Montag, 4. Mai 2015

Karamellcheesecake mit Apfel im Glas

Leute, ich bin entsetzt. Ich weiß nicht so ganz was mich mehr entsetzt. Entweder die Tatsache, dass das Holunderparadies, an dem ich am Weg zu meiner Arbeit vorbei gehe, gnadenlos gerodet wurde, um Platz zu machen für zwei Wohnhäuser. Oder doch die Tatsache, dass ich mehrere Monate (es waren wirklich einige) gebraucht habe, um das zu kapieren.

Letztes Jahr im Mai bin ich ja mit meiner Mama wie wild durchs Gebüsch am Wienerberg gehüpft, auf der Jagd nach den größten Holunderblüten, die wir so finden und erreichen konnten. Keine stacheligen Gebüsche, keine Gräben und keine Matschhaufen dieser Welt konnten uns davon abhalten. Aber für einen leckeren, selbstgemachten Holunderblütensirup nimmt man solche Strapazen ja gerne auf sich, oder?

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Entdeckung, die ich aber tags darauf am Weg zur Arbeit gemacht habe, erfreute und erstaunte mich gleichermaßen. Einerseits war ich so hoch erfreut, denn ganze Park, den ich am Weg dorthin durchquere und auch die Freifläche (Wildnis, Gebüsch, Wildwuchs wohin das Auge reichte) neben dem Park, die sonst eher nur als Hundespielplatz dient, war knallvoll mit Holunder. Ein Traum. Der reinste Himmel für alle, die nicht nur den süßlichen Geruch wunderbar finden, sondern sich auch ganz gerne an diesem Geschenk der Natur bedienen. Herrlich, dachte ich mir im letzten Jahr, warum durch halb Wien pilgern, wenn das Gute doch so nahe ist? Nächstes Jahr pflücke ich alles hier! Andererseits war ich doch sehr erstaunt, weil ich so lange höchstwahrscheinlich mit Augenklappen auf beiden Augen durch die Gegend gelaufen bin und mir daher nie aufgefallen ist, dass so viel Holunder so leicht zu erreichen ist für mich.

Zufrieden und breit grinsend spazierte ich also den Sommer über und den ganzen Herbst durch den Park und freute mich insgeheim schon auf die nächste Saison. Selbst, als die Bagger angefahren kamen, das halbe Gelände umgegraben und alles was dort gewachsen ist, einfach ausgerissen haben, trübte das meine Laune und vor allem die Vorfreude auf den kommenden Frühling nicht. Ich hatte nur Holunder im Kopf. Die Bagger verschwanden, die Bauarbeiter, die Gerüste, die Fundamente kamen, die Mauern wurden höher und höher - Leichtbauweise macht's möglich - und ich kapierte es noch immer nicht.

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und jetzt bitte alle festhalten, ich habe erst vor - Achtung - zwei Tagen bemerkt, dass da plötzlich was fehlt! Ihr wisst es mittlerweile schon längst. Wo ist der Holunder hin? Der ganze Wildwuchs? Das ungepflegte und unwegsame Gelände, das sonst nur Hundebesitzer betreten, um ihren Vierbeinern freien Lauf zu lassen?
ALLES weg! Mitsamt dem Holunder. Stattdessen findet man dort jetzt nur eine Baustelle. Derzeit haben die Wohnhäuser noch keine Fenster oder Türen eingebaut, die vorgesehenen Balkone sehen im Moment noch eher aus wie lebensgefährliche Stolperfallen und wenn es regnet, dann ist alles nass, denn das Dach fehlt auch noch. Aber Hauptsache der Holunder ist weg. Ich sag's ja... ich bin entsetzt. Zwar ist im Park noch ein bisschen was davon übrig, aber ob das reichen wird? Ich weiß nicht...

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Der Schock über den plötzlichen Holunderverlust sitzt mir noch etwas in den Knochen und ich bin ja nur froh, dass ich für das heutige Rezept keinen Holunder brauche.
Stattdessen tröstet mich ein cremiger no-bake Cheesecake im Glas über den kommenden Holunderengpass hinweg.

Der Boden besteht dabei aus Mandelkeksen, darüber kommt eine Cheesecakecreme mit Karamell und was passt so wunderbar dazu? Richtig! Äpfel! Nach den Handpies mit Äpfeln und Karamell war ich so hin und weg von dieser Kombination, dass ich davon seither in allen möglichen Varianten träume.
Eine weitere Möglichkeit dieses Traumduo miteinander zu kombinieren, ist eben dieser Cheesecake im Glas, der einfach und rasch zu machen ist. Es ist kaum zu glauben, aber mit nur wenigen Handgriffen ist die Creme angerührt und ins Glas geschichtet.

Und wisst ihr was ich an diesen Desserts im Glas noch so gerne mag? Vollkommen egal, ob Tiramisu im Glas, Mousse im Glas, Cheesecake im Glas, alles im Glas... sie lassen sich nämlich idealerweise sehr gut vorbereiten und sind längst fertig noch bevor die angekündigten Gäste kommen.

Schnell und einfach, gut vorzubereiten und auf jeden Fall ein Knaller... genau das erwarte ich mir von einem Dessert! Ihr auch? Na, dann nichts wie ran an die Rührschüssel!

Für 6 Gläser à 120 ml Inhalt:

- 100 g Mandelkekse 
- 2 EL Butter
- 1 EL brauner Zucker
- 180 g Frischkäse
- 100 g Topfen
- 150 g Karamellaufstrich oder Dulce de leche 
(- 2 EL Zucker bei Bedarf, falls es nicht süß genug ist)
- 2 kleine säuerliche Äpfel
-  2 EL brauner Zucker 
- 1/8 l Apfelsaft
- 1 TL Stärke

Die Kekse zerbröseln, mit dem Zucker und der Butter vermischen und kneten, bis alles gut vermengt ist. Die Brösel gleichmäßig auf die Gläser verteilen und mit einem Löffel andrücken.

Frischkäse, Topfen und Karamell mit einem Schneebesen in einer Schüssel glatt rühren, bei Bedarf noch nachsüßen. Die Masse ebenfalls gleichmäßig auf die Gläser verteilen und glatt streichen.

Die Äpfel schälen, vom Gehäuse befreien und in kleine Stücke schneiden. Die Apfelstücke in einen kleinen Topf geben, mit dem Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Die Stärke mit 2 EL Apfelsaft glatt rühren, den Rest zu den Apfelstücken gießen und aufkochen lassen.
Die Stärke einrühren und so lange rühren, bis alles leicht eindickt.

Abkühlen lassen und dann ebenfalls gleichmäßig auf die Gläser verteilen und etwas glatt streichen.

Bis zum Servieren kühl stellen.

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