Montag, 25. Mai 2015

Erdbeer- Pistazienmousse Torte

Kennt ihr das, wenn ihr in einem Koch- oder Backbuch blättert und der Blick immer wieder bei diesem einen Rezept hängen bleibt? Solche Kandidaten habe ich aufgrund meiner mittlerweile doch recht stattlichen Sammlung an kulinarischer Fachliteratur immer wieder mal. Das passiert vor allem dann, wenn ich ein neues Familienmitglied in meinem Bücherregal begrüßen darf.

In den meisten Fällen komme ich recht bald dazu die Rezepte, die mich aus dem Buch heraus richtig anspringen auszuprobieren. Denn dann juckt es mich so derartig unter den Fingern, dass ich einfach nicht anders kann. Da vergesse ich ganz gerne mal, dass ich eigentlich was ganz anderes probieren wollte und werfe all meine Pläne über den Haufen, weil es eben dieses eine Rezept ist, das plötzlich viel wichtiger ist als alle anderen.

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und dann gibt es aber diese Rezepte, die ich in einem Buch immer und immer und immer wieder sehe, aber jedes Mal weiterblättere. Die Situation ist dann in etwa so:
Ich blättere in einem Buch, sehe dieses eine Rezept, schmachte das Bild an und lese das Rezept eingängig - und zwar so eingängig, dass ich es beim nächsten Mal wahrscheinlich auswendig aufsagen könnte. Dann sehe ich das Bild wieder an, unwillkürlich bildet sich ein Fluss in meinem Mund, dem ich nicht mehr Herr werde und ich muss weiterblättern, bevor ich noch in die Seite reinbeisse. 

Tja, und dann hab ich es wieder nicht gemacht. Dieses eine Rezept, das mich so sehr anlacht, das mich schon richtig anschreit "Probier mich!", wird von mir schändlich missachtet und einfach überblättert. Und wenn ich genau darüber nachdenke warum, so fallen mir keine triftigen Gründe dafür ein. Wirklich. So scharf kann ich gar nicht darüber nachdenken, dass mir irgendwann einmal auch nur ein Hauch von Grund einfallen würde, sei er auch noch so schwammig und fadenscheinig. 

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Allerdings hätte ich da so eine klitzekleine Idee was mich bisher daran gehindert hat diese Torte zu machen, und der Grund heißt: Nüsse
Jaja, dieses ewige Dilemma mit mir und den Nüssen. Gut, mit Mandeln arbeite ich ja ganz gerne, Macadamia Nüsse habe ich auch für mich entdeckt - allerdings nur wohl dosiert - und Pistazien esse ich im Normalfall nur  pur.... also so mit schälen, sich grün und blau ärgern wegen dem Herumgefummel und viel Dreck haben mit den Schalen und allem drumherum. 
Sonst mag ich Pistazien ja nicht so gerne... Eis ist dafür meistens so ein Spitzenkandidat! Denn das hat irgendwie immer so diese dumme Eigenschaft, dass es zwar grün ist, aber fürchterlich nach Marzipan schmeckt! Ich möchte es ja nicht pauschalisieren, irgendwo auf dieser Welt gibt es mit Sicherheit Pistazieneis, das nicht nach Marzipan schmeckt, ich habe es bloß noch nicht gefunden. Und Pistaziensirup und ich... puh, na sagen wir einfach mal... ist auch nicht so unbedingt mein Ding. Gelinde gesagt. Ihr merkt also, es ist nach wie vor eher schwierig mit den Nüssen und mir.

Aber dennoch hat mich dieses Törtchen so angelacht, dass meine Augen  seit - Achtung, festhalten - einem geschlagenen Jahr daran immer und immer wieder hängen bleiben. Weil ich mir ja aber so fest vorgenommen habe einfach ein wenig experimentierfreudiger zu sein und auch mal ein bisschen mehr über den Tellerrand blicken, habe ich mir gedacht, dass es trotz all meiner Bedenken für mich an der Zeit ist mal ein wenig mit meinen eigenen Vorurteilen ein wenig aufzuräumen. 

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Grundidee für das Rezept  findet ihr in dem Buch Süße Liebe von Asa Swanberg. Natürlich kam ich nicht drumherum ein bisschen dran herumzufeilen, denn im Buch ist alles irgendwie, nunja, ein bisschen anders. Im Original enthält der Schokoboden zusätzlich noch Marzipan, seufz, und statt den Erdbeeren gibt es obendrauf eine sehr reichhaltige Ganache. Das war mir dann allerdings doch ein bisschen zu mächtig. Was ich allerdings ohne großartige Änderungen übernommen habe, war das Mousse. Warum? Weil es ganz ohne Sirup und anderen Schickschnack auskommt. Man braucht bloß einen ordentlichen Haufen Pistazien, das reicht aus, um genug Farbe und Geschmack abzugeben.
Die perfekte Grundlage also, denn alles andere ist ja variabel...

Für die Torte:
(18 cm Springform) 

Für den Schokobisquit:

- 2 Eier
- 4 EL Milch
- 75 g Zucker
- 50 g Mehl
- 30 g Stärke
- 15 g Kakao
- eine Prise Salz

Für das Mousse:

- 2 Bl. Gelatine
- 150 g Pistazien (Nettogewicht!)
- 200 g Obers
- 200 g Topfen
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 100 g Zucker

Für den Belag:

- 500 g Erdbeeren
- 30 g Gelierzucker 3:1

Zunächst den Boden vorbereiten. Dafür einen Springform mit 18 cm Durchmesser fetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mehl, Stärke und Kakaopulver in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.

Eier mit Milch, Vanille, Salz und Zucker sehr hellschaumig aufschlagen. Das Mehlgemisch mit einer Spachtel unterheben. Die Masse in die Springform füllen und auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Den Bisquit kurz in der Form auskühlen lassen, dann herausholen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Mousse die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Pistazien mahlen. (Bei mir hat das wunderbar im Standmixer geklappt!) Obers steif schlagen.

Topfen mit Zucker und Vanille cremig rühren. Zunächst die Pistazien, dann das Obers unterheben.
Gelatine ausdrücken und in einem kleinen Topf bei sehr schwacher Hitze auflösen.
2 bis 3 EL von dem Mousse zur Gelatine geben, glatt rühren, dann alles zum Mousse zurück geben und vorsichtig verrühren.

Einen Tortenring um den ausgekühlten Boden stellen und festziehen. Pistazienmousse darauf verteilen und glatt streichen. Zum Festwerden für mehrere Stunden (mind. 4!) oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Den Tortenring von der Torte lösen, sobald das Mousse fest geworden ist. Für den Belag die Erdbeeren waschen und vom Grün befreien. Etwa gleich große Stücke auf die Torte setzen, bis alles bedeckt ist. Die restlichen Erdbeeren pürieren und wer keine Kerne will, streicht das Mus durch ein Sieb.

Es sollten jetzt etwa 100 g Erdbeermus übrig sein. Mit dem Gelierzucker in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Alles etwa 3 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce eindickt, aber noch nicht zur Marmelade wird. Etwas abkühlen lassen und dann über die Torte träufeln, bis alle Lücken bedeckt sind und die Sauce über den Rand drüber rinnt.

Bis zum Servieren kühl stellen. Vor dem Servieren allerdings eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. 

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