! Warum, verrate ich euch im nächsten Beitrag...

Für den Eier- Mohnlikör: 

- 500 ml Obers
- das Mark einer Vanilleschote
- 250 g brauner Zucker
- 8 Eigelb
- 250 bis 350 ml Rum oder Korn
- 40 g geriebener Mohn

Obers, Vanille und die Hälfte des Zuckers in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und durchziehen und abkühlen lassen.

Eine Metallschüssel auf ein heißes Wasserbad stellen, Eigelbe und den restlichen Zucker verrühren. Über dem Wasserbad so lange cremig aufschlagen, bis die Masse hell wird und eindickt. Das Wasserbad darf aber nicht zu heiß sein, da das Eigelb sonst gerinnt! (Das Wasser im Topf muss dafür nicht mehr kochen!)

Das nicht meht allzu heiße Obers in einem dünnen Strahl langsam zur Eimasse gießen und dabei immer weiter rühren. Die Masse sollte warm, aber nicht zu heiß sein und 70 Grad nicht übersteigen. Am Schluss den Mohn und den Rum oder Korn dazu geben, alles gut verrühren und in sterilisierte Flaschen füllen.

Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich der Likör etwa 3 Wochen.