Samstag, 4. Juli 2015

Waldmeistereis mit Erdbeersauce

Ihr kennt doch alle bestimmt Ahoj Brause, oder? Das sind diese kleinen Päckchen mit Brausepulver, die man mit etwas Wasser mischt und dann trinkt... oder man knallt sich die Brause auch einfach nur so rein (Magenschmerzen inklusive). In einer Packung sind immer mehrere Sorten drin und eine davon ist Waldmeister. Schon als ich noch klein war, war genau diese Sorte immer zuerst weg, wenn meine Mama eine Packung gekauft hat.

Es war weniger diese giftgrüne Farbe, die mich immer so fasziniert hat, sondern mehr der Geschmack. Ja, es ist künstlich. Ja, es hat mit dem natürlichen Geschmack von Waldmeister nur wenig gemein (der ja in Wahrheit viel dezenter ist, als diese Chemiekeule, die man kaufen kann). Ja, die Farbe ist mindestens genauso künstlich wie der Geschmack. Aber wisst ihr was? War mir immer schon egal, ist mir nach wie vor egal und wird mir aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin egal sein.
Bei mir herrscht ganz große Chemiewaldmeisterliebe!

Waldmeistereis (4)

Leider ist diese Liebe und Zuneigung für Waldmeistersirup nicht so ganz barrierefrei. Denn in Österreich haben wir ein riesengroßes Problem: es gibt im Handel keinen Waldmeistersirup zu kaufen. Für jemanden, der Waldmeistersirup so gerne hat wie ich, grenzt das natürlich an eine mittelschwere Katastrophe. Literweise wird Holundersirup verkauft... oder Himbeere... oder Kirsche... oder was auch immer.... aber weit und breit ist kein Waldmeistersirup zu finden. 

Es ist ja nicht so, dass dieses Kraut bei uns nicht wachsen würde. Wenn man die Augen ein bisschen offen hat, findet man im Frühjahr Waldmeister in Wäldern. Oder in heimischen Gärten. 
Leute, ich hätte am liebsten zu weinen begonnen, als meine Freundin mir gesagt hat, dass bei ihrer Mama im Garten Waldmeister wächst und der Jahr für Jahr ungenutzt verwelkt. Und wann hat sie mir davon erzählt? Genau! NACH der Blüte! Hach... 

Mal selbst einen Waldmeistersirup anzusetzen, reizt mich ja schon sehr. Aber bis es so weit ist, bleibe ich eben bei der Chemie. Denn wie es der Zufall so will, ist meine Freundin, bei deren Mutter der Waldmeister im Garten wächst, meine Retterin in der Not. Genauer gesagt sie und ihr Freund sind meine Samariter, die mir nach (fast) jedem Besuch in Deutschland ein Fläschchen von dem grünen Gold mitbringen, nach dem ich mich so verzehre! Die beiden wissen eben wie man mich glücklich macht! 

Waldmeistereis (2)

Von dem Eis haben die beiden zwar leider nichts abbekommen, aber ich habe bei jedem Löffel zumindest ganz fest an sie gedacht und ich wette, es hätte ihnen genauso geschmeckt wie mir... 
Und weil das Eis alleine ja ein bisschen fad ist, musste ich ein bisschen suchen. Denn so sehr ich Waldmeister auch liebe, so wenig Ahnung habe ich davon was gut dazu passt. Aber Google sei Dank hat die Recherche nicht besonders lange gedauert... und mit dem Ergebnis bin ich mehr als nur glücklich auf der Couch gesessen und hab mein Eis gelöffelt. 

Waldmeistereis (6)

Für das Eis:

- 100 ml Waldmeistersirup
- 200 g Joghurt
- 200 ml Obers
- 80 g Zucker
- Saft 1/2 Zitrone

(- optional grüne Lebensmittelfarbe zum Nachfärben)

Für die Erdbeersauce:

- 350 g Erdbeeren
- 70 g Gelierzucker 2:1
- Saft 1/2 Zitrone

Für das Eis müssen alle Zutaten kalt sein. 

Die Zutaten gut verrühren und ggf. nochmal in den Kühlschrank stellen. 

Die Masse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren. Bis zur weiteren Verwendung im Tiefkühler aufbewahren. 

(Wer keine Eismaschine hat, füllt die Masse in eine tiefkühlgeeignete Box und rührt stündlich mit dem Handmixer durch, um die Kristallbildung zu vermeiden.)

Für die Erdbeersauce die Erdbeeren putzen, pürieren und ggf. durch ein Sieb streichen.

Das Püree mit dem Gelierzucker und dem Zitronensaft in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Alles für ca. 3 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. 

Abkühlen lassen und bis zum Verzehr beiseite stellen. 

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